Die Armen Seelen - Zeugnis von Gloria Polo - Teil 2

Befreit mich von hier! Holt mich heraus von hier!“

Ich fuhr fort zu schreien und zu toben, bedeckt von diesen ekligen Geschöpfen, die an mir klebten.

„Ich bin römisch katholisch, ich bin eine praktizierende Katholikin, bitte befreit mich von hier!“

Ich sah meinen Vater und meine Mutter

Als mein Körper auf Erden im tiefen Koma lag, als ich so schrie, dass ich katholisch sei, sehe ich ein kleines Licht - und wissen Sie, nur ein kleines Lichtlein in dieser undurchdringlichen Finsternis ist etwas vom Größten, wenn Sie diese absolute, unbeschreibliche Finsternis erleben. Es ist das Beste, was Ihnen in dieser Situation passieren kann, Es ist das größte Geschenk, von dem man nur träumt und auf das man nicht zu hoffen wagt es auch wirklich zu empfangen.

Ich sehe über diesem ungeheuerlichen, finsteren Loch einige Stufen und schaue nach oben und bemerke dort über diesem grausigen Abgrund
meinen Vater stehen. Er war damals 5 Jahre zuvor verstorben. Er stand fast am Rand dieses Loches. Er hatte ein wenig mehr Licht als ich da unten, und vier Stufen höher sah ich meine Mutter mit viel, viel mehr Licht. Sie war wie im Gebet vertieft, eben in einer Haltung der Anbetung. Als ich sie beide sah, erfüllte mich eine so große Freude, eine so große Freude, dass ich ganz außer mir zu rufen begann: „Vater! Mutter! Welch eine große Freude, euch zu sehen. Bitte holt mich von hier heraus! Ich bitte euch aus ganzen Herzen, holt mich weg von hier! Holt mich heraus von hier!“

Und als sie dann so ihren Blick auf mich herunter richteten, und mein Vater mich so in meiner miserablen Situation sah, hättet Ihr sehen sollen, diesen übergroßen Schmerz, den man aus ihren Gesichtern ablesen konnte. Und drüben sieht man das ja automatisch, weil man eben jeden bis ins
Innerste erkennt. Und so habe ich auf sie geschaut und sofort diese immense Traurigkeit und den Schmerz verspürt, den meine Eltern erlitten, als sie mich so sahen.

Mein Papa begann bitterlich zu weinen, hielt sich seine Hände vor das Gesicht und jammerte mit zitternder Stimme: „O meine Tochter! O Du mein Töchterchen!“ Und meine Mutter betete weiter, und so gab ich mir Rechenschaft, dass meine Eltern mich nicht von hier herausholen konnten. Dabei war es für mich noch ein großes Leid, dass ich durch meine Lage nur noch dazu beigetragen hatte, dass auch sie dort, wo sie waren, meinen Schmerz und mein Leid noch zusätzlich mitzutragen hatten.

Aus:
pater-pio.de/content/index.php?id=409