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Elista
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Aschermittwoch: Asche aufs Haupt in der Pandemie?

Am Aschermittwoch beginnt die Fastenzeit. Seit Ende des 11. Jahrhunderts gibt es die Tradition, sich an diesem Tag in Gottesdiensten ein Aschenkreuz auf die Stirn zeichnen zu lassen. Doch in Corona-Zeiten hat der Vatikan besondere Regeln erlassen.

Das Aschenkreuz steht für den Beginn der Bußzeit und zugleich für die Hoffnung der Christen auf Auferstehung. Am Aschermittwoch zeichnet es der Priester den Gläubigen traditionell auf die Stirn. Seit dem 11. Jahrhundert gibt es diese Tradition - aber nicht im Pandemie-Jahr 2021.

Vatikan erlässt Sonderregeln im Corona-Jahr
Um die Gefahr einer Corona-Infektion zu minimieren, hat der Vatikan im Januar Sonderregeln für die Austeilung des Aschenkreuzes erlassen: Demnach soll der Priester sich vor der Austeilung eine Mund-Nase-Maske aufsetzen, sich erneut die Hände desinfizieren und dann die geweihte Asche jenen Gläubigen aufs Haupt streuen, die zu ihm nach vorne kommen.
"Nachdem der Priester das Segensgebet über die Asche gesprochen und sie ohne weitere Begleitworte mit Weihwasser besprengt hat, spricht er einmal für alle Anwesenden die im Römischen Messbuch enthaltene Formel: 'Kehrt um und glaubt an das Evangelium' oder 'Bedenke, Mensch, dass du Staub bist und wieder zum Staub zurückkehren wirst'." So schreibt die vatikanische Kongregation für den Gottesdienst und die Sakramentenordnung. Die eigentliche Austeilung geschieht dann wortlos und ohne Berührung.
Infektionsgefahr: "Aschenkreuz nicht auf die Stirn"

Wichtig sei, so schreibt das Bistum Augsburg in einer Mitteilung an seine Priester und Gläubigen, dass die Auflegung der Asche "nicht in Form eines Kreuzes auf die Stirn" erfolgt, sondern "auf das Haupt der Mitfeiernden gestreut" wird.
Ebenso merkt das Bistum an, dass bei einem engen Mittelgang in kleinen Kirchen "die Auflegung des Aschenkreuzes auch erst am Schluss der hl. Messe erfolgen" kann. "Die Gläubigen kommen dann nach dem Schlusssegen nach vorn und verlassen nach Empfang des Aschenkreuzes die Kirche."
Zu diesen Sonderregeln gelten des Weiteren die bereits üblichen Hygiene-Maßnahmen, das Tragen einer FFP2-Maske während des gesamten Gottesdienstes sowie ein Verbot des Gemeindegesangs.

Strenger Fastentag in katholischer Kirche
Die aus gesegneten Palmzweigen vom Vorjahr gewonnene Asche gilt als Symbol der Trauer und Buße. Das Aschenkreuz steht für den Beginn der Bußzeit und zugleich für die Hoffnung der Christen auf Auferstehung. Der Aschermittwoch ist neben dem Karfreitag der einzige Tag, der in der katholischen Kirche als strenger Fastentag gilt. Das Kirchenrecht schreibt Abstinenz und Fasten vor.
Beginn der 40-tägigen Fastenzeit

Die 40-tägige christliche Fastenzeit beginnt am Aschermittwoch und endet an Ostern. Die Dauer geht auf einen Bericht aus der Bibel zurück. Dort ist von einer 40-tägigen Gebets- und Fastenzeit Jesu die Rede, die auf seine Taufe im Jordan folgte. Die Sonntage gelten offiziell nicht als Fastentage. Daher beginnt die Fastenzeit auch nicht genau 40 Tage vor Ostern, sondern bereits am Aschermittwoch.

br.de/…pandemie-in-der-kirche,SP6EPDS
Stelzer
'Kehrt um und glaubt an das Evangelium'
SvataHora
Solch eine Frace! Wenn der Pfarrer und der/die Empfangende Mund-/Nasenschutz tragen, wäre das Aschenkreuz doch wirklich kein Problem.
Nicolas Davila
Gott wäre nicht Gott, wenn unsere Art, ihn zu erkennen, in Handbüchern der Psychologie darzustellen wäre.
Immaculata90
Nach römischem Ritus wurde die Asche immer auf's Haupt gestreut, das Aschenkreuz auf die Stirn zu zeichnen ist vor allem in deutschen Landen üblich!
Elista
Bei uns wird es auch aufs Haupt gestreut.
Mir vsjem
Stimmt so nicht. Auch Deutschland machte keine Ausnahme; die Asche wird und wurde auch dort aufs Haupt gestreut. Alles andere ist eine Sache der Neuzeit.
Lutrina
Eben. In den Rubriken ist das übrigens auch so festgelegt.
Immaculata90
Nach römische