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Heilwasser
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Ruf in Selbsterniedrigung hinein ist besser als ein eingebildeter Ruf

Ruf in Selbsterniedrigung hinein ist besser als ein
eingebildeter Ruf


Warum ist es eigentlich so wichtig, sich selber nicht
so wichtig zu nehmen? Das heutige Evangelium vom
16. So. n. Pf., Lk 14,1-11, gibt Auskunft: „Denn ein
jeder, der sich selbst erhöht, wird erniedrigt, und wer
sich selbst erniedrigt, wird erhöht werden.“ Das kann
man auch so lesen: wenn einer sich höher einschätzt,
als er vor Gott ist, täuscht er sich und wird zurückge-
stuft werden zu seiner Beschämung, denn das lehrt
uns Jesus mit dem Beispiel der Hochzeitseinladung.
Die Selbstüberschätzung ist Übermut und führt leicht
zum Hochmut und wer sich daran gewöhnt, sieht bald
nichts Schlechtes mehr darin, wenn er andere unter-
drückt und Unterdrücker gibt es heute so viele wie
nie zuvor. Wer sich aber selber niedriger einschätzt,
als er vor Gott dem Richter ist, der beweist, dass er
vom Allmächtigen alles erwartet, von seinen eigenen
Fähigkeiten dagegen nichts. Er weiß zwar, dass er
sich anstrengen muss, doch den Erfolg schenkt alleine
Gottes Wille und Fügung. Der Demütige weiß zwar,
dass er mitwirken durfte, doch selber zuschreiben
tut er es sich nichts. Nur eines darf er wissen: die
Gnade Gottes war mit ihm und die wird ihn erhöhen.

Der eingebildete Ruf und die Selbstüberschätzung sind
in der Tat sehr schädliche Dinge für die Demut und den
rechten Weg, denn wer nach dem Ruf geht, geht nach
der Menschenfurcht und wer nach der Menschenfurcht
geht, geht nicht nach der Gottesfurcht. Diese beiden
widerstreiten nämlich einander. Wer für den Glauben an
Jesus Christus entzündet wurde, legt die Menschenfurcht
immer mehr ab, auch wenn er den Menschen dienen
möchte. Man kann ihnen ja nur aus ihrer selbstverschul-
deten Menschenhörigkeit heraushelfen, wenn man sich
ihnen zu widersprechen traut. Das soll natürlich nicht
dauernd sein, man muss die Fehler der anderen auch
überhören können. Es ist nämlich nicht nötig, alles am
anderen zu korrigieren, denn man hat selber genug Feh-
ler. Es kommt auch nicht lediglich auf den Buchstaben
an, sondern was jemand damit meint. Selbsterniedrigung
heißt in diesem Zusammenhang, nicht den Verbesserer
des anderen zu spielen, sondern ihm wohlwollend zur
Seite zu stehen.

Man sollte ein ausgewogenes Maß an Liebe anstreben
in dem Bewusstsein, dass der Herr einen schon ruft,
wenn man gebraucht wird und dann sollte man sich
bereitwillig mit seinen Fähigkeiten einsetzen, und dass
man getrost im Verborgenen bleiben kann, wenn man
nicht gerufen wird. Selber aufdrängen kommt im
Himmel nicht gut an. Wer für's Himmelreich etwas
zu tun hat, wird aus der Selbsterniedrigung heraus
gerufen, weil er weiterhin ein selbstgewähltes Nichts
bleiben soll. Und darum wird auch kein Hochgemuter
und Eingebildeter für besondere Aufgaben gerufen,
weil er sich die Begnadung selber zuschreiben würde.
Eine Mission, die keine Demut und ehrfürchtige Fröm-
migkeit atmet, ist keine für den Himmel, sondern eine
Gescheitmacherei in Selbstüberschätzung.

Die Macht der Ordnung der Liebe sorgt dafür, dass man
Liebe im rechten Maß gibt, sie sorgt für die Hinord-
nung zur Heimat, für die Hinordnung des Priesters
zum Opferaltar einer Tridentinischen Messe wie der
Frau zum Mann und zum Herrn!

Allen einen gesegneten Sonntag der Notzeit!

Heilwasser
Die Macht der Ordnung der Liebe sorgt dafür, dass man
Liebe im rechten Maß gibt, sie sorgt für die Hinord-
nung zur Heimat, für die Hinordnung des Priesters
zum Opferaltar einer Tridentinischen Messe wie der
Frau zum Mann und zum Herrn!