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Joannes Baptista
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Inmitten dieser planetarischen Pandemie ist jeder wirklich in Panik. Anstatt unseren Verstand mit erschreckenden Nachrichten zu füllen, erfahren wir etwas über zwei Heilige: den heiligen François-…More
Inmitten dieser planetarischen Pandemie ist jeder wirklich in Panik. Anstatt unseren Verstand mit erschreckenden Nachrichten zu füllen, erfahren wir etwas über zwei Heilige: den heiligen François-Regis Clet CM (1748-1820), und den heiligen Jean-Gabriel Perboyre CM (1802-1840), die den Märtyrertod starben in einem Bezirk von Wuhan, China.
Wir alle kennen den Covid-19-Virus, der weltweit um sich greift, und da gibt es eine große Gemeinsamkeit mit diesen beiden katholischen Märtyrern, wie sie gelitten haben und gestorben sind, die denjenigen vertraut klingen werden, die wissen, wie diese besondere Krankheit die von ihr Infizierten befällt. Die heiligen Clet und Perboyre gehören zu den wenigen katholischen Heiligen, die starben, weil sie nicht atmen konnten, wegen Strangulation.
Ein kurzer Hintergrund
François-Regis Clet war das zehnte Kinde einer Familie von fünfzehn Kindern. Als er einundzwanzig Jahre alt war, ging er zu den Vinzentinern wegen seiner Bewunderung für die Liebe des heiligen Vinzenz von Paul zu den Armen und Bedrängten. Er war in Paris, als die gewaltsame Verfolgung von Katholiken während der Französischen Revolution (1789-1799) begann, und als Priester aus ihrem Heimatland Frankreich ins Exil geschickt wurden, ging er freiwillig nach China, wo er sich sicher war, nicht mehr mit der gleichen Verfolgung konfrontiert zu werden. François-Regis Clet wusste, dass die menschliche Seele von Gott kommt und für Ihn geschaffen ist, und deshalb war er entschlossen, einen Ort zu verlassen, der sich von Gott abzuwenden schien, um den Armen an einem Ort zu dienen, wo Gott noch nicht bekannt war. Bevor er an Bord seines Schiffes nach China ging, schrieb der unprätentiöse Sohn des heiligen Vinzenz einen Brief an seine Schwester Marie-Thérèse: „Die Vorsehung hat mich dazu bestimmt, von hier wegzugehen für die Rettung der Seelen (in China)“. Er begann sein Leben als Missionar in China im Jahr 1789, und drei Jahrzehnte später wurde er in Wuhan an einen Holzpfahl gefesselt; ein Seil wurde um seine Kehle gewickelt, und es wurde ihm langsam die Luft entzogen, die sein Körper benötigte, um am Leben zu bleiben.

François-Regis Clet, wie Pater Clet, wurde in eine große französische Familie hineingeboren, und vier seiner Geschwister wurden Vinzentiner wegen ihres Wunsches, anderen so zu dienen, wie Jesus es getan hatte, in den Fußstapfen des hl. Vinzenz. Jean-Gabriel schloss sich den Vinzentinern an, als er erst sechzehn Jahre alt war; und im Priesterseminar war es bekannt, dass er eine so leidenschaftliche Andacht zu Jesus im Allerheiligsten Sakrament hatte, dass er lange Stunden vor dem Tabernakel im Gebet verbrachte und lange Zeit kniend zu Danksagung nach dem Empfang der heiligen Kommunion. Wir können uns seine innere Qual vorstellen, als er daran gehindert wurde, die heilige Messe zu feiern, während seines Aufenthaltes in mehreren chinesischen Gefängnissen. Jean-Gabriels Bruder Louis war ebenfalls ein Vinzentiner, und Louis wurde vor Jean-Gabriel nach China geschickt.

Die dunkle Nacht der Seele
Während Clet und Perboyre als Missionare in China arbeiteten, war das Reich voller Turbulenzen. Während Clet in China lebte, gab es eine Rebellion einer Millenarium-Sekte mit dem Namen „Weißer-Lotus-Gesellschaft lokale Beamte warfen sie zusammen mit den Christen in einen Topf, rechneten sie zur selben Gruppe. Das Ergebnis war schrecklich für die beiden Missionare und die chinesischen Gläubigen; die Christen wurden sowohl gehasst als auch vom Weißen Lotus und der Regierung angegriffen. Aus einem Brief, den François-Regis Clet geschrieben hat: „Sie zerstören alles, was sich ihnen in den Weg stellt, zünden Häuser an und nehmen alles mit, was sie tragen können, und dann töten sie alle, die nicht rechtzeitig entkommen können.“ Perboyre erlebte sowohl äußerliche als auch innerliche Turbulenzen. Nicht alle Heilige begegnen der Angst mit einem Gefühl des Friedens und der Ergebung. Wenn die geistige Landschaft um ihn herum immer gewalttätiger und alarmierender wurde, Jean-Gabriel, wie eine Quelle es ausdrückt: „erlebte eine intensive Seelenqual“ und „wurde von einer schweren Versuchung zur Verzweiflung geplagt“. Durch das Nachdenken über den Unglauben des Apostels Thomas verschwanden seine Zweifel und Angst: „Lege Deinen Finger hierhin; sieh meine Hände. Strecke Deine Hand aus und lege sie in meine Seite. Hör auf zu zweifeln und glaube“(Joh 20,27). Aber noch mehr als die Angst war es die Isolation, die ihm am meisten zu schaffen machte.
Clet und Perboyre, bevor sie endgültig in Wuhan, im Bezirk Wuchang, hingerichtet wurden:
Erzwungene Isolation und Martyrium
Eine antichristliche Intrige im Jahr 1818 zwang François-Regis Clet unterzutauchen. Am 25. Mai wurde der Kaiserpalast in Peking plötzlich eingehüllt in „starke Winde und sintflutartige Regenfälle, während sich der Himmel rot färbte, als der Donner über der Stadt erklang“ Die Berater des Kaisers deuteten an, dass das seltsame Ereignis durch die geistliche Einmischung der christlichen Missionare verursacht sei, und daher wurden Polizisten geschickt, um Pater Clet zu verhaften. Er war gezwungen, in Verborgenheit zu bleiben, sich in kleinen Höhlen zu verstecken und an abgelegenen Orten in den Wäldern. Er sucht schließlich Zuflucht im Haus einer katholischen Familie, wo er für sechs einsame Monate Unterschlupf fand. Im Jahr 1818 wurde Clets Standort von einem Abtrünnigen geoffenbart; und er wurde in Ketten gelegt. Er wurde an ein örtliches Gericht ausgeliefert, wo er gezwungen wurde, auf Ketten zu knien, während sein Gesicht mit Lederriemen geschlagen wurde, weil er sich weigerte, seinen christlichen Glauben zu verleugnen.

Als er später ins Gefängnis von Wuhan verlegt wurde, waren seine Kleider, wie ein Zeuge sie beschrieb, „mit Blut von Schnitten und Wunden befleckt, die durch die Schläge verursacht wurden…, die er auf seiner Reise dorthin erlitt.“ Er wurde zum Tode verurteilt durch langsames Ersticken am 17. Februar 1820, und er wurde auf den hinrichtungsplatz gebracht, wo er „ruhig die Strangulation über sich ergehen ließ, als eine Sehne in drei Stufen um seinen Hals gestrafft wurde“. Seine sterblichen Überreste wurde von gläubigen chinesischen Katholiken liebevoll gesammelt, und schließlich nach Paris geschickt, wo sie heute im Vinzentinischen Mutterhaus aufbewahrt sind.

Perboyres Leiden und Tod, sagen einige, war sogar grausamer. Eine antichristliche Bewegung entstand im Jahr 1839, die Jean-Gabriel zwang, in einem Zustand der Isolation zu leben, und während dieser Zeit wurde er versteckt und von chinesischen Christen geschützt, trotz der Gefahr, ihr eigenes Leben zu verlieren. Nach der Feier der heiligen Messe am 16. September 1839 traf ein einheimischer Christ ein und meldete Pater Perboyre, dass zwei Beamte und eine zahlreiche Truppe sich schnell der Kirche nähere. Perboyre weigerte sich, der Gefahr zu entkommen, bevor er das Allerheiligste Sakrament konsumiert und die heiligen Gefäße gesammelt hatte, um sie vor Schändung zu schützen. Er floh nur wenige Augenblicke, bevor die Kirche belagert wurde, und er überlebte, indem er sich in Wälder und verborgenen Räumen chinesischer christlicher Häuser versteckte. Er wurde schließlich von Streifenpolizisten entdeckt und gefangen genommen. Er wurde an den Haaren weggezogen, um vor Gerichten verhört zu werden. Er wurde gefoltert, an Ketten in die Knie gezwungen und mit den Daumen an Balken aufgehängt, bevor er zusammen mit mehreren chinesischen Christen, die sich weigerten, ihren Pfarrer im Stich zu lassen, nach Wuhan gebracht wurde. In seiner Gefängniszelle in Wuhan wurde Jean-Gabriel Perboyre an die Wand gekettet: Die Ketten waren so eng, dass er einen Teil eines Fußes und einer Hand verlor. Einer der mit Perboyre gefangenen chinesischen Christen, der den Taufnamen Stanislaus angenommen hatte, wurde zusammen mit Jean-Gabriel gefoltert. Stanislaus wurde auf einen Misthaufen gebracht, wo ihm befohlen wurde, auf ein Kruzifix zu trampen und seinen christlichen Glauben zu verleugnen; er wurde zum Tode verurteilt, weil er sich weigerte, diesen Befehl auszuführen. Pater Perboyre hörte Stanislaus` letzte Beichte, bevor er zu seiner Hinrichtung kroch, da seine Gliedmaßen zu stark geschlagen worden waren. Was Perboyre ertragen musste, war ebenso grausam wie das, was seine Freunde um ihn herum erlitten hatten; er musste auf Glasscherben knien, sein Gesicht war gebrandmarkt mit dem Vorwurf, „Lehrer einer falschen Religion“, und er wurde gezwungen, sein Gewand zu tragen, während er zu Schau gestellt und gedemütigt wurde.
Am 11. September 1840 wurde er gemartert. Sein Märtyrertod erfolgte so: Der Henker legte eine Schnur um seinen Hals und schob ein Stück Bambus in die Knoten. Mit einer starken Drehung straffte er die Schnur um den Hals des Verurteilten, und dann löste er die Schnur, um dem armen Leidenden einen Moment Zeit zum Atmen zu geben. Dann wurde die Schnur ein zweites Mal fest angezogen und wieder entspannt. Erst nach der dritten Drehung hielt er die Schnur straff, bis der Tod folgte.
Offizielle Aufzeichnungen über Perboyres Hinrichtung bemerken zufälligerweise, dass sein Tod an einem Freitagnachmittag um 3.00 Uhr eingetreten ist, an dem Tag und zu dem Zeitpunkt, an dem Christus seinen letzten Atemzug am Kreuz tat. Einheimische Christen erwarben das Seil und die Kleidung, die am Körper von Perboyre verblieben sind, nachdem er erwürgt wurde, und sein Körper wurde zärtlich neben dem Grab von François-Regis Clet bestattet, auf einem Berg namens Hong, in der Nähe von Wuhan. Unter den Dingen, die jene am meisten bewegt haben, welche Perboyres strafende Verhöre beobachteten, war, als der Magistrat ihm befahl, auf ein Kruzifix zu treten, er es einfach aufhob und küsste, so wie er es tun würde, wenn er die Letzte Ölung erhalten würde.
K. Chesterton (184-1936) beschreibt den christlichen Mut also: „Mut ist fast ein Widerspruch in sich selbst. Er bedeutet einen starken Wunsch zu leben, der die Form einer Bereitschaft zum Sterben hat“. Sowohl Clet als auch Perboyre hofften zu leben und ihren Dienst für die Kirche in China fortzusetzen, aber sie waren bereit zum Tod, als die Vorsehung sie rief.

Die Katholiken von Wuhan gedenken noch immer der Beispiele von Clet und Perboyre. Die Steindenkmäler werden oft umgeben von frischen Blumen, und Seminaristen beten um ihre Fürsprache. Diese Grabsteine wurden während der zerstörerischen Jahre der Kurlturrevolution (1966-1976) in der Wohnung eines einheimischen Katholiken verborgen. Der Bischof von Wuhan, Bernadine Dong Guangqing OFM (1917-2007), ließ sie restaurieren und stellte sie beim katholischen Huayuanshan-Seminar auf. In den letzten Monaten waren die heiligen Stätten von Wuhan Orte des inbrünstigen Gebets vieler Mitglieder der christlichen Gemeinschaft, die an Covid-19 litten und starben. Viele haben das leider der heiligen Clet und Perboyre erfahren, denn auch sie haben um Atem gerungen. Die Gewissheit, dass die heiligen Märtyrer von Wuhan sie im Himmel erwarten, hat den chinesischen Katholiken in dieser Region viel Trost gegeben. Vielleicht sind einige, die gestorben sind, jetzt frei atmend, mit ihnen in das Licht der seligmachenden Anschauung eingegangen, wo Krankheit unbekannt ist.
Gib uns das Martyrium der Seele oder des Leibes
Ich schließe hier mit den Worten des hl. Perboyre, abgebildet auf einem Andachtsbild der heiligen Thérèse von Lisieux: „Genau wie Gott für uns sterben wollte, so sollen wir niemals Angst haben, für Ihn zu sterben.“

Quelle: Apostle Ausgabe Nr. 55 - Sommer 2020 - FSSPX Distrikt Asien
SvataHora
Mögen diese Heiligen unsere Fürsprecher sein und auch für die Christen in China bitten. Die erleben dort schon jetzt fast Zustände wie über kurz oder lang wir alle durch den Antichrist!
Joannes Baptista
Große Märtyrer und mächtige Fürsprecher auch in unseren Tagen:
De Profundis
Ora pro nobis