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Manipuliere Deinen Nächsten wie Dich selbst

Gerne erinnere ich mich an ein Wortspiel konservativer Altvorderer, die zu meiner Schulzeit angesichts der Schwemme von Sozialpädagogen und ähnlicher Studienprovenienzen meinten: "Die tun ja nichts." Ein folgenschwerer Irrtum.

Sie sind es heute, die gesellschaftspolitisch alles das durchsetzen, was Konservativen wehtut. Sie überrollen geradezu die völlig Wehrlosen, die ihnen so gar nichts wirksam entgegenzusetzen haben. Weil sie gar nicht wissen, was da wirkt. Andere wissen es. @Kirchfahrter Archangelus war so freundlich, darauf aufmerksam zu machen: Die Deutsche Regierung, als ein Beispiel dafür, nutzt einen ganzen Stab an Manipulatoren verschiedener Fachrichtungen einschlägiger moderner Wissenschaft. "Wirksam regieren" nennt sich dieses Tun, und als eine Art Bürgerinitiative verbrämt, verkauft man es erstaunlich offen dem deutschen Volke: bundesregierung.de/breg-de/themen/wirksam-regieren/arbeitsweise

Ich zitiere aus Kirchfahrters Kommentar dazu, weil es so wichtig und bemerkenswert ist: >>Tätig sind dort - betont harmlos - „Implementationsexperten und Wissenschaftler verschiedener Disziplinen wie Psychologie, Bildungsforschung, Wirtschafts- und Rechtswissenschaften“. Und die „entwickeln mit empirischen Methoden Lösungen“ und testen diese „unter realistischen Bedingungen“<

Und sie tun etwas, nach dem ersten Gebot der Politik: Manipuliere Deinen Nächsten wie Dich selbst!

Es ist tatsächlich so: Vor der Manipulation der Nächsten (und selbstredend im Grunde Fernerer) steht die Manipulation des Selbst - die Lebenslüge, der Selbstbetrug. Es hat Gründe, wenn Menschen nicht bei sich selbst bleiben können. Und es hat Gründe, warum Christus uns selbst will - ganz persönlich. Er lehrt uns vor allem eines: Bei uns selbst anzufangen - und dem Nächsten gut zu sein. Nicht zu manipulieren, sondern zu lieben.

Wir sind selbst da und wir stehen nicht auf der Seite der Macht. Wozu überhaupt Macht, wozu überhaupt Manipulation? In der Seele des Menschen dient gerade die Macht im Letzten genau wieder dem eigenen Selbstbetrug. Anstatt sich in Liebe der Wahrheit zu nähern, sucht man den Anderen zu manipulieren, die eigene Sicht zu übernehmen. Spieglein Spieglein an der Wand, wer hat Recht im zarten Seelenland?

Ökonomen kennen den Versuch von mächtigen Marktteilnehmern, Kosten abzuwälzen, zu externalisieren wie sie es zutreffend nennen. Das gibt es auch psychologisch. Darum suchen lieblose Seelen die Macht: Nur, um nicht sich selbst zu sehen. Nur, um die eigene Sünde nicht zu erkennen. Nur, um der eigenen Qual zu entgehen, suchen sie mit Macht alles andere zu ändern.

Sie richten dabei enormen Schaden an. Und bleiben doch auf sich selbst verworfen in einem zunehmend matt werdenden Spiegel. Wenn dieser irdische Spiegel einst hinweggenommen wird, steht die Seele nackt da und muss erneut erschrecken. Sie kann nur froh sein, wenn sie das läuternde Fegefeuer umlodert. Doch sie können auch heute schon umkehren und sich selbst klarer sehen - diese Zumutung des Himmels für unser Heil, bei uns selbst anzufangen.

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Bild nach einer Idee von Philipp Schmid: schmid-philipp.com/manipulieren-die-wichtigste-faehigkeit-im-leben/
Salzburger
Ich denke da daran, wie nett der liberale KulturProtestantimus des XIX. (und somit auch dessen Karikatur, die KonzilsKirche) das evangelische DoppelGebot zusammengefaßt hat: "Du sollst Dich im Nächsten als Deinem Gott selbst über alles lieben"...
Kirchen-Kater
Sehr interessant!