Die Kirche der Jesuiten

Zuerst und noch einmal, immer wieder kritisiere ich die Vat.2 Konzilskirche und ihren NOM scharf, aber niemals die guten frommen Priester und Gläubigen, die Gott lieben und Ihm dienen wollen, die es in ihr trotz allem immer noch gibt. Auch habe ich nichts gegen eine liebe und nette Gemeinschaft, in der nicht immer alles todernst genommen wird. Gerne trinken wir zusammen ein Bier nach unseren Kirchenchorproben. Wir sind Menschen und da menschelt es, völlig zu Recht.

Aber die Heilige Kirche, vor allem mit Ihrer mystischen Aura, die den heiligen Schauder auslöst, auslösen muss, wenn sie der Wahrheit dient, verteidige ich mit meiner unsterblichen Seele. Da gibt es keinen Kompromiss. Es ist Krieg. Wenn BerGOG in Desiderio Desideravi dann im Paragraph 25 vermeint, dass dieser „Sinn für das Geheimnis“ durch das „Staunen über das Pascha-Mysterium“ ersetzt werden kann, täuscht er sich gewaltig. Zu unbestimmt und nebulös ist dieses Staunen. Es ist reines Wunschdenken eines Menschen, dem die Felle wegschwimmen. Aber es zeigt, wie wütend der Kampf um das Unsichtbare gekämpft wird.

BerGOG ist ein Jesuit. Vor vielen Jahren hörte ich einen Jesuitenpater in einem propädeutischen Seminar sagen, dass „die Kartäuser eigentlich keinen Platz mehr in der Kirche haben“. Ich hielt das damals für Ironie. Heute sehe ich das anders. Nicht viel später antwortete mir ein anderer Jesuit auf meine geäußerte Intention, in ein Zisterzienserkloster eintreten zu wollen, dass wir nicht vor die Aufklärung zurück ins Mittelalter können. Mit diesen Aussagen hat sich BerGOG schon abgezeichnet.

Die Jesuiten haben von Anfang an eine andere Kirche gewollt. Im Vat.2 Konzil haben sie ihre Vorstellungen durchgesetzt. Sie haben die Gegnerschaft der Kirche gegenüber der Verweltlichung (Neuzeit, Aufklärung, Moderne) beenden und sie anstatt mit dieser versöhnen wollen. Sie glauben, sie hätten gewonnen. Deshalb diskutieren sie nicht mit der Tradition. Die ist für sie axiomatisch Aberglaube, eine peinliche Fiktion bzgl. einer übernatürlichen und unsichtbaren Welt jenseits der harten Faktenrealität der Wissenschaften. Die Traditionalisten sind für sie Verrückte. Die müssen blockiert und bekämpft werden. Sie wissen es besser. Sie sind gebildet. Sie sind Elite. Als neuzeitlicher Orden glauben sie, dass es ihre Aufgabe sei, die Kirche durch „schlaue“ Assimilation in die säkulare Zukunft der einen Weltreligion zu führen, deren Rolle nichts mehr anderes sein kann, als alle Menschen zu den humanistischen Göttern auf der Erde zu erziehen, die der Christus ihrer Vorstellung immer schon intendiert haben soll.

Die Jesuitenkirchen verraten ihre wahren Intentionen. Sie sind kalt und abstrakt. Ihr lex orandi entspricht ihrem lex credendi. Alle traditionellen Formen, die an die alte Devotion einschließlich der Devotio Moderna erinnern, haben sie entsorgt. Sie betreiben einen beispiellosen Ikonoklasmus, um alles umdeuten zu können. Die Menschen sollen frei werden, neu zu denken, sich überraschen zu lassen. Dann wird auch ein Muslim, Hindu oder Buddhist zu einem Christ, erst zu einem anonymen (Karl Rahner), um dann durch vollkommene Auflösung der religiösen Identität einem globalen, eben abstrakten Humanisten Platz zu machen. Eine Maschine arbeitet auch in Indien, wie überall.

Die Rettung der Kirche in der Moderne folgt bei den Jesuiten dem Prinzip: Operation gelungen, Patient tot. Die alte ausschließende Kirche muss weg. Sie wird umgewandelt in eine globale NGO des Gutmenschentums. Dann wird sie integriert in die eine Weltreligion, in die Kirche der Vernunft der einen Menschheit.

Für die Jesuiten hat Christus das immer schon gewollt. Sie halten ihn für einen Befreier vom Joch des Jahwe. Wie gesagt, die Menschen sollen schon auf der Erde Götter werden. Deshalb unterstützen sie die Migration von Muslimen nach Europa. Sie nennen das Caritas. Der Schutz des traditionellen Christentums ist ihnen egal. Deshalb die Abstraktion. Identität und Qualität dürfen kein Platz mehr haben. Alles wird auf die Mathematik reduziert. Jeder Mensch, egal wer er ist, wird in Nullen und Einsen digitalisiert und dadurch dem jesuitischen Kontrollanspruch unterworfen. Er wird berechenbar. Wenn ein Muslim die Nummer 200, ein Christ 201 und ein Hindu 202 ist, dann können sie schön nebeneinander sitzen und zusammen kollektiviert werden. Die dummen persönlichen Unterschiede sind weg. Jetzt wird global glattgebügelt und „humanistisch“ indoktriniert.

Für die Jesuiten bedeutet die Menschwerdung Christi, dass der Himmel schon hier auf der Erde verwirklicht werden soll. Das Irdische soll gar nicht mehr durch Engel nach oben in den Himmel gehoben werden, denn die Existenz von Engeln ist egal, weil sie sich als unsichtbare himmlische Wesen nicht dem wissenschaftlichen Überprüfungsanspruch stellen, sondern die Erde soll durch aktive von Jesuiten erzogene Gutmenschen bereits hier in einen Himmel verwandelt werden. Dem Mensch soll es auf Erden gut gehen. Er soll nicht verzichten. Er soll seinen sexuellen Begierden nachgeben. Auch soll er nicht zuhause bleiben und aushalten, sondern er soll dorthin migrieren, wo er sich ein materiell besseres Leben erwartet. Die Jesuiten lieben die Theologie der Befreiung. Sie sind materialistische Weltverbesserer. Ein Buchtitel wie: „Eure Armut kotzt uns an! Solidarität in der Krise.“ von P. Hengsbach S.J. wird dann sehr schnell doppeldeutig.

Jeder gute Katholik weiß hingegen, dass Gott Mensch geworden ist, um am Kreuz die wahre Natur Seiner Liebe zu zeigen und Seine Kinder gerade dadurch aus den irdischen Verstrickungen zu befreien. Gott ist Mensch geworden, um die Menschen nach oben in Sein unsichtbares Reich zu heben. Er ist nicht Mensch geworden, um die Menschen auf der Erde immer weiter in das Irdische versinken und dadurch die Umwelt immer weiter aufheizen zu lassen. Der Beter in der Zelle trägt in keiner Weise zur Klimaerwärmung bei. Es ist eine physikalische Wahrheit, dass aktive Arbeit mehr Wärme produziert als kontemplatives Gebet. Daran können auch Jesuiten nichts ändern. Demnächst mehr, besonders auch zu den grundlegenden philosophischen Fragen.

Dies schreibt ein Zisterzienser, ein Schüler des Hl. Benedikt, am 11.07.22. Die Wächter der Nacht:

Watchmen of the Night - Benedictine Monks of the Barroux Abbey

Jesuiten, ihr werdet scheitern. Und ja, all das muss man sogar gegeneinander ausspielen. Ich erinnere mich gut an eure Rede.
Ischa Ischa Ischa
Ja? Kann man das wirklich so pauschal behaupten? Die Jesuiten wollten immer schon und jetzt besonders die Kirche zerstören?
So (ätzend) redeten in meinem Erfahrungsspektrum nur die 7.-Tags-Adventisten und die Zeugen Jehovas (beide Freimaurergründungen) über die katholische Kirche.
Gerade Sie unterscheiden doch zwischen dem einzelnen frommen Priester und dem NOM???
Kirchenkätzchen
Hat er etwa gesagt „alle Jesuiten“?
Ischa Ischa Ischa
Hat er nicht, aber "die" Jesuiten bedeutet "alle" (die Kategorie "Jesuiten"). Ich frage, ob man das effektiv so kategorisch behaupten darf. Es ist eine echte Frage. Bislang dachte ich: Es mag eine freimaurerische Unterwanderung geben oder innere Spaltungen oder oder, da hätte ich eben gerne mehr gewusst. (Hatte eine Zeitlang einen guten spirituellen Begleiter, der Jesuit war.)