Vertikale Vollkaskoversicherung und horizontale Vereinsmeierei

Die Vat.2 Konzilskirche ist wirklich eine neue „Kirche“. Sie hat einen neuen Glauben, der sich diametral vom Glauben der Heiligen Kirche unterscheidet. Ihr Gott ist ein anderer. Ihr Menschenbild ist ein anderes. Das Erlösungsgeschehen versteht sie völlig anders. Das Problem ist, dass sie das nicht öffentlich machen will, um den absoluten Machtanspruch nicht zu verlieren. Sie versteckt sich hinter der überlieferten Lehre, Rede und Formensprache der Tradition, insoweit es ihrem eigentlichen Glauben nicht widerspricht sondern diesen sogar fördert.

Wenn die Konzilskleriker irgendwann dann doch mal erwachsen werden und ihren lieben Kindergott etwas hinter sich gelassen haben, dann glauben sie ungefähr folgendes: Das Übernatürliche oder Unsichtbare gibt es nicht. Alles was es gibt, kann durch die menschlichen Wissenschaften mehr oder weniger gut beschrieben werden. Das Heilsgeschehen vollzieht sich rein durch das Innerweltliche. Es gibt eigentlich keine Wunder. Die Realität der Transsubstantiation ist ein Postulat der machtorientierten Identität. Daran muss man glauben, weil es dem Ritus eine unbedingte Kraft verleiht, die die Gemeinschaft noch stärker integriert. Es gibt keinen Teufel. Es gibt keine Hölle. Alle kommen mehr oder weniger sowieso in den Himmel. Alles ist gut. Alles ist nett. Gott ist das Gute, irgendwie vielleicht doch persönlich, aber nichts Genaues weiß man nicht. Das muss offen bleiben.

Gott ist die Lebensenergie. Er fördert das Leben in der Welt. Er will, dass es allen Menschen gut geht, dass alle lebendig sind, dass sich alle selbstverwirklichen. Damit ist Er als das Gute auch in allen Religionen. Man muss nicht katholisch sein oder werden, um gerettet zu werden. Wenn man das Leben liebt und ein „tiefer“ (BerGOG) Mensch ist, dann kommt man ganz bestimmt in den Himmel, egal welche schlechten Taten man begeht. Die spielen keine Rolle, wie bei Tieren auch nicht. Löwen fressen andere Tiere. Das gehört dazu. Viele Menschen lieben u.a. den Ehebruch. Das gehört dann auch zu ihrer Lebendigkeit. In diesem Geist kann jede Unzucht gesegnet werden.

Die konzilskatholischen Kleriker sind die Hüter dieses universellen Guten, das als Person Gott genannt wird und alle Menschen zur Selbsttranszendenz auf das Humanere hinführt. Ab- oder Ausgrenzungen sind schädlich. Sie dürfen nicht sein, weil sie die mitmenschliche Liebesgemeinschaft in ihrem offenen Vollzug beeinträchtigen. Das sakramentale Geschehen und der rituelle Vollzug dienen allein zu deren Konstitution und eben nicht um die Menschen in einen Himmel zu führen, den es im traditionellen Sinn gar nicht gibt. Weil es kein unsichtbares geistliches Wachstum gibt, sondern Entfaltung nur im konkreten Beziehungsmiteinander verstanden wird, werden nach innen gerichtete Kirchengemeinden mit ihren Binnenräume hinter Kirchen- bzw. Klostermauern abgelehnt. Jedes Schutzbedürfnis wird als lieblos angesehen. Nur radikale Offenheit gegenüber allen Menschen jeglicher Religion oder Nichtreligion kann dem selbsttranzendierenden Wachstumsanspruch entsprechen. Immer muss man für Überraschungen bereit sein. Das will der Konzilsgott, der „liebe Gute“, eigentlich der Herr der Welt!

Die Konzilskirche kennt weder die unsterbliche Seele, einen in das Irdische eingreifenden Himmel, die geistliche Dimension noch ein Leben nur für diese. Kontemplation bedeutet für sie deshalb Egoismus und Abschottung gegen liebende Mitmenschlichkeit.

Ich höre hier auf. Die Auflistung könnte unbegrenzt verlängert werden. Es ist klar, dieser tatsächliche und pragmatische Alltagsglaube der Konzilskirche ist nicht mehr katholisch. Es ist ein anderer Glaube.

Heute hat P. Manfred Hösl, S.J, ein neues Video zur Taufe eingestellt:

3. Was bedeutet die Taufe?

Er unterscheidet eine vertikale (Vollkaskoschutz durch Gott) und eine horizontale Dimension der Taufe (Eingliederung in die Gemeinschaft). Damit besteht für ihn die katholische Identität in einer Gemeinschaft von Menschen, die alle eine Art Vollkaskoschutz des Guten haben. Sie bilden eine globale Gesellschaft von eben Gut-menschen, die überall die Weltverbesserung hinträgt. Die Amerikaner haben ein ähnliches Sendungsbewusstsein. Jeder Amerikaner ist ein Apostel der Freiheit. Jeder Konzilskatholik ist ein Apostel der Gutmenschlichkeit.

Deutlich wird sein anderer Glaube, wenn er ab 01:23 wortwörtlich sagt:

„Taufe bedeutet jetzt keine Art Impfung gegen das Böse, wo wir da etwas in das Kind hineinspritzen und dann ist das Kind immun gegen Krankheiten, Einsamkeit oder Liebe…“

Gott ist gemäß des Glaubens der Konzilskirche ein Wunscherfüllungsgott. Entsprechend ist die Taufe auch kein Schild mehr gegen das Böse, eine Widersagung, sondern eine Versicherungspolice mit Gott. Auch das „oder Liebe“ am Ende ist aussagekräftig, selbst als freudsche Fehlleistung.

Hier ist dagegen der Abschnitt zur Taufe aus dem Katechismus des Pius X. Man beachte 298 bis 300:

290 Was ist die Taufe?
Die Taufe ist das Sakrament, das uns zu Christen macht: zu Nachfolgern Jesu Christi, Kinder Gottes und Gliedern der Kirche.
291 Welches ist die Materie der Taufe?
Die Materie der Taufe ist das natürliche Wasser.
292 Welches ist die Form der Taufe?
Die Form der Taufe sind die Worte: Ich taufe dich im Namen des Vaters und des Sohnes und des Heiligen Geistes.
293 Wer ist der Spender der Taufe?
Spender der Taufe ist gewöhnlich der Priester. Im Notfall kann es jeder Mensch sein, auch ein Häretiker oder Ungläubiger, vorausgesetzt, daß er die Absicht hat, das zu tun, was die Kirche tut.
294 Wie spendet man die Taufe?
Die Taufe spendet man, indem man Wasser über den Kopf des Täuflings gießt und gleichzeitig die Worte der Form spricht.
295 Welche Wirkungen ruft die Taufe hervor?
Die Taufe verleiht die erste heiligmachende Gnade und die übernatürlichen Tugenden; sie nimmt die Erbsünde und die persönlichen Sünden, falls solche vorhanden sind, zugleich mit jeder Sündenstrafe hinweg, die wir durch sie verdient haben. Sie prägt das Merkmal des Christen ein und macht uns fähig, die anderen Sakramente zu empfangen.
296 Verwandelt die Taufe den Menschen?
Die Taufe verwandelt den Menschen im Geiste und läßt ihn wie neu geboren werden, indem sie aus ihm einen neuen Menschen macht. Deshalb gibt man dem Täufling den Namen eines Heiligen, der ihm im christlichen Leben Beispiel und Beschützer sein soll.
297 Wozu verpflichtet sich der Täufling?
Wer die Taufe empfängt und dadurch Christ wird, verpflichtet sich, den Glauben zu bekennen und das Gesetz Jesu Christi zu beobachten. Deshalb widersagt er allem, was sich dem entgegenstellt.
298 Wem widersagt man beim Empfang der Taufe?
Beim Empfang der Taufe widersagt man dem Teufel, seinen Werken und all seiner Pracht.
299 Was wird unter den Werken und der Pracht des Teufels verstanden?
Unter den Werken und der Pracht des Teufels versteht man die Sünden, die Eitelkeit der Welt und ihre verderblichen Grundsätze, die dem Evangelium widersprechen.
300 Wie Widersagen die Kinder in der Taufe dem Teufel?
Die Kinder widersagen in der Taufe dem Teufel durch die Taufpaten.
301 Wer sind die Taufpaten bei der Taufe?
Die Taufpaten sind jene, die der Kirche den Täufling vorstellen und in seinem Namen antworten, wenn er ein Kleinkind ist. Als geistliche Eltern verpflichten sie sich, für die christliche Erziehung des Kindes zu sorgen, falls die eigenen Eltern darin fehlen sollten. Sie müssen deshalb gute Christen sein.
302 Sind wir verpflichtet, die Versprechen und die Widersagungen zu halten, welche die Paten in unserem Namen bei der Taufe gemacht haben?
Wir sind verpflichtet, die Versprechen und die Widersagungen zu halten, welche die Paten in unserem Namen bei der Taufe gemacht haben, weil die Paten uns nur das auferlegen, was Gott allen auferlegt und was wir selbst versprechen müssen, um gerettet zu werden.
303 Innerhalb Welcher Frist müssen die Eltern (oder wer immer ihre Stelle vertritt) das Kind taufen lassen?
Die Eltern oder ihre Stellvertreter müssen das Kind spätestens zehn Tage nach der Geburt taufen lassen. Es geziemt sich, dem Kind die Gnade und die ewige Glückseligkeit sofort sicherzustellen, da es sehr leicht sterben könnte. Bei Lebensgefahr ist sofort nach der Geburt die Nottaufe zu spenden.“
Katechismus der katholischen Lehre des hl. Papst Pius X., S. 107 – 110.

Wann werden endlich die Konsequenzen gezogen und der neue Glaube der Konzilskirche öffentlich bewusst gemacht?