Clicks1.9K
de.news
17

Es ist ein "Mythos", dass der katholische Westen dem Islam verpflichtet war

Weit verbreitete Behauptungen, wonach das katholische Europa des Mittelaltes sein Wissen über die "islamische Kultur" im 11. bis 12. Jahrhundert erhalten habe sind falsch. Das betont Agostino Nobile auf MarcoTosatti.com (27. Februar).

Die arabische Schrift wurde von christlichen Arabern erfunden. Sie setzten die Tradition der Griechen fort und waren die Architekten der arabischen Wiedergeburt des 10. Jahrhunderts. Christliche Übersetzer bereicherten das technische arabische Lexikon.

Sowohl die Architektur als auch die Naturwissenschaften wurden sowohl in den islamisierten Ländern als auch in den besetzten europäischen Gebieten von Christen und Juden entwickelt und betrieben.

In Spanien entstand der maurische Bogen ein Jahrhundert vor der islamischen Invasion. Die Alhambra in Granada wurde von christlichen und jüdischen Architekten erbaut.

Zwischen dem 17. und 18. Jahrhundert bildete der maronitische Bischof Germânos Farhât ein Team von christlichen Literaten, die die arabische Sprache tiefgehend erneuerten.

Bild: Wikicommons, Cc-By-Sa
Gast
Sehr interessante Informationen! Und irgend wann war die "Kraft" der alten Hochkulturen erschöpft und da mit der Denkweise und Geisteshaltung des Islam keine nennenswerte Weiterentwicklung möglich war, blieben die islamischen Länder im Vergleich zu den westlichen (christlichen) Ländern immer weiter zurück. Das ist jetzt meine persönliche Ansicht.
Theresia Katharina
Gast
Macht fünf Kinder..... Irgendwie traurig, wenn Heidenvölker den Schöpfungsauftrag Gottes mehr erfüllen - wissentlich oder nicht - als so manche christliche. Aber Gottes Wille geschieht.
Heilwasser
Die islamische Kultur kann mit der höchsterhabenen Weisheit des Christentums in keinster Weise verglichen werden. Aber wer ein paar Vergleiche haben möchte ->Wesentliche Unterschiede zwischen Christentum und Islam
Theresia Katharina
Das christliche Europa hat seine Grundlagen 1. von der griechischen Philosphie 2. vom Römischen Recht und 3. vom Christentum!
Vom Islam gar nichts, der hat auch nichts zu bieten!!
Die Leute, die das Gegenteil behaupten, lügen und wollen dem Islam eine kulturelle Rolle in Europa zuschustern!!
Der Islam ist ein Fremdkörper und gehört nicht zum kulturellen Erbe Europa!!
Ischa
Bitte streichen Sie ab sofort Worte wie Giraffe, Elexier, Havarie, Matratze, Alkohol aus Ihrem Sprachgebrauch!
de.wikipedia.org/wiki/Liste_deutscher…
Ischa
Na ja, was wäre denn daran so schlimm? Aristoteles haben die Christen erst durch die arabische Kultur kennengelernt.
Santiago74
Ist das so?
Ischa
Allerdings. Aber das ist mir im Moment gar nicht wichtig. Ich haben einen Link eingestellt, dort kann gegen den synodalen Weg eine Petition unterzeichnet werden. Das ist mit ein grosses Anliegen!
Santiago74
@Ischa (Es geht in diesem Thread aber nicht um den Synodalen Weg.)

"Aristoteles haben die Christen erst durch die arabische Kultur kennengelernt."

Sie irren sich:

"Kultur und Wissenschaft der griechischen Antike wurden im christlichen Europa nicht, wie bisher weithin angenommen, vor allem durch die arabische Vermittlung verbreitet. Zwar setzte im 13. Jahrhundert eine lebhafte Übersetzertätigk…More
@Ischa (Es geht in diesem Thread aber nicht um den Synodalen Weg.)

"Aristoteles haben die Christen erst durch die arabische Kultur kennengelernt."

Sie irren sich:

"Kultur und Wissenschaft der griechischen Antike wurden im christlichen Europa nicht, wie bisher weithin angenommen, vor allem durch die arabische Vermittlung verbreitet. Zwar setzte im 13. Jahrhundert eine lebhafte Übersetzertätigkeit ins Arabische ein, so dass tatsächlich ein breiter Strom der griechischen Wissenschaft auf diesem Wege Eingang in die lateinischsprachige Welt gefunden hat. Das Griechische, die Sprache der Evangelien, behauptete sich jedoch weiterhin. Wichtige Texte wurden von Christen ins Syrische übersetzt; griechische Mönche brachten sie auf der Flucht vor den arabischen Eroberern in den Westen. Schon zu Beginn des 12. Jahrhunderts übertrug ein griechischer Mönch auf dem berühmten Mont Saint-Michel die aristotelische „Politik“ ins Lateinische. Das berühmte Kloster wurde zu einem Zentrum griechischer Philosophie – Jahrzehnte bevor Aristoteles in Toledo aus dem Arabischen übersetzt wurde. Diese Überlieferungsgeschichte stellt Sylvain Gouguenheim pointiert und spannend dar."
Aristoteles auf dem Mont Saint-Michel: Die griechischen Wurzeln des christlichen Abendlandes www.amazon.de/…/353425435X
Oenipontanus
@Ischa @Santiago74

"Aristoteles haben die Christen erst durch die arabische Kultur kennengelernt."

Ein Teil des Corpus Aristotelicum wurde bereits von Boethius in die lateinische Sprache übersetzt (Categoriae, De interpretatione etc.) und war somit der abendländischen Christenheit seit dem 6. Jahrhundert bekannt. Dass bei der etwa ab dem 11. Jahrhundert einsetzenden großen Übersetzungsbeweg…More
@Ischa @Santiago74

"Aristoteles haben die Christen erst durch die arabische Kultur kennengelernt."

Ein Teil des Corpus Aristotelicum wurde bereits von Boethius in die lateinische Sprache übersetzt (Categoriae, De interpretatione etc.) und war somit der abendländischen Christenheit seit dem 6. Jahrhundert bekannt. Dass bei der etwa ab dem 11. Jahrhundert einsetzenden großen Übersetzungsbewegung der restlichen aristotelischen Werke ins Lateinische muslimisch-arabische Versionen als Vorlagen gedient haben, ist unbestritten, nur muss man eben, worauf @Santiago74 hingewiesen hat, dazusagen, dass die muslimischen Gelehrten (von denen sehr viele im Übrigen keine ethnischen Araber waren!) die aristotelischen Werke von syrischen (hauptsächlich nestorianischen) Christen erhalten haben.

Unbestreitbar ist auch, dass muslimische Gelehrte eine überaus wichtige Rolle innerhalb der mittelalterlichen Aristoteleskommentierung gespielt und nachhaltig auf die christliche Scholastik eingewirkt haben. Für alle christlichen Gelehrten ab etwa 1240 war z. B. Averroes einfach nur der Commentator, d. h. der Aristoteleskommentator schlechthin, an dem man nicht vorbeisehen konnte und zwar unabhängig davon, ob man sich dessen Ansichten im Einzelnen anschloss oder auch nicht.
Theresia Katharina
@santiago 74 Nein, das stimmt nicht, was @Ischa sagt! Die griechische Philosophie ist durch gebildete Leute, auch Heilige nach Europa gekommen!! Der heilige Evangelist Lukas war ein Arzt, der Griechisch sprach!! Er ist in Ephesus begraben! Vor allem ist die griechische Philosphie durch die römischen Schriftsteller im Imperium Romanum, das ja ab dem Sieg von Kaiser Konstantin 312 an der …More
@santiago 74 Nein, das stimmt nicht, was @Ischa sagt! Die griechische Philosophie ist durch gebildete Leute, auch Heilige nach Europa gekommen!! Der heilige Evangelist Lukas war ein Arzt, der Griechisch sprach!! Er ist in Ephesus begraben! Vor allem ist die griechische Philosphie durch die römischen Schriftsteller im Imperium Romanum, das ja ab dem Sieg von Kaiser Konstantin 312 an der Milvischen Brücke dann christlich orientiert war, nach Europa gekommen!!
Ischa
Ja, genau. Über den Umweg Britannien und Gallien!
Oenipontanus
@Theresia Katharina @Ischa @Santiago74

Dass der heilige Lukas Arzt war und Griechisch sprach, ist zwar klar, tut aber in unserem Zusammenhang hier nichts zur Sache! Denn hier geht es darum, ob und wenn ja inwiefern das christliche Mittelalter sein Wissen (oder seine Wissenschaft) von der "islamischen Kultur" bekommen hat. Niemand, der sich mit dieser Angelegenheit näher beschäftigt hat, wird …More
@Theresia Katharina @Ischa @Santiago74

Dass der heilige Lukas Arzt war und Griechisch sprach, ist zwar klar, tut aber in unserem Zusammenhang hier nichts zur Sache! Denn hier geht es darum, ob und wenn ja inwiefern das christliche Mittelalter sein Wissen (oder seine Wissenschaft) von der "islamischen Kultur" bekommen hat. Niemand, der sich mit dieser Angelegenheit näher beschäftigt hat, wird einen tiefgreifenden Einfluss leugnen können, ohne dass damit gesagt wäre, das abendländische Christentum habe sein Wissen ausschließlich vom islamischen Kulturkreis erhalten. Eine derartige Behauptung wäre komplett unsinnig!

Ehrlich gesagt verstehe ich nicht ganz, worauf Sie, @Theresia Katharina, hinauswollen. Warum ist es ein Problem, wenn islamische Gelehrte einen wissenschaftlichen Einfluss auf das christliche Abendland ausgeübt haben? Denn dass sie ihn ausgeübt haben, steht außer Zweifel! Das Mittelalter war (in einem guten Sinne des Wortes) sehr liberal, wenn es um Wissensaneignung und -vermehrung ging und das gereicht ihm, wie ich meine, keinesfalls zur Unehre!
Santiago74
@Theresia Katharina
Deswegen hatte ich ihr daraufhin auch sofort widersprochen! Haben Sie meine Replik denn nicht zur Kenntnis genommen?