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„Du sollst den Herrn, deinen Gott, lieben mit ganzem Herzen“

Hl. Basilius (um 330-379)

Mönch und Bischof von Caesarea in Kappadozien, Kirchenlehrer
Große Mönchsregel, Q 2 (trad. © Evangelizo)

„Du sollst den Herrn, deinen Gott, lieben mit ganzem Herzen“

Wir haben von Gott die natürliche Neigung empfangen, das zu tun, was er befiehlt, und können uns also nicht auflehnen, als ob er von uns etwas ganz und gar Ungewöhnliches verlangen würde, noch stolz sein, so als ob wir mehr erbrächten als uns gegeben wurde […] Da wir von Gott das Gebot der Liebe empfingen, hatten wir auch von Anfang an die natürliche Fähigkeit zu lieben. Nicht von außen wurde sie an uns herangetragen. Jeder kann es an sich selbst erkennen: Wir streben von Natur aus nach dem, was schön ist […] Ohne dass man es uns beibringen müsste, lieben wir diejenigen, die durch Blut oder Bund mit uns verwandt sind; und wir bezeigen schließlich auch gerne unseren Wohltätern unser Wohlwollen. Was ist bewundernswerter als die Schönheit Gottes? […] Welches Verlangen ist so glühend wie der Durst, den Gott in einer geläuterten Seele bewirkt, wenn sie in echtem Angerührtsein ruft: „Ich bin krank vor Liebe“ (Hld 2,5) […] Diese Schönheit ist für die Augen des Leibes unsichtbar, nur Seele und Geist können sie erfassen. Jedes Mal, wenn sie die Heiligen erleuchtet hat, hat sie in ihnen den Stachel einer großen Sehnsucht hinterlassen, so dass sie riefen: „Weh mir, dass ich als Fremder hier wohnen muss“ (vgl. Ps 120(119),5); „wann darf ich kommen und Gottes Antlitz schauen?“ (Ps 42(41),3); „ich sehne mich danach, aufzubrechen und bei Christus zu sein“ (Phil 1,23) und „meine Seele dürstet nach Gott, nach dem lebendigen Gott“ (Ps 42(41),3). So strecken sich die Menschen von Natur aus nach dem Schönen aus. Was aber gut ist, ist auch überaus liebenswert. Gott ist gut; alles sucht das Gute; also sucht alles Gott […] Wenn die Liebe der Kinder zu ihren Eltern ein natürliches Gefühl ist, das sich sowohl im Instinkt der Tiere äußert als auch in der Veranlagung der Menschen, die Mutter von klein auf zu lieben, dann sollten wir nicht weniger gescheit sein als Kinder und auch nicht dümmer als wilde Tiere: Verharren wir also vor Gott, der uns geschaffen hat, nicht lieblos, wie Fremde. Auch wenn wir nicht durch seine Güte gelernt haben, was er ist, sollten wir ihn doch schon allein aus dem Grund, dass wir von ihm geschaffen wurden, über alles lieben und an seinem Gedenken festhalten, wie Kinder an dem ihrer Mutter.

Hl. Basilius (um 330-379), Mönch und Bischof von Caesarea in Kappadozien, Kirchenlehrer

Der heilige Basilius grüßt Maria
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