Predigt von Pfarrer Maximilian Pühringer zum heutigen Sonntag, 4.9.2022

Predigt Hl. Ägidius, 23. Sonntag im Jahreskreis, 4.9.2022
Perikopen: Weish 9,13-19 Lk 14,25-33
Liebe Brüder und Schwestern im gemeinsamen Glauben!
Jedes Haus, jedes Gebäude, braucht, um errichtet werden zu können, einen Bauplan. Auch unsere Kirche, die dem heiligen Ägidius geweiht ist, den wir an diesem Sonntag feiern, brauchte einen Plan. Dieser ist im Pfarrarchiv aufbewahrt und ich habe ihn mir vor kurzem angeschaut. Und da möchte ich am Kirtag die Frage stellen, welchen Plan von Kirche haben wir bzw. welchen Plan hat die Kirche für uns, damit auch heute durch uns Menschen Kirche gebaut wird. In der Lesung aus dem Buch der Weisheit war vom Plan Gottes die Rede, und dass er oft schwer zu erkennen ist. Aber es geht auch hier um unser Bemühen die Pläne Gottes lesen zu lernen. Doch was lesen wir im Plan der Kirche? Was braucht es da? Erstens: Plan für die Kirche zu allen Zeiten ist das Evangelium. Es gibt keine bessere, und zeitlos gültigere Botschaft, als das Evangelium. Es ist die Botschaft von Jesus und über Jesus. Es ist wörtlich übersetzt die gute Botschaft, weil sie unser Leben immer wieder in die gute und richtige Richtung bringt. So müssen wir das Evangelium immer wieder hören, nicht als passive Zuhörer, sondern so, als ob wir mittendrinnen wären, als ob wir leibhaft miterleben dürfen, wie der Herr spricht und seine Zeichen und Wunder wirkt. Im Evangelium, dürfen wir lernen, was der Herr von uns will und wie er uns will. Wir dürfen vom Evangelium leben, was wir verstanden haben, und sei es manchmal noch so wenig. Grundbotschaft des Evangeliums, gerade des heutigen ist, dass wir mit der Nachfolge ernst machen, dass wir manches im Leben relativieren, dass wir planen unsere Kräfte für das Reich Gottes in der Welt einsetzen, und dass wir auch das Kreuz, das immer wieder im Leben daherkommt annehmen. Wo Menschen vom Evangelium leben, entsteht Kirche. Zweitens: Plan für die Kirche zu allen Zeiten ist, dass Menschen sich von Gott berührt wissen. Es geht hier um unsere innere Berührbarkeit, und ob wir vom Geheimnis Gottes, tatsächlich betroffen sind. Der verstorbene Innsbrucker Altbischof Reinhold Stecher, hat das in einem seiner Bücher festgehalten. Er berichtet von einer Firmung, die er in einer Einrichtung für schwerstbehinderte Kinder, gespendet hat. Aufgrund der Wahrnehmungsfähigkeit der Kinder, tat er sich schwer mit der Vorbereitung der Predigt. Wie sollte er die Kinder in ihrer Erfahrungswelt berühren? Als vor der Firmung, die Predigt an der Reihe war, hat er statt der vorbereiteten Predigt, folgende Worte gesagt: ,,Liebe Kinder! Die Mama und der Papa und die Geschwister und die Tante haben euch lieb. Und die Schwestern haben euch lieb. Sie wollen euch zeigen, dass sie euch gern haben. Dann streicheln sie euch über den Kopf, die Haare und die Wangen, so wie ich das jetzt beim Rudolf und bei der Anita mache. Und bei der heiligen Firmung, streichelt euch der liebe Gott, weil er euch lieb hat. Wenn ich also mit diesem heiligen Öl ein Kreuzerl auf die Stirn mache, streichelt euch der liebe Gott.“ Es war Bischof Stechers kürzeste Predigt, aber sie hat das Wesentliche herübergebracht, dass Gott uns berührt, er uns streichelt, und, dass wir uns von ihm innerlich berühren lassen. Bischof Stecher durfte erfahren, dass seine Predigt angekommen ist. Als er einem Buben, der Spastiker war, das Kreuz auf die Stirn gezeichnet hat, war in dessen sonst verzerrten Gesicht ein Lächeln, und er brachte mühsam das Wort ,,Streicheln“ hervor. Aus seinem Mund tropfte etwas Speichel auf den Festtagsanzug, das die Mutter mit einem Taschentuch abgewischt hat, und das sie dann selber gebraucht hat, um die eigenen Tränen abzutrocknen. Beide waren von Gott, vom Glauben berührt, und haben sich mit den einfachen Worten Bischof Stechers, von ihm gestreichelt gefühlt. Ein Streicheln, das bis heute durch unsere manchmal so gehandicapte Welt geht. Kirche ist Raum der Berührung durch Gott, verdichtet geschieht das in den Sakramenten, deren Wert uns neu bewusst werden darf und soll. Drittens: Plan für die Kirche ist, dass Menschen Bereitschaft haben etwas zu tun. Es geht um die Bereitschaft jedes einzelnen, etwas zu tun, sich einzubringen, sich selber ändern und wandeln zu lassen. Mutter Theresa wurde einmal von einem Journalisten gefragt, wer oder was sich in der Kirche ändern müsse. Ihre Antwort lautete: „Sie und ich.“ Stellen wir uns die Gewissensfrage, wie es mit unserer persönlichen Bereitschaft aussieht und ob durch uns Kirche entstehen kann, wie damals durch den Einsatz des heiligen Ägidius.
Liebe Brüder und Schwestern!
Es ist wichtig, dass wir einen Plan haben und ihn umsetzten. Plan für die Kirche zu allen Zeiten ist das Evangelium, das Berührt-Werden vom Geheimnis Gottes und unsere Bereitschaft. So kann durch uns Kirche entstehen. Amen.
Sonia Chrisye shares this
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Diese Predigt zum Gedenktag des Hl. Ägidius möchte ich allen Gloria-Nachfolgern widmen, die auf der Suche nach dem Plan Gottes für Ihr Leben sind und alle Geburtstagskinder grüßen , wann immer Sie geboren wurden .More
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Diese Predigt zum Gedenktag des Hl. Ägidius möchte ich allen Gloria-Nachfolgern widmen, die auf der Suche nach dem Plan Gottes für Ihr Leben sind und alle Geburtstagskinder grüßen , wann immer Sie geboren wurden .
Elista
Lieber @RupertvonSalzburg
Ich gratuliere Ihnen herzlich zu Ihrem Geburtstag und wünsche Ihnennalles Gute, viel Gesundheit, Freude und Gottes Segen
🎂🍰☕🌻🌼🌺🌹🍹🍨