M.RAPHAEL
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Ist die Metapher des Schweinestalls verantwortbar?

In meinem letzten Artikel habe ich die säkulare Welt als einen Schweinestall beschrieben und ihre Menschen mit Schweinen verglichen, die nur ihren irdischen Sehnsüchten, ihrem Fressen, nachlaufen. Alles, was dem nicht dienlich ist, wird nicht zur Kenntnis genommen. Das gibt es für sie nicht. Weil der Himmel im Regelfall von den Fleischtöpfen Ägyptens weg und in die unangenehme Wüste führt, wird dieser einfach geleugnet, obwohl er direkt vor ihren Augen ist. Stattdessen haben sie sich durch Infiltration der Kirche einen Ersatzgott geschaffen, einen lieben Jesus, der immer will, was sie selber wollen. Der kostet nichts. Der verlangt nichts. Der ist mehr als billig. Der tröstet nur und segnet noch jede Schweinerei. Ihm geht es nur darum, dass alle Menschen ein möglichst glückliches Leben hier auf Erden führen.

Das ist eine unglaubliche Lüge. Warum die Vertreibung aus dem Paradies? Warum die Kreuzigung? Gott hätte gleich vergeben können. Ein wenig mit dem Finger hin und her und es geht weiter mit dem Spaß. Ein solcher Gott kann niemals wahr sein. Deshalb verlieren alle den Glauben. Sie sind gar nicht unglücklich darüber. Denn ihr eigentlicher Gott ist längst ein anderer. Es ist der, der ihnen wirklich Macht und Glanz auf dieser Erde verleiht. Da lohnt sich der Seelenverkauf. Das funktioniert immer. Der Schweinehirt will seine Schweine mästen. Er möchte bis in alle Ewigkeit Schweinefleisch essen. Der Höllengrill brennt schon für das Seelenfressen.

Ist diese Metapher, ist diese Sprache verantwortbar? Ja, obwohl sie ekelhaft ist. Aber sie muss sein, um die Menschen, die noch von einem letzten Rest von Liebe erfüllt sind und deshalb noch ein klein wenig über ihren Eigenvorteil hinausschauen können, aufzuzeigen, wie ihr Herr, der Herr der Welt, sie wirklich sieht. Für ihn haben sie weder Ehre noch Würde. Jeder gegenteilige Eindruck ist verlogen. Auch die Menschen sind sich untereinander spinnefeind. Die Verachtung ist grenzenlos. Aber die Verschlagenheit des Bösen verlangt, dass sich alle für ganz lieb und nett halten. Die, die in die Hölle gehen, sind alle von ihrer Mitmenschlichkeit überzeugt. Selbstkritik, ein schlechtes Gewissen oder Reue gibt es nicht. Nur die Kinder verzweifeln, nehmen Drogen und ritzen sich die Haut. Sie haben noch eine letzte Ahnung, dass etwas völlig falsch ist.

Manchmal ist eine harte Sprache notwendig. Sie ist durch und durch biblisch (vgl. auch Mt 12,34 und Mt 23,33). Die Liebe ist nicht lieb. Sie ist anspruchsvoll. Noch einmal, warum hat Gott nicht schon im Paradies verziehen? Die Herrlichkeit des ewigen Lebens darf nicht durch dunkle und böse Schatten getrübt werden, selbst wenn sie durch noch so gute Intentionen als human nachvollziehbar erscheinen. Sie wäre nicht absolut. Sie würde dem Herrn nicht entsprechen.

Ich werde diese Metapher und eine entsprechende Sprache dennoch sehr restriktiv verwenden. Sie verleiten dazu, einer allgemeinen Verrohung der Denkstrukturen Vorschub zu leisten. Die damit transportierte Verachtung schlägt zu schnell auf das Einfühlungsvermögen durch und schadet ihm. Ohne dieses aber wird es für das Böse umso leichter, sich zu verstecken. Es ist schwer, sich im Verdeckten und Verheimlichten nicht zu verirren. Dennoch darf das Bohren im Dreck niemals aufhören. Das unschuldige Herz, das immer anbetend vor dem Prager Jesuskind kniet, schützt. Die echte und wahre Liebe kann nicht pervertiert werden. Sie gibt nie auf. Wer unschuldig ist, versteht den Kampf und will nichts anderes, selbst wenn der Teufel unablässig droht.
Sin Is No Love
Es sei an das altbekannte Bild erinnert, vom Schwein, das kleine Kinder frisst: Wer gendert, frisst auch kleine Kinder.
Onkel Onkel
Schweine sind leidensfähige Wesen. Wer hat sie auf diese Art beschaffen und wodurch sind sie schuldig geworden, dass man sich in so unbeschwerter Art und Weise über ihre Behandlung durch den Menschen äußern darf?
Erich Foltyn
Man weiss nicht, soll man die Menschen mit Schweinen vergleichen oder mit Heuschrecken ? Schweine neigen aufgrund ihres Körperbaus dazu mit ihren dreckigen Hufen im Futter zu waten, bis das Futter zu Schlamm wird. Und das trifft auch auf den Geist des Menschen zu. Was die Einen kacken, wird von den höchsten Persönlichkeiten zu den höchsten Werten erklärt und jede Opposition wird vernichtet.
Onkel Onkel
Das ist leider keine Antwort auf meine Frage. Wer hat die Schweine in der Art beschaffen, dass sie des Leidens fähig sind?