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64. CHRISTKÖNIGSFEST

Sonntag vor dem 1. Sonntag des Advents

TOTUS TUUS, MARIA !

Als Gott die Erde erschuf, war diese wie ein Spiegelbild Seines Reiches gedacht. Gottes Reich ist dabei als eine Lebenssphäre zu verstehen, in welcher sämtliche Geschöpfe vollkommen nach Gottes Regeln der Liebe und des Friedens leben und sich in ihnen Gottes Gesetze und Gottes Intelligenz völlig ungehemmt und unverzerrt auswirken können. Von allen Geschöpfen auf Erden ist die Menschenseele das einzige, das sich heiligen kann: Der Menschenseele ist es gegeben, durch ihr Verhalten, ihre Worte, ihre Gedanken, Gefühle, Wünsche und Bestrebungen Heil über die ganze Schöpfung bringen zu helfen, d.h. die ganze Schöpfung an den Früchten einer treuen und tadellosen Anwendung von Gottes Gesetzen teilhaben zu lassen.

Der Menschenseele ist dies nicht nur gegeben, es wird von ihr verlangt, mit anderen Worten: Es ist Wesensteil des Lebensauftrages einer jeden Menschenseele, ihr ganzes Verhalten und ihre ganzen inneren Verfassungen so vollkommen an Gottes Gesetzen zu orientieren, dass sie in allem, in ihrem ganzen Tun und Lassen, ja in ihrer Art des Seins und sogar durch ihre einfache Gegenwart, Heil erzeugen hilft und somit Gottes Reich instand halten bzw. dessen Gründung fördern hilft.

Die Erbsünde war der erste Akt, durch welchen die Menschenseele kein Heil über die Schöpfung brachte. Die Erbsünde war eine Handlung aufgrund einer Herzensverfassung, die nicht mehr an Gottes Gesetz orientiert war. Aus diesem Grunde wird sie als 'Sünde' bezeichnet: Sünde ist jeder Verstoβ gegen Gottes Gesetz, und läuft letzten Endes immer auf einen Verstoβ gegen die Liebe hinaus, weil die wahre Liebe die Essenz des Göttlichen Lebens ist, und alles, was nicht das Göttliche Leben fördern, verbreiten und blühen hilft, Gottes Werken und Plänen entgegenwirkt und somit der Erzeugung des Heils nicht zuträglich ist. Durch den Sündenfall der Menschenseele und ihre anschlieβende Neigung zum sündigen auf die unterschiedlichsten Weisen, entfernte sich die Schöpfung immer weiter vom Seinszustand, den wir als 'Reich Gottes' kennengelernt haben.

Als Jesus als Gott-Mensch in die Welt gesandt wurde in der Absicht, die Menschenseelen aus den ewigen Wirkungen der Sünde zu erlösen, errichtete Er dadurch die neuen Grundmauern von Gottes Reich auf Erden. Der mit Dornen gekrönte Christus war somit in Wirklichkeit der König des neu zu gestaltenden Reiches. Auf den Grundmauern muss das Gebäude vollendet werden, damit die Schöpfung die richtige Verfassung in sich trägt, Palast des Göttlichen Königs zu sein. Dort liegt eine Aufgabe für jede(n) von uns. Wir sollen an den Mauern bauen, nach genau denselben Grundsätzen wie die Grundmauern errichtet wurden, also genauestens nach dem Lebensmuster Christi, das uns heute noch in Erinnerung gebracht und nach dem Maβ unseres Verständnisses erläutert wird, und zwar durch die Wissenschaft des Göttlichen Lebens.

Unser Leben mag durch unzählige Zeichen der Finsternis überschattet werden, aber in uns versucht der König des Göttlichen Lichtes, der Wahrheit, der Ewigen Weisheit und Liebe, uns in unserem ganzen Denken und Fühlen, Wollen und Sein, erneut an Gott allein zu orientieren, damit wir mit jedem Seufzer, mit jedem Blick, mit jedem Wort, mit jedem Hauch unseres ganzen Wesens die Verfassung von Gottes Herzen über die Schöpfung ausströmen lassen können wie ein Parfüm aus Himmlischen Gärten, denn genau so hat Gott die Menschenseelen gemeint: wie Himmlische Gärten, aus denen die Düfte Seiner Gegenwart und Seines Wirkens hervorströmen.

Gottes Reich ist nicht etwas, das wir dort drauβen zu sehen bekommen, es ist eine Lebens- und Empfindungswelt, die tief in uns reifen und blühen soll, wie ein Samen, der sich langsam in eine Blüte und darauf in eine Frucht verwandelt, ganz nach Gottes Wachstumsgesetzen und Seiner Intelligenz, aber mit unserer beharrlichen und freiwilligen Mitwirkung als Grundvoraussetzung. Von der Art der Anwendung unseres freien Willens in jeder Sekunde des Tages und der Nacht hängt es ab, ob und in welchem Ausmaβ sich Gottes Wachstumsgesetze und Seine Intelligenz in unserer Seele auswirken können und der Göttliche Entwurf in uns zur Vollendung kommen kann. Das Ergebnis dieses Vorgangs in jeder individuellen Seele liefert dann einen Beitrag zur Gestaltung von Gottes Reich, das sich in und auβerhalb unseres Selbst als die Verwirklichung eines neuen Paradieses bemerkbar machen soll.

Die Gottesmutter wird von Gott als die Wiedergeburt des Irdischen Paradieses bezeichnet (genau wie im Titel von Myriams Buch innerhalb der Wissenschaft des Göttlichen Lebens). In Ihr ist Gottes Reich auf Erden absolut vollendet. In jedem/jeder von uns handelt es sich da um eine Lebensaufgabe, der Königin des Himmelreiches diesbezüglich nachzufolgen, denn Nachfolge Mariä ist identisch mit Nachfolge Jesu, des Königs von Gottes Reich. Das Reich Gottes auf Erden ist das vollendete Reich Christi. Christus wirklich als König erkennen heiβt nicht, Ihn König nennen, sondern sich beharrlich bemühen, Sein Vorbild genauestens in die Praxis umzusetzen und im ganzen Tun und Lassen des Alltags eine ständig wachsende Heiligkeit anzustreben. Christus ist nicht dazu berufen, König eines Scheinreiches zu sein, sondern König eines wiedergeborenen Paradieses, das dadurch Vorabbildung des Himmelreiches ist, dass die Untertanen allen ihren Mitgeschöpfen gegenüber Spiegel ihres Königs sind.

Bitten wir heute um die Gnade, unser seelisches Leben so einrichten zu können, dass wir Christus durch eine möglichst treue Nachfolge nicht nur König nennen, sondern durch unser ganzes Wesen zeigen, dass Er für uns König ist.