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Kein Grund zur Mutlosigkeit in der katholischen Kirche

Es ist nichts Neues, dass es in der Christenheit Verwirrungen, Glaubensabfall und viele Sünden gibt, die zum Himmel schreien. Auch die Priesterschaft ist davon getroffen. Der Zustand war wohl noch nie so schlimm wie in unseren Tagen.
Papst Pius XII. wusste um diese Zustände und hat sie mit grosser Sorge bekämpft.
Die Kirche geht nicht unter. Sie behält ihr Feuer, sie behält den Glauben in seiner Reinheit.
In seiner Rundfunkansprache am 13.5. 1942 gibt uns der Papst neuen Durchblick.

Ein Auszug:

Den Glauben an den Auferstandenen und die eigene Auferstehung in höchster Lebendigkeit im Herzen tragend - das Auge im heiligen Heimweh hingewandt auf den zur Rechten des Vaters Verklärten und auf die Himmlische Stadt des Friedens - caelestis urbs Jerusalem -, in deren Mauern die ewigen Wohnungen bereitet sind für die bis zum Ende Getreuen - die Seele geschwellt von der gnadenstarken allgegenwärtigen Nähe des von Jesus verheißenen und gesandten Geistes: - so erwachsen diese Christen der Frühzeit in Gesinnung und Tat, in mutvollem Vollbringen und in nicht weniger mutvollem Dulden zu Höchstleistungen sittlicher Größe, im Bekenntnis des Glaubens trotz Kampf und Not zu ragenden Gestalten, deren Leucht- und Werbekraft hindurchdringt durch die Jahrhunderte bis in unsere, ja gerade wieder in unsere von gleichen Kämpfen und Gefahren zur Rettung und Erhaltung von Christenname und Christenehre umdrohten Tage.

Vor ihrem mit dem unverwelklichen Lorbeer der militia Christi, mit der Palme des Martyriums geschmückten ruhmreichen Vorbild errötet jedes Zagen und Zurückweichen:

Der in ihrem Heldenbeispiel liegende Mahnruf an das Christentum der Gegenwart sollte imstande sein, auch umdüsterte Augen wieder hell aufstrahlen, auch gebeugte Herzen sich wieder ermannen, auch niedergedrückte Stirnen sich wieder erheben zu machen und sie zu lehren, sich der Würde und des Adels, der Größe und der Erhabenheit, der Verantwortung und Pflichtgebundenheit als Wahrer des geistigen Erbguts Christi wieder bewusster zu werden.

Das seelische Profil dieses jungen Christentums, in dessen Anfängen uns des vor der Tür stehende Himmelfahrts- und Pfingstfest zurückversetzt, ist geprägt von vier unverkennbaren, leuchtenden Merkmalen:

1. Unerschütterliche Siegeszuversicht, begründet in einem starken Glauben,

2. Gelassene, zu Hohem und Höchstem entschlossene Opfer- und Leidensbereitschaft,

3. Eucharistische Wärme und Innigkeit, verbunden mit der tiefen Überzeugung von der sozialen Wirkkraft eucharistischen Denkens auf alle Pflichtenkreise menschlichen Zusammellebens.

4. Wille zu wachsender und unverbrüchlicher Einheit des Geistes und der kirchlichen Ordnung.

Jedweder dieser vorherrschenden Charakterzüge der Frühkirche ist ein Weckruf, zugleich aber auch eine Hoffnung und eine Verheißung an die Christenheit unserer Tage. In Wahrheit ist das Christentum von heute kein anderes als das der Frühzeit. Ewig ist die Jugend der Kirche, sie altert nicht, sie passt ihren Schritt auf dem Weg zur ewigen Heimat den Zeitbedingungen an, aber ihre Jahrhunderte, die sie erlebt und die sie erwartet, zählt sie wie einen Tag. Wie zur Zeit der Cäsaren, so spricht auch noch zu uns ihre Jugend.

Die Siegeszuversicht der jungen Kirche nährte sich und wuchs zu unerschütterlicher Gewissheit aus dem „Ego vici mundum" des Meisters: „Ich habe die Welt überwunden"(Jo. 16,33)! Das Wort hätte man auf sein Kreuzesholz, das Banner seiner Triumphe, schreiben können. Lasst die Christenheit von heute wieder von dem lebendigen, leuchtkräftigen Feuer dieses Wortes durchwirkt und durchglüht sein, und ihr könnt schon jetzt in eurem Herzen die siegessichere Verheißung vernehmen: am letzten Ausklang dieser dunklen Tage, die so viele schrecken und niederdrücken, werden nicht die Befürchtungen der Kleinmütigen, sondern die Hoffnungen der Aufrechten und Starken hell leuchtend in Erfüllung gehen.

Die Kirche von heute kann nicht einfach hin zurückkehren zu den unentwickelten Daseinsformen des „pusillus grex", der „kleinen Herde“ der Frühzeit. Auch in ihrer Reife, die nicht Greisenalter bedeutet, hält sie ihre Stirn noch genau so aufrecht, zeigt in ihren Gliedern ihre ungebrochene Jugendkraft und bleibt notwendigerweise, wie sie war seit ihrem Entstehen: sie ändert nichts in ihren Glaubenssätzen und ihrer Lebenskraft: unüberwindlich, unzerstörbar, unbesiegbar ist sie; unbeweglich und unauslöschlich ihr Stiftungsbrief, besiegelt mit dem Blute des Gottessohnes.

Und doch ist sie Bewegung, und doch nimmt sie in der Zeit, mit der sie vorwärts schreitet neue Formen auf. So ist sie fortschrittlich ohne je Ihr Wesen zu wechseln. Denn nach einem schönen Wort des Vinzenz von Lerin muss die „Religion der Seelen die Art der Körper nachahmen, die im Verlauf der Jahre wohl sich entfalten und wachsen, aber doch dieselben bleiben, die sie waren" (Ermahn. n. 29; Migne P.L. t. 50 col. 668).

Mit Stolz und ohne Zagen kann sie auf ihre Vergangenheit zurückschauen, auf den fast 2000jährigen Riesendom ihres Lehr- und Erziehungswerks, den sie errichten konnte dank der fortschreitenden Erschließung und Klarstellung des ihr anvertrauten Wahrheitsschatzes, der Festigung und Vervollkommnung ihrer inneren Einheit, der Entwicklung ihrer um das Opfer der Heiligen Messe und die Sakramente kreisenden Liturgie, schließlich der fortschreitenden, den Zeitbedürfnissen folgenden Durchdringung aller Lebensgebiete und Lebenslagen, mit dem Sauerteig des christlichen Geistes.

Diese Kirche, die im Leben aller gläubigen 14 Völker auf der Höhe ihrer Muttersendung angelangt ist und unabsehbaren Zukunftsaufgaben entgegensieht, kann ohne ihrem Wesen untreu zu werden, nicht zurückkehren zu den Daseins- und Wirkungsformen der Erstlingszeit. Aus dem Abendmahlssaal ist ein Tempel geworden, größer als Salomons Tempel, die „kleine Herde" hat sich vermehrt, hat Gebirge und Ströme überschritten und sucht ihre Weideplätze zu weiten über alle Welt. Das Senfkorn ist nach des Herrn Verheißung und Willen zum gewaltigen Baum erwachsen, in dessen Schatten die Völker sich niederlassen. Nein, für diese Kirche, deren Schreiten der Herrgott lenkt und leitet durch den Lauf der menschlichen Zeitalter, und für den Gläubigen, der die Geschichte misst mit Christi Maßen, gibt es kein Rückwärts in die Vergangenheit, sondern nur ein drängendes Vorwärts und Aufwärts den Zukunftsaufgaben entgegen.

17 Die Blutsiegel Jahrhunderte währender Opfer und Leiden, die auf der Stirne der Frühkirche leuchten, erscheinen uns heute als der strahlende Rubin ihrer Siegeskrone. Auch für die Christenheit der Gegenwart wird nach der Feuerprobe furchtbarer Heimsuchungen die Größe ihres kommenden Sieges der Hochherzigkeit ihrer Opferbereitschaft entsprechen. Die starke, entschlossene Opferkraft jener Helden, „die uns vorangegangen sind mit dem Zeichen des Glaubens" ist weder durch das Wüten eines Nero oder eines Diokletians noch durch die heimtückischen Anschläge Julians des Abtrünnigen zu überwinden gewesen. Keine Art von Folter und Marter vermochte ihrer überlegenen Bereitschaft eine Grenze zu setzen. Nicht Schmähung auf Schmähung, nicht Wunde auf Wunde, nicht die brutale Gewalt, nicht die lauernde List der Christusfeinde brachte sie außer Fassung. Eine Christenheit von heute, die den Opfersinn der Frühjahrhunderte in sich wiedererweckt, wird unweigerlich dem Geist des in harter Kampfzeit geschriebenen Petruswortes die Treue halten: „Wenn ihr um der Gerechtigkeit willen etwas zu leiden habt, Heil euch !" Des Erbes ihrer Vergangenheit würdig, der Größe ihrer Zeitaufgabe bewusst, wird sie zu der von Gott bestimmten Frist, zum hart aber glorreich errungenen neuen Frieden gelangen. Dann wird sie mit dem Völkerapostel in Jubel ausbrechen dürfen: „Der Dank aber sei Gott, der uns den Sieg verliehen hat !" (1. Kor. 15, 57)

Rundfunkbotschaft "Circondati dal concorso", Copie von Kathpedia, Fettdruck hinzugefügt
Myste
Der Kirche mangelt es aber das erste mal an internen Selbstheilungskräften.
Eugenia-Sarto
Das ist wirklich wahr. Wir wären am Verdursten, wenn wir nicht die früheren Päpste hätten.
Myste
Na vor allem, wenn nicht irgendwie - verschwurbelt und trotz allem - der heilige Geist drin gewesen wäre.
Cavendish
Danke für diese zeitübergreifende Ermutigung aus dunkler Zeit!
Eugenia-Sarto
Gern. Die früheren Päpste sind wirklich eine Ermutigung.
M.RAPHAEL
Der Herr liebt uns sehr. Wir dienen Ihm. Für die Welt werden wir akzeptieren und lernen müssen, dass die anderen uns für verrückt halten. Wie der Herr am Kreuz müssen wir das ertragen. Wir sind verachtenswerte Idioten. Das ist das Neue. Die konservativen Katholiken waren normal und Teil des Bürgertums (Stift Heiligenkreuz). Die traditionellen Katholiken sind Trottel. Das Bürgertum fühlt sich …More
Der Herr liebt uns sehr. Wir dienen Ihm. Für die Welt werden wir akzeptieren und lernen müssen, dass die anderen uns für verrückt halten. Wie der Herr am Kreuz müssen wir das ertragen. Wir sind verachtenswerte Idioten. Das ist das Neue. Die konservativen Katholiken waren normal und Teil des Bürgertums (Stift Heiligenkreuz). Die traditionellen Katholiken sind Trottel. Das Bürgertum fühlt sich durch sie bedroht. Weg mit denen, mögen sie noch so bluten. Der bürgerliche Widerstand und die bezeugte Aussage eines Konservativen (normal reicht völlig) gibt uns Kraft.
Eugenia-Sarto
Wenn wir als Trottel angesehen werden, befreit uns das von vielen Menschen.