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Predigt am Neujahrstag

Predigt Neujahrstag, 1.1.2021,
Perikopen: Num 6,22-27 Lk 2,16-21
Liebe Brüder und Schwestern im gemeinsamen Glauben!
Nach dem bürgerlichen Kalender ist heute der Beginn eines neuen Jahres. Kirchlich ist es der achte Tag nach dem Weihnachtsfest, der sogenannte Oktavtag von Weihnachten. Ich möchte heute bei diesem achten Tag stehen bleiben. Was wird dadurch deutlich? Welche Impulse kann uns dies schenken? Erstens: Der Glaube verwandelt die menschliche Zeit. Ohne Glaube ist unser Kalender einfach eine Messeinheit und nicht mehr. In 24 Stunden dreht sich die Erde um sich selbst, und in 365 Tagen um die Sonne. Die menschliche Zeit ist ein Kreislauf, hat kein Woher und Wohin. Die Erde zieht ihre Bahn, unbekümmert um die Leiden und Hoffnungen der Menschen und auf ihr Leben. Der Glaube möchte diese menschliche Zeit verwandeln. Da geht es nicht um die Zahl der Umdrehungen der Gestirne, sondern um die Taten Gottes. Die beiden großen Achsen der Taten Gottes sind Geburt und Auferstehung des Herrn. Um diese Taten Gottes soll sich unser Leben drehen, um die Unerschöpflichkeit der Liebe des Herzens Gottes. Und so besteht immer neu die Möglichkeit, dass wir zurückkehren zur menschgewordenen Güte Gottes, von der wir neu Kind werden und neu Leben. Durch unseren Glauben kann das Zeitliche gesegnet werden, können wir den Segen Gottes, von dem die Lesung aus dem Buch Numeri spricht, auf unsere Welt legen. Zweitens: Der achte Tag ist nach jüdischen Ritual der Tag der Beschneidung und Namensgebung Jesu.Durch dieses Ritual wurde man rechtsgültig in die Gemeinschaft des Volkes Israel aufgenommen, um dann selber als lebendiger Teil dieses Volkes zu Leben und sich zu entfalten. Das sagt uns auch etwas Wichtiges. Wir Menschen sind mit der Geburt nicht fertig. Wir brauchen eigentlich ein Leben lang zum Geborenwerden. Wir Menschen sind ja nicht bloß Biologie, sondern wir haben Geist, Sprache und Geschichte. Wir müssen uns das aneignen durch unsere Mitwelt und durch Mitmenschen. Der achte Tag im Leben Jesu sagt, dass er sich rechtlich einbürgern lässt in diese Welt. Gott ist eingebürgert in unsere Welt und hat einen Namen bekommen. Das bedeutet dann, dass wir seine Mitbürger sind und wir ihn beim Namen nennen können. Dieser Name Jesus, Gott rettet, muss in uns lebendig sein dann wir dieses Jahr ein Jahr des Herrn für uns. Wir müssen unsere Lebensjahre immer mehr zu Jahren Gottes werden lassen. In den Psalmen wird es schön ausgedrückt: „Unsere Tage zu zählen lehre uns, dann gewinnen wir ein weises Herz.“ Drittens: Der achte Tag ist auch Tag der Auferstehung und der Schöpfung. Von der Auferstehung des Herrn ist alles zu verstehen, auch Weihnachten. Die Kerzen am Christbaum werden am Osterlicht entzündet. So erinnert uns der achte Tag an unsere Taufe und an das Taufversprechen, das durch unser Leben eingelöst werden soll. Dieser achte Tag schenkt uns eine neue, und große Hoffnung. Die Auferstehung, das Leben des Kindes, ist stärker als der Tod. Unser Weg ist ein Weg der Hoffnung. Wir sollen Hoffnungsträger füreinander sein. Wir sollen durch die Botschaft des Auferstandenen die Welt in Atem halten. Auferstehen hängt zusammen mit aufstehen. Wir müssen immer mit und trotz Corona immer wieder aufstehen zum guten, wahren und schönen Leben. Wir dürfen die Hoffnung nicht verlieren und die Zuversicht nicht wegwerfen.
Liebe Brüder und Schwestern!
So hat der achte Tag eine tiefe Botschaft. Der Glaube möchte unsere Zeit verwandeln. Das Jahr 2021 soll durch uns zum Jahr des Herrn werden, das wir mit Hoffnung und Zuversicht durchschreiten sollen. Maria, die Gottesmutter, mit deren Hochfest wir das Jahr beginnen möge uns durch diese Zeit begleiten. Sie ist und bleibt die mächtigste Hilfe der Christen. Amen.
Faustine 15
Ebenso!
RupertvonSalzburg
Ich wünsche allen ein gesegnetes und gesundes Neues Jahr!