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Nicky41
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Die Bedeutung der Sinne bei Hildegard von Bingen

2. Teil: Das Hören, Riechen und Schmecken

(Zitate sind entnommen aus Hildegard von Bingen LDO – Buch der göttlichen Werke)

„Das Gehör ist wirklich der Anfang der vernünftigen Seele.“

Während wir beim Sehen auswählen können, je nach unserer Absicht den Blick hin - oder wegwenden können, ist das Ohr immer offen, wehrlos offen. Ich kann es nicht schließen wie die Augen. Ich werde direkt in meinem Inneren getroffen durch das, was ich höre...
Bei der hl. Hildegard steht über das Gehör:
... Das Gehör des Menschen kann viele menschliche Angelegenheiten gelassen aufnehmen, aber es sind auch nicht wenige darunter, die den Menschen mit Schrecken und Traurigkeit erfüllen“

... „Auch dringen über das Hören Gesundheit und Krankheit in einen Menschen ein, sei es, dass das Gehör durch Glück in der Freude übermäßig beunruhigt oder durch Widriges zu sehr in Traurigkeit gestürzt wird.“...

Wie bekannt ist, bestätigen moderne Erkenntnisse der Gehirnforschung diese Aussagen der hl. Hildegard. Die Vorgänge im Gehirn, in den Genen, in den Proteinen und somit im ganzen Organismus werden gesteuert von seelisch-geistigen Impulsen, die vor allem von mitmenschlichen Beziehungen ausgelöst werden...
„Das Gehör ist wirklich der Anfang der vernünftigen Seele“.

Hören auf Gottes Wort.

... Hildegard hört Gottes Stimme mit ihren inneren Ohr. Sie wird eingeführt in die Geheimnisse Gottes, des Menschen und der Welt. Sie erfährt dadurch den innersten Sinn der hl. Schriften, wie sie immer wieder betont.
Der Kosmos ist durch das Wort Gottes entstanden, deshalb kann auch sein Wort in der Schöpfung gehört werden...

... Aber sterben, ganz und gar sterben, wird der, dem jede Bereitschaft für meine Ermahnung fehlt.“...

Riechen und Schmecken

Mit Riechen und Schmecken sind wir mit den übrigen Geschöpfen verbunden. Wir nehmen Fühlung auf mit der Welt und spüren, wie wir sehr tief verwandt sind mit der Schöpfung...
„Die Nase strebt aufwärts in die Länge nach den höheren Dingen.. Durch die Nase werden auch das Gehirn und die Adern gereinigt.. Auch der Hauch der Seele hat einen geraden Weg durch die Nase und durch den Mund.“

... „Mit dem Hauch der Vernünftigkeit zieht der Mensch durch die Nasenlöcher die wohlriechendsten und edelsten Dinge an sich und verwirft die stinkenden und schmutzigen.“

... „Auch hat der Mensch von innen heraus eine Heiterkeit, weil er weise unterscheiden kann, welche Dinge ihm für seine Gesundheit zuträglich sind. In solchem Wissen kann der Mensch diejenigen Dinge aussondern, die gefährlich und unnütz sind und die guten und nützlichen einsammeln“...


3. Teil: Sehen und Tasten
(Zitate sind entnommen aus Hildegard von Bingen LDO – Buch der göttlichen Werke, übersetzt von P. Paul Holdener.)

Der anatomische Bau des Auges, die Funktionen seiner einzelnen Teile und die möglichen Krankheiten des Auges stehen in der heutigen Zeit im Mittelpunkt unseres Interesses. Diesen Aspekt des Auges werden wir im nächsten Heft noch näher behandeln. Wir werden auch auf einige Heilanwendungen für das Auge zu sprechen kommen...

Was aber bedeutet unser Sehvermögen für unser Leben? Wir achten meist erst darauf, wenn Störungen im Sehen auftreten oder gar das Auge ganz ausfällt...


Der Stellenwert des Sehens im Leben
Das Sehen ist der wichtigste Sinn für die Bewältigung und Gestaltung des Daseins...
„Das Sehen, das heißt die Sinneswahrnehmung der Augen, wodurch der Mensch alles sieht und erkennt, nimmt unter den anderen Sinnen mit Recht eine Vorrangstellung ein.“ ...

Verantwortung für das, was wir sehen.

...„Du hast Augen, damit du sehen und alles überschauen kannst. Wo Schmutz ist, wasche ihn ab, was dürr ist, lass grün werden und sorge, daß deine Gewürze schmackhaft sind. Wenn du keine Augen hättest, könntest du dich entschuldigen.“...

„Die Absicht ist gewissermaßen der Augenstern der Augen.“

Aufschauen zu Gott
... Hildegard von Bingen ist eine „Seherin“. Sie schaute das Licht Gottes seit ihrer Kindheit mit den inneren Augen ihrer Seele und in diesem Licht wurden ihr viele Geheimnisse der Welt und des Menschen gezeigt...

Die Hände – der Tastsinn
Als letzten Sinn wollen wir den Tastsinn betrachten, der als einziger Sinn seinen Sitz nicht im Kopf hat. Wir erfahren ihn besonders in den Händen aber auch durch die Haut am ganzen Leib...

Der Mensch versteht, empfindet und unterscheidet durch seinen Verstand und kann durch seine Hände die guten Taten ausführen...

Hildegard Strickerschmidt