Heiliger Bonifatius, Martyrer zu Tarsus in Cilicien, + 14.5.290 - Fest: 14. Mai

Der heilige Bonifatius, dessen die Kirche heute gedenkt, ist nicht zu verwechseln mit dem anderen Bonifatius, dem Apostel der Deutschen. Sodann ist von dem heutigen Bonifatius zu berichten, dass er zu den „Drei Gestrengen Herren“ gehört. Was soll das heißen?

Schau, wenn sich um diese Jahreszeit die Sonne wieder kräftiger durchdringt, so lösen sich unter ihren wärmenden Strahlen hoch im Norden mächtige Blöcke vom ewigen Eis, di als sogenannte Eisberge hinaus ins Meer fahren und für Europa noch einmal kurz vor dem Sommer gerade zu der Zeit Nachtfröste bringen, da in der Natur weitgehend die Blüte eingesetzt hat, und wenn darüber der Frost kommt, so kann es um die Ernte geschehen sein.

Die Maifröste sind daher sehr gefährlich und sehr gefürchtet. Gewöhnlich treten sie am 12., 13. und 14. Mai auf, und weil die Bauern im Mittelalter die Wetterregeln nach den Heiligen benannten, erhielten die drei Heiligen, deren Fest auf die erwähnten Tage fällt, den Namen die „Drei Gestrengen Herren“. Auch heißen sie wohl die „Eisheiligen“. Das ist natürlich nicht so zu verstehen, dass man den drei Heiligen die Schuld an den Nachtfrösten gab, im Gegenteil, man rief vielmehr ihre Fürbitte dagegen an, aber die unguten Namen sind nun einmal an ihnen hängengeblieben.

Die „Drei Gestrengen Herren“ sind der heilige Pankratius, von dem vorgestern erzählt wurde, ferner der heilige Servatius, ein ehemaliger Bischof von Maastricht im heutigen Holland, und drittens der heilige Bonifatius, der die Dreierreihe der Eisheiligen schließt. Von morgen ab ist daher mit Nachtfrost kaum noch zu rechnen. Von morgen ab kann man auch Bohnen legen und Tomatensetzlinge ins Freie pflanzen.

Vom heiligen Bonifatius heißt es, dass er anfänglich ein ausschweifendes Leben geführt habe. Was ist denn das, ein ausschweifendes Leben? Leute, die ein ausschweifendes Leben führen, brauchen an sich keine bösartigen Menschen zu sein, es sind im Gegenteil nicht selten gutmütige und gutherzige Frauen und Männer, aber es fehlt ihnen die Willensstärke. Leicht verfallen sie dem Trunk und der Sittenlosigkeit, und weil sie an ihrem schwachen Willen keinen Halt haben, fallen sie immer tiefer diesseits und möglicherweise auch jenseits vom Tod in den Abgrund hinab. Es sind bedauernswerte Menschen.

Bonifatius führte also anfänglich ein ausschweifendes Leben. Er hat zu viel getrunken, Glücksspiele hat er getrieben, und auch sonst war er nicht vorbildlich. Dazu wollte es das Unglück, dass er in seiner Stellung als Güterverwalter der Fürstin Aglae zu Rom eine Herrin über sich hatte, die keinen Strich besser war als er selbst. Allerdings muss man den beiden zugutehalten, dass sie es als Heiden nicht besser wussten, und auch das muss zu ihrem Lob gesagt werden, dass sie sich überaus mildtätig gegenüber den Armen und Notleidenden benahmen. Diese gute Eigenschaft mag ihnen wohl die Gnade der Bekehrung verschafft haben, denn der liebe Gott lässt keine gute Tat unbelohnt.

Die Bekehrung der beiden begann damit, dass die Fürstin Aglae zufällig von der Wunderkraft der Martyrerreliquien hörte. In Rom wurden die Christen damals nicht verfolgt, wohl aber in Kleinasien. Deshalb schickte Aglae ihren Güterverwalter dorthin, damit er ihr Reliquien beschaffe. Bonifatius reiste ab, gelangte nach Tarsus und kam gerade recht, um Zeuge eines richterlichen Verfahrens gegen zwanzig Christen zu sein, die gleich darauf heldenmütig für den Glauben mit schweren Martern gequält wurden. Da schlug für Bonifatius die Gnadenstunde, und Gott zahlte ihm hundertfältig heim, was er den Armen Gutes getan hatte. Das Beispiel der Martyrer überzeugte ihn von der Wahrheit des christlichen Glaubens, und durch die Hilfe von oben gestärkt, brachte der bisher willensschwache Mann die Kraft auf, sich ebenfalls als Christ zu bekennen und sich den Helden bei zugesellen, mit denen er den Todesstreich empfing am 14. Mai 290. Auch die Fürstin Aglae bekehrte sich und führte bis ins hohe Alter ein vorbildliches Leben. Da hatte also den beiden das Wohltun reichliche Zinsen gebracht.

marianisches.de/heilige-des-tages/ä
Deus Semper Maior
Tarsus liegt in der Gegend, wo Antiochien und Ephesus sind!
Das ist der Geburtsort des Paulus! Von dort beging das Herz der Christen zu schlagen und von der Gegend komme ich her! Unsere Kirche "Syrisch orthodoxe Kirche von Antiochien" ist nach dem ersten Christen benannt!
Gast6 shares this
4154
Der andere Bonifatius
Justinus Christian
Ich würde jeden der offenen Geistes ist den pfaffenspiegel von Otto von Corvin, Kapitel 2 die lieben guten heiligen empfehlen und sich diese heiligen der Kirche mal genauer anzusehen!!
Lilien Dorner
@Justinus Christian

Bist Du ein Freidenker?
Justinus Christian
Das klingt ob es was schlechtes wäre ?
Was wäre wenn die deutschen unter Hitler freidenker wären ?
Aber ich persönlich versuche aus allen Quellen zu schöpfen
Lilien Dorner
Ich kannte einen Freidenker der an die Existenz und am Wirken Gottes zweifelte. Als an Jesus Glaubende konnte ich ihm bezeugen, dass für mich die Kreuzigung Jesu und seine Auferstehung Beweis ist, dass Gott existiert und das Gott Liebe ist. Ihm hat das nicht gereicht da er glaubt: „Gott gibt es nicht“. Verblieben sind wir im Gespräch: Ich glaube Gott, dass sein Wort Wahrheit und dass die …More
Ich kannte einen Freidenker der an die Existenz und am Wirken Gottes zweifelte. Als an Jesus Glaubende konnte ich ihm bezeugen, dass für mich die Kreuzigung Jesu und seine Auferstehung Beweis ist, dass Gott existiert und das Gott Liebe ist. Ihm hat das nicht gereicht da er glaubt: „Gott gibt es nicht“. Verblieben sind wir im Gespräch: Ich glaube Gott, dass sein Wort Wahrheit und dass die Ausgangslage dieses eines Freidenkens folgende ist: Er hat Gott noch nicht kennengelernt.
Im Internet bin ich auf andere Sorte Freidenken gestoßen, ich meine es ist mir bekannt, dass sie gegen Kirche Jesu vorgehen. Alles möglich tragen sie zusammen, was natürlich nicht der Wahrheit entspricht, nur um die Kirche Jesu zu bekämpfen. Ein Beispiel kann ich Dir nennen: „Der Honigmann“-ein Internet Aktivist. Zu ihm kann ich auch den von Dir hier Katholiken aufgedrängten Kirchengegner „Otto von Corvin“ zählen. Deine Quelle ist auch etwas aus dem Internet zusammengesuchtes, weil es Dich bestätigt. Deine Quelle ist eine Quelle, die das Heilige nicht wertschätzt.
Nun weißt Du, dass Du es hier mit jemanden zu tun hat, der die Kirche liebt und Dir zum Zeugnis gibt: Nur wer die Kirche liebt kann auch von ihr erzählen.
Auf Deinen zweiten Satz gehe ich gar nicht ein, weil er schwachsinnig ist.