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Predigt von Pfarrer Maximilian Pühringer zum Fest der Erscheinung des Herrn

Predigt Erscheinung des Herrn, 6.1.2021,
Perikopen: Jes 60,1-6 Mt 2,1-2-2
Liebe Brüder und Schwestern im gemeinsamen Glauben!
Vor zwei Wochen haben wir Weihnachten gefeiert und daran gedacht, dass sich Gott in diese Welt herein bewegt hat. Weihnachten ist das Fest der Bewegung Gottes zur Welt hin. Und heute, am Fest der Erscheinung des Herrn, feiern wir das Ganze nochmals, aber von der anderen Seite. Heute bewegen sich Menschen in Richtung des göttlichen Kindes in der Krippe. Die Sterndeuter sind Menschen, die sich zu Gott bewegen. Und wir können fragen, was waren das für Menschen? Könige waren es nicht. Das wurde ihnen erst durch eine mittelalterliche Tradition zugeschrieben. Auch die Anzahl, dass es drei waren, ist nicht gesichert, sondern wurde von der Dreizahl der gebrachten Geschenke, abgeleitet. Das Evangelium spricht, wenn man es genau übersetzt, von Magiern. Dabei könnte es sich um Astrologen gehandelt haben, die Sterne erforschten und Träume deuteten. Doch vielmehr werden es Menschen gewesen sein, die auf der Suche nach etwas Größerem im Leben waren. Sie stehen für ,,all jene Menschen, die Gott mit lauterem Herzen suchen“, wie wir in einem Hochgebet beten. Es waren Menschen, die vom Bewusstsein getragen waren, dass der Mensch fähig ist, Gott im Leben zu finden. Und unter solche Menschen dürfen wir uns auch zählen, wir dürfen Gottsucher und hoffentlich auch Gottfinder sein. Mir wird das jedesmal bewusst, wenn ich im Stundengebet der Kirche den Psalm 63 bete, der an jedem 1.Sonntag und an den Festtagen vorgesehen ist. Da heißt es: ,,Gott, du mein Gott, dich suche ich.“ Wir Menschen haben die Gottfähigkeit in unsrer religiösen DNA. Und so dürfen auch wir Menschen sein, die doch von der Vision des Aufbruches getragen sind, wie es die Magier im Evangelium waren. Es war der Stern, der ihnen den Weg gewiesen hat. Es wurde viel darüber spekuliert, was es mit diesem Stern auf sich haben könnte. Auch viele wissenschaftliche Erklärungen. Der Astronom Johannes Keppler meinte, dass es sich um eine Supernova handelte. Das ist ein Stern, der gewöhnlich schwaches Licht ausstrahlt, aber dann durch eine gewaltige innere Explosion riesige Strahlkraft bekommt. All diese Dinge sind interessant, aber wir dürfen mit den Weisen die Botschaft des Sternes noch anders verstehen, mit einem Vergleich aus unserer Zeit. Es gibt heute sehr viel künstliches Licht, am Land vielleicht etwas weniger als in den Städten. Uns ist es de facto möglich, die Nacht zum Tag zu machen. Das hat gerade in den Städten zur Folge, dass es nur mehr wenig Sterne gibt. So kann man fragen: Leben wir in einer Zeit, in der der Himmel verdeckt ist, in der die Spuren des Schöpfers nicht mehr so wahrgenommen werden können, weil sich viel Technisches, und künstlich Angefertigtes vor die Schöpfung geschoben hat. So wichtig viele Dinge sind, die wir künstlich herstellen können, Beziehungen, ob zu Gott oder zum Nächsten, sind vielleicht für kurze Zeit künstlich absicherbar, aber eine echte Beziehung lässt sich dauerhaft nicht künstlich leben. Es hat sich viel Künstlichkeit in unser Leben geschoben. Der Verlust des Nachthimmels in unseren hell erleuchteten Städten ist so etwas wie der Verlust des Himmels überhaupt. Dann grenzen wir die Welt ein auf unseren kleinen, diesseitigen Horizont. Und so glaube ich, dass dieser Stern, dem die Weisen gefolgt sind, uns helfen kann, das eigene Leben zu befragen, wo es denn hier etwas gibt, das ich künstlich vor mir aufgebaut habe. Etwas, das letztlich eine Grenze ist zwischen mir und den Menschen. Nicht künstlich sollen wir leben, sondern natürlich und immer mit dem Blick auf das Übernatürliche. Es ist Stern der Sehnsucht, der die Sterndeuter damals aufbrechen ließ. Es ist der Stern, der heute kirchlich sozialisierte auch viele andere suchende Menschen, der uns den Glaubensweg gehen lässt. Es ist der Stern, der suchende und fragende Menschen weiter suchen lässt, damit wir nicht mit vorschnellen Antworten dieser Welt zufrieden sind.
Liebe Brüder und Schwestern!
Weihnachten ist eine Sternstunde für die Menschen. Das heutige Fest sagt uns, dass wir Menschen Sternstunden haben können, im Leben und im Glauben. Bewegen wir uns immer wieder zu diesem Gott. Lassen wir uns vom Licht des Sterns leiten, weg von den Künstlichkeiten, hin zu einer echten Natürlichkeit, dann wird es uns hoffentlich auch öfters so gehen, wie diesen Gottsuchern im Evangelium, die, als sie das Kind fanden mit großer Freude erfüllt wurden. Amen
RupertvonSalzburg
Sehr guter Bericht zu einem Eucharistischen Wunder: youtube.com/watch?v=zywt-9jX_tU