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Heilwasser
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Spirituelle Engstirnigkeit aufgeben

Spirituelle Engstirnigkeit aufgeben

Am Anfang im Glaubensleben sieht man nur schwarz
und weiß, die beiden Pole gut und böse, und man ten-
diert dazu, alles diesen beiden Polen zuzuordnen, ohne
zu bemerken, dass es dazwischen noch viele Nuancen
gibt, auf die es auch noch ankommen könnte. Das kann
einerseits zu extremem Denken oder Skrupulantentum
verleiten, andererseits auch dazu zu denken, der wahre
Glaube bedeute eine unerträgliche Last, weil man alles
nur im Ideal sieht, von dem man sich weit entfernt er-
kennt.

Die befreiende Nachricht ist die: wir dürfen und sollen
uns von dieser spirituellen Engstirnigkeit lösen, die nur
über Erfahrung im geistlichen Leben überwunden wird,
denn sie wird uns nicht das rechte Maß bringen. Wenn
wir die Nuancen auf der Skala der unerschöpflich guten
und tugendhaften Möglichkeiten noch nicht erkennen,
könnte es sein, dass wir z.B. den Wert eines nötigen
Kompromisses nicht verstehen oder auch die Notwen-
digkeit, in manchen Dingen sein Ego und seine Meinung
zurückzunehmen, weil es gar nicht gut ist, seinen Willen
in jeder Situation durchzusetzen, weil der Wille des
anderen, mit dem man konfrontiert ist, genauso seine
Berechtigung haben kann und berücksichtigt werden
muss, um Harmonie, Frieden und Einheit zu wahren.

Und dieses Zurücknehmen ist dann das Opfer, das man
gerne bringen muss. Die Hingabe an den Willen Gottes
bedeutet zwar, selbst den bestmöglichen Weg zu gehen,
doch das ist nicht so zu verstehen, dass man sich eine
ideale Schablone zurechtlegt, die man immer und überall
anderen überstülpt. Das Ideale ist nicht das Durchsetzen
um jeden Preis und weil man es ja besser weiß, sondern
die Klugheit und zur Klugheit gehören nunmal so Hand-
lungsweisen wie zurückstecken können, Willensverzicht,
sofern es die Tugend erfordert, nachgeben, nicht nach-
träglich sein, als Erster um Verzeihung bitten, Opfer
der Entsagung verschiedenster Art und natürlich die
rechte Kunst der Kompromissbereitschaft, was keine
faulen Kompromisse meint.

Jetzt fragt sich vielleicht jemand: ist denn der Kompromiss
nicht Ausdruck von Schwäche oder sogar ein Stück Glau-
bensabfall im Kleinen? Nein, vom Glauben rückt man ja
nicht ab, wenn man einen nötigen und erlaubten Willens-
verzicht um der Einheit willen übt! Es sollte einfach eine
Bereitschaft nachzugeben vorhanden sein. Man muss natür-
lich klug abwägen, wie weit man hier gehen darf und wo
die Grenze des Guten überschritten wird. Freilich darf
man bei überzeugten Glaubenseinstellungen keine
Kompromisse machen, aber es gibt Möglichkeiten,
wie man dem anderen bei gewissen Aufmerksamkeiten
auch mal entgegenkommen kann.

Und wie das alles geht, lehrt die Liebe, denn sie macht
erfinderisch. Wenn die Gnade zunimmt, ist der Geist
Gottes selbst der Lehrer, der unser Denken und Handeln
flexibel macht. Wo man anfangs nur schwarz und weiß
sah, sieht man plötzlich eine Bandbreite an guten Möglich-
keiten und auch die verschiedenen Gefahren. Wer die
Eckpunkte festhält, lernt auf der Orgel der Nuancen zu
spielen. Das Herz wird sich weiten und man wird nicht
mehr nur nach dem Buchstaben urteilen, sondern vor
allem nach dem Verständnis dessen Ausschau halten,
was der Nächste mir sagen wollte.

Lassen wir unser Herz weiten, denn die Zukunft wird
voller himmlischer mystischer Eingriffe sein und die
wird es erfordern!


Weite dein Herz und bleib bei deinem JA für JESUS!

Heilwasser
Weite dein Herz 😍, denn die Zukunft wird es erfordern!
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