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Bericht über Kriegsverluste: Deutsche haben absichtlich keine Rüstungsbetriebe, sondern zivile Gebäude bombardiert

12.09.2022 20:35

Ihr Konzept sei es gewesen, das Landschaftsbild polnischer Städte samt Denkmälern zu zerstören, um sie später deutschen Städten anzupassen, so Professor Mieczysław Prystupa, Experte für Immobilienbewertung und Mitverfasser des Berichts über polnische Kriegsverluste.

Die Bundesregierung in Berlin lehnt jegliche Reparationsforderungen ab. Für sie ist die Frage mit dem Zwei-plus-Vier-Vertrag über die außenpolitischen Aspekte der deutschen Einheit abgeschlossen. PAP/NAC

Hätten die Deutschen den Krieg im Osten gewonnen, hätten sie mit der Zerstörung polnischer Städte begonnen. Polen würde dadurch nicht nur seine Bevölkerung und Eliten, sondern auch sein Aussehen verlieren. Ihr Konzept sei es gewesen, das Landschaftsbild polnischer Städte samt Denkmälern zu zerstören, um sie später deutschen Städten anzupassen.

Die polnische Industrie wurde in mehreren Phasen zerstört, erklärt der Professor des Weiteren. "Bereits vor dem Krieg war ein Plan ausgearbeitet worden. Es handelte sich nicht um eine chaotische Zerstörung und zufällige Plünderung, sondern um ein Projekt, das konsequent und mit Absicht durchgeführt wurde. Bereits in den 1930er Jahren wurde das industrielle Potenzial Polens analysiert", so der Experte im Gespräch mit der polnischen Nachrichtenagentur PAP.

Polens Verluste durch militärische Aktionen seien relativ gering gewesen. Die Deutschen hätten andere Ziele verfolgt. Entgegen der Haager Konvention habe das Dritte Reich eroberte Länder gezwungen, ihren Eroberungszug materiell zu unterstützen. "Der polnische Bauer musste Kontingente für die deutsche Wehrmacht liefern, die die Sowjetunion unterwarf. Die polnische Industrie produzierte hauptsächlich für die Besatzungsmächte. Hans Frank sagte sogar einmal, dass ein Drittel der von den Deutschen während des Krieges verwendeten Munition im Generalgouvernement hergestellt wurde", so Przystupa.

Auch in anderen besetzten Ländern habe die Industrie für die Deutschen gearbeitet. Dort hätten die Deutschen aber nicht versucht, die Landschaft zu verändern. Geht es nach dem Professor seien deshalb die Verluste auf polnischem Boden unvergleichlich größer als in anderen eroberten europäischen Ländern gewesen. Auch die Arbeiter seien unterschiedlich behandelt worden. Gegen Polen sei man besonders brutal vorgegangen. Seine Bewohner sollten zu deutschen Sklaven gemacht werden, sagt Przystupa gegenüber PAP.

"Am erschreckendsten waren für mich die Dekrete des damaligen Reichspräsidenten Hermann Göring, praktisch ganz Polen zu beschlagnahmen: Staatsmonopole, Industriebetriebe usw.. Alles Eigentum, das sich im Besitz von Privatunternehmen und der Staatskasse befand".

Die deutschen Besatzer hätten auch den Abbau von Kohle, die Plünderung der Wälder und die Produktion in polnischen Industrieanlagen auf ein Maximum gesteigert. "Schon zu Beginn des Krieges, in den Jahren 1939 und 1940, wurden sie in die Rüstungsindustrie des Dritten Reiches eingegliedert und in den nächsten Jahren bis zum Äußersten ausgebeutet".

Die größte Herausforderung für das Expertenteam, das die Verluste Polens während der deutschen Besatzung untersucht hat, habe darin bestanden, die Verluste nur für die Fläche zu schätzen, die sowohl vor dem Krieg als auch heute innerhalb der Grenzen der Republik Polen liegt, d. h. für etwa 53,5 Prozent des einstigen Polens. Man habe den Wert von beispielsweise Immobilien aus der Besatzungszeit nach dem Zustand vor der Zerstörung und nach den damals geltenden Preisen und nicht nach dem Marktwert geschätzt. "Dies führte natürlich zu etwas niedrigeren Werten, aber wir wollten unsere Schätzungen so zuverlässig wie möglich machen", so der Experte für Immobilienbewertung und Mitverfasser des Berichts über polnische Kriegsverluste gegenüber PAP.
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Die deutschen Besatzer hätten auch den Abbau von Kohle, die Plünderung der Wälder und die Produktion in polnischen Industrieanlagen auf ein Maximum gesteigert. "Schon zu Beginn des Krieges, in den Jahren 1939 und 1940, wurden sie in die Rüstungsindustrie des Dritten Reiches eingegliedert und in den nächsten Jahren bis zum Äußersten ausgebeutet".
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"Am erschreckendsten waren für mich die Dekrete des damaligen Reichspräsidenten Hermann Göring, praktisch ganz Polen zu beschlagnahmen: Staatsmonopole, Industriebetriebe usw.. Alles Eigentum, das sich im Besitz von Privatunternehmen und der Staatskasse befand".