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Margarete Strauss
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Für die Toten beten!? | Magstrauss. #gebet #verstorbene #biblisch Hallo Leute, ich habe heute einen Vortrag für euch, in dem ich über die Verstorbenen rede. Es geht um das Leben nach dem Tod, wie …More
Für die Toten beten!? | Magstrauss.

#gebet #verstorbene #biblisch Hallo Leute, ich habe heute einen Vortrag für euch, in dem ich über die Verstorbenen rede. Es geht um das Leben nach dem Tod, wie wichtig das Gebet für unsere Toten ist und was passiert, wenn man ihren letzten Willen nicht erfüllt...viel Spaß!
Gamaliel
Gute Absicht und Bemühen der Sprecherin sind anzuerkennen, aber die sachliche Erklärung ist teils arg ungenau oder sogar falsch.

Ein paar Beispiele zur Begründung meiner Behauptung:

Eine halbe Stunde über Fegefeuer und Ablaß zu sprechen und kein einziges Mal den entscheidenden Begriff der „SündenSTRAFE“ zu erwähnen, ist bemerkenswert. Es ist offensichtlich, daß der Sprecherin der Unterschied …More
Gute Absicht und Bemühen der Sprecherin sind anzuerkennen, aber die sachliche Erklärung ist teils arg ungenau oder sogar falsch.

Ein paar Beispiele zur Begründung meiner Behauptung:

Eine halbe Stunde über Fegefeuer und Ablaß zu sprechen und kein einziges Mal den entscheidenden Begriff der „SündenSTRAFE“ zu erwähnen, ist bemerkenswert. Es ist offensichtlich, daß der Sprecherin der Unterschied zwischen Sündenschuld und Sündenstrafe nicht klar ist. Fälschlicherweise nimmt sie daher an, daß der Ablaß dazu dient die Sündenschuld zu tilgen. Das ist nicht der Fall.

Es ist falsch, daß mit dem zur Ablaßgewinnung vorgeschriebenen Gebet in der Meinung des Hl. Vaters die monatlich ausgegebene Gebetsmeinung des Papstes gemeint ist.

Es ist falsch, daß die Kirche Beichte und Kommunion an den großen Feiertagen (Ostern, Weihnachten, Pfingsten) vorschreibt (es gibt nur die Verpflichtung zur Osterkommunion und zusätzlich für die schweren Sünder die vorausgehende Pflicht zur Osterbeichte)

Die Erklärung bzw. Kritik am Ablaßhandel ist ungenau. Ja, einzelne (nicht die Kirche!) haben mit Ablässen Mißbrauch betrieben, und nein, es ist nicht verboten einen Ablaß gegen Geld zu gewähren. Die Kirche kann das Ablaßwerk nach freiem Belieben festlegen, es kann dies auch in einem Almosen bestehen. Die übrigen Bedingungen (Beichte, Kommunion und Freisein von der Anhänglichkeit an jede Sünde) zur Gewinnung eines vollkommenen Ablasses kommen zu diesem Werk zwingend dazu. Es kann sich also niemand den Himmel „kaufen“.
Margarete Strauss
Vielen Dank für die Anmerkungen.

Ich möchte gerne darauf hinweisen, dass ich statt des Begriffs "Sündenstrafe" von "Sühne" gesprochen habe. Selbstverständlich ist mir die Unterscheidung zwischen Sündenschuld und Sündenstrafe bekannt und möchte gerade den Erlass der Sündenstrafe durch Ablässe herausstellen. Denn im Vorfeld des Videos haben mich viele gefragt, wofür es Ablässe braucht, wenn einem …More
Vielen Dank für die Anmerkungen.

Ich möchte gerne darauf hinweisen, dass ich statt des Begriffs "Sündenstrafe" von "Sühne" gesprochen habe. Selbstverständlich ist mir die Unterscheidung zwischen Sündenschuld und Sündenstrafe bekannt und möchte gerade den Erlass der Sündenstrafe durch Ablässe herausstellen. Denn im Vorfeld des Videos haben mich viele gefragt, wofür es Ablässe braucht, wenn einem doch die Schuld vergeben worden ist. Deshalb habe ich dieses Video damals überhaupt erst gedreht.

Seit wann ist aber mit dem Gebet in der Meinung des Hl. Vaters nicht mehr die monatliche Gebetsmeinung gemeint? Was ist denn stattdessen gemeint?

Es wird im Kirchenrecht verzeichnet, dass man an einem der großen Feiertage beichten soll, aber nicht festgelegt, an welchem: Can. 989 — Jeder Gläubige ist nach Erreichen des Unterscheidungsalters verpflichtet, seine schweren Sünden wenigstens einmal im Jahr aufrichtig zu bekennen.

Und natürlich wollte ich nicht kollektiv die ganze Kirche in Verruf bringen, indem ich ihr den Ablasshandel unterstellen wollte. Es betraf natürlich nur einzelne Bistümer/Fürstentümer und stellte die Auswüchse überlappender geistlicher und weltlicher Ämter dar. Selbstverständlich wollte ich nicht sagen, dass es generell verwerflich sei, Geld zu verlangen, wenn es um Ablässe geht. Das ist wohl falsch rübergekommen....
Gamaliel
@Margarete Strauss

Gerne gehe ich noch auf zwei Punkte in deiner Replik näher ein und beginne mit dem vorletzten Absatz:

Wie du richtig zitierst, schreibt c. 989 CIC/1983 ohne genauere zeitliche Bestimmung die jährliche Beichte für schwere Sünder vor. Ob Feiertag/Festzeit oder nicht, spielt dabei keine Rolle.
Gleichzeitig schreibt c. 920 CIC/1983 die jährliche Kommunion und zwar zur österliche…More
@Margarete Strauss

Gerne gehe ich noch auf zwei Punkte in deiner Replik näher ein und beginne mit dem vorletzten Absatz:

Wie du richtig zitierst, schreibt c. 989 CIC/1983 ohne genauere zeitliche Bestimmung die jährliche Beichte für schwere Sünder vor. Ob Feiertag/Festzeit oder nicht, spielt dabei keine Rolle.
Gleichzeitig schreibt c. 920 CIC/1983 die jährliche Kommunion und zwar zur österlichen Zeit vor (die Ausnahme in §2 für jene, die in der österlichen Zeit am Kommunionempfang gehindert sind, lasse ich hier weg).
Die Zusammenschau beider Canones ergibt daher für jene, die sich in der österlichen Zeit im Stand der schweren Sünde befinden die Pflicht, zunächst zur hl. Beichte („Osterbeichte“) zu gehen und anschließend ebenfalls innerhalb der österlichen Zeit zu hl. Kommunion („Osterkommunion“) zu gehen.
Insofern besteht also für schwere Sünder wenigstens die Pflicht zur Osterbeichte. (Wer kein schwerer Sünder ist, muß gar nicht zur Beichte gehen, weder an Ostern noch sonst irgendwann.) Das ist freilich das absolute kirchenrechtliche Minimum. Jeder Katholik ist gut beraten das Sakrament der hl. Beichte deutlich öfters zu empfangen, gerade auch, wie du sagst, zur Vorbereitung auf die großen Feste des Kirchenjahres.

Mit dem Gebet in der Meinung des Hl. Vaters ist seit jeher keine persönliche, subjektive oder ständig wechselnde Meinung des jeweils amtierenden Papstes gemeint (wie dies die monatliche Gebetsmeinung ist), sondern sozusagen eine objektive, gleichbleibende Gebetsmeinung. Konkret sind vor allem folgende Anliegen des Apostolischen Stuhles gemeint:
1. die Erhöhung der Kirche
2. die Ausbreitung des Glaubens
3. die Ausrottung der Häresie
4. die Bekehrung der Sünder
5. die Eintracht unter den christlichen Staatslenkern
6. Eintracht und Einheit des ganzen christlichen Volkes


Genaueres dazu findest du z.B. in den entsprechenden Handbüchern des Kirchenrechts oder der Moraltheologie oder auch in älteren Büchern zum Ablaß. – Die Ablaßbedingung „Gebet in der Meinung des Hl. Vaters“ gibt es übrigens schon viel länger, als die erst vor ~140 Jahren unter Papst Leo XIII. aufgekommene monatliche Gebetsmeinung des Papstes.

Ergänzend zu deinen mündlichen Ausführungen, verlinke ich hier noch eine gute und kompakte schriftliche Zusammenfassung zur Lehre vom Ablaß, die ich auf einer Seite der Priesterbruderschaft St. Petrus gefunden habe: personalpfarrei.ch/…nsfragen/katechesen/ablass.php
Margarete Strauss
Herzlichen Dank für die wichtigen Ausführungen! Ich habe das mit der Meinung des Hl. Vaters immer falsch verstanden. Danke.
Johannes Chrysostomus
Vielen herzlichen Dank für diesen erbaulichen Beitrag. Es gäbe noch ein paar Ergänzungen, aber der Kern ist das Wichtigste. Die Liebe, die Beziehung zu Gott, die wir in seiner Barmherzigkeit immer wieder gutmachen dürfen, da er ja weiss, wie schwach wir sind. Das tut so gut, das zu wissen. Sursum Corda - Habemus ad Dominum!
Tina 13
🙏🙏🙏🙏