Verheutigung und Verweltlichung von Liturgie und Glaube.

Zu Bedenken gebe ich einen kurzen Artikel von Alexander Schmemann.
Alexander Dmitrijewitsch Schmemann ist einer der einflussreichsten liturgischen Theologen der orthodoxen Kirche des 20. Jahrhunderts. Seine Werke und ökumenischen Bestrebungen wurden in Nordamerika breit rezitiert. Auch heute finden seine Schriften weltweite Verbreitung …More
Verheutigung und Verweltlichung von Liturgie und Glaube.

Zu Bedenken gebe ich einen kurzen Artikel von Alexander Schmemann.
Alexander Dmitrijewitsch Schmemann ist einer der einflussreichsten liturgischen Theologen der orthodoxen Kirche des 20. Jahrhunderts. Seine Werke und ökumenischen Bestrebungen wurden in Nordamerika breit rezitiert. Auch heute finden seine Schriften weltweite Verbreitung und wurden in viele Sprachen übersetzt.
Der folgende Abschnitt ist der Schrift entnommen: Die große Fastenzeit. Askese und Liturgie in der Orthodoxen Kirche:

"Die westlichen Christen, Katholiken wie Protestanten, verändern eher die Religion selbst, um sie neuen Bedingungen "anzupassen" und um sie so "praktikabel" zu machen, wenn sie sich ihrer Meinung nach "unmöglichen" Anforderungen gegenüber sehen. Erst ganz kürzlich haben wir z. B. gesehen, wie die Römische Kirche das Fasten zunächst auf ein Minimum reduziert hat, um es dann nahezu gänzlich wegfallen zu lassen. Mit gerechtfertigter und legitimer Entrüstung lehnen wir eine solche "Anpassung" als Verrat an der christlichen Tradition und als Aushöhlung des christlichen Glaubens ab. Es gehört zur Wahrhaftigkeit und zu den glanzvollen Seiten der Orthodoxie, daß sie sich nicht einem niedrigeren Standard "anpasst" und keine Kompromisse eingeht, die das Christentum zu einer "leichtzunehmenden" Erscheinung werden lassen. Das ist ein Glanzpunkt der Orthodoxie, aber sicherlich nicht einer der uns, den orthodoxen Gläubigen, zukommt. Bereits seit langem – und nicht erst seit gestern und heute – haben wir einen Weg gefunden, um die absoluten Forderungen der Kirche mit unserer menschlichen Schwäche in Einklang zu bringen, und dies nicht nur ohne "Gesichtsverlust", sondern auch über zusätzliche Vernunftgründe für unsere eigene Rechtfertigung und zur Beruhigung unseres guten Gewissens. Die Methode besteht darin, den Anforderungen symbolisch zu genügen; und symbolischer Nominalismus durchdrinkt heute unser ganzes religiöses Leben. Wir würden zwar z. B. niemals daran denken, unsere Liturgie und ihre monastische Ordnung zu überarbeiten – Gott bewahre – aber wir werden auch weiterhin einen Dienst "Voll - Vigil" nennen, selbst wenn er nur eine Stunde dauerte; auch weiterhin würden wir mit Stolz verkünden, daß es derselbe Dienst wäre, den bereits die Mönche der Lawra des heiligen Sabbas im neunten Jahrhundert gefeiert haben."
Thomas Moore

Protopresbyter Alexander Schmemann: Writings by him

The Problems of Orthodoxy in America (posted on the Internet by Jacob's Well, the web site of the Diocese of New York & New Jersey, OCA) - The …
catharina
Wichtige, auch selbstkritische Bemerkungen, wie wir sie von sog. Traditionalisten selten zu hören bekommen.
Thomas Moore
Pater Alexander Schmemann mit einem Kelch während der Göttlichen Liturgie.