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Bischof Athanasius Schneider: "Verfolgung wird uns nur stärker machen."

„Danken wir Gott für diese harte Zeiten, denn nur solche Zeiten können die Kirche läutern”
Würden Euer Exzellenz der Aussage zustimmen, dass sich die moderne Welt zunehmend in Richtung einer offenen Verfolgung von Katholiken bewegt?


- Ganz genau. Kein totalitäres Regime wird jemanden dulden, der von der vorgegebenen Denkweise abweicht. Und ein wahrer Katholik kann nicht mit einer Ideologie übereinstimmen. In der Tat sind wir bereits mit einer Art von Verfolgung konfrontiert, im Moment noch sehr spezifisch, man könnte sagen, sehr heikel, aber bereits sehr deutlich, zum Beispiel im bürokratischen Bereich. Katholiken müssen eine Geldstrafe zahlen, wenn sie sagen, dass homosexuelle Handlungen sündhaft sind. Oder sie werden dafür von ihrem Arbeitsplatz entlassen. Wenn Katholiken für ihren Glauben bestraft werden, wie kann man das sonst nennen, wenn nicht Verfolgung?

Ein wahrer Katholik, der seinen Grundsätzen treu bleibt, hat es nicht selten schwer, eine anständige Arbeit zu finden. Seine Weltanschauung beeinflusst seine berufliche Laufbahn. Das ist in der Wirtschaft so, das ist in der Politik so, das ist in der akademischen Welt so - Katholiken, die ein traditionell katholisches Leben führen wollen, haben in diesen Bereichen wenig Chancen auf Erfolg. Ist das schon Verfolgung oder ist das noch nicht genug?


Kann dieser Trend irgendwie umgekehrt werden? Gibt es irgendetwas, was wir tun können, um diese kommende Verfolgung irgendwie aufzuhalten?

- Wir können und sollten im zivilen Leben und in den Medien aktiv werden, insbesondere in den sozialen Medien, auf die wir im Moment noch einen gewissen Einfluss haben, und auch, wenn möglich, in der politischen Arena, um unsere unveräußerlichen Rechte und die Gewissens- und Meinungsfreiheit zu verteidigen. Auf diese Weise können wir vielleicht nicht die Welt verändern, aber wir können einen wichtigen Beitrag dazu leisten, die Mittel der Diskriminierung zu untergraben. Das ist der einzige Weg. Denn wir können nicht ausschließen, dass die Katholiken plötzlich einer ganz offenen, brutalen Verfolgung ausgesetzt sind: Kirchen werden geschlossen, Priester und Laien verhaftet - das kennen wir aus der Geschichte. Eine solche Entwicklung könnte sich in naher Zukunft abzeichnen.

Angesichts dieser Aussicht ist es also wichtig, sich gut vorzubereiten. Wie kann man sich denn auf eine solche Situation vorbereiten?

- Gehen wir von der Tatsache aus, dass Priester, die sich noch im Priesterseminar befinden, dazu ausgebildet werden sollten, für Christus und für seine Schafe zu leiden. Sie sollten bereit sein, die Messe im Geheimen zu feiern und den Gläubigen zu dienen, selbst wenn dies auf Kosten ihrer eigenen Sicherheit geht. Der Heilige Geist wird die Kirche ständig unterstützen, besonders in schwierigen Zeiten. Er wird mutige Priester, mutige Gläubige, mutige katholische Familien, mutige Jugendliche erwecken - so wie es in Zeiten der Verfolgung der Kirche immer geschehen ist. Wenn es echte Verfolgung gibt, wird die Kirche stärker werden, nach den Worten von Tertullian: „Je mehr ihr uns niedermäht, desto mehr wachsen wir.” Verfolgung kann der Kirche helfen, sich nach den letzten Jahrzehnten gigantischer Krisen und des Niedergangs zu läutern.

Vielleicht sollte man also eine mögliche Verfolgung als etwas Gutes ansehen - als einen reinigenden Faktor?

- Vor allem dürfen wir nicht vergessen, dass Gott aus allem Bösen Gutes herausholen kann. Und das tut er ständig. Versuchen wir also, die Dinge aus der Perspektive Gottes zu sehen. Danken wir Ihm auch immer wieder für alles - auch für die schweren Zeiten, denn solche Zeiten können die Kirche läutern. Und lasst uns mit all unseren Leiden für mutige und kompromisslose Hirten für die Herde Christi beten: einen Papst mit einem starken katholischen Geist und ebensolche Bischöfe.

Was sollten die Gläubigen von ihren Hirten in solch schwierigen Zeiten erwarten?

- Die Bischöfe sind die Nachfolger der Apostel, deren Beispiel sie sich ständig vor Augen halten müssen. Schauen Sie sich nur die Apostel an - Petrus, Johannes, Jakobus und andere, einschließlich Paulus -, welchen Mut sie hatten, welche Unbeugsamkeit, welche Bereitschaft zu allen Schwierigkeiten, Gefahren und Leiden. Alles für Christus. Als die Apostel von den Juden wegen der Verkündigung des Evangeliums gegeißelt wurden - so lesen wir in der Apostelgeschichte -, gingen sie vor den Sanhedrin und freuten sich, dass sie würdig geworden waren, für den Namen Jesu zu leiden (Apg 5,41). Dies ist der wahre Geist der wahren Bischöfe. Jeder Bischof sollte diesen Geist in sich tragen. Jeder Bischof sollte dem Beispiel der vielen heldenhaften Hierarchen folgen, an denen die zweitausendjährige Geschichte der Kirche reich ist. Der heilige Athanasius, der heilige Basilius, der heilige Leo der Große, heiliger Stanislaus und viele, viele andere. Papst Gregor VII., Johannes Fisher, Franz von Sales, Karl Borromäus. Oder Kardinal Clemens von Galen, der sich Hitler entgegenstellte - ist das nicht ein perfektes Beispiel für unsere Zeit?

Ein hervorragendes Beispiel für alle, die IHM folgen wollen! - Abschließend also ein Wort der Belehrung darüber, wie die privaten Soldaten Christi den Offizieren der Armee Gottes bei ihrem Dienst helfen können?

- Habt keine Angst, euren Bischöfen die Wahrheit zu sagen. Natürlich, bei allem Respekt. Bittet sie, genau das zu lehren, was Jesus Christus gelehrt hat, was die Apostel gelehrt haben. Besteht darauf: Wir wollen von Ihnen genau die gleiche Lehre hören! Sag ihnen: Wir wollen, dass Ihr uns den Glauben der Väter weitergibt, die ihr Leben für diesen Glauben gegeben haben; zeigt uns erneut die Schönheit der Liturgie, die unsere Vorfahren geliebt haben; nährt uns mit einer soliden, eindeutigen moralischen Lehre in der Frage des Lebens, der Familie, der Erziehung der Kinder; verteidigt uns, segnet uns, wenn wir öffentlich gegen sündige Ideologien protestieren.
Sonia Chrisye
Die Kirchen werden geläutert. Sie durchläuft einen Läuterungsprozess, und wohldem, der es erkennt, - sich mental darauf einstellt und um den heiligen Geist bittet, der uns in dieser Krisensituation den Weg weist durch das finstere Tal.
Maria Katharina
Auch die Kirche hat ihren Gang zum Kalvarienberg zu gehen. Die wahre Kirche wird bleiben; sie kann nicht untergehen.
Die Afterkirche hingegen mit ihren Mietlingen wird vom Erdbogen verschwinden mit all ihren Mietlingen, wenn sie nicht reumütig doch noch umkehren sollten