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Predigt von Pfarrer Maximilian Pühringer zum 2. Fastensonntag

Predigt Zweiter Fastensonntag, 28.2.2021
Perikopen: Gen 22,1-2.9a.10-13.15-18 Mk 9,2-10
Liebe Brüder und Schwestern im gemeinsamen Glauben!
In Tourismusgebieten, die den Urlaubenden Berggipfel zu besteigen bieten, hat man oft die Möglichkeit jeden erreichten Gipfel auf einem Wanderpass abzustempeln. Hat man genügend Stempel erreicht, kann man eine Wandernadel, einen Preis oder eine Auszeichnung erhalten. In den heutigen Schrifttexten bzw. in Verbindung mit ihnen, sind wir auch mit drei Bergen konfrontiert. Dem Berg Morija, damit verbunden den Berg Golgotha, und den Berg Tabor. Der Christ ist ein Wanderer, ein Bergsteigender, ein Aufsteigender, und das ein ganzes Leben lang. Die drei heiligen Berge des zweiten Fastensonntages sollen wir immer wieder besteigen und auch den Stempel in unser persönliches Lebens- und Glaubensbuch eintragen. So wollen wir jetzt diese drei Berge besteigen. Erstens: Morija! Das ist jener Berg, der uns heute in der Lesung begegnet ist. Zu dieser Lesung gäbe es viel zu sagen. Die Bereitschaft der Opferung Issaks durch Abraham lässt schon Zweifel an einen liebenden und barmherzigen Gott aufkommen. Es entspricht nicht dem Bild, das wir von Gott und Vater Jesu Christi haben. Auch, wenn der Glaube Abrahams, die ganze Bibel hindurch ein großer ist, der sicher nachahmenswert ist, so geht es in dieser Erzählung um mehr. Er ist Zeugnis religiöser Entwicklung. Jene, die damals an JHWH glaubten, waren damals von Stämmen und Volksgruppen umgeben, die durchaus noch Menschenopfer praktizierten. Genau hier sagt diese Erzählung, sagt Gott selber Stopp. Es ist ja der Engel Gottes, letztlich Gott selber, der Abraham sagt, dass er den Sohn nicht opfern braucht. Der Gott Israels will keine Menschenopfer. Er will keine Toten, sondern er will den lebendigen Menschen. „Die Ehre Gottes ist der lebendige Mensch,“ hat 200 nach Christus der heilige Irenäus von Lyon gesagt. Gott will mich, er will mein Leben mit allem, was es mit sich bringt. Gott will einen Menschen mit dem er mitgehen kann, den er begleiten kann, mit dem er in Kontakt treten kann, mit dem er Reden kann. Was hätte Gott von einem toten, dahingeopferten Isaak gehabt, nichts, rein gar nichts. Was hat er vom lebenden Isaak gehabt? Einen Menschen, der den Glaubensweg weitergegangen ist und der den Verheißungen getraut hat. Isaak wurde einer, der in aller Menschlichkeit sein Herz auf Gott gehängt hat. Das ist einfach die Botschaft des ersten Berges. Gott will lebendige Menschen, die ihm im Glauben das Herz öffnen. Das ist auch das einzig Angemessene, was wir Gott geben können, unser Herz. Zweitens: Golgotha! In Verbindung mit Morija steht der Berg Golgotha. Hier wurde Jesus gekreuzigt. Hier wird Jesus geopfert. Hier wird er Opfer der damaligen Politik. Aber hier opfert er sich selbst für das Heil der Welt. Hier hat Christus dem Vater im Himmel sein eigenes Leben angeboten, für uns, für viele, für alle, für die ganze Menschheit. Wir müssen hier an das Wort denken: „Gott hat die Welt so sehr geliebt, dass er seinen einzigen Sohn hingegeben hat.“ Gott, der Vater, hat das getan, was er Abraham nicht zugemutet hat, was er keinem menschlichen Vater zumutet. Er hat, wie es der Römerbrief sagt „seinen eigenen Sohn nicht verschont. Er hat ihn nicht verschont, weil er sich selbst nicht schonen wollte, weil er die Liebe ist, die sich uns in unsere Hände hineingibt, damit sie durch uns weiter gegeben wird. Diese Liebe kann alle Türen aufreißen, alle Herzen, die sonst verschlossen sind. Auf Golgotha sehen wir die Hingabe Gottes an die Welt, die nie aufhört, die täglich auf unseren Altären gegenwärtig ist. Jedes Mal, wenn wir hier feiern, geschieht das, was damals auf Golgotha geschehen ist, das Kreuzesopfer, die Kreuzeshingabe Jesu mit einem Unterschied. Damals ist wirklich das Blut des Herrn zur Erde geronnen, heute ist dieselbe Hingabe und Liebe da, aber unblutig. In einem alten Sakramentslied wird das sehr tiefsinnig ausgedrückt: „Einmal konntest du nur bluten auf des Kreuzes heilgem Baum, aber deines Herzens Gluten war zu eng des Kreuzes Raum. Täglich steigst du zu uns nieder, täglich opferst du dich wieder….“ Wir sehen wie groß diese Liebe Gottes ist. Sie verlangt unsere Antwort, die nicht zu klein sein soll. Das sagt uns der Berg Golgotha. Er appelliert an unsere Bereitschaft zur Hingabe. Das, was wir tun, wir sollen es nicht halbherzig tun. Wir sollen es ganz tun und mit Hingabe. Drittens: Tabor! Auch hier gäbe es viel zu sagen. Die Verklärung auf dem Berg Tabor macht Gott sichtbar. Verklärung bedeutet, dass dieser Jesus vom Licht Gottes durchleuchtet wird. Er wird nicht bloß angestrahlt und beleuchtet, wie Menschen, die gerne im Rampenlicht stehen. Er wird durchleuchtet. Durch Christus sieht man Gott. Und genau darum geht es, dass Gott auch durch uns durchleuchtet. Im Volksmund hört man öfters noch, wenn jemand Röntgen geht, er lasse sich durchleuchten. Gott will unser Leben durchleuchten. Wir müssen ihm das erlauben. Es geht darum durchsichtig zu werden für Gott, Wohnstätte zu werden für ihn, dadurch, dass wir unser ganzes Leben in ihn hinein verbrennen. Es geht um dieses Durchdrungenwerden vom Licht Gottes, das ja bereits in der heiligen Taufe in uns entzündet wurde. Dann wird es durch uns heller und wir werden offen für das Geheimnis des Ewigen und die Auferstehung.
Liebe Brüder und Schwestern!
Gott will mein Leben, Gott will meine Hingabe, Gott will mich durchleuchten. Das ist die Botschaft der Berge Morija, Golgotha und Tabor. Man kann diese Gipfel gar nicht oft genug besteigen. Unser Leben möge durch sie abgestempelt, geprägt sein. Amen
Sonia Chrisye
Was sagen uns die Berge?
Hohe, einsame Berge galten schon immer als bevorzugte Orte der Begegnung mit Gott. Sternstunden des Glaubens gelingen nur selten im Trubel und Lärm des Alltags. Der Berg verschafft erst den nötigen Abstand, der Berg verschafft Weite und Überblick. Die Probleme und Problemchen verlieren aus der Distanz betrachtet an Bedeutung und wirken schon fast lächerlich.
Danke für …More
Was sagen uns die Berge?
Hohe, einsame Berge galten schon immer als bevorzugte Orte der Begegnung mit Gott. Sternstunden des Glaubens gelingen nur selten im Trubel und Lärm des Alltags. Der Berg verschafft erst den nötigen Abstand, der Berg verschafft Weite und Überblick. Die Probleme und Problemchen verlieren aus der Distanz betrachtet an Bedeutung und wirken schon fast lächerlich.
Danke für dieses gute Wort.