Heiliger Kolumban, Priester und Abt der Insel Jona, Schottland, OSB (Benediktiner), + 9.6.597 – …

Der heilige Kolumban (Columbus oder Columkille) war der Apostel der Pikten, und einer der berühmtesten Patriarchen der Ordensmänner in Irland. Um …
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Aus „Tiere unterm Regenbogen“, von Aloysius Roche, Berlin 1954:
Notlandung

Wenn ein Flugzeug auf dem Weg von Nordirland zu den schottischen Hochlanden in Schwierigkeiten kommen würde, dann wäre die Insel Jona genau der rechte Fleck, um eine Notlandung zu machen. Groß ist sie nicht, gerade drei Meilen hin und her, und was da an Land ist, ist größtenteils flach und ganz von weißem Sand.
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Aus „Tiere unterm Regenbogen“, von Aloysius Roche, Berlin 1954:

Notlandung


Wenn ein Flugzeug auf dem Weg von Nordirland zu den schottischen Hochlanden in Schwierigkeiten kommen würde, dann wäre die Insel Jona genau der rechte Fleck, um eine Notlandung zu machen. Groß ist sie nicht, gerade drei Meilen hin und her, und was da an Land ist, ist größtenteils flach und ganz von weißem Sand.

In der Mitte des sechsten Jahrhunderts wurde diese Zuflucht von einem Kranich entdeckt, da die Insel unter seiner Flugstrecke lag. Es gibt verschiedene Arten dieser Sumpfvögel, aber der, von dem unsere Geschichte handelt, muss der gewöhnliche europäische Kranich gewesen sein, der etwa 1,20 Meter hoch ist und eigentlich nur aus Beinen und Hals besteht.

Auf ihren Wanderungen nutzen Graue Kraniche die Kraft der Winde. Und erreichen so Geschwindigkeiten von über 100 Kilometer pro Stunde - mit wenigen Flügelschlägen

Er war irgendwo in Antrim in Irland losgeflogen und hatte wohl vor, an der Küste von Argyllshire zu landen, vielleicht in der Nähe von Oban. Aber in diesen rauen Gegenden kommen die Stürme plötzlich und furchtbar, so dass der Vogel, sein Ziel schon fast in Sicht, in Not geriet. Fast den ganzen Weg bis dahin hatte der Wind ihm beigestanden. Aber als er in die Nähe der Hebriden kam, geriet er kopfüber in diese grimmigen Winde, die plötzlich von den Seen und Bergpässen des Landes hervorbrechen.

Der Kranich hielt sich gut. Unter ihm lag die erstaunlichste Verbindung von Land und Wasser, die er je gesehen hatte. Auf der ganzen Erde ist so etwas nicht zu finden, außer in Griechenland und Norwegen. Inseln von jeder Gestalt und Größe sind über dieses Wasser hingestreut, als ob sie aus einem Zaubergefäß hervorgesprüht werden. Von der Höhe des einen, kleinen Hügels auf Jona aus, sind zwanzig bis dreißig solche Inseln sichtbar.

Aber der Kranich sah mit einem Blick, dass diese Inselchen für seine Zwecke nutzlos waren. Manche von ihnen waren von dichtem Wald bedeckt, andere waren wie Festungen, riesige Felsen oder bloße Klippen von Basalt oder Granit. Im richtigen Augenblick sah es ein winziges Eiland, das sich an die Seite einer sehr viel größeren Insel schmiegte, es hatte einen ebenen Strand, das übrige war hauptsächlich Ackerland. Freilich, da standen ein paar kleine Gebäude nahe der See, aber der Kranich beschloss, die Möglichkeit dennoch wahrzunehmen. Er legte die müden Flügel zusammen, flog bis dicht an die stürzende Brandung und landete zwischen Sand und Kieseln. Danach konnte er nur noch stillliegen und das Beste hoffen.

Zum Glück lebten damals Leute auf Jona, die barmherzig gesinnt waren gegenüber Menschen und Tieren, obwohl es Zeiten waren, da man nicht viel für Barmherzigkeit übrighatte.

Da war besonders einer, er hieß Columba und war Abt des Klosters, der hatte sein Leben damit zugebracht, denen zu helfen, die im Elend waren. Er sah oder wusste, was geschehen war. Er rief einen seiner Mönche und sagte ihm: „Geh an den Strand, da im Westen, und du wirst einen Kranich finden, erschöpft und hungrig. Sieh zu, dass er Futter und Ruhe findet! Er ist aus meiner Heimat gekommen und hat ein Recht auf unsere Gastfreundschaft.“

Sein Befehl wurde befolgt. Drei Tage lang wurde der Vogel sorgsam gepflegt, bis seine Kräfte wiederhergestellt waren. Dann wurde er freigelassen. Er schlug seine Flügel, um die Steifheit herauszuschütteln, sprang in die Luft und angesichts der zuschauenden Mönche und ihres Abtes flog er in geradem Kurs eilig seinem heimatlichen Strande zu.

Columba sagte dem, der den Vogel versorgt hatte: „Gott segne dich, mein Sohn, weil du freundlich unserem fremden Gast gedient hast.

Wir können sicher sein, dass der Kranich seine Rückreise ohne Missgeschick vollendete, Columba sorgte dafür. Lange noch nach seinem Tod riefen ihn die Seeleute der Hebriden an, als den Meister über alle Stürme und schon zu seinen Lebzeiten kamen Leute, die auf eine gefährliche Fahrt gehen wollten, den ganzen weiten Weg nach Jona, um ihn zu bitten, er möge ihnen günstiges Wetter erlangen. Er war ja ein Mann, der nichts halb tat, und so ließ er auch den Kranich nicht eher fort, bis die Wettervorhersage lautete: mittelmäßig bis schön, mit leichten Winden aus Nord-Ost.

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