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Petrusbruderschaft verliert nach fast 18 Jahren Gastrecht in Wiener Kapuzinerkirche

Fast 18 Jahre lang feierte die Priesterbruderschaft St. Petrus in Wien jeden Tag die Alte Messe in der Kapuzinerkirche. Jetzt muss die Bruderschaft die Kirche als Gottesdienststätte räumen. Das gab das Wiener Priorat in ihrem Rundbrief bekannt.

Die Wiener Kapuzinerkirche liegt in der Innenstadt nur fünf Minuten vom Stephansdom entfernt. Die Bruderschaft zelebrierte dort werktags am Seitenaltar und Sonntags am Hochaltar. Die Messen der Kapuziner im Neuen Ritus wurden nicht gestört. Die Gründe für den Hinauswurf sind nicht bekannt.

Ab dem Weißen Sonntag, dem 3. April, zelebriert die Bruderschaft die Alte Messe in der Schutzengelkirche (Paulanerkirche) an der Wiedner Hauptstraße. Die Bruderschaft dankt dem Pfarrer der Schutzengelkirche für die Aufnahme.
wongbay
@Radieschen Ich habe in meinem Leben sogar gotische Dome gesehen, aus denen der Geist von Jahrhunderten geflohen ist und sich in einer umgebauten Werkstätte niedergelassen hat. (Das ist kein Aufruf zum Streit!!)
Rückkehr-Ökumene
Es war einmal ein Rauhaardackel, ein verwegener Bursche, der sich nicht scheute, in den Fuchsbau einzudringen und dort den Kampf aufzunehmen. Gewiss, er trug Blessuren davon, die Ohren waren zum Teil durchlöchert, aber das hinderte den wackeren Dackel nicht daran, das nächste Mal wieder den Kampf aufzunehmen.

Doch dann entschied sich der Hundezüchter den Jagdtrieb herauszuzüchten, weil seine …More
Es war einmal ein Rauhaardackel, ein verwegener Bursche, der sich nicht scheute, in den Fuchsbau einzudringen und dort den Kampf aufzunehmen. Gewiss, er trug Blessuren davon, die Ohren waren zum Teil durchlöchert, aber das hinderte den wackeren Dackel nicht daran, das nächste Mal wieder den Kampf aufzunehmen.

Doch dann entschied sich der Hundezüchter den Jagdtrieb herauszuzüchten, weil seine Kunden ein friedliches Tier haben wollten, und nach langer Zeit sahen die Nachkommen des alten Kämpfer zwar noch so aus wie dieser, aber den Jagdtrieb hatten sie fast völlig verloren.

Man verzeihe mir den Vergleich – aber der Prozess, der sich im Generalhaus der Piusbruderschaft immer mehr vollzieht, ist nicht unähnlich dem Wandel in dieser Dackelzucht.

Einst griff man direkt den Modernismus, der mit dem Zweiten Vatikanum in den Innenraum der Kirche eingebrochen war, an, und zwar richtete sich die Kritik auf das moderne Rom.

Das Mitteilungsblatt der Bruderschaft und andere Publikationen derselben legten von diesem Kampfgeist Zeugnis ab.

Man denke etwa an die scharfen Angriffe gegen den Novus Ordo, den Erzbischof Lefebvre als Satans Meisterstück bezeichnete. Und HH Pater Schmidberger schrieb im Mitteilungsblatt April 2000 „Soll man an der neuen Liturgie teilnehmen? Die Antwort darauf ist ein eindeutiges Nein. Hat man keine andere Möglichkeit, so bete man zu Hause die Meßgebete und empfange geistigerweise die heilige Kommunion.

Die Katholiken Japans haben über zwei Jahrhunderte lang in völliger Isolation, ohne Priester und Meßopfer, den Glauben bewahrt, während die Gläubigen, die heute regelmäßig an der neuen Liturgie teilnehmen, langsam aber sicher eine protestantische Mentalität annehmen und so den Glauben verlieren.“[1]

Oder man denke an die Schrift der Piusbruderschaft: „Vom Ökumenismus zur lautlosen Apostasie aus dem Jahre 2004, die an die Hierarchie gerichtet worden war.

Langsam aber stetig wurde dieser Kampfgeist zurückgefahren und vielleicht ist HH Pater Niclas Pfluger die trebende Kraft in dieser Richtung.

Das Mitteilungsblatt erscheint heute mit Hochglanzpapier und vielen Buntbildern von Subdiakonats-Diakonats und Priesterweihen u.s.w. So fand ein langsamer Umerziehungsprozess statt, den die meisten Gläubigen offenbar nicht bemerkten. Nicht nur dem Generalhaus, sondern auch einem Teil der Priester und offenbar der Mehrzahl der Gläubigen kam so der Kampfgeist abhanden.

Meine Überzeugung dazu, die ich hiermit dem Generalhaus gegenüber vorbringe lautet:

Das Hochglanzpapier und die bunten Fotos sind zwar imposant, aber ich würde gerne darauf verzichten, wenn der alte Kampfgeist zurückkehren würde. Gerne könnt ihr wieder auf Umweltpapier mit einfachem schwarz-weiß-Druck publizieren, ich brauche die bunten Bilder auf Hochglanzpapier nicht, aber kehrt bitte zurück zum Kampfgeist früherer Zeiten.

Seid nicht weiter leisetreterisch, um einem Abkommen keinen Stein in den Weg zu legen, das euch in den Modernismus führen wird.

Vielleicht wird man mir vonseiten des Generalhauses einwenden: Aber wir sagen doch nach wie vor das Richtige und wir machen auch noch das Richtige. Dann antworte ich: Das macht auch die Petrusbruderschaft, aber das reicht nicht! Zum Wahrheitsstandpunkt gehört die Verurteilung der Irrtümer, was die Kirche durch alle christlichen Jahrhunderte praktiziert hat, in diesem Fall die Irrtümer des modernen Roms, und in dieser entscheidenden Hinsicht seid ihr, Gott sei es geklagt, zu Leisetretern geworden.

Der zu befürchtende Prozess lässt sich an der Petrusbruderschaft ablesen:

Als sie sich seinerzeit Rom unterstellte, brachte sie vor, dass sie doch gewisse Bedenken habe gegen das Konzil und die Neue Messe habe. Sie wurden integriert und bald schon hörte man nichts mehr von jenen Bedenken. Wie ich hörte erkennt die Priesterbruderschaft inzwischen den Novus Ordo nicht nur als einen gültigen Ritus, sondern auch als einen würdigen Ritus an, das ist der Preis, den sie dafür zahlt, dass sie in „vollkommener Einheit mit dem modernen Rom“ lebt.

Sie ist nur noch die nostalgische Variante des Katholischseins neben der modernistischen Variante, welch ein Trauerspiel!

Das wird auch das Schicksal der Piusbruderschaft sein, wenn sie sich integrieren lässt. Dieses Elend könnte sie wohl vermeiden, wenn sie dieses Rom wieder frontal angreifen würde. Aber die Leisetreterei des Generalhauses ist geradezu eine Einladung an Franziskus, ihr einen kanonischen Status aufzuprägen, der sie strangulieren wird.

Wie sagte doch Pfarrer Milch in Bezug auf das moderne Rom: „Unsere Position ist die des gottgewollten Abseits“. Generalhaus: Höre es dir zur Warnung an!

[1] Mitteilungsblatt der Priesterbruderschaft St. Pius X., April 2000 S. 35.
Tesa
Die Alte Messe in Wien wird in der Paulanerkirche nahtlos weitergehen. Etwas abgelegen, aber eine schöne richtige (Pfarr)kirche.
Radieschen
Sehr traurig. Der Standort war mehr als ideal. Aber man wird sich gewöhnen. Die neue Kirche ist nicht schlecht. Der Herr hat gleich gesorgt.

@wongbay
Dann wären sie jetzt in einer umgebauten Werkstatt. Die Wiener Räumlichkeiten der FSSPX sind mehr als unattraktiv und fern davon als Kirche bezeichnet werden zu können. Da ist schon mancher wieder gegangen. Immer dieselben Hiebe von Eurer Ecke. …More
Sehr traurig. Der Standort war mehr als ideal. Aber man wird sich gewöhnen. Die neue Kirche ist nicht schlecht. Der Herr hat gleich gesorgt.

@wongbay
Dann wären sie jetzt in einer umgebauten Werkstatt. Die Wiener Räumlichkeiten der FSSPX sind mehr als unattraktiv und fern davon als Kirche bezeichnet werden zu können. Da ist schon mancher wieder gegangen. Immer dieselben Hiebe von Eurer Ecke. Dass Ihr so nötig habt, Euren Standpunkt immerzu zu rechtfertigen....
HerzMariae
Hier ist der ganze - gelungene - Text des Wiener Petrusbruderschafts-Priorats: sankt-leopold.at
wongbay
Das ist das Los derer, die abhängig leben wollen. Dabei hätten sie es in der Hand gehabt, ihre eigene Kirche zu bauen und auf alles Entgegenkommen zu pfeifen. Ganz genau gesagt wären sie besser aufgehoben dort, wo ihr Anfang gelegen war. Bei den Pius-Brüdern.
R2D2
Liebe Leute, bitte regt euch nicht schon wieder auf! Ja, es stimmt, dass die Petrusbruderschaft die Kapuzinerkirche verlassen muss, aber gleichzeitig können sie dankbar sein, dass sie -so wie man hört- ohne weitere Probleme in der Paulanerkirche (eine gewöhnliche Pfarre der ED Wien) aufgenommen wurde. Die offizielle Begründung der Kapuziner lautet "Renovierung". Was auch immer die internen …More
Liebe Leute, bitte regt euch nicht schon wieder auf! Ja, es stimmt, dass die Petrusbruderschaft die Kapuzinerkirche verlassen muss, aber gleichzeitig können sie dankbar sein, dass sie -so wie man hört- ohne weitere Probleme in der Paulanerkirche (eine gewöhnliche Pfarre der ED Wien) aufgenommen wurde. Die offizielle Begründung der Kapuziner lautet "Renovierung". Was auch immer die internen Gründe sein mögen...
Beten wir lieber dafür, dass die Bruderschaft möglichst lange eine neue Heimat in der Paulanerkirche findet.
DrMartinBachmaier
Mit einem Wort: Schneewittchen.
HerzMariae
Eine bekannte aus Wien munkelt, dass die Kapuziner das Gefühl hatten, ihre Kirche "verloren" zu haben. Man habe die Wiener Kapuzinerkirche immer mehr als Ort der Petrusbruderschaft gesehen und gekannt.
cyprian
Weiter unten wird Bezug auf die Verrichtung der Totengebete der drei großen Religionen genommen (im Zusammenhang mit Otto von Habsburg's Tod): wenn ich mich recht erinnere, habe ich mal gelesen, dass das in der k&k-Monarchie beim Ableben von öffentlichen Persönlichkeiten üblich war, eben weil die Bevölkerung der k&k-Monarchie aus Katholiken, Juden und Muselmanen bestand.
DrMartinBachmaier
Bei dieser Gelegenheit: Meinen Artikel über die "Kaiserhymne auf Latein":
www.deutschland.world/…/die-kaiserhymne…
ist zwar noch nicht fertig, aber der lateinische Text steht. Fehlt vor allem die Erklärung, inwieweit ich die Reichskleinodien eingebaut habe, die übrigens gemäß der Reichsverfassung Karls IV. nicht in Wien, sondern in Nürnberg aufbewahrt werden müssen. Die Übersetzung hier:

Der …More
Bei dieser Gelegenheit: Meinen Artikel über die "Kaiserhymne auf Latein":
www.deutschland.world/…/die-kaiserhymne…
ist zwar noch nicht fertig, aber der lateinische Text steht. Fehlt vor allem die Erklärung, inwieweit ich die Reichskleinodien eingebaut habe, die übrigens gemäß der Reichsverfassung Karls IV. nicht in Wien, sondern in Nürnberg aufbewahrt werden müssen. Die Übersetzung hier:

Der geweihte Kaiser
werde gestützt von Gott!
Es herrsche jener Vereiniger
der Stämme mit geweihtem Hirtenstab!
Durch die Gnade des Kreuzes erhöht,
im Besitze eines flammenden Schwertes,
gedeihe er beglückt von den Gewissenhaften!
Große Mutter, hilf!

Die Große Mutter nimmt natürlich Bezug auf die Habsburger Wallfahrt zur Magna Mater Austriae nach Mariazell, wo Kaiser Karl IX. auch geheiratet hat.
speedy207
das ist sehr traurig 🙏
cyprian
Was noch interessant wäre: ob die Wiener Petrusbrüder sich in ihrem Rundbrief auch noch für die 18 Jahre "Gastrecht" bei den Kapuzinern bedankt haben.
Tina 13
Ohoo
Iacobus
Der Fluch des Fidenzio Volpi....
a.t.m
@Rückkehr-Ökumene ich muss sie enttäuschen, die FSSPX unter den Generaloberen Bischof Fellay und der gesamte Generalrat hat in den letzten Jahren mehr als einmal bewiesen das sie nicht bereit ist, auch nur einen Nanometer von dem Abzuweichen was im Sinne Gottes unseres Herrn und seiner Einen, Heiligen, Katholischen und Apostolischen Kirche ist. Dies haben besonders die Verhandlungen mit Rom …More
@Rückkehr-Ökumene ich muss sie enttäuschen, die FSSPX unter den Generaloberen Bischof Fellay und der gesamte Generalrat hat in den letzten Jahren mehr als einmal bewiesen das sie nicht bereit ist, auch nur einen Nanometer von dem Abzuweichen was im Sinne Gottes unseres Herrn und seiner Einen, Heiligen, Katholischen und Apostolischen Kirche ist. Dies haben besonders die Verhandlungen mit Rom unter Papst Benedikt XVI gezeigt. Aber klar die Unkenrufer im Sinne Williamson wollen etwas anderes Vorgaukeln um die FSSPX zu spalten. Und die FSSPX redet wehr wohl Klartext zu den Vorkommnissen und Ereignissen in Rom, aber auch das wohlen die Unkenrufer nicht wahrnehmen.

Gottes und Mariens Segen auf allen Wegen
Rückkehr-Ökumene
In Richard Wagners Oper: "Der Fliegende Holländer" singt der Jägerbursche Erik an einer Stelle zur Senta gewandt: "Hör' dir's zur Warnung an".
Diese Worte möchte ich anlässlich dieser Meldung an die Priesterbruderschaft St. Pius X. weitergeben. Wer sich, in welcher Form auch immer, an das moderne Rom bindet, der wird zum Bittsteller und ist der Willkür der Modernisten ausgeliefert.
Die Priesterbr…More
In Richard Wagners Oper: "Der Fliegende Holländer" singt der Jägerbursche Erik an einer Stelle zur Senta gewandt: "Hör' dir's zur Warnung an".
Diese Worte möchte ich anlässlich dieser Meldung an die Priesterbruderschaft St. Pius X. weitergeben. Wer sich, in welcher Form auch immer, an das moderne Rom bindet, der wird zum Bittsteller und ist der Willkür der Modernisten ausgeliefert.
Die Priesterbruderschaft St. Pius X. sollte Rom gegenüber Klartext reden, so wie in früheren Zeiten. Dann wird das Gespenst, einer "unilateralen Lösung", d.h., dass der Papst plane, wie ein hochrangiger Vertreter der Bruderschaft einer Gläubigen sagte, der Bruderschaft einen kanonischen Status aufzuprägen, vermutlich schnell verschwinden.
Sollte sie sich aber weiter so zahm zeigen, wie es seit längerer Zeit leider der Fall ist, dann ist dieses Gebaren geradezu eine Einladung für Franziskus ihr einen solchen Status aufzudrängen, den sie später sehr bereuen wird.
MEMRA
Platz machen für die Muselmanen.
a.t.m
Und warum verliert die FSSP dieses "Gastrecht" wohl ja doch nur deshalb weil diese niemals als Teil der "Erzdiözese" anerkannt oder erkannt wurde, denn nur jemand der nicht als Teil der Familie angesehen wird, kann Gast sein. Nur fragt man sich wer ist nun Teil und Glied der Einen, Heiligen, Katholischen und Apostolischen Kirche Gottes unseres Herrn, die Erzdiözese Wien oder die FSSP?????
Außerd…More
Und warum verliert die FSSP dieses "Gastrecht" wohl ja doch nur deshalb weil diese niemals als Teil der "Erzdiözese" anerkannt oder erkannt wurde, denn nur jemand der nicht als Teil der Familie angesehen wird, kann Gast sein. Nur fragt man sich wer ist nun Teil und Glied der Einen, Heiligen, Katholischen und Apostolischen Kirche Gottes unseres Herrn, die Erzdiözese Wien oder die FSSP?????
Außerdem frage ich mich nun, wie geht es weiter mit der Kapuzinerkirche, wird diese auch an eine Nicht Katholische Glaubensgemeinschaft verschenkt, soll aus ihr eine Moschee oder ein anderer Götzentempel werden, um die gewünschte "Allerlösungseinheitsreligion" voranzutreiben????

Gottes und Mariens Segen auf allen Wegen
Anemone
Mögen die heiligen Schutzengel die Petrusbrüder schützen! 🙏