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Wer kennt die schwere Last eines Papstes!

Papst Gregor XVI. schrieb über seine Sorgen in der Enzyklika Mirari vos, wie schwer der Kampf gegen den katholischen Glauben und gegen die Kirche schon zu seiner Zeit entbrannt war.Nach diesen seinen Worten kann man sich vorstellen, wie der Boden bereitet wurde, dass heute ein unaussprechlicher Abfall vom katholischen Glauben möglich wurde.

Daher ist jeder Einzelne gerufen, über seine Möglichkeiten der Wiederbelebung der Religion in Familie, Staat und Gesellschaft nachzudenken und zu beten, dass Gott ihn zu diesem Zwecke einsetze.

Papst Gregor XVI.:

"...Ihr wisst aber nur zu gut, durch welchen Sturm von Übeln und Kümmernissen Wir gleich in den ersten Augenblicken Unseres Hirtenamtes auf eine so wild und hoch bewegte See geworfen wurden, dass Wir in ihr durch die böswillige Verschwörung der Gottlosen zugrunde gegangen wären, wenn nicht Gottes Hand Uns kraftvoll gerettet hätte. Es widerstrebt dem Geist, durch beklagende Aufzählungen so vieler Schläge alten Schmerz neu aufzuwühlen. Viel lieber danken Wir dem Vater allen Trostes, der alle Anstürme niederschlug und Uns aus gegenwärtiger Gefahr befreite, der den so heftigen Sturm stillte und Uns wieder frei von Furcht aufatmen ließ. Wir haben Uns gleich vorgenommen, sofort mit Euch gemeinsam zu beraten, wie Wir Israels Wunden heilen können. Aber die ungeheure Last von Sorgen, die Uns in der Wiederaufrichtung der öffentlichen Ordnung bedrückte, hat die Ausführung Unseres Willens verzögert.

II. Die Sorgen des Papstes angesichts des Niederganges der kirchlichen Gesinnung

2 Inzwischen kam ein neuer Grund des Schweigens hinzu, nämlich die Zügellosigkeit der Aufrührer, welche die Zeichen des Kampfes wieder bis in Unsere Nähe zu tragen wagten. Wir mussten schließlich die Hartnäckigkeit dieser Menschen, deren zügellose Wut durch die langandauernde Straflosigkeit und die Nachsicht Unserer langmütigen Güte nicht besänftigt, sondern eher gesteigert wurde, mit der Rute strafend zähmen.[2] Wir taten es kraft der Uns von Gott verliehenen obrigkeitlichen Gewalt, freilich mit großem inneren Schmerz. Daraus könnt Ihr schließen, in welchem Maße Unsere tägliche Sorgenlast zunahm.

3 Aber nachdem Wir nach Sitte und Recht Unserer Vorgänger in feierlicher Form den Pontifikat in der Lateranbasilika angetreten haben - was Wir aus ebendenselben Gründen verschoben hatten -, möchten Wir nicht länger zögern, sondern Uns unverzüglich an Euch, ehrwürdige Brüder, wenden. Zum Zeugnis Unserer wohlwollenden Gesinnung Euch gegenüber senden Wir Euch ein Schreiben an diesem freudvollen Tag, an dem wir den Triumph der in den Himmel aufgenommenen seligsten Jungfrau festlich feiern. Wir haben sie inmitten größter Bedrängnisse als Schützerin und Helferin erkannt. Sie möge Uns auch jetzt, da Wir Euch schreiben, fürbittend zur Seite stehen und Unsern Geist mit ihrem himmlischen Beistand zu jenen Ratschlüssen führen, die dem christlichen Volke in der wirksamsten Weise das Heil zu bringen vermögen.

4 Trauernd und mit niedergedrücktem Gemüt kommen Wir zu Euch, die Wir, ob Eures Eifers für den Glauben, in großer Sorge wissen. Denn arg ist die Zeit für den Glauben. In Wahrheit dürften Wir sagen, dass "jetzt die Stunde für die Mächte der Finsternis sei, um die Kinder der Auserwählung zu sieben wie den Weizen".[3] "Wahrlich, es trauerte die Erde, und sie zerfloss in Tränen ... geschändet von ihren Bewohnern, da sie die Gesetze überschritten, das Recht beugten, das ewige Bündnis zerbrachen".[4]

5 Wir sprechen von Dingen, ehrwürdige Brüder, die Ihr mit eigenen Augen seht und die Wir gemeinsam beweinen. Unrecht, sich unverschämt gebärdende Wissenschaft, zügellose Freiheit feiern freche Siege. Verachtet wird die Heiligkeit gottgeweihter Dinge; die Hoheit der Gottesverehrung, die sonst so große Macht und so großen Einfluss besitzt, wird von nichtswürdigen Menschen geschmäht, geschändet, verhöhnt. Daher wird die rechte Lehre verdreht, und Irrtümer aller Art werden dreist verbreitet. Nichts ist sicher vor der Frechheit jener Leute, deren Mund nur Unrecht spricht: nicht Gesetze heiliger Dinge, nicht Rechte, nicht Einrichtungen, nicht uraltheiligste Gebote. In übler Weise ist Gegenstand der Anfeindung dieser des heiligen Petrus Bischofssitz in Rom, in den Christus den Grund seiner Kirche legte. Die Bande der Einheit werden von Tag zu Tag mehr gelockert und zerschnitten. Die göttliche Rechtshoheit der Kirche wird bekämpft, und nachdem man ihre Rechte gebrochen, wird sie irdischem Willkürrecht unterworfen; nachdem man sie in schmähliche Knechtschaft gebunden, wird sie in größter Ungerechtigkeit dem Hasse der Völker preisgegeben. Der den Bischöfen schuldige Gehorsam wird gekündigt, ihre Rechte werden mit Füßen getreten. In erschreckender Weise vernimmt man auf Hoch- und Mittelschulen das Echo von neuen ungeheuerlichen Irrtümern, durch die der katholische Glaube nicht mehr nur insgeheim und hinterrücks angegriffen, sondern auch offen und laut in schaudererregender und verwerflicher Weise angefeindet wird. Durch bestimmte Schulordnungen und durch das schlechte Beispiel der Lehrer wurde der Geist der Jugend verdorben, und so nahmen der Niedergang des Glaubens und die Verderbnis der Sitten in ungeheurem und erschreckendem Maße zu. In der Folge entledigte man sich ganz des Zügels des heiligen Glaubens, durch den die Reiche bestehen und jede Herrschaft ihre Kraft und Stärke erhält. Und jetzt sehen Wir den Untergang der öffentlichen Ordnung, den Verlust der Autorität, den Umsturz jeder gesetzlichen Macht näher und näher rücken. Diese Flut von Übeln ist in erster Linie der Verschwörerarbeit jener geheimen Gesellschaften zuzuschreiben, in die wie in einen Schmutzkanal alles zusammenströmte, was je in den Irrlehren und verderblichsten Sekten gottesräuberisch und gotteslästerlich war..."
alfredus
Mißstände gab es immer wieder in der Kirche, das war zur Zeit als Maria in La Salette erschien, auch so ...! Aber die Außmaße der Gottlosigkeit war, verglichen mit heute, wo die Sünde offen und schamlos praktiziert wird, war wohl eher klein. Das Volk hat gebetet, aber damals wie heute, trägt der Klerus die Hauptschuld, denn gutes Leben, wenig Gebet und Luxus, lassen schnell vergessen, wie man …More
Mißstände gab es immer wieder in der Kirche, das war zur Zeit als Maria in La Salette erschien, auch so ...! Aber die Außmaße der Gottlosigkeit war, verglichen mit heute, wo die Sünde offen und schamlos praktiziert wird, war wohl eher klein. Das Volk hat gebetet, aber damals wie heute, trägt der Klerus die Hauptschuld, denn gutes Leben, wenig Gebet und Luxus, lassen schnell vergessen, wie man als Geistlicher seine Berufung treu und als Glaubenszeuge zu leben hat ! Deshalb ist es nicht richtig zu sagen, das war schon immer so. Die Zeit von heute gleicht der Zeit von Sodom und Gomora ... !
Salzburger
Noch schlimmer - damals war man gegenüber SEINen Geboten gleichgültig, heute macht man sich selbst zum Göttlein...
gennen
Der Herr, unser Gott kann uns nur noch aus diesem Dilemma helfen. Möge er bald kommen, damit nicht noch mehr Seelen verloren gehen an den Wirren dieser Zeit.
B-A-S
Zur Einordnung des Pontifikats von Papst Gregor XVI. in die Neuzeit darf erwähnt werden, dass dieser Papst vom 2. Februar 1831 bis zu seinem Tod am 1. Juni 1846 - also nach der französischen Revolution von 1789 bis 1799 - wirkte.

Seine Enzyklika Mirari vos über Äußerungen zu den Verwirrungen in Kirche und Staat wurde am 15. August 1832 veröffentlicht.
Eugenia-Sarto
Danke!
sedisvakanz
@Eugenia-Sarto, @B-A-S , @gennen
Die "Errungenschaften" der französischen Revolution sind ja nun in den Grundgesetzen verankert. 😫
Die allermeisten Kleriker sind darüber erfreut. 😱
Der Teufel hat jetzt bis auf einige Wenige, die ganze Amtskirche eingesackt.

Was heute allerdings gesetzlich erlaubt ist, gefordert wird und unter Strafe steht(!), das hätten sich nicht einmal die Jakobiner in …More
@Eugenia-Sarto, @B-A-S , @gennen
Die "Errungenschaften" der französischen Revolution sind ja nun in den Grundgesetzen verankert. 😫
Die allermeisten Kleriker sind darüber erfreut. 😱
Der Teufel hat jetzt bis auf einige Wenige, die ganze Amtskirche eingesackt.

Was heute allerdings gesetzlich erlaubt ist, gefordert wird und unter Strafe steht(!), das hätten sich nicht einmal die Jakobiner in ihren schlimmsten Alpträumen träumen lassen.
In Wahrheit ist es jetzt so unendlich viel schlimmer und perverser als zur Zeit der Jakobiner!
Recht auf Abtreibung, Ehe für alle , LGBT.... und staatliche Verfolgung und Bestrafung derer, die da nicht mitmachen und das ablehnen.
Das sind dann die Hater und Diskriminierer!

Das wäre noch nichts für die Jakobiner gewesen - die hatten noch ein Restgefühl für Anstand.
Es ist das Ende.
Salzburger
Mich tröstet die VorStellung, dass die furchtbar "vernünftigen" abbes des XVIII. JahrHunderts (VorFahren von PapaRatzi abwärts) - vor 300 Jahren waren zeitweilig z.B. (fast) alle anglikanischen PseudoBischöfe FreiMaurer - sich mit "unserem" GrossStadt-Müll werden abgeben müssen...
Wahrlich ein Grund, um um AufNahme ins FegeFeuer zu betteln...
Eugenia-Sarto
So schlimm war es schon in der Gesellschaft der damaligen Zeit. In der Kirche selbst herrschte noch der Glaube, aber das Eindringen von glaubenswidrigem Gedankengut und Nachlassen der Ehrfurcht war schon innerhalb der Kirche vorhanden.
CollarUri
Der Titel ist wahr. Hier bräuchte man jetzt das Smiley mit dem Figürchen, das niederkniet. Aber man kann ja auch im realen Leben niederknien.