Oenipontanus
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Maronitischer Ritus – Konsekration

Um den Blick auch auf die im Westen nur wenig bekannten Riten der unierten orientalischen Kirchen zu lenken und auf das Interesse mancher gloria.tv-User hoffend, habe ich die Seite aus dem 1908 in Beirut gedruckten Maronitischen Missale übersetzt, die den Einsetzungsbericht mit den Konsekrationsworten enthält.

"An demjenigen Tag, der vor seinem Leiden (war), nahm er Brot in seine heiligen Hände und erhob seine Augen zu Gott, seinem Vater, der alles hält, und er dankte ihm + und er segnete + und er heiligte + und er brach und er gab seinen Jüngern, indem er sagte: "Nehmt, esst von ihm ihr alle!"

DIESER NÄMLICH IST MEIN LEIB.

Das Volk: Amen.

Der Priester legt den Leib auf die Patene und kniet und nimmt den Kelch und erhebt seine Stimme:

Auf dieselbe Weise aber nahm er, nachdem sie gespeist hatten, in seine reinen Hände diesen reinen Kelch und er dankte ihm (= Gott) + und er segnete + und er heiligte + und er gab seinen Jüngern, indem er sagte: „Nehmt, trinkt aus ihm ihr alle!“

DIESER NÄMLICH IST DER KELCH MEINES BLUTES, DES NEUEN BUNDES, DER IN EWIGKEIT (WÄHRT), – MYSTERIUM DES GLAUBENS! – DER (oder: DAS) FÜR EUCH UND FÜR VIELE AUSGEGOSSEN WIRD ZUR VERGEBUNG DER SÜNDEN."


Das Bild ist dem Digitalisat des maronitischen Missale von 1908 entnommen, das hier zu finden ist:
Ketābā de-qurbānā āk 'eyādā de-'idtā d-Antiukiyā de-Mārūnāye : .Tubi'a tāniyatan
Maximilian Schmitt
Merken Sie etwas? Der Text der Konsekration stammt aus dem römischen Kanon (Mysterium Fidei). Die heutige maronitische Messe, eine Art NOM mit Volksaltar kennt das nicht mehr.
Oenipontanus
Soweit ich weiß haben alle unierten orientalischen Kirchen einen NOM, die einen mehr, die anderen weniger. Das ist ein Faktum, das meines Erachtens viel zu wenig thematisiert wurde und wird in konzilskritischen Kreisen.
Die unierten Chaldäer haben aus dem Credo in ihrem NOM sogar das "Filioque" gestrichen 😫
Maximilian Schmitt
Die Melkiten nicht! die Kopten auch nicht.
Maximilian Schmitt
Liturgien, Griechische
Die Messe der vorgeheiligten Elemente
Einleitung: Die orientalische Messe der vorgeheiligten Elemente
Bibliographische Angabe
Einleitung: Die orientalische Messe der vorgeheiligten Elemente In: Griechische Liturgien. Übers. von Remigius Storf ; mit Einl. versehen von Theodor Schermann. (Bibliothek der Kirchenväter, 1. Reihe, Band 5) München 1912.
unifr.ch/de/works/179/versions …More
Liturgien, Griechische
Die Messe der vorgeheiligten Elemente
Einleitung: Die orientalische Messe der vorgeheiligten Elemente
Bibliographische Angabe
Einleitung: Die orientalische Messe der vorgeheiligten Elemente In: Griechische Liturgien. Übers. von Remigius Storf ; mit Einl. versehen von Theodor Schermann. (Bibliothek der Kirchenväter, 1. Reihe, Band 5) München 1912.

unifr.ch/de/works/179/versions/389/divisions/123221

Schwierigkeit verursachte die Praxis mit dem konsekrierten Kelche, nachdem nun einmal festzustehen schien, daß die Kommunion unter beiden Gestalten gereicht werden müsse. Man suchte sich auf dreierlei Weise zu helfen. Es gibt Liturgien, welche den eigenartigen Titel führen: Ritus der Kelchweihe9. Diese Quellen lassen erkennen, daß man nur die zum Kelche passenden Abendmahlsworte mit der dafür geeigneten Epiklese sprach.

Der Wortlaut des soeben angeführten Kanons von Laodicea scheint nur darauf hinzudeuten, daß das Brot nicht geopfert werde. In einer ostsyrischen Praesanctificatenmesse ist auch nur die Hostie vorgeweiht, der Kelch wird mit den über ihn gesprochenen Abendmahlsworten und mit der folgenden Epiklese gesegnet, siehe Codrington, Journal of theological studies V 1904, 541; ganz ähnlich in einer koptischen Liturgie, welche Renaudot nach einer Handschrift eines Klosters des hl. Makarius in der Wüste Schihat edierte als ritus compositionis calicis; bei Assemani, Codex liturg. VII, Missale Alexandrinum 1754, anastatischer Neudruck 1902, 181, 184. H. W. Codrington, Liturgia praesanctificatorum syriaca S. Joannis Chrysostomi in Χρυσοστομικά [Chrysostomika] II. fasc. Roma 1908, 719—729, aus Brit. Mus. Add. 17128, besonders S. 725 Anm. 1 Theodor von Studion. ↩

sabbathsentinel.org/canons-from-laodicea/

Can. 49. “During Lent, the bread shall not be offered, except on Saturday and Sunday.”
Carlus shares this
2116
im klassischen Römischen Ritus feiert der zelebrierende Bischof bei der Priesterweihe in Konzelebration mit den Neugeweihten Priestern das Heilige Messopfer und doch ist es kein Primiz Amt, es ist das bischöfliche Pontifikalamt.
Das Primiz Amt dagegen ist die erste Heilige Messe die der Neupriester darbringt.
Siehe hierzu auch
Einsetzungsbericht maronitisch (Syrisch) youtube.com/watch?v=TCszFYgspO4…More
im klassischen Römischen Ritus feiert der zelebrierende Bischof bei der Priesterweihe in Konzelebration mit den Neugeweihten Priestern das Heilige Messopfer und doch ist es kein Primiz Amt, es ist das bischöfliche Pontifikalamt.
Das Primiz Amt dagegen ist die erste Heilige Messe die der Neupriester darbringt.
Siehe hierzu auch
Einsetzungsbericht maronitisch (Syrisch) youtube.com/watch?v=TCszFYgspO4
Maximilian Schmitt
Bitte die Deppenleerzeichen berichtigen: Primiz" "Amt!
Maximilian Schmitt
Apropos, die Maroniten haben heute eine aus dem maronitischen Ritus hervorgegangen N.O.M, früher entsprachen die Wandlungsworte dem römischen Ritus im Kanon der Messe.
michael7
@Solimoes: Nach traditioneller Theologie und Philosophie ist die Form (das Wesentliche, die Wandlungsworte, der Kanon ...) im Hochamt notwendig dieselbe wie in der Stillen hl. Messe! Es gibt im herkömmlichen Verständnis zwischen Hochamt und Stillmesse also nur materielle Unterschiede im Hinblick auf die Feierlichkeit!
Im neuzeitlichen Denken hat sich eine auffällige Umkehrung der Begriffe von Form …More
@Solimoes: Nach traditioneller Theologie und Philosophie ist die Form (das Wesentliche, die Wandlungsworte, der Kanon ...) im Hochamt notwendig dieselbe wie in der Stillen hl. Messe! Es gibt im herkömmlichen Verständnis zwischen Hochamt und Stillmesse also nur materielle Unterschiede im Hinblick auf die Feierlichkeit!
Im neuzeitlichen Denken hat sich eine auffällige Umkehrung der Begriffe von Form und Materie vollzogen: Die "Materie" wird nun als das "Wesen" betrachtet, die "Form" nur als das, was hinzukommt und mehr zufällig ist.
Das muss man wissen, um im Hinblick auf die Redeweise von "Form" und "Materie" nicht Verwirrung zu stiften...
Solimões
DAs "Wesentliche" ist die Intention, wie die gute Abhandlung von P. Lugmayr aufweist.
Sie können die richtigen Worte sprechen und die richtige Materie haben aber doch kein Sakrament geben, wie ML am Beispiel der Mormonentaufe zeigt.
Natürlich gehört die Form zum Wesen, weil sie die Intention ausdrückt. Aber 5 Priester die konzelebrieren machen trotzdem keine Messe, weil es nicht die Meinung der …More
DAs "Wesentliche" ist die Intention, wie die gute Abhandlung von P. Lugmayr aufweist.
Sie können die richtigen Worte sprechen und die richtige Materie haben aber doch kein Sakrament geben, wie ML am Beispiel der Mormonentaufe zeigt.

Natürlich gehört die Form zum Wesen, weil sie die Intention ausdrückt. Aber 5 Priester die konzelebrieren machen trotzdem keine Messe, weil es nicht die Meinung der Kirche ist.
michael7
Nach traditoneller Auffassung der Kirche ist Form und Intention nicht dasselbe, denn die Kirche lehrt, dass für die gültige Spendung drei Dinge notwendig sind:
die richtige Form, die richtige Materie und auch die richtige Intention!
Hier wird also auch vorausgesetzt, dass wenn jemand z.B. die richtige Form benützen würde, aber eine Gegen-Intention ausdrücklich benennen würde oder die erforderliche …More
Nach traditoneller Auffassung der Kirche ist Form und Intention nicht dasselbe, denn die Kirche lehrt, dass für die gültige Spendung drei Dinge notwendig sind:
die richtige Form, die richtige Materie und auch die richtige Intention!
Hier wird also auch vorausgesetzt, dass wenn jemand z.B. die richtige Form benützen würde, aber eine Gegen-Intention ausdrücklich benennen würde oder die erforderliche Intention klar erkennbar nicht hätte, das Sakrament nicht gültig spenden würde (z.B. ein Priester, der mit der Hostie in der Hand einem Seminaristen am Altar zeigt, wie man die Wandlungsworte richtig spricht, aber dabei nicht die Absicht hätte, selbst zu konsekrieren, würde natürlich nicht eine "Verwandlung" der Gaben bewirken, weil er diese Intentionin in dem Moment ja gar nicht hat.
Oder wenn er zu Hause beim Frühstück mit dem Brot in der Hand jemand die Worte Jesu beim Abendmahl erklären und sie dabei aussprechen würde, würde nicht ein hl. Messopfer darbringen, weil er es ja in dem Moment gar nicht beabsichtigt, obwohl er die richtigen Worte Jesu ausspricht und das Brot in der Hand hätte...)
michael7
@solimoes: Die Gültigkeit der heiligen Messe hängt nicht davon ab, ob ein Priester zelebriert oder fünf konzelebrieren, allerdings ist es dann eben nur eine und nicht fünf!
Solimões
@Oenipontanus
Sehr interessant, danke. Die obige Version gleicht frappant der Lateinischen.
Das nennt man nun "Form" - ähnlich wie ein Hochamt eine andere Form ist als eine Stille Messe, aber die Materie ist jeweils dieselbe.
Diese scheint aber ohne Konsekration zu fehlen.
Beten die Maroniter (des Charbel) arabisch?
Schöne kufische Ausgabe, erstaunlich im 20. Jahrhundert.More
@Oenipontanus
Sehr interessant, danke. Die obige Version gleicht frappant der Lateinischen.

Das nennt man nun "Form" - ähnlich wie ein Hochamt eine andere Form ist als eine Stille Messe, aber die Materie ist jeweils dieselbe.

Diese scheint aber ohne Konsekration zu fehlen.

Beten die Maroniter (des Charbel) arabisch?

Schöne kufische Ausgabe, erstaunlich im 20. Jahrhundert.
Oenipontanus
Traditionell ist die Liturgiesprache Syrisch, aber ich fürchte, dass nach Vaticanum II vieles (oder alles?) auf Arabisch umgestellt wurde. Leider wurde nicht nur der römische Ritus "reformiert", sondern auch die östlichen Riten.
Solimões
@Oenipontanus
aha, alles was an der Petrustradition anhängt ........
Sind denn der Dominikanische und der Norbertinische (O.praem ?) auch gesäubert?More
@Oenipontanus
aha, alles was an der Petrustradition anhängt ........

Sind denn der Dominikanische und der Norbertinische (O.praem ?) auch gesäubert?
Oenipontanus
Ich glaube nicht, da ja die Orden mit Eigenritus nach Vaticanum II den römischen Ritus (bzw. den NOM) angenommen haben, was für diese Ordensriten so gesehen recht positiv war, weil sie somit wenigstens nicht verschandelt wurden.
Als Bergoglio vor einigen Monaten im Irak war, habe ich mir einmal den Text der angeblich chaldäischen Messe, die er dort zelebriert hat, näher angesehen. Mit dem traditionellen …More
Ich glaube nicht, da ja die Orden mit Eigenritus nach Vaticanum II den römischen Ritus (bzw. den NOM) angenommen haben, was für diese Ordensriten so gesehen recht positiv war, weil sie somit wenigstens nicht verschandelt wurden.

Als Bergoglio vor einigen Monaten im Irak war, habe ich mir einmal den Text der angeblich chaldäischen Messe, die er dort zelebriert hat, näher angesehen. Mit dem traditionellen chaldäischen Ritus hatte das nichts zu tun und mit dem "reformierten" chaldäischen Missale auch eher wenig. Also nicht nur "reformiert", sondern pure Phantasie und Willkür! 🥳
michael7
Danke für die Übersetzung!
michael7
Obwohl Jesu Blut für das Heil aller Menschen genuggetan hat, sagte Er nach der Heiligen Schrift und nach allen überlieferten Liturgien in West und Ost beim Abendmahl nirgends (!) "für alle", wie es die "modernen" volkssprachlichen Texte des Neuen Messbuchs leider (falsch) übersetzen!
Bei den Konsekrationsworten in der heiligen Messe oder bei der Einsetzung durch Jesus geht und ging es nämlich um …More
Obwohl Jesu Blut für das Heil aller Menschen genuggetan hat, sagte Er nach der Heiligen Schrift und nach allen überlieferten Liturgien in West und Ost beim Abendmahl nirgends (!) "für alle", wie es die "modernen" volkssprachlichen Texte des Neuen Messbuchs leider (falsch) übersetzen!
Bei den Konsekrationsworten in der heiligen Messe oder bei der Einsetzung durch Jesus geht und ging es nämlich um die konkrete Zuwendung des Bundesblutes an diejenigen, mit denen der Neue Bund geschlossen wurde, also um das Leib und Blut, das wir in der heiligen Kommunion empfangen und das so den Gläubigen, also vielen und leider nicht allen, zum Heil und zur Heiligung gereicht.
Nicht alle nehmen den Neuen Bund und das Heilsangebot Gottes ja an, darum spricht auch Jesus hier konkret nur von "euch" oder von "vielen"!
Oenipontanus
@michael7 Richtig! Kein einziger traditioneller Messritus spricht von "für alle", diese Pseudo-Übersetzung in einigen Volkssprachen ist lediglich ein Hirngespinst des 20. Jahrhunderts.
Solimões
@michael7 @Oenipontanus
DAs "für viele" ist nicht eine konkrete Zuwendung für die eventuellen Heilsempfänger, sondern eine Übertragung an die Priester als Heilsspender.
Euch = Apostel, viele = spätere Bischöfe. Wie auch in Lk 22: ihr werdet auf zwölf Thronen sitzen und die 12 Stämme Israels richten. Das ist das Apostolat und die Auferstehung der Gerechten.More
@michael7 @Oenipontanus
DAs "für viele" ist nicht eine konkrete Zuwendung für die eventuellen Heilsempfänger, sondern eine Übertragung an die Priester als Heilsspender.

Euch = Apostel, viele = spätere Bischöfe. Wie auch in Lk 22: ihr werdet auf zwölf Thronen sitzen und die 12 Stämme Israels richten. Das ist das Apostolat und die Auferstehung der Gerechten.
Oenipontanus
@Guntherus de Thuringia Eine der Begründungen für die falsche Übersetzung "für alle" war ja, dass die aramäische bzw. hebräische Sprache angeblich kein Wort für "alle" habe bzw. das, was wir mit "alle" meinen mit dem Ausdruck "viele" bezeichnen hätte müssen. Das ist natürlich ein horrender Blödsinn und ich wundere mich, wie ein solcher Blödsinn auch heute noch Anhänger haben kann. Bereits ein …More
@Guntherus de Thuringia Eine der Begründungen für die falsche Übersetzung "für alle" war ja, dass die aramäische bzw. hebräische Sprache angeblich kein Wort für "alle" habe bzw. das, was wir mit "alle" meinen mit dem Ausdruck "viele" bezeichnen hätte müssen. Das ist natürlich ein horrender Blödsinn und ich wundere mich, wie ein solcher Blödsinn auch heute noch Anhänger haben kann. Bereits ein Anfänger im Aramäischen oder Hebräischen weiß, dass diese Sprachen selbstverständlich zwischen "alle" und "viele" unterscheiden.
Solimões
@Guntherus de Thuringia
Griechisch kennt zudem "pantes" was alle wäre, "omnes" auf lateinisch. "kal" auf arabisch. Auch arabisch hat ein Wort für viele kathir.
michael7
@Solimoes: Das Blut wurde nicht nur für die Priester vergossen, sondern zur Vergebung der Sünden derer, die diese Vergebung im Glauben suchen und annehmen.
Solimões
@michael7
Die Priester tragen das Sakrament in sich, und weil sie nicht selber geopfert werden wie Christus, sagt ER, sein Blut würde für sie (die Priester) vergossen.
Das ist wie in der Apokalypse, glaube Kapitel 14, wo die Heiligen unter dem Thron um Rache flehen. Es muss jemand für die Seelen eintreten. Das macht die Messe durch den Priester, im Namen Christi.
michael7
@Solimoes: Soll das bedeuten, dass nach Ihrer Auffassung das Blut Christi nur für die Priester vergossen wurde?
Fischl
Herzerfrischend
HerzMariae
Es soll ja ingesamt rund 80 (!) minimal verschiedene Konsekrationsworte geben (alle Riten und frühen Bibelübersetzungen).
Oenipontanus
@HerzMariae Das kann ich mir sehr gut vorstellen, obwohl ich bis jetzt nicht genau nachgezählt habe!
kyriake
Wie heißt denn der Ritus bei dem keine direkten Wandlungsworte gesprochen werden, der aber von Rom approbiert wurde?!
Oenipontanus
@kyriake Das ist die Anaphora von Addai und Mari. Die chaldäisch-katholische Version hat die Wandlungsworte natürlich schon, diejenige der schismatischen Ostsyrer aber nicht. Soweit ich weiß wurde nicht das Hochgebet als solches approbiert, sondern den chaldäisch-katholischen Christen erlaubt, im Notfall die Eucharistie bei den Schismatikern zu empfangen und diesbezüglich wurde entschieden, dass …More
@kyriake Das ist die Anaphora von Addai und Mari. Die chaldäisch-katholische Version hat die Wandlungsworte natürlich schon, diejenige der schismatischen Ostsyrer aber nicht. Soweit ich weiß wurde nicht das Hochgebet als solches approbiert, sondern den chaldäisch-katholischen Christen erlaubt, im Notfall die Eucharistie bei den Schismatikern zu empfangen und diesbezüglich wurde entschieden, dass die schismatischen Ostsyrer auch ohne direkte Wandlungsworte gültig konsekrieren. Das sehen nicht nur traditionell eingestellte Katholiken kritisch (um keine stärkeren Ausdrücke zu benutzen).
kyriake
Herzlichen Dank für die ausführliche Information. Ich habe nur gehört, dass die Wandlung dabei innerhalb des Hochgebetes stattfinden würde - ohne, dass die Einsetzungsworte direkt ausgesprochen werden.
Oenipontanus
@kyriake Ja, das ist eine dornige Angelegenheit!
Hier ist ein Aufsatz von Pater Martin Lugmayr FSSP zu diesem Thema: stjosef.at/artikel/anaphora_addai_mari_dogmatik.htm
Und hier die Sicht von Heinz-Lothar Barth: una-voce.de/uploads/1/2/8/3/12837883/02_h_4.pdf
Ich habe mich noch nicht genügend mit dieser Materie beschäftigt, um mir eine abschließende Meinung bilden zu können.More
@kyriake Ja, das ist eine dornige Angelegenheit!

Hier ist ein Aufsatz von Pater Martin Lugmayr FSSP zu diesem Thema: stjosef.at/artikel/anaphora_addai_mari_dogmatik.htm

Und hier die Sicht von Heinz-Lothar Barth: una-voce.de/uploads/1/2/8/3/12837883/02_h_4.pdf

Ich habe mich noch nicht genügend mit dieser Materie beschäftigt, um mir eine abschließende Meinung bilden zu können.
kyriake
Da werd' ich mich mal hineinvertiefen. Vergelt's Gott für die entsprechenden links!!
Ischa Ischa Ischa
Zur Anaphora von Addai und Mari: Ich habe mal gelesen (oder in einem Vortrag gehört, kann leider die Quelle nicht mehr angeben), dass vermutlich die besonders heilige Formel der Wandlungsworte zwar gesprochen, aber niemals aufgeschrieben wurde; in Analogie zu heiligen Formulierungen, die im jüdischen Tempel zwar gesprochen, aber ausschließlich mündliche tradiert wurden. Erst gegen 100 n.Chr. unter …More
Zur Anaphora von Addai und Mari: Ich habe mal gelesen (oder in einem Vortrag gehört, kann leider die Quelle nicht mehr angeben), dass vermutlich die besonders heilige Formel der Wandlungsworte zwar gesprochen, aber niemals aufgeschrieben wurde; in Analogie zu heiligen Formulierungen, die im jüdischen Tempel zwar gesprochen, aber ausschließlich mündliche tradiert wurden. Erst gegen 100 n.Chr. unter der Gefahr des Verlustes der mündlichen Weitergabe der Formulierungen wurden sie im jüdischen Bereich schriftlich festgehalten.
Klaus Elmar Müller
Der maronitische Priester kniet alos unmittelbar nach der hl. Wandlung, während im Novus Ordo Pauls VI. und Bergoglios die Kniebeuge erst erfolgt, wenn die Hostie dem Volk gezeigt wurde (als müsse das erst zustimmen).
Fischl
gut gefolgert!
kyriake
Bergoglio hat nach der Wandlung noch an keiner Stelle (im doppelten Sinne des Wortes!) eine Kniebeuge gemacht!!! 😤😰😡
Antal Gördele
Aha, ist es also doch nicht ...? Denn vor zehn Jahren war ich dort, und da gab es manche frustrierte Gesichter, weil das damals frisch installierte neue episkopale Oberhaupt das syro-aramäisch aus der Liturgie entfernen und durch die Landessprache ersetzen wollte.
Klaus Elmar Müller
@Antal Gördele Wissen Sie mehr über Bestrebungen, die ostkirchlichen bzw. orientalischen Liturgien dem Novus Ordo Pauls VI. anzupassen? Und gibt es da einen Druck von Rom aus, oder springt eine Mentalität von West nach Ost? Kann es sein, dass aramäische Bischöfe schon versus populum zelebrieren - ich sah da mal ein Bild im Fernsehen?
Ischa Ischa Ischa
Klaus Elmar Müller@ ja, ja, soweit ich das verstanden habe, zelebrieren sie mit dem Gesicht zu den Gläubigen; werde nächstesmal genau darauf achten. Schaue bei einer irakischen Christen-Freundin immer deren Fernsehsender mit, wo auf Aramäisch oder Arabisch zelebriert wird. - Ich kann Sie anschreiben, wenn ich genaueres weiß (dauert aber ein paar Wochen)