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Franziskaner schließen Niederlassung in Berlin

Die Provinzleitung der Deutschen Franziskanerprovinz hat beschlossen, sich von der Pfarrei St. Ludwig in Berlin–Wilmersdorf zu verabschieden und ihre dortige Niederlassung zu schließen. 1986 hatten die Franziskaner dort mit der Arbeit begonnen.

Um diese Entscheidung, so der Provinzialminister P. Cornelius Bohl ofm in einem Brief an die Gemeindemitglieder und Kirchenbesucher von St. Ludwig, sei lange gerungen worden. St. Ludwig sei für die Brüder ein sehr guter Ort, die Pfarrarbeit mitten im Herzen Berlins biete viele Chancen und die Präsenz in der Hauptstadt an einem so profilierten Ort werde von vielen Brüdern als sehr wichtig angesehen. Allerdings habe das Provinzkapitel im Sommer 2019 mit aller Schärfe deutlich gemacht, dass aufgrund der Personalsituation die Strukturen der Provinz radikal verkleinert werden müssten. Die hohe Zahl älterer und alter Brüder und der in den letzten Jahren nicht nur spärliche, sondern völlig fehlende Nachwuchs zwinge zu drastischen Reduzierungen der Standorte und Aufgaben. „Wenn wir heute keine mutigen Entscheidungen treffen, werden wir in ein paar Jahren die wenigen jungen Brüder völlig überfordern.“

Im Rahmen des pastoralen Prozesses „Wo Glauben Raum gewinnt“ im Erzbistum Berlin ist entschieden, dass St. Ludwig, jetzt schon verbunden mit Albertus Magnus, mit der Pfarrei „Maria unter dem Kreuz“ zusammengelegt wird. Diese künftige Großpfarrei wird an die 30.000 Gläubigen zählen.

Nach Ansicht der Provinzleitung ist dies ein angemessener Zeitpunkt für den Abschied, damit ein neuer Pfarrer die neue Gemeinde aufbauen kann. Nach den bisherigen Planungen werden die Brüder im Sommer 2020, also in einem knappen Jahr, St. Ludwig verlassen. Der Erzbischof wurde über diese Entscheidung informiert. Bis zu diesem Abschied ist somit noch fast ein Jahr Zeit, so dass alle damit anfallenden Fragen gut und in Ruhe abgesprochen und geplant werden können.
Nun, wer den, was der Gründer der niederen Brüder eigentlich bezweckte, untreu geworden ist, braucht sich im Grunde nicht wundern, wenn es so kommt, wie es gekommen ist.
Denn, und dies nur am Rande gefragt, ist nie jemanden aufgefallen, dass fast jede Ordensgemeinschaft in Deutschland, die im protestantischen Raum wirkt, früher oder später ( wenn sie sich nicht an ihre eigentlichen Ordensregeln …More
Nun, wer den, was der Gründer der niederen Brüder eigentlich bezweckte, untreu geworden ist, braucht sich im Grunde nicht wundern, wenn es so kommt, wie es gekommen ist.
Denn, und dies nur am Rande gefragt, ist nie jemanden aufgefallen, dass fast jede Ordensgemeinschaft in Deutschland, die im protestantischen Raum wirkt, früher oder später ( wenn sie sich nicht an ihre eigentlichen Ordensregeln halten ) zu einer verweltlichten, protestantischen Gemeinschaft verkommt ?
Denn verzeiht, aber da sind die Benediktiner im hohen Norden nicht besser! Denn dort werden schon seit Jahren glaubenstreue Katholiken, die ihnen sagen, dass sie frisch, fröhlich, frei in ihren Aussagen gegen die lehre der Kirche verstoßen oder gegen die Dogmen, gebeten die Veranstaltung zu verlassen.
Die Franziskaner in Berlin haben einen kleinen Konvent in Pankow, der seit Jahrzehnten eine der größten Suppenküchen Deutschlands, eine Kleiderkammer und medizinische Betreuung für Arme und Obdachlose betreibt. Zudem werden in diesem "Kloster" die jungen Brüder in den Orden eingeführt. Das Problem ist eine in den letzten Jahren stark zurückgegangene spirituelle Ausstrahlung. Es fehlen Leute, wie …More
Die Franziskaner in Berlin haben einen kleinen Konvent in Pankow, der seit Jahrzehnten eine der größten Suppenküchen Deutschlands, eine Kleiderkammer und medizinische Betreuung für Arme und Obdachlose betreibt. Zudem werden in diesem "Kloster" die jungen Brüder in den Orden eingeführt. Das Problem ist eine in den letzten Jahren stark zurückgegangene spirituelle Ausstrahlung. Es fehlen Leute, wie damals Schwester Monika, mit starker geistlicher Autorität, gepaart mit großer Bescheidenheit und Demut. Das Ordenskleid z.B. wird von den Brüdern kaum noch getragen.
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Es sind so viele strenggläubige, Katholische Flüchtlinge nach Deutschland gekommen,

kein Abt war in den letzten 4 Jahren,

konservative, strenggläubige katholische Flüchtlinge

als Postulanten in das Kloster zu holen.
niclaas
In gutbürgerlicher Lage haben die Franziskaner versucht mit der Zeit zu gehen, deshalb war es mit den Chancen der City-Präsenz nie so weit her. Gestartet wurde mit einem frisch sanierten Kirchengebäude in schmucker Parkumgebung, aber die Wohlfühlpastoral brachte kaum jemanden vor der Weihnachtskrippe auf die Knie …
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Vielleicht findet sich ja jetzt ein szeniger Pfarrer, der den Laden im von Ihnen genannten Sinne der Wohlfühlpastoral weiterführt.
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Seit einigen Jahren wurde Berlin tatsächlich in einer positiven Weise bereichert, nämlich durch:
Institut St. Philipp Neri! Es lohnt sich dieses zu googeln.
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@Alexander VI. Okay, aber das Institut führt, trotz recht guter Gottesdienstbesucherzahlen, ein Nischendasein und teilt sich die traditionellen Gläubigen mit der Piusbruderschaft und Pro-Missa-Tridentina.
@Marie M. Das ist wohl richtig, Berlin hat ja auch eine ordentliche Anzahl katholische Einwohner, natürlich nix zu den Moslems, aber grundsätzlich führt die Tradition ja sowieso ein Nischen Dasein, ist eher Tradi-light, man will es sich mit der Konzilskirche ja nicht verkacken.
@Alexander VI. Berlin hat ja auch eine ordentliche Anzahl katholische Einwohner. 9% finde ich jetzt nicht gerade ordentlich, wenn man zudem sieht, dass die meisten davon aus dem Ausland kommen und ihren ganz eigenen Katholizismus praktizieren.
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Bibiana
Bin ganz beruhigt, dass nun Polen in die Bresche springen!
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Nach den Augustinern in St. Rita nun die Franziskaner in St. Ludwig, aus ähnlichen Gründen. Die katholische Kirche in Berlin verkommt immer mehr zur Bedeutungslosigkeit. Sie wird ohnehin fast nur noch von Katholiken aus dem Ausland, vor allem aus Polen, getragen.
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Was soll man dazu sagen ? Man ist es ja schon fast gewöhnt, das Kirchen und Klöster geschlossen und zweckentfremdet werden. Als Christ muss es einem Bange werden, da werden immer mehr große Moscheen gebaut, wie in der Bischofsstadt Köln und eine Moschee übertrifft die andere mit ihrem Schmuck und Ausstattung ! Es ist gut dass Jesus die Versicherung gegeben hat : .. die Pforten der Hölle werden …More
Was soll man dazu sagen ? Man ist es ja schon fast gewöhnt, das Kirchen und Klöster geschlossen und zweckentfremdet werden. Als Christ muss es einem Bange werden, da werden immer mehr große Moscheen gebaut, wie in der Bischofsstadt Köln und eine Moschee übertrifft die andere mit ihrem Schmuck und Ausstattung ! Es ist gut dass Jesus die Versicherung gegeben hat : .. die Pforten der Hölle werden die Kirche nicht überwältigen ..! Das ist unser Trost !
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