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Nicky41
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Der hl. Lukas - Sein Symbol ist der Stier

In vielen Kirchen können wir eine Figur oder ein Bild des heiligen Lukas entdecken. Zumeist ist er mit den anderen Evangelisten an der Kanzel zu sehen. Wir erkennen ihn an dem Stier, der ihm als Symbol mitgegeben wird. In den barocken Fresken haben ihn die Maler nicht selten auch mit Pinsel und Palette sowie einem Marienbild verewigt.

Wie kommt der Heidenchrist Lukas zu diesen Beigaben? Da jeder Evangelist in seiner Lebensbeschreibung Jesu andere Schwerpunkte setzt, suchte man schon sehr früh die besonderen Akzente herauszustellen. In der Offenbarung des Johannes ist die Rede von den vier Wesen am Throne Gottes. "Das erste Lebewesen glich einem Löwen, das zweite einem Stier, das dritte sah aus wie ein Mensch, das vierte glich einem fliegenden Adler" (Offb 4, 7).

Dieser Beschreibung sind die Evangelistensymbole entnommen, die seit dem Kirchenvater Hieronymus, dem wir die Vulgata verdanken, Allgemeingut geworden sind. Er sieht die Symbole in den Anfängen der Evangelien begründet und nachdem Lukas mit dem Opfer des Zacharias beginnt, hat er ihm den Stier zugeordnet.

Zu den Kostbarkeiten des Lukasevangeliums gehören die ersten beiden Kapitel. In ihnen wird über Maria, über die Ereignisse in Nazareth, die Geburt und Kindheit Jesu berichtet. Wegen des so lebensnahen und innigen Bildes, das der Evangelist von der Mutter des Herrn mit seinen Worten zeichnet, hat man ihm ein malerisches Talent zugeschrieben. Das erste Marienbild stamme von seiner Hand, weiß die Legende zu berichten.

Aber begeben wir uns vom unsicheren Boden der Legende, so liebenswert sie ist, auf den weitaus sichereren des Evangeliums, das uns Lukas, der Schüler des heiligen Paulus, aufgeschrieben hat. Seelsorgliche Gründe veranlassen ihn zu seinen Aufzeichnungen. Theophilus, ein Mitchrist, soll sich selber von "der Zuverlässigkeit der Lehre überzeugen können, in der er unterwiesen wurde" (Lk 1, 4). Lukas beteuert, dass er "allem von Grund auf sorgfältig nachgegangen ist" (Lk 1, 3).

Der Evangelist, der sich auf frühere Aufzeichnungen stützen kann, da "schon viele es unternommen haben, einen Bericht über all das abzufassen, was sich unter uns ereignet und erfüllt hat" (Lk 1, 1). war selber kein Augenzeuge, deshalb befragt er Menschen, die Jesu noch gekannt und erlebt haben. Auf diese Weise hat er manches festgehalten, das sonst vergessen worden wäre. Er spürt Berichte auf, die von der Güte und vom Erbarmen Gottes sprechen, um sie der Nachwelt zu überliefern.

Wen rührt nicht die Begebenheit mit der Sünderin, die Jesu mit ihren Tränen die Füße wäscht und sie mit ihren Haaren trocknet? Wer freut sich nicht über den Zöllner Zachäus, dem Jesus seine Sünden verzeiht?

Lukas sieht in Jesus den Heiland, der sich der leiblichen und seelischen Not erbarmt. Das Tagesgebet hebt diesen Gedanken hervor, wenn es uns beten lässt: " Herr, unser Gott, du hast den Evangelisten Lukas auserwählt, in Wort und Schrift das Geheimnis deiner Liebe zu den Armen zu verkünden. Gib, dass alle, die sich Christen nennen, ein Herz und eine Seele sind, und lass die Völker der Erde das Heil schauen, das du ihnen bereitet hast."

Lukas berichtet nicht nur über das Leben Jesu, er berichtet auch über die frühe Kirche in seiner Apostelgeschichte. Auch diese Aufzeichnungen machte er, wie im Vorwort zu lesen ist, für seinen Freund Theophilus. Er berichtet davon, dass die Christen am Anfang ein Herz und eine Seele waren, aber er verschweigt auch die Menschlichkeiten nicht, die sich sehr rasch eingestellt haben. Er lässt uns teilnehmen an der Steinigung des Stephanus. Wir werden Zeugen des Prozesses gegen Petrus und Johannes vor dem Hohen Rat. Vor allem aber berichtet er wie der bekehrte Paulus unermüdlich die frohe Botschaft vom gekreuzigten und auferstandenen Herrn verkündet. Er hält seinem väterlichen Freund Paulus, dem er den Glauben verdankt, die Treue auch in den schweren Tagen der römischen Gefangenschaft. "Nur Lukas ist noch bei mir", schreibt Paulus im zweiten Brief an Timotheus (2 Tim 4, 11).

Nach dem Martyrium des Völkerapostels, der den Heiden, wie Lukas einer war, den Zugang zum Glauben an Jesus Christus eröffnet hat, machte sich der Evangelist wieder auf den Weg, um den Menschen die frohe Botschaft zu verkünden. Alle sollten es erfahren: " Das Reich Gottes ist euch nahe."

Den Christen aber legte er Jesu Wort ans Herz: " Bittet den Herrn der Ernte, Arbeiter in seine Ernte zu schicken" (Lk 10, 2). Diese Bitte legte er, der "Evangelist der Güte" wie ihn der Dichte Dante bezeichnet hat, auch uns ans Herz, "denn die Ernte ist groß, aber es gibt nur wenig Arbeiter" (Lk 10, 2).

Aus : Antonius und das Einhorn - Heilige und Tiere
Nicky41
Bauerregeln für das Fest am 18. Oktober :

„Wer an Lukas Roggen streut, es im Jahr darauf nicht bereut“

„Ist Sankt Lukas mild und warm, folgt ein Winter, dass Gott erbarm“