Zeitgenössische Kunst in der Kirche?

Die Vat.2 Konzilskirche kann das goldene Leuchten in den katholischen Kirchenräumen nicht mehr erkennen. Es ist wie ein überall unsichtbarer aber wahrnehmbarer Heiligenschein, der die gesamte Kirche von innen heraus erstrahlen lässt. Das Licht kommt aus dem Himmel. Zwar ist jede katholische Kirche für alle sichtbar, aber nur die Kinder Gottes, die durch die Einwohnung des Heiligen Geistes in ihrer Seele im Reich Gottes leben, erkennen, dass die Kirchengebäude, wie die gesamte Schöpfung, vom goldenen Licht der Liebe des Herrn durchflutet und definiert wird. In diesem Licht (siehe die christliche Lichtmystik und die gotischen Glasfenster) ist der Wille Gottes bzgl. Seiner Schöpfungsordnung eingeschrieben (Glasfaserkabel beruhen auf dem Prinzip von Information im Licht). Das göttliche Licht des Himmels beinhaltet eine entschiedene Verneinung jeglicher Unzucht.

Die Weltmenschen, ohne Gott in ihrer Seele, erkennen nur die Materie. Sie sehen kein Licht. Sie sehen nur Macht und Herrschaft. Obwohl sie unablässig behaupten, dass sie immer noch katholisch seien, beweisen sie durch den NOM und ihre Bereitschaft, die Unzucht zu segnen, dass sie das göttliche Licht nicht mehr kennen. Weder der Heilige Geist noch das Reich Gottes ist in ihnen (vgl. Lk 17,21, „entos humon estin“ bedeutet gleichzeitig, „in euch ist“, und „mitten unter euch ist“, weil die Kinder Gottes im Reich Gottes immer zusammen sind; kein Eremit ist je allein oder einsam, weil er immer in Gemeinschaft mit dem gesamten Himmel ist. DAS IST WAHR!!!).

Nein, die Konzilskirche kennt das unsichtbare goldene Licht des Himmels und der Wahrheit nicht. Sie ersetzt es vor allem durch mitmenschlichen Spaß in der Hippie Jungschar der noch Suchenden. Oh, wie sind sie alle lieb! Aber es nützt nichts. Ein cooler Kleriker kann zwar eine kurzfristige Begeisterung erzeugen, z.B. durch eine Fernsehunterhaltungsshow, aber langfristig ist auch er nur ein Produkt, das die modernen Selbstvergötzer konsumieren und nach Gebrauch wegwerfen.

Intelligentere Konzilsschlauberger suchen deshalb ihr Heil in der Kunst. Vor allem die Jesuiten, ein Orden des neuzeitlichen Mentalismus, jagen entsprechend händeringend nach der je verbliebenen Wahrheit. Es ist für sie ein unerträgliches Taboo, diese in der mittelalterlichen Ontologie wiederzufinden. Es würde ihren spirituellen Hochmut in Bezug auf die „dummen“ traditionellen Orden zu sehr in Frage stellen. Sie denken wie Joseph II. Sie sind Aufklärer. Die Kunst kommt da gerade recht.

Gott, die Wahrheit, hat die Kunst ausdrücklich in der Ihm feindlichen Welt eingerichtet, um auch den Menschen, die Ihn ablehnen, einen wahren Spiegel vorzuhalten. In der Kunst erkennt sich der Mensch, wie er wahrhaftig ist. Mit der Kirche hat das nichts zu tun. Die Kunst zeigt jedem Menschen, wer er ist, jenseits jeder Ideologie, Schönfärberei oder Propaganda.

In einer säkularen Welt, die das goldene Licht des Heiligen im Erhabenen (vgl. Pries, Christine, Hg., Das Erhabene) oder im Schönen, Wahren und Guten nicht mehr erkennen kann, wird die Kunst bald gebrochen, entartet und schwierig (vgl. Rosenkranz, Karl, Die Ästhetik des Häßlichen) sein. Umso furchtbarer die Kunst wird, umso mehr zeigt sie dem säkularen Menschen seine verruchte und der Hölle geweihte Seele (vgl. Wilde, Oscar, Das Bildnis des Dorian Gray). In dem göttlichen Spiegel der Wahrheit gibt es nur noch schlechte Kunst für schlechte Menschen. Übrigens, die himmlische Armee trägt Kampfanzüge, in denen eine Art dieses Spiegels eingebaut ist. Die Feinde sehen in diesem ihren eigenen Hass. Schon der Anblick ihres Spiegelbildes treibt sie in den Wahnsinn.

(Später spielen die Kampftruppen ohne ihre Kampfanzüge rein und unschuldig Fußball vor der Muttergottes, während sich die Gegner im Irrenhaus ihrer eigenen Bosheit verlieren. Dazu später mehr.)

Zurück zu den erfindungsreichen Jesuiten auf der Suche nach Wahrheit. Das goldene Licht, das Unsichtbare, das Übernatürliche ist für sie Aberglaube. Sie glauben nur noch modern. Wahrheit gibt es in der säkularen Moderne nur noch in der Kunst (s.o.). Die Kirche, die ohne mystischen Heiligen Geist ist, wird zu einer Idee des Guten und der Humanität. Aus dieser Perspektive wird Wahrheit zu einer Berufung zur Selbsttranszendenz in sich ständig verändernden Lebenssituationen (Karl Rahner). Der „gute“ Mensch wird zum Ziel. Die Kirche Gottes wird zu einer Kirche der Menschen.

Die Jesuiten versuchen diese verlogene Konzilsweltanschauung mit Hilfe der Wahrheit der Kunst zu beweisen. Sie errichten die Kunststation St. Peter in Köln:

Kunst-Station Sankt Peter Köln | Sankt Peter Köln

Ich schätze P. Mennekes, S.J. sehr. Er ist integer. Er hat gezeigt, dass es eben nicht funktioniert, zeitgenössische Kunst in einer Kirche auszustellen, obwohl die Jesuiten genau das Gegenteil beweisen wollten und wollen. Wir sind ihm sehr dankbar dafür. Heutige Künstler, wenn sie nicht gerade am Hungertuch nagen, werden es nicht mögen, ihre Werke in einer Kirche auszustellen. Es passt nicht. Ein paar Ausnahmen gibt es wie immer. Künstler müssen authentisch und kontextabhängig arbeiten. Für den säkularen Zeitgeist gehört die Kirche nicht dazu. Die zeitgenössische Kunst ist durch und durch gottlos. Was soll eine solche Kunst der Menschen, wenn sie wahr ist, in einer Kirche Gottes?

Die Jesuiten, wie die gesamte Konzilskirche, sind der Auffassung, dass die Kirche ein heiliger Mantel oder Schutzraum ist, unter dem sich im Überlebenskampf befindliche Menschen versammeln. Die zeitgenössische Kunst, die ihre innerweltliche Wahrheit zum Ausdruck bringt, repräsentiert genau diese Menschen, die, sich selbst transzendierend, auf der Suche nach ihrer eigenen Identität sind. Die Kirche (die alte Architektur), als Konzilskirche ohne göttliches Licht weil ohne Heiligen Geist (s.o.), umarmt den suchenden Menschen (sein modernes Kunstwerk), den Träger der Wahrheit. So sehen das die mentalistischen Jesuiten. Es funktioniert nur nicht.

Die Umarmung der „geschundenen“ Menschheit durch die so liebevollen Jesuiten bleibt diesbezüglich unwirksam. Das Kirchengebäude ist eben nicht leer, in das jeder Mensch seinen konkreten Haufen hineinmachen kann. Es ist voll von unsichtbarem goldenem Licht. Da passt zeitgenössische Kunst nicht hinein, weil diese per se als im besten Fall ein Spiegel der Wahrheit für den außergöttlichen, außerkirchlichen Bereich ist. Sie ist für die Weltmenschen. Die säkularen, selbstverliebten Menschen erkennen sich in ihrer Kunst, auch in ihren ekelhaften selbst verliebten Haufen. Sie haben die objektive Wahrheit Gottes, aber nur in Bezug zu sich selbst. Das reicht ihnen. Da beweihräuchern sie sich schon als spirituell. Die Banalität der diesjährigen Biennale oder Documenta fällt da gar nicht mehr auf.
Ursula Sankt
Dann lieber das