M.RAPHAEL
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Die „freiwillige“ Unterwerfung unter die Macht ist böse

In der heutigen Heiligen Messe (10. Sonntag nach Pfingsten) haben wir das Evangelium Lk 18, 9-14 gehört. Schnell wird dann eine Assoziation zwischen dem selbstgerechten Pharisäer und den „rigiden“ erbarmungslosen Tradis hergestellt, während der demütige Zöllner für die armen, von der „überholten“ Sexualmoral verfolgten, modernen Katholiken steht.

So ist es aber nicht. Denn der Zöllner bekennt in Demut und Reue seine Sündhaftigkeit (vgl. Lk 18,13). Die modernistischen Sexualisten der Konzilskirche tun das ja gerade nicht. Die segnen die Sünde und stellen damit die gesamte Moral Gottes auf den Kopf. Das bedeutet nicht nur Gottes- sondern auch Menschenverachtung.

Seit einigen Tagen mache ich eine furchtbare Erfahrung mit Menschenverachtung. Menschen, die man für seine Freunde gehalten hat, entpuppen sich eines Tages als rücksichtslose Vorteilsnehmer. Man erkennt, dass sie einen immer nur „geliebt“ haben, weil sie einen ausbeuten konnten. Sie hatten einen immer nur „zum Fressen gern“. Weil sie entsprechend rücksichtslose Vorteilsnehmer sind, sind sie im Regelfall mächtig und reich. Da wird für einen die Versuchung verzückend, sich diesen erfolgreichen Siegertypen und Machtmenschen „freiwillig“ zu unterwerfen. Das läuft natürlich auf ihre Anbetung hinaus. Vielleicht lassen die dann ein paar Brotkrumen unter den Tisch fallen, die man dann, zwischen dem Lecken der Füße der Unterdrücker, begierig runterschluckt.

Es ist nicht leicht, die Erfahrung der Menschenverachtung zu machen. Da hat man es direkt mit dem Bösen zu tun. Gerade liebe und nette Sklaven der Konzilskirche, weil ohne Schutz durch den wahren Gott, sind meistens sehr schwach. Ohne die Einwohnung Gottes haben sie nicht die Kraft für die entschiedene Schwäche des Herrn. Deshalb biedern sie sich der Macht und der Unterdrückung an. Im Sinne des Stockholmsyndroms beginnen sie sich mit ihrer eigenen Versklavung durch den NOM zu identifizieren. Sie wollen vor den coolen Priesteranimateuren auf- und niederspringen. Sie wollen sich auf deren Befehl hin als gehorsame Sklaven beweisen. Vielleicht erhaschen sie einen Sympathiebeweis von einem Starpriester aus den Medien.

In die Konzilskirche gibt es viele Menschenverächter. Die lieben die Unterwerfung da unten in den Kirchenbänken. Sie sind machthungrige Unterdrücker. Sie wollen ihre mediale Attraktivität rücksichtslos ausspielen. Wer denen mit der römischen Liturgie kommt, der missachtet ihre narzisstische Forderung nach Ehrerbietung. Sie hassen das Schweigen, die Stille, das Knien vor dem Hochaltar, den Empfang der Kommunion mit dem Mund, etc. All das nichtet ihr Talent der medial wirksamen und sympathischen Menschenführung/-unterdrückung. Kapitel 6 und 7 der Benediktusregel wird von ihnen deshalb vollkommen ignoriert. Diese Weisungen verhindern die Machtübernahme, weil nach unten gerichtete Augen keine offenen Einfallstore für das Aussaugen der Seele mehr sind. Die Regel des Hl. Benedikt schützt die kontemplativen Seelen vor den aktiven Humanisten, den coolen und „zärtlichen“ (BerGOG) Konzilsklerikern, die die Macht übernehmen wollen. Die Klöster der Stille werden durch Konzilsstifte mit sympathischen und weltoffenen Priestergemeinschaften ersetzt. Weil die Klostermauern die schweigsamen und demütigen Beter schützen, müssen auch diese weg.

Die sozialtalentierten Konzilskleriker wollen durch den NOM verhindern, dass Gott in der Seele der Gläubigen Wohnung nimmt. Er soll keine innere Verwandlung des ganzen Menschen bewirken. Er soll als äußere Zurechnung eine liebe Kindheitserinnerung bleiben, die dann im Sinne einer „lebendigen Beziehung zwischen den Menschen“ zur unbedingten Unterwerfung unter das Gutmenschenkollektiv umgedeutet wird. Die „lieben“ Konzilskleriker mit unzüchtigem Hintergrund werden dabei genauso einfühlsam und verständnisvoll vorgehen wie bei der Verführung ihrer sexuellen Opfer.

Wir sind Soldaten, Rennruderer der Schmerzen mit Kurs auf den Himmel. Wir sind nicht lieb. Niemals werden wir uns freiwillig der Gewalt, der Macht und dem Reichtum der Gutmenschen und der Konzilskirche unterwerfen. Niemals!!! Es würde auch nicht funktionieren. Jede Unterwerfung generiert immer mehr Verachtung. Liebe und Respekt kann man sich nicht durch Bücklinge erarbeiten. Im Gegenteil.

Wir würden der Seele der Aggressoren schaden, wenn wir sie auch nur eine Sekunde glauben ließen, dass wir mit ihrer Machtgier freiwillig einverstanden wären. Wir müssen ihnen die Stirn bieten. Wenn sie uns dann kreuzigen, haben wir gewonnen. Aber wenn wir freiwillig unter ihrer Knute dahinvegetieren, haben wir verloren. Dann haben wir Christus verraten. Dann hat die ewige Liebe verloren. Deshalb ist der Film „Silence“ so entlarvend bzgl. der Jesuiten.