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Die Lehre der Kirche über den Primat der Päpste.

Das Erste Vatikanische Konzil definierte:

Petrus sollte nach Christi Anordnungen in seinem Oberhirtenamt immerfort einen Nachfolger haben, und dieser ist der Bischof von Rom. De fide (Dogma)

Erklärung.
Das Vatikanum definierte: "Wenn also jemand sagt, nicht auf Grund der Einsetzung von Christus dem Herrn selber oder nach göttlichem Recht (iure divino) sei es , daß der hl. Petrus im Vorrange über die ganze Kirche immerdar Nachfolger habe; oder der Papst zu Rom sei nicht der Nachfolger des hl. Petrus in diesem Vorrange, der sei ausgeschlossen."


Zwei Wahrheiten sind hier ausgesprochen, eine dogmatische , daß Petrus immer einen Nachfolger haben sollte, eine geschichtliche, daß dieser Nachfolger der jeweilige Papst zu Rom ist.

Über Natur und Umfang des Primates hat das Vatikanum noch folgendes bestimmt: "Wir lehren und erklären demnach, daß die römische Kirche nach der Anordnung des Herrn über alle anderen den Vorrang der ordnungsgemäßen Gewalt besitze, und daß diese Rechtsgewalt des römischen Papstes , die eine wahrhaft bischöfliche ist, eine unmittelbare sei, gegen welche Hirten und Gläubige jeglichen Ritus und Ranges, sowohl die einzelnen besonders als alle gemeinsam, zur Pflichtleistung der hierarchischen Unterordnung und des wahren Gehorsams verbunden sind, nicht nur in Sachen, welche Glauben und Sitten, sondern auch in solchen, welche Lebensweise und Regierung der über den ganzen Erdkreis zerstreuten Kirche betreffen...
Dies ist die Lehre der katholischen Wahrheit, von der niemand unbeschadet des Glaubens und des Heiles abweichen kann."

Die Hirtengewalt der Bischöfe und der Primat.
Es stellt sich nun die Frage, welche Bedeutung der bischöflichen Gewalt neben der päpstlichen zukommt.

Das Konzil gibt hierüber die Erklärung: "Es ist aber weit davon entfernt, daß diese Gewalt des obersten Hohenpriesters Eintrag tue in der ordentlichen und unmittelbaren Gewalt der bischöflichen Jurisdiktion, gemäß welcher die Bischöfe , welche, vom Heiligen Geiste eingesetzt, an die Stelle der Apostel nachgefolgt sind, als wirkliche Hirten die ihnen zugewiesenen Herden, jeder die seinen, weiden und leiten; vielmehr wird dieselbe vom obersten und allgemeinen Hirten geschützt , befestigt und verteidigt."

Benutzte Literatur: B. Bartmann, Lehrbuch der Dogmatik, Band II
Daniel D. D.
Liebe @Eugenia-Sarto
Leider wird hier überwiegend der Text eines Dogmatiker zitiert und nicht der Originaltext, den ich aber hier gepostet habe: "Die Lehre des Ersten Vatikanums über den päpstlichen Universalprimat"
Entscheidend ist nämlich immer der Wortlaut des Konzils oder dessen authentische Interpretation.
In meinen Worten geht es bei der Unfehlbarkeit um eine Frage des Inhalts, also "…More
Liebe @Eugenia-Sarto
Leider wird hier überwiegend der Text eines Dogmatiker zitiert und nicht der Originaltext, den ich aber hier gepostet habe: "Die Lehre des Ersten Vatikanums über den päpstlichen Universalprimat"
Entscheidend ist nämlich immer der Wortlaut des Konzils oder dessen authentische Interpretation.
In meinen Worten geht es bei der Unfehlbarkeit um eine Frage des Inhalts, also "Ist das richtig?" oder "Was ist die Wahrheit?". Als Katholik muss man das bejahen. Beim päpstlichen Universalprimat geht es hingegen um die formelle Frage der Verbindlichkeit bzw. des Gehorsams bzw. ob man sich als Katholik daran praktisch halten muss. Der Papst ist nach dieser Lehre der oberste Herr und Richter in der Kirche und das umfassend. Das ist so umfassend gemeint, dass der Kulturkampf von Bismark gegen die Kirche entstanden ist, denn der Papst war damals noch ein weltlicher Herrscher. Das müssen Sie sich vor Augen führen.
Leo XIII. hat den Universalprimat in Sapientiae christianae Nr. 24 genauer definiert. Beide Dogmen sind so verschränkt, dass der Papst der absolute Monarch ist.
Wenn Sie die aktuellen Diskussionen verfolgt haben, weise ich Sie darauf hin, dass es 2017 eine ausführliche Diskussion über die Unfehlbarkeit und den Primat in der Tagespost und der Kirchelichen Umschau gab, bei der Christoph Matthias Hagen, Hanna Jüngling und Dr. Heinz-Lothar Barth beteiligt waren. Darüber sollten Sie sich informierenl. Auch dort kam der päpstliche Universalprimat leider nur am Rande vor, aber die Diskussion war sehr lesenswert.
Eugenia-Sarto
In meinem Artikel kommt auch der Originaltext vor - schwarz gedruckt -, aber nur in Auszügen. Danke für Ihren Beitrag.
Moselanus
Also auch nicht auf die Unfehlbarkeit. Das wird schwierig, da der Jurisdiktionsprimat praktisch noch nie angewandt wurde.
Eugenia-Sarto
Bitte drücken Sie sich klarer aus, damit auch theologische Laien Sie gut verstehen können. Erklären Sie Ihre Aussage auch in praktischen Beispielen etc.
Moselanus
Unfehlbarkeit und Jurisdiktionsprimat sind zwei Dogmen, nicht miteinander zu identifizieren und auch nicht unbedingt zusammenhängend, außer dass beide die Person des Papstes betreffen. Ich weiß nicht, was man über den Primat sagen kann auf der praktischen Ebene. Der Papst kann unmittelbar jedem Katholiken unmittelbar Befehle erteilen. Tut das aber kaum jemals.
Eugenia-Sarto
Im Kirchenrecht und in der Kirchengeschichte wird der Primat näher behandelt. Ebenso in der Apologetik. Z,B. Bestimmungen zur Papstwahl und Legitimität des Papstes in Zweifelsfällen.
Eugenia-Sarto
Die Schlüsselübergabe an Petrus ist ein Hinweis auf den Primat der Päpste. Z. B. fällt mir dazu ein, daß es Sünden gibt, die nur der Papst absolvieren kann oder Ehen, die nur der Papst annulieren oder aber nicht annullieren kann. Oder das Eingreifen des Papstes in theologische Schulstreitigkeiten, die Bestimmungen über Ordenskonstitutionen. Das betrifft meines Erachtens alles die Ausübung des …More
Die Schlüsselübergabe an Petrus ist ein Hinweis auf den Primat der Päpste. Z. B. fällt mir dazu ein, daß es Sünden gibt, die nur der Papst absolvieren kann oder Ehen, die nur der Papst annulieren oder aber nicht annullieren kann. Oder das Eingreifen des Papstes in theologische Schulstreitigkeiten, die Bestimmungen über Ordenskonstitutionen. Das betrifft meines Erachtens alles die Ausübung des Primates.
One more comment from Eugenia-Sarto
Eugenia-Sarto
Der Primat des hl Petrus und seiner Nachfolger im Papstamt drückt aus, daß Petrus als Papst der erste und Führer der Apostel (Bischöfe) ist, der die Brüder stärken soll im Glauben und in der Lehre, daß er für die Einheit der Kirche bemüht sein muß.

Wir haben zahlreiche Stellen im Neuen Testament, daß Christus auf den Fels Petri die Kirche gegründet hat, ihm die übrigen Apostel anvertraut hat, …More
Der Primat des hl Petrus und seiner Nachfolger im Papstamt drückt aus, daß Petrus als Papst der erste und Führer der Apostel (Bischöfe) ist, der die Brüder stärken soll im Glauben und in der Lehre, daß er für die Einheit der Kirche bemüht sein muß.

Wir haben zahlreiche Stellen im Neuen Testament, daß Christus auf den Fels Petri die Kirche gegründet hat, ihm die übrigen Apostel anvertraut hat, sie im Glauben zu stärken ("stärke Deine Brüder"), daß Petrus als der erste der Apostel anerkannt wurde.
Dies zeigt auch das Bekenntnis von Petrus, daß Christus der Sohn des lebendiges Gottes ist, daß von Petrus als Erstem ausgesprochen wurde.

Daraufhin sagte der Herr: "Du bist Petrus, der Fels. Auf diesen Felsen werde ich meine Kirche bauen. Was du auf Erden binden wirst, wird auch im Himmel gebunden sein. Dir gebe ich die Schlüssel des Himmelreiches. Alles, was du auf Erden lösen wirst, wird auch im Himmel gelöst sein, alles was du auf Erden binden wirst, wird auch im Himmel gebunden sein."
Moselanus
Ich habe keine Einwände. Weder gegen Primat noch gegen die Unfehlbarkeit. Aber da haben wir schon öfters aneinander vorbeigeredet.
Eugenia-Sarto
Sie schrieben, daß der Jurisdiktionsprimat praktisch nicht angewandt wurde. Was sind denn nun Ihre Gründe, nachdem ich Gegengründe angeführt habe. Wo liegt das Mißverständnis?
Moselanus
Speziell zur Ausübung des Primats war das Dogma nicht nötig. Die Praxis, dass der Papst unmittelbar über jeden Katholik, gleich welchen Standes, bestimmen kann, war auch vorher längst gegeben. Das Missverständnis ist wohl, dass Sie meinen, ich wäre gegen Vaticanum I wäre.

Ich sage aber nur, dass es genausowenig unproblematisch ist wie Vaticanum II.
Eugenia-Sarto
Da fällt mir fast nichts mehr ein, werter @Moselanus.
Für mich ist das Zweite Vatikanum eine Katastrophe für die Kirche, das Erste Vatikanum ein Glück und eine Hilfe.
Moselanus
Mehr habe ich dazu auch nicht zu sagen, denn offenbar verstehen Sie nicht, dass es ohne das Erste Vaticanum (und seine Versäumnisse) das Zweite Vaticanum nie hätte geben können. Es wäre auch schwer, das in Kommentaren hier erschöpfend darzulegen. Vermutlich wäre es nur erschöpfend, aber zwecklos.
Eugenia-Sarto
Ja, man muß schon die Gründe und Hintergründe kennen, um zu wissen, was der andere meint. Ich habe die langwierigen Auseinandersetzungen beim Ersten Vatikanum über die Unfehlbarkeit gelesen. Es hatte mich interessiert, die verschiedenen Positionen zu kennen.
Moselanus
Dann müssten Sie verstehen, was ich meine. Aber vermutlich haben Sie ausschließlich die ultramontane zeitgenössische Literatur gelesen, auf die Sie hier schon öfters hingewiesen haben.
Eugenia-Sarto
Haben Sie das gelesen, was ich gelesen habe???
Moselanus
Ja, schon vor 30 Jahren circa.
Moselanus
Solche Literatur gibt es heute auch über Franziskus oder Vaticanum II.
Eugenia-Sarto
Was halten Sie denn von der Papstgeschichte Ludwig Pastors. Ist das auch für Sie Augenwischerei auf katholisch?
Moselanus
Sehr gut, aber als ausschließliche Quelle zur Meinungsbildung und Beurteilung ungeeignet, vor allem in Kenntnis dessen, was dann mit Vat II und seither passiert ist.
Eugenia-Sarto
Für mich ist es natürlich ein umfangreiches Werk, das ich zur Hälfte gelesen habe. Zu weiteren Büchern zum selben Thema reicht es nicht, denn ich habe ja noch etwas anderes zu tun. Sie sind wahrscheinlich Theologe und können das. Aber es interessiert mich schon, wenn Sie andere Meinungen und Beurteilungen bringen. Nur möchte ich dann die gründe kennen. Nicht einfach einen Satz als Behauptung. …More
Für mich ist es natürlich ein umfangreiches Werk, das ich zur Hälfte gelesen habe. Zu weiteren Büchern zum selben Thema reicht es nicht, denn ich habe ja noch etwas anderes zu tun. Sie sind wahrscheinlich Theologe und können das. Aber es interessiert mich schon, wenn Sie andere Meinungen und Beurteilungen bringen. Nur möchte ich dann die gründe kennen. Nicht einfach einen Satz als Behauptung. Das gibt dann eben eher Streit.
Ich wünsche Ihnen eine gesegnete Nacht. Für mich wird es Zeit, es wartet noch Lateinstudium auf mich. (Mühsame Sache.)
Moselanus
Latein ist doch sehr logisch und daher einfach. Man braucht nur ein gutes Gedächtnis. Bonam fortunam opto atque noctam quietam.
Eugenia-Sarto
Gut Glück, ich wünsche auch eine ruhige Nacht. Ja sehr logisch. Darum gefällt es mir auch. Aber trotzdem für mich schwer. Die Grammatik ist noch mein Problem.
Eugenia-Sarto
Bitte nur Beiträge, die sich auf das Thema Primat des Papstes beziehen.