Tina 13
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Spaniens Ritter, den die Mauren „El Cid“ nannten

Spaniens Ritter, den die Mauren „El Cid“ nannten

Unter dem Namen „El Cid“ wurde Rodrigo Diaz de Vivar zur Symbolfigur der Reconquista. Der kastilische Adelige kämpfte im 11. Jahrhundert gegen maurische Herrscher – und christliche Konkurrenten.

ines der frühesten Zeugnisse der spanischen Nationalliteratur ist der um 1235 entstandene „Cantar de mio Cid“ (Gesang von meinem Cid). Es ist inspiriert vom Leben des kastilischen Edelmannes Rodrigo Diaz de Vivar, genannt „El Cid“. Darin werden die Taten eines vorbildlichen Ritters geschildert, „der zur guten Stunde sein Schwert angelegt hat“.

Er erringt unsterblichen Ruhm und Ehre, gründet eine Dynastie und steht schließlich fast auf einer Stufe mit dem Königshaus. Doch der historische Cid war nicht immer so edelmütig und makellos, wie es das Epos seinen Lesern glauben machen will.

Anfang Oktober 1072 geschah in Kastiliens Hauptstadt Burgos etwas Ungeheuerliches. Ausgerechnet der königliche Bannerträger, Rodrigo Diaz de Vivar, weigerte sich, dem neuen König Alfonso VI. seinen Treue-Eid zu leisten. Es sei denn, der Monarch würde dreimal auf die Bibel schwören, dass er nicht an der Ermordung seines Bruders Sancho beteiligt gewesen sei.

Zitternd vor Wut kam Alfonso diesem demütigenden Verlangen nach, aber er vergab dem Ritter seine Handlungsweise nie. Es war die Geburt einer bitteren Feindschaft und des Mythos von „El Cid“.

Spanien war Ende des 11. Jahrhunderts ein unglückliches, zerrissenes Land. Im Norden kämpften die christlichen Königreiche Kastilien, Aragón und Navarra gegeneinander. Im Süden, „al-Andalus“ genannt, hielten es die arabischen Emirate von Granada, Toledo, Valencia, Cordoba und Saragossa nicht anders. Jeder kämpfte gegen jeden, nicht nur Mauren gegen Christen, wie häufig angenommen wird.

In dieser ambivalenten Situation wurde um 1045 Rodrigo Diaz de Vivar geboren, Sohn eines kastilischen Kleinadeligen. Er diente seinem König Fernando als Krieger, eroberte die Stadt Calahorra und wurde schon in jungen Jahren „Alférez Mayor“ (Bannerträger), also erster Ritter Kastiliens.

El Cid und Sancho II. – ziemlich beste Freunde

Nachdem Fernando 1065 gestorben war, regierte dessen ältester Sohn Sancho II., ein persönlicher Freund Rodrigos. Letzterer stand ihm nicht nur in zahllosen Gefechten zur Seite, sondern auch als juristischer Berater. Anders als viele Ritter jener Zeit konnte Rodrigo lesen, schreiben und beherrschte sogar Fremdsprachen.

All das wurde jedoch von seinem kriegerischen Ruhm überstrahlt. Er verlor keinen einzigen Kampf; die Mauren nannten ihn respektvoll al-sayyid (der Herr oder der Führer), woraus später „El Cid“ wurde; die Spanier allerdings sprachen stets von „El Campeador“ (der Kämpfer).

1072 wurde König Sancho II. während der Belagerung der Festung Zamora hinterrücks ermordet. Es spricht einiges dafür, dass sein ehrgeiziger Bruder Alfonso dabei die Hände im Spiel hatte oder zumindest von dem Mordkomplott wusste. Deshalb verlangte der Cid von ihm den eingangs geschilderten Unschuldseid. König Alfonso VI. hegte seitdem einen finsteren Groll gegen ihn, konnte aber dem populären Ritter zunächst nichts anhaben. Er erlaubte sogar, dass der Cid eine entfernte Verwandte des Königshauses, Jimena de Oviedo, heiratete.

DIE GESCHICHTE DER KREUZZÜGE

Erst eine Hofintrige lieferte dem König im Jahr 1081 einen Vorwand, seinen Bannerträger aller Güter zu berauben und des Landes zu verweisen. Der Cid schwor angeblich, sich solange nicht mehr zu rasieren, bis er begnadigt sei. Sein einziges Kapital bestand nun in seinen Führungsqualitäten und in der Treue seiner Männer.

Als freier Kriegsunternehmer trat er mit seinem Unterfeldherren Minaya Albarfañez nebst einigen Hundert ritterlichen Söldnern formell in die Dienste des al-Mutamin, Emir von Saragossa. Auf seinem weißen Schlachtross „Babieca“ kämpfte der Cid gegen Mutamins aufsässigen Bruder und, wenn es sein musste, auch gegen christliche Truppen.

1085 trat eine entscheidende Wende ein. Kastilische Ritter eroberten Toledo, eine der bedeutendsten Städte Spaniens. Dadurch alarmiert, begingen die maurischen Emire einen verhängnisvollen Fehler: Sie wandten sich um Waffenhilfe an die nordafrikanischen Almoraviden, fanatische und straff organisierte islamische Glaubenskrieger. Diese schwarz gekleideten Berber aus dem heutigen Marokko kamen der Einladung nur zu gern nach, landeten 1086 in Spanien und fügten König Alfonso bei Sagrajas eine schwere Niederlage zu.

Nur der Cid konnte die Mauren besiegen

In der Folgezeit besetzten sie wichtige strategische Stützpunkte, entmachteten die einheimischen Machthaber und bedrohten sogar das kastilische Kernland. Nun konnte nur noch der Cid helfen. Mit seinen gepanzerten Rittern schlug er die zahlenmäßig weit überlegenen Almoraviden in mehreren Gefechten und erbeutete mehr als 500 Pferde. „Viele Mauren hat er getötet, wenige ließ er am Leben, denn die Verfolgung ging ohne Unterlass weiter“, heißt es im „Cantar de mio Cid“.

Nachdem die größte Gefahr vorüber war, beschloss Rodrigo, den Krieg auf eigene Faust zu führen. „Er war vermutlich besessen von der Idee eines vereinten Spanien, dem Kampf gegen die Mauren und einer kulturellen christlichen Vorherrschaft auf der iberischen Halbinsel“, schreibt der britische Historiker David Nicolle in seinem Buch „El Cid and the Reconquista“.

1093 zog er mit einem Heer vor die Stadt Valencia an der Mittelmeerküste, die im Vorjahr von den Almoraviden erobert worden war. Während einer Schlacht versetzte er dem feindlichen Feldherren Fariz mit seinem gut ein Meter langen Schwert „La Tizona“ einen Hieb „so mächtig, dass die Rubine auf dem Helm aus ihrer Fassung sprangen, Helm und Kopf wurden gespalten und dann sein ganzer Körper bis hin zur Hüfte“.

Im Juni 1094 kapitulierte Valencia. Eine fromme Legende behauptet, El Cid habe die Krone der Stadt seinem ehemaligen Herrn Alfonso von Kastilien angetragen. Tatsächlich dachte er nicht daran, seine wertvolle Eroberung einem Mann auszuhändigen, der ihn entehrt und enteignet hatte. Vielmehr regierte Rodrigo als „Herr und oberster Richter“ selbst in Valencia – übrigens wegen seiner Strenge und Raffgier wenig beliebt bei der moslemischen Bevölkerung.

Er schuf sich damit ein selbstständiges Fürstentum, losgelöst von dem weltlichen Schutz des Königs von Kastilien und der kirchlichen Bevormundung durch den Erzbischof von Toledo. Dieses praktisch immer belagerte Besitztum konnte er erfolgreich verteidigen. Ein Entsatzheer der Almoraviden wurde in der Schlacht bei Cuarte zurückgeschlagen.

Im Juli 1099 starb der Cid, nicht an einer maurischen Pfeilwunde, wie der Monumentalfilm von Anthony Mann (1961) suggeriert, sondern ganz unspektakulär im Bett. Seine Frau Jimena verteidigte Valencia noch drei Jahre gegen die anstürmenden Araber. Dann musste sie 1102 die Stadt aufgeben.

Der sterblichen Überreste des Cid wurden in seine Heimat Kastilien überführt. Dort ruht sein Leichnam bis heute in der Kathedrale von Burgos. Auf seinem Grab findet sich die Inschrift: „Alle Menschen erreicht die Ehre des Mannes, der unter einem glücklichen Stern geboren wurde.“

Jan von Flocken ist Journalist und Historiker und hat zahlreiche Bücher, darunter „Geschichten zur Geschichte“ sowie zur Militärgeschichte, veröffentlicht. Er lebt bei Berlin.

www.welt.de/…/Spaniens-Ritter…
Tina 13
😇
eucarandal
En España y en especial en Asturias la devoción a la Santina es muy grande. Su protección ha sido importantísima. Viva La Santina, Viva Asturies.
eucarandal
Así es, ahí empezamos luchando para conseguir echar a los moros, ocho siglos tardamos, para quienes se creen que los Españoles no son tenaces. Ahora la mezquita de Córdoba es de nuevo una iglesia, aunque algunos traidores quisieran volverla hacer de alá. Y sabes quién estuvo desde el principio con Don Pelayo? La Virgen de Covadonga, "La Santina". A Ella, la Santísima Virgen, se lo debemos, y no …More
Así es, ahí empezamos luchando para conseguir echar a los moros, ocho siglos tardamos, para quienes se creen que los Españoles no son tenaces. Ahora la mezquita de Córdoba es de nuevo una iglesia, aunque algunos traidores quisieran volverla hacer de alá. Y sabes quién estuvo desde el principio con Don Pelayo? La Virgen de Covadonga, "La Santina". A Ella, la Santísima Virgen, se lo debemos, y no se lo agradecemos lo suficiente.
es.m.wikipedia.org/wiki/Virgen_de_Covadonga
Vered Lavan
@eucarandal - Don Pelayo = Es considerado el primer héroe nacional de España y su victoria en la Batalla de Covadonga es considerada como el inicio de la Reconquista.
eucarandal
Jaja, dooonde? El primer rey de Asturias!!!
Vered Lavan
@eucarandal - Sí, y también Don Pelayo! 😇 🤗 🤗
eucarandal
@Vered Lavan Conrad Adenahuer y David Ben Gurión, is good!!.
🤗 🤗
eucarandal
Gracias @Tina 13 por poner al Cid, el héroe Español.
Tina 13
😇
eucarandal
🤗
eucarandal
Yo vivo en Zamora. La ciudad de la Reina Doña Hurraca. La ciudad que no pudo tomar el Cid. Hierro, polvo, sol, fatiga y hambre, por la terrible estepa Castellana, el Cid cabalga.
Tina 13
"Unter dem Namen „El Cid“ wurde Rodrigo Diaz de Vivar zur Symbolfigur der Reconquista. Der kastilische Adelige kämpfte im 11. Jahrhundert gegen maurische Herrscher – und christliche Konkurrenten."