Waldgaenger
564

"Kleine Schule der Gottesliebe"

"1. Alles Gute als persönliches Geschenk von Gott dankbar entgegennehmen und ihm oft dafür danken.
2. Alles, was wir tun, für Gott tun, als unser Geschenk für ihn unsern frohen Dienst.
3. In allem, was uns begegnet, Gottes Willen zu erkennen suchen; es als Aufgabe betrachten, die Gott uns stellt, und sie nach seinen Absichten zu lösen trachten. Ein tiefes Verlangen haben, Gottes Willen immer mehr zu erkennen und zu tun.
4. Sich dem Willen Gottes bedingungslos und unabänderlich hingeben.
5. Schlicht und selbstverständlich immer das wählen, was Gott mehr gefällt und was uns inniger mit ihm vereinigt.
6. Die Augen für die andern offen halten, helfen, teilen, Freude machen, für andere beten;
die Gelegenheiten Gutes zu tun, gern benützen; Gottes Liebe in die Welt tragen.
7. Unangenehme Dinge, die zu tun sich jemand finden muß, sogleich übernehmen, um sie andern zu ersparen.
8. Alle Widerwärtigkeiten als Gelegenheiten zur Selbstüberwindung bereitwillig, geduldig und liebevoll als Gottes Zulassung entgegennehmen und für Gott ertragen.
9. Sich der Führung Gottes vollkommen anvertrauen.
10. Aus ganzen Herzen daran glauben, daß Gott immer mit unendlicher Liebe tätig ist, um uns durch die äußeren Ereignisse des Lebens und durch die innere Führung seiner Gnade mehr und mehr an sich zu ziehen.
11. Beharrlich über viele Jahre hin Gott bitten, daß er unser Leben so lenke, wie es ihn am meisten verherrlicht.

All das geschieht im Lebensraum des Glaubens und der Kirche. Bibel und Predigt, Liturgie und Empfang der heiligen Kommunion, Bußsakrament, Einkehrtage und Exerzitien, Bewährung in Familie, Beruf und Apostolat, in der Pfarrgemeinde und darüber hinaus, diese Dinge sind Quellgrund und Lebensbereich für das Wachsen in der Liebe zu Gott."

[ Entnommen aus dem Buch "Das geistliche Gespräch" von Klemens Tillmann, 1956 ]