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KARDINAL MÜLLER IN MARIA LAACH zu den Themen:

Kinderglaube, Professoren, Judenmission, Pachamama ,Homosexualität.

Kaum jemand wusste, dass S. Em. Kardinal Müller am 4. Nov. 2019 in Maria Laach/Osteifel sein würde. Nur 45 Zuhörer saßen im Vortagssaal, darunter aber bekannte Persönlichkeiten wie der Journalist Martin Lohmann und Exzellenz Bischof Algermissen. Es handelte sich um keine Veranstaltung des Klosters Maria Laach, sondern eine Eventagentur aus Westfalen hatte den Saal gemietet.

Das Gespräch führte der etwas eitle Pater Dr. Nikodemus Schnabel OSB („Wir Akademiker“…).

Der Kardinal berichtete von seiner Jugend, die katholisch geprägt war; mit dem Gebet „Jesus dir leb ich“ habe seine Mutter in ihm die Liebe zum liebenden Gott geweckt. Immer wieder betonte Eminenz Gerhard Müller, früher Universitätsprofessor, dass der einfache Gläubige genauso viel wisse wie die Professoren, die den Kinderglauben entfalten, aber nicht wesentlich übersteigen könnten.

Auf die Frage, wie es zum kirchlichen Traditionsbruch gekommen sei, trat Stille ein. Auf einen Zwischenruf „Das Konzil war der Fehler“, verbot Pater Dr. Schnabel dem älteren Herrn den Mund; den Dialog führe er allein mit dem Kardinal. Sehr unakademisch! Sehr unhöflich und intolerant! Obwohl 15 € zu berappen waren, durfte der zahlende Kunde nur stumm lauschen. Ein Rederecht war nicht mitgekauft! Das Geld galt dem Glaubenszeugnis. Schon an der Kasse hatte einer darum gemäkelt: „Umsonst habt ihr empfangen, umsonst sollt ihr geben“ (Matth 10,8). Davon kann die westfälische Event-Agentur natürlich nichts wissen. Dabei kritisierte Kardinal Müller doch, dass Bistümer sich von weltlichen Consulting-Firmen in wesentlich kirchlichen Dingen Beratung holten.

Der Kardinal ging nicht auf den Zwischenruf und das Zweite Vatikanum ein, ließ sich also zunächst ganz vom Interviewer führen. Auf die Frage nach dem Traditionsbruch antwortete er, unsere Professoren könnten den ganzen katholischen Glauben gut erklären, besäßen die Argumente, doch an ihrem "kalten Eisen" könnten die auszubildenden Religionslehrer nicht das Feuer religiöser Leidenschaft entzünden.

Auch nahm Kardinal Müller auf die Frage des Interviewers hin klar gegen die These Stellung, jemand sei im falschen Körper gelandet. So wie Dietrich Bonhoeffer gesagt habe, man müsse im Gespräch die Nazi-Ideologie entlarven, so müsse man einem solchen Menschen klar machen, dass Gott ihn zwar so liebe, wie er sei, dass man ihm aber auch Unsinn eingeredet habe („im falschen Körper“).

Zur Judenmission gefragt -Pater Dr. Schnabel OSB war Prior in Jerusalem gewesen- betonte Seine Eminenz die gemeinsame Grundlage unseres Glaubens, das Alte Testament, das aber erst durch das Evangelium Jesu Christi vollendet werde. Kardinal Müller stellte sich also nicht gegen die Judenmission.

Die theologischen Ausführungen Seiner Eminenz waren oft Balsam für konservative Herzen! Als Kardinal Müller aber nach der Bedeutung Roms gefragt wurde (es ging ja auch um sein neues Buch „Römische Begegnungen“), fabulierte er über Petrus und Paulus und erbat Geldspenden für den Vatikan.

Nun gab es -welche „Kühnheit“!- einen zweiten „unbotmäßigen“ Zwischenruf: „Der Pachamamakirche zahle ich nichts.“ Als Pater Dr. Schnabel zum zweiten Mal ein Redeverbot für die Zuhörer erteilte, ergänzte der aufgebrachte Mann, es könne doch nicht sein, „dass man Gloria tv lesen muss, um zu erfahren, was Eminenz wirklich denkt.

Jetzt blühte der Kardinal auf, wurde quicklebendig, verglich den Pachamamakult mit einer Verehrung Wotans oder Donars und erläuterte die Missionsmethode des hl. Bonifatius, auch dessen Bildungsangebot damals. Diese Darlegungen freuten Pater Dr. Schnabel ersichtlich nicht!

Pater Dr. Nikodemus Schnabel OSB arbeitet zur Zeit im Auswärtigen Amt Berlin für religiöse Angelegenheiten, war, wie erwähnt, Prior in Jerusalem, hat zusammen mit dem ZDF produziert und den 10. Weltkongress der „Religions for peace“ 2019 in Lindau organisiert; die Fotos von dort zeigen bunte Tracht fremder Völker und Geistliche vieler Religionen.