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Der Hl. Philipp Neri gibt Ratschläge für ein gottgefälliges Gebet

Der Heilige gibt denen, die in der Lage sind zu beten, also nicht durch Krankheit daran gehindert sind, folgende Ratschläge:

1. Wenn ihr betet, so richtet eure Augen nicht zu sehr auf Bilder noch betrachtet sie allzu lange mit Aufmerksamkeit; denn dies gibt Anlass zu vielen Täuschungen durch den bösen Feind.

2. Bittet Gott nicht unbedingt um einen Gunsterweis, außer es ist ein solcher der das Heil eurer Seele betrifft. Um Gesundheit und ähnliche Gunsterweise sollte man stets nur unter der Bedingung bitten, dass es Gott gefalle und zum Besten der Seele sei.

3. Wenn ihr für das Heil einer Seele betet, so nehmt euch ein Beispiel an unserem Heiligen, der in diesem Fall stets ohne alle Bedingungen zu Gott sprach: ,,O Herr, ich bitte dich um diese Seele, ich erflehe sie von dir, o Herr!"

4. Wenn ihr anfangt, Gott um eine Gnade zu bitten, so dürft ihr vom Gebet nicht ablassen, bloß weil Gott die Erhörung scheinbar hinauszögert. Vielmehr müsst ihr gerade durch das Mittel des Gebets euer Ziel zu erreichen versuchen. Wenn zum Beispiel ein Kranker, für den ihr betet, sich zu bessern anfängt, so dürft ihr nicht mit dem Gebet nachlassen. Wie seine Besserung durch das Gebet begann, so muss sie nun auch durch das Gebet vollendet werden.

5. Wenn ein im geistlichen Leben Fortgeschrittener, während er Gott um eine Gnade bittet, große innere Ruhe empfindet, so ist das ein gutes Zeichen. Der Herr hat ihm die erflehte Gnade entweder bereits gewährt oder wird sie in Kürze gewähren.

6. Der nächste Rat ist nicht für alle, sondern nur für diejenigen bestimmt, die lange im Dienst Gottes erprobt sind, er lautet folgendermaßen: Wenn ihr betet, so stellt euch vor, dass ihr große Misshandlungen und Beleidigungen empfangen habt, Schläge, Wunden und dergleichen, und versucht als treue Jünger Christi, euren Beleidigern wahrhaft und mit ganzem Herzen zu verzeihen. Auf diese Weise werdet ihr große Fortschritte im geistlichen Leben machen.

7. Ihr dürft nicht vom Gebet ablassen, wenn ihr von Versuchungen geplagt {erdet, sondern müsst alles mit Geduld ertragen, denn der Herr gewährt manchmal in einem Augenblick. was er sonst in vielen Jahren nicht gewährt.

8. Wenn ihr unter Zerstreuungen leidet und euer Gebet nutzlos erscheint, so harrt dennoch mit dem Gebet fort, so, wie ihr es euch vorgenommen habt. bemüht euch einfach, eure Gedanken allmählich wieder zu sammeln. Wer lies tut, erwirbt sich große Verdienste. Beim Kampf um den Geist des Gebets 'verliert man bestimmt keine Zeit, denn gerade dieser Kampf ist wahres Beten. Dabei soll man stets Akte der Demut verrichten, indem man vor Gott beteuert, lass man aus sich selbst nichts vermag. Die Meinung von P. Manni ist in dieser Hinsicht besonders aufschlussreich. Er sagte: "Im Gebet dürfen wir licht einem geistlichen Genuss nachjagen, sondern müssen einfach versuchen, unsere Leidenschaften zu überwinden, so dass wir stets geduldiger, demütiger und sanftmütiger vom Gebet zurückkehren. Wir müssen den Soldaten nachahmen, welcher in der Schlacht den Sieg sucht und nicht den Genuss."

Der heilige Philipp wünschte, dass man eher mit Freude und Sehnsucht nach Gott vom Gebet aufstehen soll als mit Erschöpfung und Überdruss. Er rät uns, besonders wenn es uns schwer fällt, länger zu beten, den Geist mit Hilfe kurzer Stoßgebete zu Gott zu erheben.
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