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Damit der Katholik nicht an Magengeschwüren erkankt in diesem geistigen Chaos, sollte er seiner Seele etwas Gutes tun.

Papst Pius XI. schrieb auch in schwerer Zeit und sah die geistige Not der Menschen. Er wollte, dass sie durch geistliche Uebungen ihr seelisches Gleichgewicht finden und schrieb in "Mens Nostra"
" Die richtige Wirkung der Gottesliebe ist nämlich die, dass die geheiligte Seele, in der Gott mit seiner Gnade wohnt, einen wunderbaren Drang empfindet, auch andere an der Erkenntnis und Liebe des unendlichen Gutes teilhaben zu lassen,..."

Auszug aus der Enzyklika:

"...
Wirklich, Ehrwürdige Brüder, wenn einer die Zeit, in der Wir leben, nur oberflächlich betrachtet, so wird er mehr als einmal die Bedeutung, den Nutzen und die Zeitgemäßheit der heiligen Exerzitien anerkennen müssen. Die tiefste Krankheit unserer Zeit und die reichlich fließende Quelle der Übel, die alle Gutgesinnten beklagen, ist jener Leichtsinn, jene Unbedachtsamkeit, die die Menschen auf Abwege führt. Daher kommt die beständige, gänzliche Ausgegossenheit an die Außendinge, jener unersättliche Durst nach Reichtum und Vergnügen, der das Verlangen nach den höheren Gütern in den Menschen immer mehr schwächt und zum Verlöschen bringt und sie so in den äußeren, vergänglichen Dingen gefangen hält, dass er ihnen jeden Gedanken an die ewigen Wahrheiten, an Gottes Gesetz und an Gott selbst, den einzigen Ausgang und Zielpunkt alles Geschaffenen, unmöglich macht.

Und doch hat Gott nach seiner unendlichen Gnade und Barmherzigkeit auch in unseren Tagen nicht aufgehört – wie sehr auch die sittliche Verderbnis um sich greift – die Menschen durch reichlichste Spendung von Gnaden an sich ziehen, was für ein besseres Schutz- und Heilmittel gegen diese Krankheit, an der die Menschheit so schwer leidet, könnten Wir wohl vorschlagen als die Einladung an diese entnervten Menschen, die sich um die Ewigkeit nicht mehr kümmern, sich in den geistlichen Übungen wieder zu sammeln ?

Wahrhaftig, wären die Exerzitien nichts anderes als ein kurzer Urlaub von einigen Tagen, in dem der Mensch, fern vom gewohntem Umgang mit den anderen ledig der Last seiner Sorgen, Zeit und Gelegenheit hat, nicht in eitlem Nichtstun die Tage zu verbringen, sondern einmal über die entscheidenden Fragen sich klar zu werden, die von jeher die Menschheit am tiefsten berührt haben, nämlich über seinen Ursprung und sein Lebensziel, „woher er kommt und wohin er gehe“: es müsste doch schon jeder zugeben, dass sich aus den geistlichen Übungen kein kleiner Nutzen gewinnen lasse.

Aber noch Größeres bietet diese stille Einsamkeit: indem sie dem Menschen zur Aufgabe macht, genau und gründlich Umschau zu halten in dem, was er bisher gedacht, gesagt, getan habe, fördert sie auf wunderbare Weise die natürlichen menschlichen Fähigkeiten.

In dieser wunderbaren Geistesschule soll sich der Verstand gewöhnen, die Dinge reichlich zu überlegen und richtig abzuschätzen, der Wille soll stark und fest werden, die Triebe unter die Herrschaft der Vernunft gebracht werden, die ganze Lebensführung soll unter Leitung des denkenden Verstandes eine bestimmte vernunftgemäße Richtung bekommen.

So bekommt die Seele endlich ihren angeborenen Adel und ihr Würde wieder, wie das der heilige Papst Gregor in seinem Pastoralbuch in einem treffendem Gleichnis darstellt: „Der Menschengeist ist wie das Wasser: wird es eingeschlossen, so steigt es und sammelt sich, weil es zur Höhe strebt, von der es gekommen ist; lässt man es aber frei, dann verläuft es sich, weil es sich nutzlos über die Erde hin verliert.“

Ferner wird durch die Übung in heiligen Betrachtungen nicht nur „die im Herrn sich freuende Seele durch gewisse, aus dem Stillschweigen sich ergebende Anregungen belebt und mit unaussprechlichen Freuden erfüllt“, wie der heilige Eucherius, Bischof von Lyon, so fein sagt, sondern sie wird auch zu jenem himmlischen Mahle geladen, von dem Lactantius sagt: „Keine süße Speise gibt es für den Geist als die Erkenntnis der Wahrheit.

Die Seele geht so nach den Worten eines alten Verfassers, den man lange für Basilius den Großen gehalten hat, „in die Schule der himmlischen Weisheit und übt sich in göttlichen Künsten“, wo „Gott das einzige ist, was man lernt, und der einzige Weg, auf dem man fortschreitet und das einzige, durch das man zur Erkenntnis der höchsten Wahrheit gelangt. „ Daraus wird klar, welche Kraft den geistlichen Übungen innewohnt, sowohl um die natürlichen Fähigkeiten des Menschen zu vervollkommnen, als auch um den übernatürlichen, den christlichen Menschen zu bilden.

Gerade in unserer Zeit, in der dem echten Geist Christi, dem Geist der Übernatur, der doch geradezu das Wesen unserer heiligen Religion ausmacht, so viele hemmende Schranken gesetzt werden, indem der weit und breit herrschende Naturalismus die Glaubenskraft schwächt und die Glut der christlichen Liebe auslöscht, gerade da ist es notwendig, dass der Mensch sich dem „Bann jener Nichtigkeiten entwinde, der das Gute verdunkelt“ (Weish. 4,12).

Er muss in jene selige Einsamkeit flüchten, wo er, in der Schule Gottes gebildet, das Leben nach seinen wahren Werte einzuschätzen lernt, der im alleinigen Dienst Gottes besteht. Dort wird er zur heiligen Furcht Gottes gelangen; wird die Nichtigkeit der Erdendinge unverhüllt durchschauen; wird, von dem, der „der Weg, die Wahrheit und das Leben“ (Joh. 14,6) ist, durch das Wort und Beispiel gerufen, den alten Menschen auszuziehen, sich selbst verleugnen und durch Übung von Demut, Gehorsam und freiwilliger Buße Christus anziehen und sich bemühen, zum „vollkommenen Mann“, zu jenem „Vollmaß der Altersreife Christi“ (Eph. 4,13) zu gelangen, von dem der Apostel spricht.

Ja, er wird mit ganzer Seele verlangen, dem Apostel das Wort nachsprechen zu können: „Ich lebe, nein, nicht mehr ich, Christus lebt in mir“ (Gal. 2,20). Auf diesen Stufen steigt die Seele bis zur vollendeten Heiligkeit auf, bis zur innigsten Vereinigung mit Gott, unter der Einwirkung der göttlichen Gnade, die sie in jenen Tagen besonders durch inniges Gebet und durch eifrigeren Empfang der heiligen Geheimnisse sich erfleht hat.

Diese Wirkungen, Ehrwürdige Brüder, sind wirklich einzigartig und überaus kostbar und übersteigen weit die natürlichen Kräfte; wer sie an sich erfährt, findet die Ruhe, das Glück und den wahren Frieden, Güter, nach denen das Menschenherz so sehr hungert und die heutige, vom Fieber der Genusssucht ergriffene Gesellschaft in der Jagd nach den fraglichen vergänglichen Gütern, im Lärm und Hasten des Lebens vergebens sucht.

Im Gegensatz zu letzterem wohnt den geistlichen Übungen erfahrungsgemäß eine wunderbare Kraft inne, den Menschen zum Frieden und zur Heiligkeit des Lebens zu führen. Das beweist die Erfahrung von Jahrhunderten, vielleicht aber am meisten die Geschichte unsere Zeit, in der unzählige aus gutgemachten Exerzitien hervorgehen „in Christus verwurzelt und eingebaut“ (Kol. 2,7), voll Klarheit und Freude, von jenem Frieden durchströmt, „der alle Vorstellungen übersteigt“ (Phil. 4,7).

Apostelschule
Aus dieser christlichen Vollkommenheit, die, wie die Erfahrung lehrt, die geistlichen Übungen vermitteln, folgt nun außer dem inneren Frieden wie von selbst in reichem Maße eine andere kostbare Wirkung, die für das Gemeinschaftsleben von keiner kleinen Bedeutung ist: Das Verlangen, Seelen für Christus zu gewinnen, der „Apostelgeist“. Die richtige Wirkung der Gottesliebe ist nämlich die, dass die geheiligte Seele, in der Gott mit seiner Gnade wohnt, einen wunderbaren Drang empfindet, auch andere an der Erkenntnis und Liebe des unendlichen Gutes teilhaben zu lassen,..."

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Mir vsjem
Nicht oft genug kann man diese erhabenen Worte aus der wahren Heiligen Kirche vorbringen.
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SCIVIAS+
Es ist ein großes Versäumnis das solche Sachen nicht umfassend bekannt gemacht wurden, und seien wir uns mal ehrlich, ob Sie in der heutigen Zeit noch etwas auszurichten vermögen ist fraglich. ZU SPÄT UND ZU UNBEKANNT. Aber wenigstens ein paar wenige mehr.
Ich glaube, dass viele Jugendliche an geistlichen Vorträgen über die göttlichen Wahrheiten interessiert sind. Sie werden ihre Parties irgendwann mal satt haben und auch kein Glück darin sehen, täglich hart arbeiten zu müssen und abends vor einem langweiligen Fernsehprogramm zu sitzen.