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Der Missionar Pater Gereon Goldmann.

Hoffentlich wird nicht auch er seiner Ehre beraubt. Hier ein Bericht aus Fritzlar, Domgemeinde St. Peter

Am 13. und 20. März fanden zwei Vortragsabende über den Franziskanerpater Gereon Goldmann statt. Kaplan Kämpf hatte abends in den Stiftssaal eingeladen und berichtete von diesem Pater, seiner persönlichen Begegnung mit ihm, der durch die Macht des Gebetes unglaubliche Dinge in seinem Leben erlebt und überlebt hat.

Aus dem Einladungsschreiben von Kaplan Kämpf:

"... Am 26. Juli 2003 verstarb P. Gereon Goldmann in Fulda. Sein Leben ist durchzogen von der Vorsehung Gottes, durch die er Unglaubliches erlebt hat.
Der am 25. Oktober 1916 geborene Pater trat während des Nationalsozialismus in den Franziskanerorden auf dem Frauenberg in Fulda ein. Bald darauf wurde er jedoch zur SS eingezogen. Doch seine geistliche Mutter, Sr. Solana, sagte ihm immer wieder, dass er noch im Krieg zum Priester geweiht werde. Doch das schien außerhalb jeder menschlichen Möglichkeit – keine abgeschlossenes Studium und dann noch Krieg. Doch Gottes Wege gehen oft anders als die menschlichen Vorstellungen.
Während des Krieges erlebte P. Goldmann Situationen, die er selbst nur als Wunder bezeichnen kann, und wer von seinen Berichten hört, kann dies nur bestätigen. Die Macht des Gebetes war für ihn eindeutig spürbar. Durch Gottes Fügung kam Goldmann 1944 nach Rom und erhielt eine Audienz bei Papst Pius XII. und erhielt von ihm die Erlaubnis, dass jeder Bischof ihn sofort zum Priester zu weihen habe – wohlgemerkt ohne Theologiestudium und während des Krieges.
Nach dem Krieg ging er nach Japan (Tokio) und ging als Lumpensammler in die Geschichte ein. Während seines vierzigjährigen Aufenthaltes sammelte er dort 50 Millionen DM. Die Erlebnisse, die P. Goldmann berichtet, lassen einfach nur staunen.

Ich selbst habe sein Buch „Tödliche Schatten – tröstendes Licht“ gelesen und habe ihn während meiner Seminarzeit in Fulda auf dem Frauenberg besucht. Ein beeindruckendes Erlebnis. Seine Erfahrungen wurden kurz vor seinem Tod in einem Interview festgehalten..."

Das Interview - über "Die Macht des Gebets"

(Der Film zum Interview von K-TV ist derzeit leider nirgends käuflich zu erwerben. Daher für alle, die nicht an den Abenden teilnehmen konnten, die Möglichkeit, sich über die Links zu gloria.tv beeindrucken zu lassen...)
Im Interview spricht Herr Kaplan Albert Müller mit Pater Gereon und entlockt ihm dabei auch den ein oder anderen Satz wie: "Du bist bestimmt Priester - Du hast so ein Pater noster Gesicht".

Es sind viele beeindruckende Sätze gefallen - hören und sehen Sie selbst...

Die Macht des Gebets, Teil 1 (59:37)

Die Macht des Gebets, Teil 2 (57:25)

Die Macht des Gebets, Teil 3 (59:33)

Die Macht des Gebets, Teil 4 (50:11)

Nur ein paar Sätze, die bestimmt im Gedächtnis bleiben:

Sakristeischwester Solana: "Ich will ab jetzt deine Mutter sein."

Entscheidung des Papstes (Pius XII): "Von jedem Bischof des Erdkreises zum Priester zu weihen ohne Studium!"

Bischof: "...Das sind die Füße, an denen Wunder kleben! ... das kann man nicht erklären."
P. Gereon: "Doch! Wenn Sie hinter jeden ihrer Priester diese Armee von Betern stellen, die ich habe, auch die vielen hundert Schwestern, die Tag und Nacht für uns gebetet haben, dann macht jeder Priester noch ganz andere Sachen. Das hat mit mir nichts zu tun."

Herzlichen Dank!

Empfehlenswerte Literatur: Tödliche Schatten, tröstendes Licht.
Eugenia-Sarto
Weiß jemand, ob das französische Priesterseminar der Gefangenen von Pater Gereon gegründet wurde?
Sunamis 49
nein es wurde von abbe stock gegründet
Stefan Albrecht
Ja wirklich äusserst lesenswert und erbaulich dieses Buch. Spannender als jeder Krimi - und auch noch wahr :-)
Eugenia-Sarto
Bericht von Wikipedia

Karl Heinrich Goldmann wurde 1916 als eines von sieben Kindern des Fuldaer Tierarztes Dr. Karl Goldmann und dessen Frau Margarethe Goldmann, geb. Holling († 1924) in Ziegenhain geboren. Als Karl auf die Welt kam, diente der Vater als Soldat im Ersten Weltkrieg an der Westfront. Nachdem seine Eltern 1919 wieder nach Fulda verzogen waren und der Veterinärrat in den späten …More
Bericht von Wikipedia

Karl Heinrich Goldmann wurde 1916 als eines von sieben Kindern des Fuldaer Tierarztes Dr. Karl Goldmann und dessen Frau Margarethe Goldmann, geb. Holling († 1924) in Ziegenhain geboren. Als Karl auf die Welt kam, diente der Vater als Soldat im Ersten Weltkrieg an der Westfront. Nachdem seine Eltern 1919 wieder nach Fulda verzogen waren und der Veterinärrat in den späten 1920er-Jahren erneut geheiratet hatte (die jüngere Schwester seiner ersten Frau) – aus dieser Ehe gingen fünf Kinder hervor –, zog die Familie 1931 nach Köln, wo er das Schiller-Gymnasium Köln besuchte.[1] Dort wurde Goldmann Mitglied in der 1919 von Jesuiten gegründeten Jugendbewegung Bund Neudeutschland. Nach dem Abitur 1936 verpflichtete er sich für ein halbes Jahr beim Reichsarbeitsdienst in Rethem an der Aller. Am 10. Oktober 1936 trat er in den Franziskanerorden ein. Am 7. Dezember 1943 legte er sein Ordensgelübde ab und nahm den Ordensnamen Gereon an.

Wehrmacht, Waffen-SS und Priesterweihe[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Kloster Monte Cassino Februar 1944

Am 28. August 1939, einen Tag nach Abschluss seines Philosophiestudiums, wurde Goldmann in die Wehrmacht eingezogen. Am 1. September 1939 begann der Zweite Weltkrieg, noch im selben Jahr kam er zur Waffen-SS. Dort war er an der polnischen Grenze im Barackenlager mit dem Namen Regenwurmlager stationiert. Während des Frankreichfeldzuges wurde er vor Les Islettes wegen der Bergung mehrerer Verwundeter vom Kommandeur der Einheit zum Obersturmmann befördert. Die Auszeichnung des Eisernen Kreuzes wurde ihm wegen seiner Zugehörigkeit zum Franziskanerorden nicht gewährt. Daraufhin wurde er Offizieranwärter und nahm erfolgreich an einem Offizierslehrgang der Waffen-SS teil. Vor seiner Ernennung zum Offizier hätte er seinen Austritt aus der katholischen Kirche erklären müssen, was er nicht tat. Daraufhin wurde er 1942 in die Wehrmacht zurückversetzt. Im September 1942 wurde Goldmann verhaftet und wegen Wehrkraftzersetzung vor ein Kriegsgericht in Kassel gestellt und zu Fronteinsatz in Russland verurteilt. Das nicht auf sofortige Hinrichtung lautende Urteil verdankte er einem Hauptmann, der evangelischer Pfarrer war. Während seiner Zeit bei der Waffen-SS kam es zu einer persönlichen Unterredung mit dem Reichsführer der SS Heinrich Himmler. Dieser versprach ihm bis zum Zeitpunkt des Endsieges die freie Glaubenswahl.

Nach einer erneuten Verhaftung blieb Goldmann bis Winter 1943 in Haft, wurde erst nach Frankreich strafversetzt, später dann bei der Landung in Sizilien als Mitglied der 29. Panzergrenadier-Division verwendet. Bei einem Heimaturlaub kam er in Kontakt zum Widerstandskämpfer Adam von Trott zu Solz, für den er später nach Frankreich und Italien Kurierdienste leistete. Ein solcher Kurierdienst führte ihn Januar 1944 nach Rom, wo er einem Verbindungsmann an der deutschen Botschaft eine Nachricht überbrachte. Als Dank wurde es Goldmann ermöglicht, eine Audienz bei Pius XII. zu erhalten. Dieser erteilte eine Sondervollmacht zur Priesterweihe.

Am 30. Januar kam Goldmann auf Monte Cassino in alliierte Gefangenschaft und wurde in Folge in Kriegsgefangenenlagern in Marokko und Algerien interniert. Am 24. Juni 1944 erhielt er die Priesterweihe in Notre Dame de Rivet, einer Kirche in der Nähe eines Kriegsgefangenenlagers in Algerien. Ab August 1944 war er als Lagergeistlicher in Ksar-es-Souk, Marokko tätig. Ende 1945 wurde Goldmann verhaftet und nach Meknès, Marokko gebracht. Dort wurde er von französischen Alliierten vor ein Kriegsgericht gestellt und zum Tod durch Erschießen verurteilt. Februar 1946 wurde er kurz vor der Exekution auf Fürbitte Pius XII. begnadigt. Die Strafe wurde in Lagerhaft umgewandelt. Vom 7. März 1947 an besuchte er für kurze Zeit das Stacheldrahtseminar von Chartres[2]. Nach seiner Freilassung 1947 kehrte er nach Fulda zurück. Zwischen 1948 und 1949 wurde er erneut verhaftet und diesmal von amerikanischen Alliierten vor Gericht gestellt. Das Verfahren wurde aus Mangel an Beweisen eingestellt. Nach einem einjährigen Theologiestudium widmete sich Goldmann seelsorgerlichen Tätigkeiten. Sein Augenmerk galt hierbei vor allem der Jugendarbeit.

Seelsorgerische Tätigkeit in Japan und Indien[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Anfang 1954 reiste Goldmann nach Japan, um dort Leiter der Pfarrei St. Elisabeth in Tokioter Stadtbezirk Itabashi zu werden. Betroffen von dem in Itabashi herrschenden Elend fing er an, zwischen 1954 und 1961 als Lumpensammler seinen Lebensunterhalt zu verdienen und mit den Überschüssen die Armen zu unterstützen. Die von ihm gegründete „Lumpensammler-Studienstiftung“ ermöglichte in den folgenden Jahren an die hundert Menschen das Studium. Hierfür wurde er 1965 von Tennō Hirohito mit einem Orden geehrt. Darüber hinaus umfasste sein soziales Engagement bis 1975 den Bau von Kirchen, Heimen, Krankenhäusern, Sozialstationen und einen durch das Sammeln von Spendengeldern ermöglichten Aufbau eines Sozialdienstes für die Bettler und Verwahrlosten sowie die Vermittlung von zinslosen Darlehen an Bedürftige. Diese Darlehen ermöglichten den Bau von 50 Sozialwohnungen. Seine seelsorgerlichen Tätigkeiten umfassten Taufen, Vorträge und Predigten in ganz Japan. Ab 1965 dehnte er sein Engagement auf Indien aus. Bis 1994 setzte er sich dort für den Bau von Heimen, Kirchen, Klöstern und Krankenhäusern in der Missionsprovinz der Karmeliter in Kerala ein. 1975 gründete er das St.-Gregorius-Institut für Kirchenmusik und Liturgie in Tokio. Am 26. September 1979 wurde das Institut eingeweiht, und Goldmann wurde Institutsleiter. Infolgedessen gab er die Leitung seiner Pfarrei an einen Nachfolger ab.

1993 erhielt Goldmann in dem von ihm gegründeten Kinderheim St. Maria den Besuch des japanischen Kaiserpaares Akihito und Michiko als Anerkennung seines sozialen Engagements. Der Umfang der von ihm gesammelten Spendengelder wird auf 50 Mio. Mark geschätzt. 1994 kehrte er nach schwerer Krankheit, ausgelöst durch ein Herzleiden, auf den Tag genau nach 40 Jahren nach Fulda zurück. Dort lebte er bis zu seinem Tod 2003 im Franziskanerkloster der Stadt. Er starb am 26. Juli im Alter von 87 Jahren. Sein Grab befindet sich auf dem Klosterfriedhof.

Seine Autobiographie Tödliche Schatten – tröstendes Licht ist bislang auch schon auf englisch, französisch, spanisch, polnisch, kroatisch und slowakisch und weiteren elf Sprachen erschienen. Um seine schriftstellerischen Arbeiten kümmert sich auch der Buchverlag „Bergisch Gladbach Freundeskreis Gereon Goldmann ofm“.

Auszeichnungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

1965: „Orden für Gute Taten“ (Japan)

1967: Verdienstkreuz 1. Klasse des Verdienstordens der Bundesrepublik Deutschland[3]

Werke[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Tödliche Schatten – tröstendes Licht. Ein Franziskaner in Uniform. 15. Auflage. EOS, Sankt Ottilien 2010, ISBN 978-3-8306-7138-1 (überarb. Aufl.).

Gereon Goldmann, Josef Seitz: SOS mit Echo. Erlebnisbericht über Hilfsaktionen im Süden Indiens. Seitz, Dillingen 1970.

Literatur
RupertvonSalzburg
Ich habe in meiner Jugendzeit das Buch von P. Goldmann: Der Lumpensammler von Tokio gelesen, hat mich sehr beeindruckt.
rose3
Ich habe sein Buch gelesen ,spannend von der ersten Seite bis zur letzten ...Wir werden in dieser Zeit auch lernen Gott zu verteuern und auch an der Vorsehung zu glauben...
Sunamis 49
beten und sich gott ganz überlassen- und dem nächsten helfen-
das ist es was dieses buch lehrt-
was alles geschieht durch gottvertrauen und beten sieht man in diesem buch
Sunamis 49
ich habe das Buch tödliche Schatten - tröstendes Licht
und es ist immer wieder schön zu lesen-
bitte für uns lieber pater gereon, besonders für eb wölki
Ursula Wegmann
P. Gereons Erlebnisse zeigen ein wahres Gottesbild, das alle modernen Prophetien nicht vermitteln.
Eugenia-Sarto
Möge Gott uns diese große mutige Gottes- und Nächstenliebe schenken. In den kommenden Zeiten brauchen wir sie, um die armen ungläubigen unwissenden und verwirrten Menschen zu Gott zu führen
Eugenia-Sarto
Ich erwarte eine große Missionsarbeit, die vor allem von Laien ausgehen könnte, wenn es nicht genügend ausgebildete Priester gibt. Das Volk ist es meistens, das in Notzeiten den Glauben bewahrt hat und durchträgt. die Leute müssen nur wachwerden und sich besinnen, was sie verloren hatten.
Bibiana
"Das Volk ist es meistens, das in Notzeiten den Glauben bewahrt hat und durchträgt".
Wie wahr!
Cavendish
Absolut sehenswert - was Mut, gepaart mit Gottvertrauen bewirken! Schon allein Himmlers Reaktion auf die Eidverweigerung ist unglaublich, und dann von der SS wegen Tapferkeit an der Front Studienurlaub für Theologie bekommen ...
Cavendish
Eine fast biblische Biographie, die zeigt, welche alle Hindernisse überwindende Kraft das Gebet für den Nächsten hat, der davon selbst am meisten überrascht wird.
Eugenia-Sarto
Schön gesagt. Ja, er hatte eine ganz übernatürliche Kraft und Liebe.
Sunamis 49
und er hatte sr solanas vertrag mit dem lieben gott
und viele beter;
und sr veronika aus dem kloster siessen, die für ihn ihr leben aufopferte damit er priester würde,
in der schweiz beteten die auch für ihn
Sunamis 49
kein gebet bleibt unerhört-
2 more comments from Sunamis 49
Sunamis 49
was absolut der hammer war, ist die eremitin die er in marokko traf, die in einer höhle wohnte und die leprakranken pflegte,
und zu ihm sagte sie bete für den schlimmsten menschen dort im lager, der dann öffentlich beichten wollte
Sunamis 49
in japan traf ich auf pater joseph medina sj, der pater gereon kannte, da er im krankenhaus mit ihm zusammengearbeitet hatte in tokio, lange, lange her- 2006 oder
2007 denke ich starb auch der pater medina, er war aus spanien und kannte sr maravilmas persönlich
Eugenia-Sarto
Kommentare die der Intention des Artikels entgegenstehen werden gelöscht.
Eugenia-Sarto
Pater Gereon hatte Theologie studiert, nur nicht zu Ende, weil der Krieg begonnen hatte und er eingezogen war. Wenn Sie seine Geschichte lesen, werden Sie die Entscheidung des Papstes Pius XII. verstehen.
Moselanus
Außerdem hat er zweifellos das Fehlende spâter nachgeholt.
Maria Franziska
Ja, sogar mit Bravour!
One more comment from Maria Franziska
Maria Franziska
Hier ein interessantes Interview