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Rettungsring im Gräuel der Verwüstung

archangelus
1112
Predigt von P. Michael Wildfeuer am letzten Sonntag nach Pfingsten (24.11.2019)
onda
Bibiana
"Du bist Petrus, der Fels, und auf diesem Felsen will ich Meine Kirche bauen".
Damit ist die katholische Kirche gemeint - alle anderen Kirchen sind Abspaltungen.
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Rückkehr-Ökumene
Die katholische Kirche und insbesondere der katholische Glaube ist eine unteilbare Ganzheit. Das hat insbesondere der hl. Cyprian dargelegt, es u.a. mit dem ungenähten Rock Christi begründet und in dem schönen Bild zusammengefasst: „Die Einheit des Lichtes ist der Teilung nicht fähig“

Man wird zur Verteidigung der gegenteiligen Behauptung, dass der Glaube aus Teilen, nämlich den einzelnen Glaube…More
Die katholische Kirche und insbesondere der katholische Glaube ist eine unteilbare Ganzheit. Das hat insbesondere der hl. Cyprian dargelegt, es u.a. mit dem ungenähten Rock Christi begründet und in dem schönen Bild zusammengefasst: „Die Einheit des Lichtes ist der Teilung nicht fähig“

Man wird zur Verteidigung der gegenteiligen Behauptung, dass der Glaube aus Teilen, nämlich den einzelnen Glaubenswahrheiten besteht, vielleicht einwenden: Man kann doch z. B. irgendeine Glaubenswahrheit für sich betrachten, also hat man dann doch einen Teil des Glaubens und damit einen Teil der Kirche erhalten. Nein, das ist ein Irrtum! Man kann freilich eine solche Glaubenswahrheit für sich betrachten, das heißt aber nicht, dass sie ein Teil des Glaubens ist.

Denn die einzelne Glaubenswahrheit besteht in zwei Momenten, nämlich einerseits in dem Glaubensinhalt, den sie zum Ausdruck bringt und andererseits in den Beziehungen in denen sie zu den anderen Glaubensinhalten steht.

Wenn man nun eine Glaubenswahrheit für sich betrachtet, dann heißt das, dass man sie nur durch einen geistigen Akt der Loslösung von den anderen Glaubenswahrheiten als einzelne erhält.

Dieser geistige Akt der Loslösung ist ein Akt der Abstraktion, wodurch von den objektiv bestehenden Beziehungen zu den anderen Glaubenswahrheit abgesehen wird. Als einzelne betrachtet erhält man also nur ihre inhaltliche Seite, die zweite Seite dieser Glaubenswahrheit, nämlich ihre Beziehungen zu allen anderen Glaubensaussagen, wird sozusagen weggeblendet.

Der springende Punkt dabei ist nun der, dass durch das Absehen von diesen Beziehungen dieselben keineswegs aufgehoben werden, sie bestehen vielmehr unverändert weiter, sie werden nur nicht beachtet!

Die Nichtbeachtung hebt diese Beziehungen nicht auf, ja sie berührt sie gar nicht. Also kann durch die Nichtbeachtung der Beziehungen kein Teil des Glaubens erzeugt werden.

Die Loslösung einer Glaubenswahrheit von den anderen Glaubenswahrheiten ist die Tat eines denkenden Subjektes. Die Loslösung vollzieht die abstrahierende Person, denn die betreffende Glaubenswahrheit ist nicht der Sache nach losgelöst, also kein Teil des Glaubens, sie bleibt vielmehr in den Beziehungen zu den anderen Glaubenswahrheiten verankert; sie ist nur für den sie geistig Fixierenden losgelöst, weil er von jenen Beziehungen absieht.

Nun ist es keineswegs meine Absicht, das abstrahierende Denken zu verteufeln. Im Gegenteil, das abstrahierende Denken ist notwendig, denn der Mensch ist nicht in der Lage, den Glauben als Ganzes in der Reflektion zu erfassen. Er ist gezwungen, sich in der Reflektion auf jeweils einen Aspekt des Glaubens einzuschränken und diese Einschränkung kann er bewerkstelligen, weil er die Fähigkeit besitzt, von den anderen Glaubenswahrheiten zu abstrahieren.

Nur darf ihn diese Abstraktionsfähigkeit nicht dazu verleiten, das Abstraktionsprodukt, die einzelne Glaubenswahrheit, als unabhängig von den anderen Glaubenswahrheiten anzusehen, also sie als Teil oder Element des Glaubens zu betrachten.

Mit etwas anderen Worten: Wenn man eine spezielle Glaubenswahrheit in den Blick fasst, dann sieht man ab von etwas, was unverändert weiter besteht, nämlich von ihrer Anbindung an die anderen Glaubenswahrheiten. Das Absehen von diesen Bindungen kann diese Bindungen nicht aufheben, sie existieren, ob ich von ihnen absehe oder nicht.

Die Ansicht von der Zusammensetzung des Glaubens aus Teilen beruht auf dem Irrtum, dass das Absehen von der Anbindung der einzelnen Glaubenswahrheit an alle anderen, die Anbindung selbst aufhebt und dadurch die einzelne Glaubenswahrheit objektiv verselbständigt wird. (Der Häretiker vollzieht also einen doppelten geistigen Akt. Zunächst reißt die einzelne Glaubenswahrheit aus ihren Zusammenhängen, erhält sie dadurch als eine vereinzelte, und dann leugnet er sie.)

Infolge der Abstraktion erhält man also nur die eine Seite der betreffenden Glaubenswahrheit, ihren Inhalt, ihre andere Seite, die in jenen Beziehungen besteht, wird weggeblendet. Durch Abstraktion erhält man sie also gar nicht in ihrer Totalität, sondern von dieser nur die eine, nämlich die inhaltliche Seite.

Die angeblichen Glaubensteile sind also in Wirklichkeit Abstraktionsprodukte in Bezug auf den Glauben, die nur die eine Seite der betreffenden Glaubenswahrheiten festhalten.

Der Begriff „Glaubensteil“ bringt also nur scheinbar einen objektiv bestehenden Sachverhalt zum Ausdruck. In Wirklichkeit ist die Vereinzelung ein subjektives Erzeugnis, nämlich ein Produkt des abstrahierenden Denkens.

Dieses Abstraktionsprodukt kommt zustande, indem eine abstrahierende geistige Tätigkeit auf einen Aspekt des Glaubens angewendet wird. Anstatt von Elementen des Glaubens sollte man deshalb besser von Aspekten des Glaubens sprechen. Diese Bezeichnung bringt nämlich das abstrahierende Tun des denkenden Subjektes zum Ausdruck (aspicere = anschauen, nämlich das Anschauen des unteilbaren Glaubensganzen von einer bestimmten Seite).

Aber das wäre nicht im Sinne des Pastoralkonzils, denn dann würde deutlich, dass es sich um Aspekte von verschiedenen und sich teilweise widersprechenden Glaubensganzen handelt, und infolge der Anbindung an diese keine Gemeinsamkeiten sind.

Aus diesen Überlegungen kann man nun eine Folgerung ziehen, die für die Beurteilung des pastoralkonziliaren Ökumenismus von ausschlaggebender Bedeutung ist: Die angeblichen Gemeinsamkeiten im Glauben der katholischen Kirche und einer anderen christlichen Gemeinschaft, insbesondere einer protestantischen Gemeinschaft, sind in Wirklichkeit gar keine Gemeinsamkeiten im Glauben, sondern es sind Gemeinsamkeiten in Bezug auf Abstraktionsprodukte der entsprechenden Glaubensbekenntnisse. Dabei wird jeweils auch von der Anbindung an verschiedene, ja von der Anbindung an sich widersprechende Glaubenswahrheiten abstrahiert.

Da die einzelnen Glaubenswahrheiten aber durch die Anbindungen an die anderen Glaubensaussagen des betreffenden Glaubens gebunden sind, wird eine Gemeinsamkeit vorgegaukelt, die in Wirklichkeit nicht besteht.

Die so durch Abstraktion von Widersprüchen erzeugten scheinbaren Gemeinsamkeiten sind also keine Gemeinsamkeiten der betreffenden Bekenntnisse, sondern es sind nur übereinstimmende Abstraktionsprodukte.

Mit Abstraktionsprodukten lässt sich aber schwerlich der Ökumenismus im Sinne des Pastoralkonzils auf den Weg bringen.

Dieser Ökumenismus beruht nämlich auf der Vorstellung von Gemeinsamkeiten in den Bekenntnissen der christlichen Religionen, was die letzten Päpste übereinstimmend mit den Worten zum Ausdruck brachten: „Was uns eint, ist viel größer als was uns trennt“, und sie haben diese Überzeugung sogar als das Wesen des Ökumenismus des Pastoralkonzils bezeichnet. Dahinter steht ganz offenbar die Elemente-Ekklesiologie.

Warum haben die vorkonziliaren Päpste nicht so gesprochen? Weil für sie die Kirche ein unteilbares Ganzes war, das also nicht aus Elementen besteht. Und deshalb vertraten sie die Rückkehr-Ökumene, wogegen ihre Nachfolger gemeinsam mit dem Pastoralkonzil für eine der Rückkehr-Ökumene widersprechende Koexistenz-Ökumene eintraten; auch Benedikt XVI. steht hinter ihr.
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Eugenia-Sarto
Ein praktisches Beispiel für die Unmöglichkeit der Elementheologie:
Protestanten glauben z.B. an die Gottheit Christ, aber nicht an die Unbefleckte Empfängnis der Muttergottes und ihre völlige Sündelosigkeit.

Das ist unmöglich, denn dann wäre nach den Protestanten Jesus Christus als der Gottmensch aus in einer sündigen Mutter geboren. Daran sieht man die schreckliche Häresie, wenn nur ein Teil …More
Ein praktisches Beispiel für die Unmöglichkeit der Elementheologie:
Protestanten glauben z.B. an die Gottheit Christ, aber nicht an die Unbefleckte Empfängnis der Muttergottes und ihre völlige Sündelosigkeit.

Das ist unmöglich, denn dann wäre nach den Protestanten Jesus Christus als der Gottmensch aus in einer sündigen Mutter geboren. Daran sieht man die schreckliche Häresie, wenn nur ein Teil der katholischen Lehre geglaubt wird.
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Liberanosamalo
Einfach super, Pater Wildfeuer, besser kann man es nicht ausdrücken! Vergelt's Gott!
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M.RAPHAEL
Das große Problem ist die Verkürzung und Pervertierung der göttlichen Vernunft zur rationalistischen und universalistischen Vernunft, die den Interessen der Selbstvergötzer zu dienen hat.
M.RAPHAEL
Vielen Dank, P. Michael Wildfeuer.
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Eugenia-Sarto
Möge Gott uns auch zu seinen Lieblingen machen.

Die Wurzel der Gräuel in der Kirche sind allein in den Irrlehren des Zweiten Vatikanums zu suchen.
Das "subsistit in" ist die schlimmste Sünde des Konzils durch die Verfälschung des Kirchenbegriffs. Danach kam das Chaos
Wenn man sagt, dein Vater ist nicht dein wirklicher Vater, sondern er hat nur mitgemischt. Was würdest du dazu sagen? Du hättest …More
Möge Gott uns auch zu seinen Lieblingen machen.

Die Wurzel der Gräuel in der Kirche sind allein in den Irrlehren des Zweiten Vatikanums zu suchen.
Das "subsistit in" ist die schlimmste Sünde des Konzils durch die Verfälschung des Kirchenbegriffs. Danach kam das Chaos
Wenn man sagt, dein Vater ist nicht dein wirklicher Vater, sondern er hat nur mitgemischt. Was würdest du dazu sagen? Du hättest keinen richtigen Vater mehr.
Und so hat das Konzil keine wahre Kirche vertreten, sondern eine Vereinigung, die alle nichtwahren Religionen, alle götzendienerischen und abgefallenen Gemeinschaften als ihre Brüder und Schwestern einlädt zum Tisch des Herrn. Das ist die sog. Konzilskirche, die die Absicht hat, die wahre Religion zu zerstören. Das gelingt ihr aber niemals. Allerdings gelingt es ihr, viele Seelen in Irrtum zu führen.
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Heilwasser
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esra
Shalom ! Herzlichen Dank an hw. Herrn Pater M. Wildfeuer ! Der hl. Dreifaltige
Gott segne und erhalte Sie ! Shalom !
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