Zu persönlich für Feindesliebe?

Die Konzilskleriker sind sehr lieb. Sie bilden sich ein, dass das Heilige nur lieb ist, ein inneres Prinzip für einen nie endenden Sommerurlaub cooler und sozial engagierter katholischer Jugendlicher um ein Lagerfeuer herum. Das ist der Konzilsgeist. Die Worte der Konzilstexte sind dagegen Schall und Rauch, weil Inhalte in einer lieben mitmenschlichen Gemeinschaft am Abend unter dem Sternenzelt nicht mehr zählen, so wie sie in den Höhlen der Urmenschen nicht wichtig waren. Am Lagerfeuer wird nicht gedacht. Man gibt sich Küsschen, irgendwann mal auch gleichgeschlechtlichen, hin.

In der Konzilskirche wird nicht gedacht. Vorstellungen bzgl. der Wahrheit spielen keine Rolle. Nur lieb und nett sein ist wichtig. Es ist eine Hippiekirche. Richard Rohr wird von BerGOG empfangen. Von ihm holt sich der Papst von Menschengnaden Rückenwind.

Die Vat.2 Konzilskirche ist deshalb NICHT die heilige katholische Kirche. Sie ist etwas Neues für Menschen, die ihre soziale Identität in einer globalen kollektivistischen Kultur der Empathie absichern wollen. Meistens haben sie Angst vor der Wirklichkeit und vor dem Tod. Die Konzilskirche, mit ihrer Lehre von der unbedingten Liebe des lieben Jesulein und der dazugehörigen Allerlösung (jeder kommt in den Himmel), bedient diesen Bedarf nach kollektiver Sicherheit. Alle sind glücklich, weil der NOM signalisiert, dass bald jeder tun und lassen kann, was er will. Das ist aber nicht biblisch. Das ist nicht die Wahrheit. Die Liebe ist nicht lieb. Der Eigenwille darf nicht zelebriert werden, sondern, im Gegenteil, muss zugunsten des Willens Gottes genichtet werden. Das ist biblisch. Die Torheit des Kreuzes nichtet die Weisheit des Humanismus dieser Welt.

Ich greife die Konzilskleriker, vor allem die konservativen, weil sie es besser wissen müssten, persönlich an. Warum dieses Stammtischniveau, das meinen Respekt in der modernen Diskursgemeinschaft der Moderne schwerwiegend beeinträchtigt? Nun, die Wahrheit ist durch und durch persönlich. Gott kennt den Menschen ganz genau und ganz konkret, noch bevor er geboren ist (vgl. Jer 1,5). Das ist todernst und heilsbestimmend.

Die Moderne hat den Menschen zu einer biologischen Maschine reduziert, was ihm erlaubt, jetzt endlich wertfrei zu bumsen, wen er möchte (ging es je um etwas anderes?). Der moderne Mensch versteht sich abstrakt und universell, eine mathematische Quantität statt einer spezifischen Qualität, in einer Welt, die seiner Vernunft keinen Widerstand bietet. Er ist davon überzeugt, dass er „alle“ Folgen seines Handelns funktional abschätzen kann. Schlafzimmeraktivitäten in der Nacht sind privat und gehören deshalb für ihn nicht in einen öffentlichen Gesamtzusammenhang. Damit interessiert es ihn nicht, dass Unzucht (auch die private in der Nacht) Gesellschaften zwangsläufig und immer zersetzt und von innen heraus zerstört (Dekadenz). Die Geschichte ist Zeugnis. Es gibt keine Ausnahme.

Horkheimer und Adorno zum Fundament der modernen Gesellschaft der Aufklärung:

„Seit je hat Aufklärung im umfassendsten Sinn fortschreitenden Denkens das Ziel verfolgt, von den Menschen die Furcht zu nehmen und sie als Herren einzusetzen. Aber die vollends aufgeklärte Erde strahlt im Zeichen triumphalen Unheils. Das Programm der Aufklärung war die Entzauberung der Welt. Sie wollte die Mythen auflösen und Einbildung durch Wissen stürzen. Bacon, »der Vater der experimentellen Philosophie« (1), hat die Motive schon versammelt. Er verachtet die Adepten der Tradition, die »zuerst glauben, daß andere wissen, was sie nicht wissen; und nachher, daß sie selbst wissen, was sie nicht wissen. Leichtgläubigkeit jedoch, Widerwille gegen den Zweifel, Unbesonnenheit im Antworten, Prahlerei mit Bildung, Scheu zu widersprechen, Interessiertheit, Lässigkeit in eigener Forschung, Wortfetischismus, Stehenbleiben bei bloßen Teilerkenntnissen: dies und Ähnliches hat die glückliche Ehe des menschlichen Verstandes mit der Natur der Dinge verhindert, und ihn statt dessen an eitle Begriffe und planlose Experimente verkuppelt:….«“, Horkheimer und Adorno, Dialektik der Aufklärung, Frankfurt 2008, S.9.

„Das Wissen, das Macht ist, kennt keine Schranken, weder in der Versklavung der Kreatur noch in der Willfährigkeit gegen die Herren der Welt….Technik ist das Wesen dieses Wissens. Es zielt nicht auf Begriffe und Bilder, nicht auf das Glück der Einsicht, sondern auf Methode, Ausnutzung der Arbeit anderer, Kapital.“, Ebd., S.10.

„Der Mythos geht in die Aufklärung über und die Natur in bloße Objektivität. Die Menschen bezahlen die Vermehrung ihrer Macht mit der Entfremdung von dem, worüber sie die Macht ausüben. Die Aufklärung verhält sich zu den Dingen wie der Diktator zu den Menschen. Er kennt sie, insofern er sie manipulieren kann. Der Mann der Wissenschaft kennt die Dinge, insofern er sie machen kann. Dadurch wird ihr An sich Für ihn.“, Ebd., S.15.

Der Konzilsgeist ist durch und durch geprägt vom Universalismus und der Abstraktion. Für diesen ist Gott ein abstraktes Prinzip des Guten. Tatsächlich aber ist Er ein persönlicher Bräutigam, der einen ganz genau kennt und genau deshalb so sehr liebt. Jeder Gedanke von Ökumene oder Gleichheit von Religionen ist vollkommen gegenstandslos. Der universalistische und abstrakte Konzilsgeist ist gottlos. Er entspricht nicht der Wahrheit, für die jeder ganz persönlich noch mit dem dunklen Licht unter der Bettdecke dran ist. Da haben ein paar Schlauberger im Vatikan zu viel Raumschiff Enterprise geschaut und vielleicht auch entsprechende Drogen genommen. Hier kritisiert Kierkegaard die abstrakten Besserwisser (vor allem Hegel) in ihrem Elfenbeinturm:

„In der Sprache der Abstraktion kommt das, was die Schwierigkeit der Existenz und des Existierenden ausmacht, eigentlich nie zum Vorschein, geschweige denn daß die Schwierigkeit erklärt wird. Eben weil das abstrakte Denken vom Standpunkt der Ewigkeit her (sub specie aeterni) betrachtet, sieht es ab von dem Konkreten, von der Zeitlichkeit, vom Werden der Existenz, von der Not des Existierenden: daß dieser nämlich aus dem Ewigen und dem Zeitlichen, hineingestellt in die Existenz, zusammengesetzt ist.(*) Will man nun annehmen, daß das abstrakte Denken das Höchste ist, so folgt daraus, daß die Wissenschaft und die Denker stolz die Existenz verlassen und es uns anderen Menschen überlassen, das Schlimmste zu erdulden. Ja es folgt daraus zugleich etwas für den abstrakten Denker selbst, daß er nämlich, da er ja doch selbst auch ein Existierender ist, in irgendeiner Weise distrait sein muß.“ Abschließende unwissenschaftliche Nachschrift zu den Philosophischen Brocken, Zweiter Teil. Kapitel 3, Die wirkliche Subjektivität, die ethische; der subjektive Denker, § 1. Das Existieren; Wirklichkeit, Zitat: Geschichte der Philosophie in Text und Darstellung 19. Jahrhundert, Stuttgart 1991, S.207 und 208.

Der Protestant Kierkegaard kritisiert damit zu Recht das protestantische und vor allem abstrakte Sola Fide und Sola Gratia, das dem Menschen erlaubt, in der Welt endlich moralfrei und rücksichtslos bumsen zu können.

Die unzuchtsorientierte Konzilskirche ist eigentlich protestantisch. Auch sie ist unpersönlich, abstrakt und universell. Sie folgt ihrer eigenen Verlogenheit einer Hippiekommune, die es im Grunde schon in den Achtzigern nicht mehr gegeben hat. Zu dieser Zeit habe auch ich mit Hippiefrauen in Detroit im Bett gelegen, die ihren Vater in einer Urne im Schrank hatten. Im Regelfall kamen sie zurück für mehr. Ich war „gut“, aber ich habe mich bekehrt. Sex ist nichts. Niemand muss sich über seine sexuelle Anmutungen definieren. Wer das tut, will Gott sein.

Wenn ein Mensch erkennt, dass offenbar blinde Menschen bzgl. ihres Seelenheils auf den Abgrund zu rasen, muss er sie warnen. Das ist menschlich und keine Verhetzung. Die konservativen Konzilskleriker, die BerGOG aus Gründen der Macht des Schutzkollektivs schützen und damit verhindern, dass sich die Menschen wieder auf die wahre Transzendenz kniend vor dem Tabernakel konzentrieren, sind die wahren Feinde der Menschheit. Der NOM muss dringend abgeschafft werden.

Auf der Erde kann jeder tun und lassen, was er will. Das hat Konsequenzen. Gott ist nicht lieb. Aber er will die Rettung. Seine Feindesliebe, weitergegeben an die Armee, impliziert die Spiegelung der Menschen in ihren Abgründen. Aber wer schaut schon gerne in den Spiegel?
philipp Neri
Bei Ihrer - offensichtlich - blinden Wut, Raphael, fällt Ihnen gar nicht der Satz, "Der NOM muss dringend abgeschafft werden", auf, der dem übrigen Inhalt Ihres Postings dann doch entbehrlich wäre. Gott zum Gruß!