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Nicky41
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Betrachtung zum Kreuz aus Taizé

Das Kreuz hat eine ungewöhnliche Form: Am oberen Ende ein Rechteck, in ihm ein Engel mit einem Trinkbecher – der „Engel der neuen Kraft“, eine Anspielung an die Stelle aus der Leidensgeschichte bei Lukas, in der es heißt:

„Da kam ein Engel vom Himmel und gab ihm neue Kraft.“
(Lk 22, 43)

Maria und Johannes:

Wie in vielen Kreuzdarstellungen stehen unter dem Kreuz Maria, die Mutter Jesu (links), und „der Jünger, den Jesus liebte“, den die Überlieferung mit dem Evangelisten Johannes verbindet; Symbol dafür ist das Buch in der Hand.
Ungewöhnlich ist die Platzierung der beiden: nicht getrennt vom Kreuz sondern, im Maßstab stark verkleinert, wie an das Kreuz angehängt.
Es fällt auf, dass die Gestalt der Maria behutsam mit einer Hand Jesus berührt, während Johannes zwar ebenfalls zu Jesus blickt, ihn aber nicht berührt, als wolle er Abstand halten.

So führen diese beiden Gestalten vielschichtig vor Augen, was zum Wesen des Menschen und zum Christsein gehört:
Maria verkörpert die sinnliche Wahrnehmung, das Fühlen des Herzens; Johannes wiederum steht für den Verstand, das Denken und die kritische Vernunft, auch dies symbolisiert durch das Buch in seiner Hand.
Die beiden Gestalten lassen sich aber auch als Symbolfiguren der Suche nach Gott und des Ringens zwischen Glauben und Zweifeln deuten. Der eine glaubt und fühlt sich in Kontakt mit Jesus, der andere hält skeptisch Distanz, zweifelt und hat Fragen – Jesus ist für beide gestorben, beide haben ihren Platz unter dem Kreuz, beide sind durch seinen Tod erlöst.

In einer dritten Deutung kann man Maria und Johannes als Verkörperungen unterschiedlicher Glaubenserfahrungen des Christen in der Beziehung zu Jesus betrachten: Sie stehen dann für Zeiten, in denen man die Nähe Jesu spürt und für Zeiten, in denen einem Jesus fremd ist und in denen man sich wie getrennt von ihm fühlt – beide Erfahrungen gehören zu einem Leben aus dem Glauben.

Die Farben:

Braun: Jesus, Maria und Johannes sind braun gezeichnet. Jesus scheint fast mit dem rotbraunen Holz des Kreuzes zu verschmelzen.
Braun – Farbe der Erde, des Bodens, aus dem alles Fruchtbare hervorgeht, aber auch der Vergänglichkeit, der Endlichkeit und des Todes.

Rot: Die dominierende Farbe dieses Kreuzes. Rot – Farbe des Lebens, des Blutes; Farbe der Liebe, aber auch des Leidens und des Mitleidens. Rot umschließt das ganze Kreuz, auch Maria und Johannes unter dem Kreuz:
Wir Menschen können uns dem Leid und dem Schmerz nicht entziehen, genausowenig wie dies Jesus tat.
Jesus ist der erste wahrhaft erlöste Mensch: Er leidet und stirbt am Kreuz als ein Mensch, der mit uns mitfühlt und mitleidet – und uns als Gottes Sohn zugleich teilhaben lässt an seiner Auferstehung, darum die Farbe Gold.

Gold: Gold – Farbe der Freude und des Festes; Farbe der Gegenwart Gottes und der Heiligkeit, Farbe der Auferstehung.
Dass um die Köpfe der Heiligen ein goldener Heiligenschein leuchtet, ist uns vertraut. In dieser Kreuzdarstellung umgibt auch das Kreuz ein goldener Streifen. Golden leuchtet es auch durch die Wundmale Jesu hindurch. Das lässt an die Worte des Priesters in der Osternacht denken, die er beim Bezeichnen der Osterkerze mit dem Kreuz spricht: „Durch deine Wunden, die leuchten in Herrlichkeit, behüte uns und bewahre uns Christus, der Herr.“
Die Wundmale Jesu machen es deutlich: Dieses Gold leuchtet hinter dem Kreuz hervor – die Auferstehung zur endgültigen Gemeinschaft mit Gott ist der Hintergrund vor dem Sterben Jesu am Kreuz und der tragende Grund aller christlichen Existenz.

Hier weiterlesen:

gut-katholisch.de/…trachtung-zum-kreuz-aus-taize/
Katholik25
Die übrigen Christen (Protestanten, Anglikaner) dürfen diese Sakramente vom katholischen Amtsträgern nur empfangen, wenn sie sich in Todesgefahr befinden oder in einer schweren Notlage gemäß dem Urteil des Diözesanbischofs oder der Bischofskonferenz. Bedingungen dafür sind die rechte Disposition für den Sakramentenempfang, die Bekundung des katholischen Glaubens hinsichtlich desjenigen …More
Die übrigen Christen (Protestanten, Anglikaner) dürfen diese Sakramente vom katholischen Amtsträgern nur empfangen, wenn sie sich in Todesgefahr befinden oder in einer schweren Notlage gemäß dem Urteil des Diözesanbischofs oder der Bischofskonferenz. Bedingungen dafür sind die rechte Disposition für den Sakramentenempfang, die Bekundung des katholischen Glaubens hinsichtlich desjenigen Sakramentes und die Situation, dass ein Spender der eigenen Kirche nicht erreicht werden kann (c. 844 § 4). Im Fall einer partikularrechtlichen Regelung dieser Ausnahmen besteht für die Gesetzgeber die Pflicht zur vorgängigen Beratung mit den zuständigen Autoritäten der nichtkatholischen Kirchen oder kirchlichen Gemeinschaften (c. 844 § 5).[8]

Ist noch das neue Kirchenrecht. Das alte kann ich noch zitieren
Katholik25
Ist das Frere Roger der als nichtkatholik die Eucharistie von Benedikt bekommen hat?
nujaas Nachschlag
Ja.
Nicky41
Ein nie dagewesener Schritt

Bezugnehmend auf einen am 6. September 2006 in „Le Monde“ erschienenen Artikel beantwortete Frère Alois der französischen Tageszeitung „La Croix“ einige Fragen.

La Croix: Ist Frère Roger formell zum Katholizismus übergetreten, wie es der Historiker Yves Chiron behauptet hat?

Frère Alois: Nein, Frère Roger ist niemals formell zum Katholizismus übergetreten. Wäre er …More
Ein nie dagewesener Schritt

Bezugnehmend auf einen am 6. September 2006 in „Le Monde“ erschienenen Artikel beantwortete Frère Alois der französischen Tageszeitung „La Croix“ einige Fragen.

La Croix: Ist Frère Roger formell zum Katholizismus übergetreten, wie es der Historiker Yves Chiron behauptet hat?

Frère Alois: Nein, Frère Roger ist niemals formell zum Katholizismus übergetreten. Wäre er das, hätte er es auch gesagt; er hat aus seinen Schritten niemals einen Hehl gemacht. In seinen Büchern, die oft als Tagebücher geschrieben wurden, hat er nach und nach erläutert, was er erkannte und was er lebte.

Was geschah 1972 in der Kapelle des Bischofsitzes von Autun genau?

1972 reichte der damalige Bischof von Autun, Armand Le Bourgeois, Frère Roger zum ersten Mal die Kommunion, ohne ihm ein anderes Glaubensbekenntnis abzuverlangen als das Glaubensbekenntnis, das bei jedem Gottesdienst gesprochen wird und allen Christen gemeinsam ist. Mehrere Zeugen waren damals anwesend, drei von uns Brüdern sowie einige unserer Freunde, die dies bezeugen können.

Warum gerade zu diesem Zeitpunkt?

Der Zeitpunkt wurde gewählt, weil Frère Roger kurz davor stand, das Lebensengagement des ersten katholischen Bruders der Communauté entgegenzunehmen, und es nicht denkbar war, danach nicht an ein und demselben eucharistischen Tisch kommunizieren zu können. Einige Monate später kam Bischof Le Bourgeois nach Taizé und reichte in derselben Weise allen Brüdern der Communauté die Kommunion.

Hat Frère Roger selbst ausdrücklich über diese Entwicklung gesprochen?

Er hat sehr früh in seinem Leben begriffen, dass es wesentlich auf die Versöhnung unter den Christen ankommt, wenn man das Evangelium den Jugendlichen weitergeben will. Nach Johannes XXIII. und dem Zweiten Vatikanischen Konzil war er der Meinung, dass die Zeit der Versöhnung gekommen war. Er hat oft erzählt, dass ihm 1963 bei seiner letzten Begegnung mit Johannes XXIII. daran gelegen war, von diesem Papst ein Geistliches Testament zu hören; er befragte ihn nach dem Platz, den Taizé in der Kirche einnimmt. Johannes XXIII. antwortete und machte dabei mit den Händen kreisförmige Bewegungen: „Die Katholische Kirche besteht aus immer größeren, immer weiteren konzentrischen Kreisen“. Der Papst hat nicht näher gesagt, in welchem Kreis er Taizé sah, aber Frère Roger begriff, dass der Papst ihm sagen wollte: Sie sind bereits im Innern, gehen sie einfach auf diesem Weg weiter. Und das hat er getan.

Sie haben lange Jahre an seiner Seite gelebt, er hat Sie sogar zu seinem Nachfolger bestimmt. Was war für Frère Roger letztlich die Tragweite dieser Vorgehensweise?

Sein Weg führte ihn immer mehr dazu, die Fülle der Tradition der Kirche tiefer zu entdecken und ins Licht zu rücken. Er war nicht an einer Einzellösung der Versöhnung interessiert, sondern tastete sich über einen langen Zeitraum in der Frage vor, welcher Weg für alle gangbar sein könnte. Er war protestantischer Herkunft und vollzog einen seit der Reformation noch nie dagewesenen Schritt. 1980 umschrieb er ihn anlässlich eines Europäischen Jugendtreffens in Rom öffentlich und in Gegenwart Papst Johannes Paul II. mit den Worten: „Ich habe meine Identität als Christ darin gefunden, in mir selbst den Glauben meiner Herkunft mit dem Geheimnis des katholischen Glaubens zu versöhnen, ohne mit irgend jemand die Gemeinschaft abzubrechen.“ Beim Empfang einer orthodoxen Delegation sprach Johannes Paul II eines Tages von einer Gemeinschaft die „weder Absorption, noch Fusion ist, sondern ein Aufeinandertreffen in Wahrheit und Liebe.“

Warum wurde dann eine Angelegenheit, die ein Zeugnis sein sollte, so diskret behandelt?

Es war schwierig, einen Schritt, der sich ganz allmählich vollzog und vollkommen neu war, in Worte zu fassen und zu verstehen. Er konnte leicht falsch interpretiert werden. Wer in diesem Zusammenhang von „Konversion“ (Übertritt) spricht, begreift nicht den originären Ansatz Frère Rogers. Das Wort „Konversion“ ist von der Geschichte her belastet, „Konversion“ schließt einen Bruch mit der eigenen Herkunft ein. Frère Roger hat nicht abgestritten, dass die Konversion ein Weg für einzelne sein kann; für ihn und für unsere Communauté zog er es aber vor, von „Kommunion“ (Gemeinschaft) zu sprechen. Für ihn hat sich der allmählich vollzogene Eintritt in die volle Gemeinschaft mit der Katholischen Kirche an zwei Punkten festgemacht, aus denen er nie einen Hehl machte: Die Eucharistie zu empfangen und die Notwendigkeit eines Dienstamtes der Einheit anzuerkennen, das der Bischof von Rom ausübt.

Geschah dies um den Preis, weiterhin nicht verstanden zu werden?

Frère Rogers Vorgehensweise wurde nicht von allen verstanden, aber von vielen angenommen; von Papst Johannes Paul II., von katholischen Bischöfen und Theologen, die in Taizé Eucharistie gefeiert haben, und auch von protestantischen und orthodoxen Kirchenverantwortlichen, mit denen Frère Roger im Laufe der Jahre vertrauensvolle Beziehungen aufbaute.

Die Fragen stellte Jean-Marie Guenois.
Nicky41
1972 reichte der damalige Bischof von Autun, Armand Le Bourgeois, Frère Roger zum ersten Mal die Kommunion, ohne ihm ein anderes Glaubensbekenntnis abzuverlangen als das Glaubensbekenntnis, das bei jedem Gottesdienst gesprochen wird und allen Christen gemeinsam ist.
Nicky41
Nicky41
Manchmal verstummt das Gebet, denn gelassene Gemeinschaft mit Gott kann ohne Worte auskommen. „Ich ließ meine Seele ruhig werden und still; wie ein kleines Kind bei der Mutter ist meine Seele still in mir.“ „Meine Seele in mir“ kann in der Gegenwart Gottes wie ein entwöhntes Kind bei seiner Mutter sein, das nicht länger schreit. Dann bedarf das Gebet keiner Worte, ja nicht einmal eines Gedankens.
Nicky41
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Nicky41
Nicky41
Maximilian Schmitt
@Santiago74 ; Die Lima-Liturgie von Max Thurian hat Implikationen der Geist-Christologie. Jesus von Nazareth soll angeblich durch die Taufe im Jordan zum Christus erhoben worden sein.
Maximilian Schmitt
@Santiago74 ; Liturg: Lasst uns beten. Gnädiger und barmherziger Herr und Gott, Du hast Deinen geliebten Sohn mit dem Heiligen Geist gesalbt bei seiner Taufe am Jordan und ihn zum Propheten, Priester und König eingesetzt: ief-deutschland.com/…6/Broschuere-Lima-Liturgie.pdf
Maximilian Schmitt
@Santiago74 ; Der hl. Justin der Märtyrer beantwortete schon Mitte des 2. Jhr. den Einwand des Juden Tryphon, der auf den Anschein hinwies, daß Jesus von Nazareth um Christus zu werden, die Taufe durch Johannes benötigte um den Hl. Geist zu empfangen. Justin antwortete darauf, daß dieser Einwand in der Tat recht pfiffig sei, aber Christus genauso wenig im Jordan den Hl. Geist benötigt habe, wie …More
@Santiago74 ; Der hl. Justin der Märtyrer beantwortete schon Mitte des 2. Jhr. den Einwand des Juden Tryphon, der auf den Anschein hinwies, daß Jesus von Nazareth um Christus zu werden, die Taufe durch Johannes benötigte um den Hl. Geist zu empfangen. Justin antwortete darauf, daß dieser Einwand in der Tat recht pfiffig sei, aber Christus genauso wenig im Jordan den Hl. Geist benötigt habe, wie er Auch den Einritt auf dem Esel nach Jérusalem nicht nötig gehabt hätte, um König zu werden. Daß der Geist auf Christus in Form der Taube ruhte, bedeutete lediglich, daß er die Geistesgaben sichtbar an sich zog, weil sie ab da im Judentum aufhören sollten. Der Geist ruhte auf Christus zum Zeichen, daß Letzterer die Geistesgaben gibt, wie ER will!
Ursula Wegmann
Die Taube ist im AT das Symbol für Israel, das wie die Taube sehende, auf Gott gerichtete Augen hat gegenüber anderen blinden Völkern. Sie symbolisiert Israel als Braut/Liebesgöttin Gottes und repräsentiert das Schicksal des Volkes, das nicht hören, nicht gehorchen, den wahren Gott nicht offenbaren, die Last der Erwählung und der Gesetze nicht tragen will, von Gott in seiner Barmherzigkeit …More
Die Taube ist im AT das Symbol für Israel, das wie die Taube sehende, auf Gott gerichtete Augen hat gegenüber anderen blinden Völkern. Sie symbolisiert Israel als Braut/Liebesgöttin Gottes und repräsentiert das Schicksal des Volkes, das nicht hören, nicht gehorchen, den wahren Gott nicht offenbaren, die Last der Erwählung und der Gesetze nicht tragen will, von Gott in seiner Barmherzigkeit aber immer wieder aus dem Exil der Sünde durch die Wüste zurück in die Freiheit/Heimat geführt wird. Sie symbolisiert wie Jona - Jona=Taube - die Liebesgeschichte Gottes mit seinem Volk als seine Braut, seine Geliebte, die im Schatten des Allerhöchsten immer Schutz erfährt wie die Jungen auf dem Rücken der Adler.
Im NT ist die Taube das Symbol für den Hl. Geist und für Maria als Braut des Hl. Geistes und Mutter des Erlösers und somit als sehende Mutter der Kirche Christi.
Bibiana
Danke, eine sehr schöne Deutung über die Taube.
Nicky41
„Da kam ein Engel vom Himmel und gab ihm neue Kraft.“
(Lk 22, 43)