kathvideo
Im Katechismus lese ich nichts von einem Tausendjährigen Reich, und derjenige, welcher ein solches begründen wollte, wurde wenige Jahre später als falscher Prophet entlarvt ... Meines Wissens wurde der Milleniarismus, der von einem wörtlichen Verständnis der Bibelstellen zum 1000-jährigen Reich ausgeht, von der Kirche verworfen.
Guntherus de Thuringia
Wertes @kathvideo, ich gestehe, es ist anstrengend, immer wieder auf die gleichen Einwände einzugehen, die ich auf dieser Präsenz schon längst beantwortet habe. Nein, der Millennialismus wurde von der katholischen Kirche nicht verworfen. Es wurde nur eine Anfrage an das Hl. Offizium im Juli 1944 mit der Antwort beschieden, dass "das System des abgemilderten Millenarismus nicht sicher gelehrt …More
Wertes @kathvideo, ich gestehe, es ist anstrengend, immer wieder auf die gleichen Einwände einzugehen, die ich auf dieser Präsenz schon längst beantwortet habe. Nein, der Millennialismus wurde von der katholischen Kirche nicht verworfen. Es wurde nur eine Anfrage an das Hl. Offizium im Juli 1944 mit der Antwort beschieden, dass "das System des abgemilderten Millenarismus nicht sicher gelehrt werden könne" (Übersetzung aus dem Lateinischen von mir, da ich nur die einsprachige Ausgabe besitze) - schlagen Sie bitte selbst nach bei Denzinger-Schönmetzer 3839 [2296]. Ihre andere Angabe ist recht undeutlich: wer wollte ein solches begründen? Bitte bedenken Sie: Katechismen kommen und werden von neuen Katechismen abgelöst, und neuerdings wird sogar derselbe Katechismus in Abständen von Jahren verändert. Das Wort Gottes hingegen bleibt, bis alles in Erfüllung gegangen ist. Das Tausendjährige Reich ist keine protestantische Erfindung. Es wird kommen, ob man dran glaubt, oder nicht, weil, wie der Herr Jesus Christus sagte, alles in Erfüllung gehen muss.
kathvideo
Danke, @Guntherus de Thuringia , für die Erläuterungen! Da Sie das Heilige Offizium mit seiner Stellungnahme anführen, kann ich doch davon ausgehen, dass Sie das katholische Verständnis teilen? Oder ist dem nicht so?
Guntherus de Thuringia
@kathvideo, Sie möchten meinen Glauben kennen. Gern. Meine Herkunft ist römisch-katholisch. In einer Zeit der Unsicherheit und Verwirrung habe ich mich zurückgezogen auf den biblisch-christlichen Glauben. Die Tradition und das Lehramt der Kirche sind mir nicht gleichgültig, aber entscheidend geworden ist für mich Gottes Wort und Wille.
kathvideo
@Guntherus de Thuringia Das will ich gerne respektieren! Für mich ist der katholische Glaube maßgeblich, der auf Schrift und Tradition gegründet ist und durch das Lehramt der Kirche verbindlich ausgelegt wird. Von daher sind die Abschnitte vom Tausendjährigen Reich machtvolle Bildworte, die auf das Wirken Gottes in der Geschichte verweisen, aber nicht einfach eine wörtliche Erfüllung innerhalb …More
@Guntherus de Thuringia Das will ich gerne respektieren! Für mich ist der katholische Glaube maßgeblich, der auf Schrift und Tradition gegründet ist und durch das Lehramt der Kirche verbindlich ausgelegt wird. Von daher sind die Abschnitte vom Tausendjährigen Reich machtvolle Bildworte, die auf das Wirken Gottes in der Geschichte verweisen, aber nicht einfach eine wörtliche Erfüllung innerhalb dieser Geschichte verheißen. Die Vollendung des Reiches Gottes erwarten wir dann, wenn Christus wiederkommt in Herrlichkeit.
Guntherus de Thuringia
@kathvideo, inwiefern widerspricht das der Darstellung im Artikel oben? Es gibt verschiedene Stufen der Vollendung des Reiches: Zuerst kommt das Tausendjährige Reich auf dieser Erde, in welchem Christus und seine Heiligen herrschen werden und den Frieden und die Gerechtigkeit herbeiführen werden, die in zahlreichen Prophezeiungen des Alten Testaments vorhergesagt wurden, die aber - Achtung! - …More
@kathvideo, inwiefern widerspricht das der Darstellung im Artikel oben? Es gibt verschiedene Stufen der Vollendung des Reiches: Zuerst kommt das Tausendjährige Reich auf dieser Erde, in welchem Christus und seine Heiligen herrschen werden und den Frieden und die Gerechtigkeit herbeiführen werden, die in zahlreichen Prophezeiungen des Alten Testaments vorhergesagt wurden, die aber - Achtung! - bisher noch niemals auf dieser Erde erfüllt wurden. Dieses Reich errichtet der Herr bei seinem Kommen in Macht und Herrlichkeit. Die endgültige Erfüllung des Reiches wird nach dem Ende dieser Welt sein, wenn der erste Himmel und die erste Erde vergangen sind und Gott einen neuen Himmel und eine neue Erde schafft. Dann wird Gott alles in allem sein. Das ist im Millennium noch nicht der Fall. Was ist verkehrt daran, das zu glauben, was der Herr Jesus selbst den Apostel Johannes in der Offenbarung hat schauen und niederschreiben lassen? Diese zwei Stufen finden Sie in Offenbarung 20 bis 22. Ja, und wenn die derzeit als gültig angesehene katholische Tradition das nicht erkennt oder vielmehr, wenn die meisten kirchlichen Theologen heute das Millennium nicht gern im wörtlichen Sinn auslegen möchten (obwohl die Väter der frühen Kirche das taten), dann ist das nicht das Problem der göttlichen Offenbarung. Und doch: bei diesen verschiedenen eschatogischen Ansichten geht es um exegetische Meinungsunterschiede, nicht um heilsrelevante Lehren.
alfredus
Katholik oder Protestant ... ? Es ist ein Unterschied, denn Protestanten haben durch die " Lutherbibel " ein anderes Glaubens-Verständnis ! Zu dem 1000-jährigen Reich, muss man anmerken, dass die Zahl 1000 nur symbolisch zu sehen ist und eigentlich ewig bedeutet ! Dass Jesus am Ende der Zeiten Gericht halten wird, ist unbestritten ! Nicht bestritten ist auch, dass Jesus vor dem Ende auf …More
Katholik oder Protestant ... ? Es ist ein Unterschied, denn Protestanten haben durch die " Lutherbibel " ein anderes Glaubens-Verständnis ! Zu dem 1000-jährigen Reich, muss man anmerken, dass die Zahl 1000 nur symbolisch zu sehen ist und eigentlich ewig bedeutet ! Dass Jesus am Ende der Zeiten Gericht halten wird, ist unbestritten ! Nicht bestritten ist auch, dass Jesus vor dem Ende auf eine besondere Art eingreifen wird, um zu retten, was noch zu retten ist ! Außerdem ist es fruchtlos über Zeiten und Daten sich große Gedanken zu machen, denn Gott handelt anders als wir denken und ahnen.
Guntherus de Thuringia
@alfredus, Sie schreiben: "Es ist ein Unterschied, denn Protestanten haben durch die " Lutherbibel " ein anderes Glaubens-Verständnis !" Das dürfte weniger an Luthers Übersetzung als an der Bibel liegen.
Boni
Immer an den vierfachen Schriftsinn denken!
Klaus Elmar Müller
Genau! Der historische Sinn ist eine berechtigte Deutungs-Ebene, aber darüber gibt es die typologische (Daniel-Bibelstellen deuten auf das Christusgeschehen voraus), die moralische (das 1000jährige Reich als innere Verfasstheit des Christen) und die eschatologische (auf die Endzeit bezogen), und da sind Zahlen wie die 144000 Geretteten von Fall zu Fall symbolisch zu verstehen - schon die Anzahl …More
Genau! Der historische Sinn ist eine berechtigte Deutungs-Ebene, aber darüber gibt es die typologische (Daniel-Bibelstellen deuten auf das Christusgeschehen voraus), die moralische (das 1000jährige Reich als innere Verfasstheit des Christen) und die eschatologische (auf die Endzeit bezogen), und da sind Zahlen wie die 144000 Geretteten von Fall zu Fall symbolisch zu verstehen - schon die Anzahl unserer Märtyrer übertrifft diese Zahl.
ProVita
@Klaus Elmar Müller Spielt es tatsächlich eine Rolle, ob der Verfasser nun Protestant oder Katholik ist? Ich sah mir die Grafik an und las den Text. Was daran ist Ihrer Meinung nach evangelisch...? Schönen Sonntag und LG PV
Klaus Elmar Müller
Die Lehre einer Entrückung der Christenheit VOR dem Jüngsten Tag habe ich zum ersten Mal vor kurzer Zeit und dann immer wieder nur bei Evangelikalen gehört. Dass Christus wiederkommt und sich auf den Thron Davids setzt und dann die Weltgeschichte noch weitergeht, Satan noch einen Aufstand wagt (so das obere Schaubild) ist mir unbekannt, habe ich nie im katholischen Bereich gehört - da darf man …More
Die Lehre einer Entrückung der Christenheit VOR dem Jüngsten Tag habe ich zum ersten Mal vor kurzer Zeit und dann immer wieder nur bei Evangelikalen gehört. Dass Christus wiederkommt und sich auf den Thron Davids setzt und dann die Weltgeschichte noch weitergeht, Satan noch einen Aufstand wagt (so das obere Schaubild) ist mir unbekannt, habe ich nie im katholischen Bereich gehört - da darf man auf die evangelische Konfession des Verlages hinweisen, die ohne katholische Tradition und Dogmen, nur aus Bibeltexten ("Luther sagt ja: "nur die Schrift") sich etwas zusammenbastelt.
Ischa Ischa Ischa
@Klaus Elmar Müller: Die Entrückung ist eher evangelikal/neuapostolisch. Dass Christus wiederkommt und regiert sollte man sich nicht materiell vorstellen, er wird wohl eher in den Herzen regieren, vielleicht öfter erscheinen, öfter sichtbar sein, aber Er wird vermutlich nicht auf einem materiellen Thron, sondern im Herzen regieren. Dann geht die Geschichte dieser Erlösten auf der Erde noch …More
@Klaus Elmar Müller: Die Entrückung ist eher evangelikal/neuapostolisch. Dass Christus wiederkommt und regiert sollte man sich nicht materiell vorstellen, er wird wohl eher in den Herzen regieren, vielleicht öfter erscheinen, öfter sichtbar sein, aber Er wird vermutlich nicht auf einem materiellen Thron, sondern im Herzen regieren. Dann geht die Geschichte dieser Erlösten auf der Erde noch einmal eine Zeit weiter, symbolische 1000 Jahre, unter veränderten Bedingungen: Denn wenn Christus in allen Herzen regiert, ergibt das eine völlig andere Art von Weltgeschichte. So beschriebt das auch Irenäus im 5. Buch "Gegen die Häretiker". Er ist als direkter Schüler des Märtyrers Polycarp, der seinerseits direkter Schüler des alten Apostels Johannes war, noch nahe an der alten Überlieferung, die durch Auswendiglernen der Evangelien garantiert wurde. Irenäus meint, diese Zeit sei eine Art von Vorbereitung auf die Ewigkeit, also eine letzte Etappe auf Erden.
Ob es einen materiellen Tempel geben wird, scheint mir ungewiss, vermutlich wird der eher vorher der Sitz des Antichrist sein.
Der Aufstand Satans steht in der Offenbarung des Johannes.
Lämmer werden im Tempel bestimmt nicht mehr geschlachtet werden (so verstehe ich obiges Schaubild), Christi Opfer ist ein einmaliges.
Ischa Ischa Ischa
Nachtrag: ob der Himmel so "irdisch" aussieht wie auf dem Schaubild??? ist der Optik der Zeugen-Jehova-Darstellungen sehr nahe...und geht einfach am Kern vorbei.
Ischa Ischa Ischa
Danke an @ Guntherus de Thuringia! Bin im wesentlichen einverstanden, besonders, was die Kirchenväter angeht. Eigentlich unterscheidet sich, begrenzt auf diesen Artikel (Endzeitnotizen 37), Ihr Verständnis von meinem vor allem in dem Vorstellungsinhalt von "Entrückung" bzw. der Übersetzung von Irenäus mit "erhöht": Ich verstehe darunter eine spirituelle Erhöhung, eine Art von Reinigung und …More
Danke an @ Guntherus de Thuringia! Bin im wesentlichen einverstanden, besonders, was die Kirchenväter angeht. Eigentlich unterscheidet sich, begrenzt auf diesen Artikel (Endzeitnotizen 37), Ihr Verständnis von meinem vor allem in dem Vorstellungsinhalt von "Entrückung" bzw. der Übersetzung von Irenäus mit "erhöht": Ich verstehe darunter eine spirituelle Erhöhung, eine Art von Reinigung und intensiveres Erfülltsein mit dem Heiligen Geist, ein "Leben aus dem göttlichen Willen", wie Luisa Picaretta es beschreibt. In gleicher Weise wird dann dieses Friedensreich von dieser spirituellen Erhöhung der dort lebenden Menschen geprägt sein, die viel inniger und intensiver mit Gott verbunden sein werden. Die Schwelle zur jenseitigen Welt wird wohl niedriger sein, d.h. Heilige und Jesus Christus werden öfter erscheinen und dadurch regieren. (siehe Irenäus V.) Darauf kann ein Mensch sich jetzt schon vorbereiten (Don Gobbi, Blaues Buch). Die "Entrückung" während der 3 1/2 jährigen Drangsal wäre ein Schutz vor dem Antichrist, welcher der "Arche" entspricht, die Irenäus erwähnt, aber nicht expliziert, und auch in Lk 17,27 taucht sie auf, in der Offenbarung des Johannes ist es die Frau mit der Sonne, die in die Wüste "entrückt" wird und so ebenfalls geschützt vor den Nachstellungen des Drachens. Die Frau steht wohl für Maria, die Kirche und diejenigen, die unter ihrem besonderen Schutz stehen wollen.
Klaus Elmar Müller
Vorsicht! Der als Quelle angegeben Verlag ist evangelisch. Die These einer Entrückung vor dem Ende der Welt und einer noch kommenden weltlichen Herrschaft Christi ist klar evangelikal!
Winfried
@Klaus Elmar Müller
Ich war ebenfalls lange skeptisch in Bezug auf die Entrückung und das sog. 1000-jährige Reich, aber in der Hl. Schrift deuten z.B. folgende Stellen auf eine Entrückung hin:

1 Kor 15, 23.51f.; 1Thess 4, 16f; Lk 17, 34-36 etc.

Bekanntlich unterscheiden die Exegeten zwischen einer Entrückung vor, während und nach der Drangsal, der ja nach der Vernichtung Satans und des …More
@Klaus Elmar Müller
Ich war ebenfalls lange skeptisch in Bezug auf die Entrückung und das sog. 1000-jährige Reich, aber in der Hl. Schrift deuten z.B. folgende Stellen auf eine Entrückung hin:

1 Kor 15, 23.51f.; 1Thess 4, 16f; Lk 17, 34-36 etc.

Bekanntlich unterscheiden die Exegeten zwischen einer Entrückung vor, während und nach der Drangsal, der ja nach der Vernichtung Satans und des falschen Propheten das Millennium folgen wird. Diese Entrückung findet für die meisten Evangelikalen In Verbindung mit der (1.) Wiederkunft Christi ("nicht im Fleisch") zum 1000-jährigen Reich satt, für die Kath. Kirche erfolgt die Wiederkunft Christi erst am Jüngsten Tag.

In Bezug auf die Evangelikalen kann man diesen keine Unkenntnis der Hl. Schrift vorwerfen (vgl. o.). Stattdessen werden die o.g. Bibelstellen, insbesondere LK 17, 34-36 (Evangelium) von den kath. Exegeten gerne übergangen.
Guntherus de Thuringia
@Klaus Elmar Müller,
>>"Der als Quelle angegeben Verlag ist evangelisch."
Richtig. Mit etwas Recherche kann man den Verlag noch genauer zuordnen, u. zw. dem "Freien Brüderkreis" bzw. den "Freien Brüdergemeinden" (im Unterschied zu vier weiteren Gruppen der Brüderbewegung).
>>"Die These einer Entrückung vor dem Ende der Welt und einer noch kommenden weltlichen Herrschaft Christi ist klar More
@Klaus Elmar Müller,
>>"Der als Quelle angegeben Verlag ist evangelisch."
Richtig. Mit etwas Recherche kann man den Verlag noch genauer zuordnen, u. zw. dem "Freien Brüderkreis" bzw. den "Freien Brüdergemeinden" (im Unterschied zu vier weiteren Gruppen der Brüderbewegung).
>>"Die These einer Entrückung vor dem Ende der Welt und einer noch kommenden weltlichen Herrschaft Christi ist klar evangelikal!"
Es sind eigentlich zwei Thesen, die Sie nennen und die zu unterscheiden sind.
1.) Die Frage des Zeitpunkts der Entrückung.
2.) Die Frage einer Herrschaft des Herrn Jesus Christus über die ganze Erde. Ihre Formulierung "einer noch kommenden weltlichen Herrschaft Christi" trifft es m.E. nicht, denn es ist doch klar, dass der Messias und Sohn Gottes keine weltliche Herrschaft (weltlich als Gegensatz zu geistlich) über die Erde ausüben will - das hätte er ja tun können, als ihn die Volksmenge nach der Brotvermehrung zum König machen wollte -, und denjenigen biblisch-christlichen Theologen müssen Sie mir nennen, der so etwas behauptet!
Wir sollten hier keine Strohmänner aufbauen und bekämpfen, sondern uns ehrlich den tatsächlichen Auslegungsunterschieden stellen, sie zu verstehen suchen und begründen.
Unbestreitbare Tatsache ist, dass die Bibel an sehr vielen Stellen eine Herrschaft des Messias über die ganze Erde prophezeit, und dass diese Prophezeiungen noch nicht erfüllt sind. Meine Frage an Sie ist: Glauben Sie, dass diese Prophezeiungen sich erfüllen werden?
Wenn nein, warum nicht?
Wenn ja, dann wie?
Klaus Elmar Müller
Wenn Christus zum Jüngsten Gericht wiedergekommen ist, werden die Geretteten mit Ihm ins Paradies und den Himmel entrückt. Das 1000jährige Reich WAR bereits da, nämlich das Mittelalter. so eine Vermutung von Pfarrer Hans Milch. Ich nenne die 1000 Jahre zwischen Gründung des Benediktinerordens 529 bis zur Reformation 1517 oder der Gründung des Heiligen (!) Römischen Reiches 800 bis zu dessen Ende …More
Wenn Christus zum Jüngsten Gericht wiedergekommen ist, werden die Geretteten mit Ihm ins Paradies und den Himmel entrückt. Das 1000jährige Reich WAR bereits da, nämlich das Mittelalter. so eine Vermutung von Pfarrer Hans Milch. Ich nenne die 1000 Jahre zwischen Gründung des Benediktinerordens 529 bis zur Reformation 1517 oder der Gründung des Heiligen (!) Römischen Reiches 800 bis zu dessen Ende 1806. In dieser Zeit herrschte Satan NICHT. Zwar gab es Sünde, aber auch die Sündeneinsicht und Bußgesinnung - keine Chance für Satan, er war "gebunden". Eine weiterlaufende Weltgeschichte ohne Christen, weil die entrückt wären, und dann später doch noch Jesu Gericht über Gute und Böse am Jüngsten Tag , ist unsinnig. Bibeltexte sind im Zusammenhang mit der katholischen Tradition zu deuten und nicht protestantisch ("sola scriptura") aus sich heraus
Klaus Elmar Müller
@Winfried: Danke für die Bibelstellen! Aus 1 Kor 15, 23 ff lese ich keine Entrückung in der Zeit. 1 Kor 15, 51 bedeutet, dass Christus bei seiner Wiederkunft auf Lebende trifft - steht auch im Apostolikum. Luk 17, 34-36: Ja, der Jüngste Tag kommt plötzlich und die dann Lebenden werden sich von Fall zu Fall wundern, wer im Bekanntenkreis der Rettung würdig, wer ihrer unwürdig ist.
Winfried
@Klaus Elmar Müller @Guntherus de Thuringia

Mit Lk 17, 34-36 (die einen werden mitgenommen, die anderen werden zurückgelassen) habe ich so meine Schwierigkeiten. Eine fundierte Auslegung habe ich bisher bei kath. Theologen dazu noch nicht gefunden. Ausschließen möchte ich jedoch die Möglichkeit einer Entrückung (s.o.) nicht.

Zum Thema 2. Auferstehung:

"Sie [d.i. "die Seelen aller, die (…More
@Klaus Elmar Müller @Guntherus de Thuringia

Mit Lk 17, 34-36 (die einen werden mitgenommen, die anderen werden zurückgelassen) habe ich so meine Schwierigkeiten. Eine fundierte Auslegung habe ich bisher bei kath. Theologen dazu noch nicht gefunden. Ausschließen möchte ich jedoch die Möglichkeit einer Entrückung (s.o.) nicht.

Zum Thema 2. Auferstehung:

"Sie [d.i. "die Seelen aller, die (unter dem AC; Anm. d. Verf.) enthauptet worden waren"] gelangten zum Leben und zur Herrschaft mit Christus für 1000 Jahre. Die übrigen gelangten nicht zum Leben, bis die 1000 Jahre vollendet waren. Das ist die erste Auferstehung. Selig und heilig, wer an der ersten Auferstehung teilhat. Über solche hat der zweite Tod keine Gewalt. Sie werden Priester Gottes und Christi sein und 1000 Jahre mit ihm herrschen." (Offb 20, 4d ff.)

Ein zugegeben schwieriges Thema. Danke für die Unterstützung.
Guntherus de Thuringia
@Klaus Elmar Müller, die von Ihnen genannten historischen Millennien waren Millennien der Herrschaft der katholischen Kirche - im Westen der römisch-katholischen, im Osten der griechisch-orthodoxen Kirche. Es hat niemals eine weltumspannende Alleinherrschaft des Herrn Jesus Christus gegeben, aber genau diese ist Inhalt der biblischen Prophezeiungen. Und ehrlich, ich glaube dem Wort Gottes mehr …More
@Klaus Elmar Müller, die von Ihnen genannten historischen Millennien waren Millennien der Herrschaft der katholischen Kirche - im Westen der römisch-katholischen, im Osten der griechisch-orthodoxen Kirche. Es hat niemals eine weltumspannende Alleinherrschaft des Herrn Jesus Christus gegeben, aber genau diese ist Inhalt der biblischen Prophezeiungen. Und ehrlich, ich glaube dem Wort Gottes mehr als Hochwürden Milch.
Ischa Ischa Ischa
@Winfried: Ich glaube, dass es zur Zeit des Antichrist (3 1/2 Jahre, er beherrscht die ganze Welt, das Malzeichen ist "die Zahl e i n e s Menschen", so die Offenbarung des Johannes) schwer möglich ist, zu überleben, weil alle Christen verfolgt werden. Auf katholischer Seite gibt es im marianischen Bereich die Vorstellung, dass Maria die neue Arche ist und dass sie Menschen durch diese Zeit …More
@Winfried: Ich glaube, dass es zur Zeit des Antichrist (3 1/2 Jahre, er beherrscht die ganze Welt, das Malzeichen ist "die Zahl e i n e s Menschen", so die Offenbarung des Johannes) schwer möglich ist, zu überleben, weil alle Christen verfolgt werden. Auf katholischer Seite gibt es im marianischen Bereich die Vorstellung, dass Maria die neue Arche ist und dass sie Menschen durch diese Zeit tragen kann (insbesondere, wenn man sich ihr weiht). Der Seher Michel Rodrigue von countdowntothekingdom.com meint, für eine kleine Schar werde es für diese 3 1/2 Jahre Refugien geben, in denen Menschen durch übernatürlichen Schutz überleben können. Diese werden dann das Friedensreich begründen. Wer in diesen Refugien überleben darf, wird von Gott entschieden, und es wird einen Zeitpunkt geben, wo derjenige dorthin "mitgenommen" wird. So verstehe ich Lk 17, 34-36. Es ist quasi eine andere Art von "Entrückung", aber auf der Erde. Das Sonnenweib in der Wüste (Offb. 12) - Daher kann für mich nicht in Frage kommen, dass die 1000 Jahre schon vorbei sein sollen (und man weiß es noch nicht einmal genau, wann das gewesen sein soll), zumal die sehr europazentrisch gedacht sind. In einer solchen Vorstellung werden Antichrist und Malzeichen merkwürdig verflüchtigt, während die Offenbarung des Johannes deutliche Erkennungsmerkmale gibt, um die Zeichen der Zeit genau zu lesen. - Eher ist doch derzeit die Frage, wie es mit der Beherrschung der ganzen Welt aussieht...und mit dem Malzeichen an der Hand oder der Stirn...
Guntherus de Thuringia
@Klaus Elmar Müller, der Engel Gabriel richtete der Jungfrau Maria die Prophezeiung aus: "Gott der Herr wird ihm [Jesus] den Thron seines Vaters David geben" Lukas 1,32b. Hat sich diese Prophezeiung Ihrer Meinung nach schon erfüllt? Wenn ja, wann? Wenn noch nicht, wann wird sie sich erfüllen?
Klaus Elmar Müller
Wenn am Jüngsten Tag die Juden den materiell wiedergekommenen Christus anerkennen, werden sie zugleich erkennen, dass Christus seit Seiner Himmelfahrt zur Rechten Gottes auf einem Throne sitzt, der den Thron Davids enthält.
Guntherus de Thuringia
Der Thron Davids ist nicht der Thron Gottes. Denken Sie doch an die Visionen des Thrones Gottes bei Jesaja und Hesekiel und in der Johannesoffenbarung.
Klaus Elmar Müller
An @Guntherus de Thuringia: Der Muttergottes aus dem Geschlechte David, die mit ihrem Volk den Messias ersehnte, verkündete der Engel die Bedeutung ihres Sohnes für das Judentum. Das notierte auch Lukas für die Leser seines Judentums. Dass Jesus Christus bei Isaias und Ezechiel seit Ewigkeit auf himmlischem Thron sitzt und dann wieder -"ein Toter bin ich gewesen"- als Auferstandener mit Augen …More
An @Guntherus de Thuringia: Der Muttergottes aus dem Geschlechte David, die mit ihrem Volk den Messias ersehnte, verkündete der Engel die Bedeutung ihres Sohnes für das Judentum. Das notierte auch Lukas für die Leser seines Judentums. Dass Jesus Christus bei Isaias und Ezechiel seit Ewigkeit auf himmlischem Thron sitzt und dann wieder -"ein Toter bin ich gewesen"- als Auferstandener mit Augen wie Feuerflammen (Geheime Offenbarung des Johannes 1), heißt doch nicht, dass Er in verschiedene Thronsäle wandert, um verschiede Throne zu besetzen für verschiedene Reiche. Als Mensch gewordener Gott ist er die Vollendung Davidischen Königtums, ist König der Juden, wie Pilatus dann auch ans Kreuz schreiben ließ, ist Christkönig am Kreuz und im Himmel mit dem Anspruch, dass die Welt sich ihm unterwerfe - das geschieht seit 2000 Jahren immer mehr, heute mit Millionen Christen in China.
Winfried
@Guntherus de Thuringia @Ischa Ischa Ischa @Klaus Elmar Müller
Nach der Hl. Schrift beginnt das 1000-jährige Reich eindeutig nach der Vernichtung des Antichrist und des falschen Propheten (Offb 20). Wenn maßgebende Theologen und Heilige wie Augustinus behaupten, das wäre nicht so (Augustinus sieht in der Kirche das 1000-jährige Reich, im Vergleich zu den vorhergehenden Millennien ), dann hat …More
@Guntherus de Thuringia @Ischa Ischa Ischa @Klaus Elmar Müller
Nach der Hl. Schrift beginnt das 1000-jährige Reich eindeutig nach der Vernichtung des Antichrist und des falschen Propheten (Offb 20). Wenn maßgebende Theologen und Heilige wie Augustinus behaupten, das wäre nicht so (Augustinus sieht in der Kirche das 1000-jährige Reich, im Vergleich zu den vorhergehenden Millennien ), dann hat er Offb 20 möglicherweise falsch interpretiert (allzu symbolische Auslegungen ["das ist geistig zu verstehen"] sind mir sowieso suspekt.)

Eine Entrückung von der Erde halte ich durchaus für möglich, wenn auch nicht für alle (s. Lk 17, 34 ff.). Sollte der Herr am Ende der Drangsal und zu Beginn des Milleniums wiederkommen - in welcher Gestalt auch immer - wäre das kein Widerspruch zur Bibel. Bibelstellen allegorisch auszulegen, wenn man etwas nicht erklären kann ("das muss man geistig sehen"), halte ich für schwach (so gibt es zu Lk 17, 34 ff. in der EÜ keine Erklärung). Man muss die Bibel ja nicht wörtlich nehmen, aber den Wortsinn sollte man schon erfassen. 🤔
Ischa Ischa Ischa
vollkommen einverstanden: erst Vernichtung des Antichrist, dann Millenium. Eine wörtliche Auslegung des Milleniums gilt zwar in kirchlichen Kreisen oft als abwegig, ist aber dogmatisch erlaubt. Und wird in vielen Marienerscheinungen vertreten. Francoise Breynaert: "La venue glorieuse du Christ" widerlegt die falsche Auslegung des Augustinus Gottesstadt Buch. 10, Kap. 7 , die sich in weiten …More
vollkommen einverstanden: erst Vernichtung des Antichrist, dann Millenium. Eine wörtliche Auslegung des Milleniums gilt zwar in kirchlichen Kreisen oft als abwegig, ist aber dogmatisch erlaubt. Und wird in vielen Marienerscheinungen vertreten. Francoise Breynaert: "La venue glorieuse du Christ" widerlegt die falsche Auslegung des Augustinus Gottesstadt Buch. 10, Kap. 7 , die sich in weiten kirchlichen Kreisen eingenistet hat. Es ist eine Uminterpretation aus "pädagogischen Gründen" (damit niemand denkt, er habe noch lange Zeit, sich zu bekehren), während Augustinus in seinen jüngeren Jahren noch in Predigt 259 die 6000-Jahre-Lehre der frühen Kirchenlehrer vertritt (Breynaert S. 161-164.
Klaus Elmar Müller
@Winfried @Ischa Ischa Ischa @Guntherus de Thuringia Ich kann nicht umhin, und zwar sehr gerne, Ihnen meine Achtung zu bekunden für die Kenntnisse wichtiger theologischer Literatur, die mir in der hier diskutierten Sache nicht bekannt war. Ich gebe auch gerne zu, dass sich vom Ende des 19. Kapitels bis zum Ende des zwanzigsten der Geheimen Offenbarung ein zeitlicher Ablauf zu ergeben scheint, …More
@Winfried @Ischa Ischa Ischa @Guntherus de Thuringia Ich kann nicht umhin, und zwar sehr gerne, Ihnen meine Achtung zu bekunden für die Kenntnisse wichtiger theologischer Literatur, die mir in der hier diskutierten Sache nicht bekannt war. Ich gebe auch gerne zu, dass sich vom Ende des 19. Kapitels bis zum Ende des zwanzigsten der Geheimen Offenbarung ein zeitlicher Ablauf zu ergeben scheint, der zwischen dem Sieg über Antichristus und Jesu Wiederkunft ein historisches 1000jähriges Reich erkennt, an dessen Anfang eine erste Auferstehung derer steht, die vom Antichrist ermordet worden waren und die jetzt für 1000 Jahre mit Christus herrschen, bis Satan wieder für eine Zeit verführen und wüten darf. Dann komme Christus zum dritten Mal (zählt man seine Menschwerdung mit) oder vollständig, so wie es in Matth 24, 27 gesagt ist: endgültig und "wie ein Blitz von Osten". Da ich in meinem Leben als katholischer Christ das nie so gehört habe, auch in der Konstitution "Benedictus Deus" von Papst Benedikt XII. 1336 nichts von einer derartigen vorausgehenden Auferstehung der Opfer des Antichrists gelesen habe, dünkt es mir der katholischen Tradition entsprechend, hier keinen klaren geschichtlichen Ablauf zu behaupten. Beweisversuch: Die sonnenumglänzte Frau des Kapitels 12 der Geheimen Offenbarung und ihre Verfolgung durch den Drachen fasst ja auch in einem Bild die Flucht Mariens vor Herodes nach Ägypten, Jesu Himmelfahrt, Mariens Ausweichen mit Johannes nach Ephesus, aber auch die Verfolgung der Christen durch den Drachen "Kommunismus" zusammen (Geh Off 12, 1-6); erst dann wird vom (doch vor der Welterschaffung oder zu deren Beginn zu denkenden) Kampf zwischen Michael und dem Drachen (Luzifer) berichtet, der vom Himmel in die Hölle gestürzt werde: "Und es entstand ein Kampf im Himmel...( Vers 7 ff). Daraus schließe ich, dass die Geheime Offenbarung nicht immer, wenn überhaupt, eine zeitliche Abfolge behauptet, sondern eher eine Kreisbewegung von ähnlichen Vorgängen, deren Identität nicht zeitlich ist, aber aus der Sicht Gottes besteht. Folglich könnten die auferstandenen Mitherrscher Christi im 1000jährigen Reich die Opfer des Nero sein, die als verehrte Heilige unser 1000jährigen Mittelalter mitgestaltet haben, vom Himmel aus Gebete erhörend, die Menschen inspirierend, herrschend. Das Neue Testament spricht ja auch im Plural von "vielen Antichristussen" (Joh 2,18)! Der laut Kapitel 20 wieder losgelassene Satan ist der persönliche und böse Geist der Neuzeit, der Geist Luthers, der Aufklärung, Feuerbachs, Karl Marx', Nietzsches, Stalins, Hitlers. Der eine "eigentliche" Antichristus wird noch kommen, steht bevor, die Mächtigen der Welt bereiten ihm mit transhumanen Impfungen und Freiheitsraub den Weg. Aber dass einer seiner Bezwingung folgenden Königsherrschaft Christi nochmal Triumphe Satans folgen, unabhängig vom "Tier" der Apokalypse, von dessen Malzeichen und unabhängig vom Antichristus, hat -ich verweise aber wiederum auf meine geringen Kenntnisse der Literatur in diesem Punkt- , hat nach meinem Empfinden, meinen Kenntnissen des Katholischen keine Wurzel in der katholischen Tradition. Die Heilige Schrift wird von der Kirche ausgelegt und gültig nur mit der Tradition gedeutet.
Guntherus de Thuringia
@Klaus Elmar Müller, wie Ischa schrieb, änderte Augustinus im Laufe seines Lebens seine eschatologische Grundansicht. Dafür würde ihn niemand als Häretiker ansehen, weder vor seiner Sinnesänderung noch danach. Von einer dritten oder vierten Ankunft des Herrn würde ich nicht reden. (St. Bernhard redete ja von einer, wohl mystisch verstandenen, Ankunft zwischen der ersten und der zweiten.) Das …More
@Klaus Elmar Müller, wie Ischa schrieb, änderte Augustinus im Laufe seines Lebens seine eschatologische Grundansicht. Dafür würde ihn niemand als Häretiker ansehen, weder vor seiner Sinnesänderung noch danach. Von einer dritten oder vierten Ankunft des Herrn würde ich nicht reden. (St. Bernhard redete ja von einer, wohl mystisch verstandenen, Ankunft zwischen der ersten und der zweiten.) Das erste Kommen des Herrn war als Leidensknecht vor allem zum Zwecke der Erlösung, das zweite Kommen am Ende der Zeit wird sein in Macht und Herrlichkeit als König und Richter zur Vollendung. Nur muss man sich von der Vorstellung lösen, als wäre der jüngste Tag (diesen Ausdruck verwendet der Herr Jesus nur im Johannesevangelium) ein 24-Stunden-Tag, in den alles Endzeitgeschehen hineingezwängt wäre. Das katholische Dogma verlangt eine solche Vorstellung nicht, und die Schrift legt das nicht nah. Vielmehr ist die Wiederkunft des Herrn ein vielfältiges Geschehen und umfasst verschiedene Phasen. Auch empfehle ich Ihnen, einmal die Einleitung der katholischen Bibel von Augustin Arndt (mit Approbation aller deutschen Bischöfe und Segensvorwort von Papst Pius X.) in "die Offenbarung des heiligen Apostels Johannes" zu lesen, 3. Band, S. 933-935. Arndt stellt darin "drei Hauptklassen von Erklärungsweisen" vor. Diese entsprechen genau denen, die in den evangelischen und evangelikalen Studienbibeln und Kommentaren mit den Fachtermini futuristisch, präteristisch und historisch gekennzeichnet werden. (Den idealistischen Ansatz erwähnt er nicht eigens, aber es versteht sich fast von selbst, dass die Offenbarung immergültige geistliche Lehren enthält, ungeachtet des sonstigen Auslegungsstandpunkts.) Es wird Sie überraschen, dass der von Ihnen vertretene historische (oder kirchen-, welt- oder heilsgeschichtliche) Ansatz sowie auch der präteristische Ansatz von Arndt mit Argumenten zurückgewiesen werden. Er vertritt die Ansicht, dass die futuristische Auslegung am besten der Heiligen Schrift gerecht wird - also genau der Ansatz, der Ihnen als evangelikal so suspekt ist. Beim Kommentar von Kapitel 20, bezüglich des Tausendjährigen Reichs, geht Arndt dann allerdings von seinem eigenen futuristischen Ansatz, genauer: von dessen konsequenter Anwendung, wieder ab. Jedoch weist er immerhin darauf hin, dass einige Kirchenväter wie Papias, Irenäus, Justinus, Tertullian, Laktantius u.a. Millennaristen (Prämillennialisten) waren - also nach Ihrer Ausdrucksweise: "Evangelikale". Besonders die ersten drei Zeugen sind gewichtig wegen ihrer zeitlichen Nähe und Verbindung mit dem Apostel Johannes. Papias sagt denn ja auch (um das Jahr 100), dass er es von dem Apostel persönlich habe, dass der Herr Jesus nach der Auferstehung der Toten 1000 Jahre lang persönlich regieren werde. Ihre Auffassung von der Gleichrangigkeit von Schrift und Tradition kann ich nicht (mehr) teilen. Aber das ist ein eigenes Thema.
Ischa Ischa Ischa
An @Klaus Elmar Müller: Ich gehe mit Ihnen überein, dass die Bilder in der Offenbarung mehrschichtig sind, wie auch Ihre Deutung des Sonnesweibes. Es scheint mir auch, dass die Offenbarung des Johannes ein Gesamtgeschehen, das in mehreren "Durchläufen" aus verschiedenen Perspektiven zeigt (denn z.B. die Zeitangabe der Herrschaft des Antichrist mit 3 1/2 Jahren wird dort 3x gemacht und darf …More
An @Klaus Elmar Müller: Ich gehe mit Ihnen überein, dass die Bilder in der Offenbarung mehrschichtig sind, wie auch Ihre Deutung des Sonnesweibes. Es scheint mir auch, dass die Offenbarung des Johannes ein Gesamtgeschehen, das in mehreren "Durchläufen" aus verschiedenen Perspektiven zeigt (denn z.B. die Zeitangabe der Herrschaft des Antichrist mit 3 1/2 Jahren wird dort 3x gemacht und darf sicher nicht addiert werden).
Mir scheint, die Menschen im Millenium, in dem Satan ja die meiste Zeit gebunden ist, sind keiner wirklichen Verführung ausgesetzt, und deshalb muss gerechterweise Satan noch einmal freigelassen werden, damit auch sie ihre Stunde der Prüfung haben.
Das Millenium aber scheint mir notwendig, einmal zur Erfüllung der alttestamentlichen Prophezeiungen, die dieses irdische Element haben (der Löwe frisst Stroh etc. Jesaja), und auch als nächste und letzte Entwicklungsstufe vor der ewigen Vollendung der Menschheit. Es scheint mir auch nötig, damit Christus wirklich in allen Herzen auf Erden, dem Ort seines Wirkens, König sein kann.
Am sichersten scheint es mir, Irenäus nachzulesen (www.bkv uni fr. = Bibliothek der Kirchenväter Uni Fribourg). Irenäus: 'Gegen die Häretiker, 5. Buch, Kap. 1-36, ca. 125 Seiten)
Klaus Elmar Müller
@Guntherus de Thuringia @Ischa Ischa Ischa Herzlichen Dank! Ich freue mich über unseren Austausch, bin beeindruckt, wage dennoch zwei Einwände: 1. Die Wiederkunft Jesu Christi ist kaum eine Sekunde an einem einzigen historischen Tag oder einer einzigen historischen Nacht, nämlich "wie der Blitz von Osten her" (Matth 24, 27). Die Vorstellung eines langen Prozesses von Phasen verklärt vorzeitig …More
@Guntherus de Thuringia @Ischa Ischa Ischa Herzlichen Dank! Ich freue mich über unseren Austausch, bin beeindruckt, wage dennoch zwei Einwände: 1. Die Wiederkunft Jesu Christi ist kaum eine Sekunde an einem einzigen historischen Tag oder einer einzigen historischen Nacht, nämlich "wie der Blitz von Osten her" (Matth 24, 27). Die Vorstellung eines langen Prozesses von Phasen verklärt vorzeitig eine böse Welt, ist Milleniarismus, den die Kirche verurteilt. Ich sehe dahinter den falschen Wunsch, sich im Diesseits religiös wohlzufühlen. 2. Die zukünftige Erfüllung irdischen Paradieses (der Löwe beim Lamm) bedarf keiner (dann letztlich doch sinnlosen, weil endlichen) Zeit im Diesseits und nur, damit sie sich erfülle. Vielmehr gilt die Prophezeiung der verklärten Welt, der neuen Erde (Kap. 21, 1 Geh Off), der Ewigkeit. Auch unsere irdischen Leiber werden ja ewig verklärt. Gott lässt sich Seine Schöpfung nicht, auch Geschöpfe wie Tiere nicht, von den Ränken Satans vernichten. Die verklärte Welt, das neue, höhere Paradies ist nicht die "Anschauung Gottes von Angesicht zu Angesicht", aber ist die untere Ebene des Himmels, die wir ewig bewundern dürfen und in der wir den ungetauften Geretteten begegnen werden, uns im Leibe erfreuen; mehr freilich genießen wir Getaufte die unmittelbare Anschauung Gottes.
Ischa Ischa Ischa
Danke, @ Klaus Elmar Müller, ich finde den Austausch auch spannend. Gerne jede Art von Einwänden, die müssen ja alle bedacht werden. Und ich kann meinerseits überprüfen, ob denn meine Überzeugung stimmig ist!!

Zu 1.) Das genau bemängelt Breynaert an der Deutung des späten Augustinus, dass er nämlich etwas, was ein Prozess ist, eine Entwicklung, auf einen einzigen Punkt zusammenbündelt, und …More
Danke, @ Klaus Elmar Müller, ich finde den Austausch auch spannend. Gerne jede Art von Einwänden, die müssen ja alle bedacht werden. Und ich kann meinerseits überprüfen, ob denn meine Überzeugung stimmig ist!!

Zu 1.) Das genau bemängelt Breynaert an der Deutung des späten Augustinus, dass er nämlich etwas, was ein Prozess ist, eine Entwicklung, auf einen einzigen Punkt zusammenbündelt, und dabei viele Details verlorengehen. Weil sie aber zur Entwicklung gehören, dem menschlichen Zugewinn an Wachstum geistiger Art, ist der Verlust nicht gering. Nein, für mich ist die letzte Phase eines irdischen Daseins, der Sabbat des 7. Jahrtausends, keine Verklärung der irdischen Welt. Im Gegenteil nimmt Christus - ohne auf einem irdischen Thron in Jerusalem zu sitzen - endlich die Erde als sein irdisches Reich ein. Das aber ist nur der vorletzte Schritt für den Menschen, wo er noch tiefer lernen kann, "himmelfähig" zu werden. Die endgültige Vollendung des Menschen kommt durch den Himmel, nach dem Endgericht. Das Millenium dient gerade dazu, diese Entwicklung zu ermöglichen, und zwar in einer Periode, wo der Böse nicht dauernd stören kann.

Zu 2.) Löwe und Lamm sind eine letzte, irdische Etappe, der "7. Tag", aber noch nicht die letztgültige Erfüllung des Schicksals der Menschen; aber eine Erfüllung der at. Prophetie. Es geht also nicht darum, die Erfüllung der Erlösung in ein irdisches Paradies zu verlegen (wie bei den Zeugen Jehovas). Die Erde ist Vorbereitungsort für den Himmel. Während die in früheren Zeiten Gestorbenen diese Entwicklung im Fegfeuer machen, macht diese letzte Generation ihren Weg auf der Erde.

3.) Millenarismus ist eine Lehre, die ein irdisches Paradies herbeiführen will v o r der Parusie Christi und mit irdischen Mitteln. Das wird zu Recht von der Kirche verurteilt. Das Friedensreich, wie Irenäus es versteht (und Breynaert), kann aber nur kommen durch die Parusie Christi als Ende der Drangsal und Bindung Satans. Zu diesem Zeitpunkt erscheint Christus wohl "wie der Blitz". Und Er allein sorgt für die Errichtung dieses Friedensreiches. Was wir in unseren Herzen versuchen vorzubereiten, das tun wir ohnehin, egal ob wir sterben oder ein Friedensreich erleben werden. Kein Mensch kann dieses Reich herbeiführen.

4.) "Wie der Blitz" erscheint er vermutlich auch zum Jüngsten Tag, dem Gericht und damit dem Ende des Irdischen, denn dann gibt es nur noch Himmel oder Hölle.
Wenn man meint, dass diese "Warnung" unmittelbar vor dem Erscheinen des Antichrist kommt (Faustyna, Garabandal etc. - aber nicht die gleichnamige website diewarnung!!!), dann träfe auch darauf zu, dass sie sein wird "wie der Blitz", eine Viertelstunde, für alle auf der Erde gleichzeitig.
Soviel erstmal. Was meinen Sie dazu?
Klaus Elmar Müller
Herzlichen Dank, @Ischa Ischa Ischa , auch für die Aufforderung, mich zu äußern! Zu 4.) "Wie der Blitz" deute ich als blitzartig, nur so verstehbar für die damaligen Zeitgenossen Jesu und des Matthäus, und nicht als länger dauernde Blitzeshelligkeit. Zu 3.) Wichtig Ihr letzter Satz: "Kein Mensch kann dieses Reich herbeiführen." Und Sie betonen zu Recht, dass schon unser Herz sich auf das …More
Herzlichen Dank, @Ischa Ischa Ischa , auch für die Aufforderung, mich zu äußern! Zu 4.) "Wie der Blitz" deute ich als blitzartig, nur so verstehbar für die damaligen Zeitgenossen Jesu und des Matthäus, und nicht als länger dauernde Blitzeshelligkeit. Zu 3.) Wichtig Ihr letzter Satz: "Kein Mensch kann dieses Reich herbeiführen." Und Sie betonen zu Recht, dass schon unser Herz sich auf das Friedensreich vorbereitet und dies sinnvoll ist, auch wenn wir in Bälde sterben sollten, bevor das Friedensreich gekommen ist. Zu 2.) Mir erscheint da ein Widerspruch: Eine glückliche Epoche, wo Löwe und Lamm friedlich beieinander liegen, soll für die Menschen irdisches Fegefeuer sein? Zu 1.) Matth 24, 27 ("wie der Blitz") ist keine Erfindung des hl. Augustinus, auch nicht das "wie der Dieb in der Nacht" (1 Thess 5, 2). Einem irdischen Paradies vor dem Ende der Weltgeschichte widersprechen Sie wie ich! Aber Sie schreiben: "Im Gegenteil nimmt Christus - ohne auf einem irdischen Thron in Jerusalem zu sitzen - endlich die Erde als sein irdisches Reich ein. Das aber ist nur der vorletzte Schritt für den Menschen, wo er noch tiefer lernen kann, "himmelfähig" zu werden. Die endgültige Vollendung des Menschen kommt durch den Himmel, nach dem Endgericht." Meine Einwände: a) Es ist wäre dann nur ein kleiner Teil der jahrtausendealten Menschheit, die "himmelfähiger" wird. b) Bisher waren das die bekannten großen und unbekannten Alltagsheiligen, die besonders "himmelfähig" werden. Wo bleibt in "Ihrer" Sabbat-Epoche der freie Wille? Und wo bleibt in der 7. Sabbat-Epoche die Erbsünde? c) Die Vorstellung, dass die Menschheit einer historischen Epoche oder ein wichtiger Teil dieser Menschheit auf eine höhere spirituelle Stufe gelange als die Menschheit der Vergangenheit deckt sich sehr mit dem Fortschrittsglauben der Aufklärung und moderner Ideologien. Kann es sein, dass diese Auffassung von einer zukünftigen geschichtlichen Sabbat-Epoche tatsächlich nicht vor der Aufklärung und dem Marxismus im Christentum lebendig wurde, nämlich im protestantischen Pietismus (keine Polemik meinerseits, sondern eine echte Frage und Vermutung)?
Ischa Ischa Ischa
@Klaus Elmar Müller: danke für Ihre Antwort. Ich antworte unter Verwendung der Zahlen.

zu 2.) Das Fegefeuer als Strafe ist sicher für die Gestorbenen angemessen, wenngleich diejenigen darin auch als bereits Glückliche beschrieben werden, da sie sich des Himmels gewiss sind. Wenn Sie den Strafaspekt weglassen und ein irdisches Millenium als einen Ort des weiteren Lernens und sich-freiwillig-…More
@Klaus Elmar Müller: danke für Ihre Antwort. Ich antworte unter Verwendung der Zahlen.

zu 2.) Das Fegefeuer als Strafe ist sicher für die Gestorbenen angemessen, wenngleich diejenigen darin auch als bereits Glückliche beschrieben werden, da sie sich des Himmels gewiss sind. Wenn Sie den Strafaspekt weglassen und ein irdisches Millenium als einen Ort des weiteren Lernens und sich-freiwillig-Reinigens auf den Himmel hin betrachten, finde ich keinen Widerspruch.

1.a.) nein, der andere Teil der Menschheit wird im Fegefeuer himmelfähig.
Eine Art Parallele finde ich, wenn ein Teil der Menschheit den Erlöser erst im Reich der Toten nach der Auferstehung kennenlernen und seine Erlösungsgabe annehmen konnte. Ein anderer Teil konnte ihn persönlich kennenlernen, und ein riesiger Teil lernt ihn durch Glauben und im Herzen kennen. Da waren und sind die Bedingungen auch nicht für alle gleich a r t i g. Aber wir können darauf vertrauen, dass Gottes Gerechtigkeit damit umgehen kann.

b.) genau, bis zum Beginn des Milleniums waren das die Heiligen. Und im Millenium werden es die dort Lebenden sein, also Heilige auf der Erde, die vermutlich um einiges heiligmäßiger sein werden als wir, aber immer noch nicht vollkommen, sonst wären sie ja im Himmel. Weshalb sollte der freie Wille abgeschafft sein???? Nur die Versuchung ist die meiste Zeit geringer, weil kein Lügengeist dazwischenquatscht. Dafür aber muss selbiger am Ende nochmal freigelassen werden, kurz vor dem Endgericht (Offb. 20, 7-10), eben um den freien Willen zu prüfen. Die Erbsünde ist sicher unangetastet vorhanden, sonst gäbe es vermutlich nichts zu lernen und das Millenium wäre ein irdischer Himmel (Zeugen Jehovas). Ebenso unangetastet ist die Rolle der katholischen Kirche, der Taufe etc. Maria spricht vom größten Triumph ihres Unbefleckten Herzens (Fatima).

c.) Diese Frage beantwortet sich, wenn Sie Irenäus lesen, 2. Jahrhundert n.Chr. und geistiger Enkel des Apostels Johannes. bkv-uni.fr Bd 5 in deutscher Übersetzung. (Meines Wissens hat er das Thema am ausführlichsten behandelt.)

Interessanterweise hat die Kirche weder die Deutung des Irenäus noch die des alten Augustinus verworfen (obwohl sie einander widersprechen).
Mir hilft es, eine klare Vorstellung von den Abläufen vor Augen zu haben, auch in meinem Glauben. Es hilft mir auch, mich nicht in modernere Deutungsbereiche zu versteigen, während ich in der Offenbarung des Johannes etwas anderes lese.
Aber vielleicht dürfen auch wir einander widersprechen, ohne deswegen häretisch zu sein.
Danke für die Auseinandersetzung und herzliche Grüße