Bibiana
"Bei stiller Nacht zur ersten Wacht, ein Stimm begann zu klagen;
ich nahm in acht, was sie da sagt, voll Angst und voll Verzagen.

Es war der liebe Gottessohn, Sein Haupt hat Er in Armen,
viel weiß und bleicher als der Mond, ein Stein es möcht' erbarmen.

Ach, Vater Mein, und kann's nicht sein, und muss Ich's je dann wagen,
will trinken rein den Kelch allein, kann Dir's ja nicht versagen.

Doch …More
"Bei stiller Nacht zur ersten Wacht, ein Stimm begann zu klagen;
ich nahm in acht, was sie da sagt, voll Angst und voll Verzagen.

Es war der liebe Gottessohn, Sein Haupt hat Er in Armen,
viel weiß und bleicher als der Mond, ein Stein es möcht' erbarmen.

Ach, Vater Mein, und kann's nicht sein, und muss Ich's je dann wagen,
will trinken rein den Kelch allein, kann Dir's ja nicht versagen.

Doch Sinn und Mut erschrecken tut, soll Ich Mein Leben lassen.
O bittrer Tod, Mein Angst und Not ist über alle Maßen!

Ein Kreuz Mir vor den Augen schwebt, o weh der Pein und Schmerzen!
Daran man morgen Mich erhebt, das greifet Mir zum Herzen.

Der schöne Mond will untergehn, vor Leid nicht mehr mag scheinen,
die Stern ohn' Glanz am Himmel steh, mit mir sie wollen weinen.

Kein Vogelsang noch Freudenklang man höret in den Lüften,
die wilden Tier traurn auch mit Mir in Steinen und in Klüften."

(T und W: Friedr. von Spee Trutz Nachtigall 1649)

🙏 ... der für uns Blut geschwitzt hat
Ministrant1961
Ein wunderbares Gedicht, liebe @Bibiana, oder handelt es sich hierbei um ein Lied?