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Tina 13
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NIKE (VERONIKA) BRINGT MARIA DAS SCHWEISSTUCH

NIKE (VERONIKA) BRINGT MARIA DAS SCHWEISSTUCH

Ein energisches Klopfen an der Tür lässt alle aufschrecken. Der tapfere Hausherr flieht. Maria des Zebedäus möchte, dass ihr Johannes ihm folgt und schiebt ihn in Richtung Hof. Die anderen, außer Maria Magdalena, drängen sich zusammen und jammern. Maria Magdalena geht aufrecht und mutig zur Tür und fragt: »Wer klopft?«

Eine Frauenstimme antwortet: »Ich bin Nike. Ich muss der Mutter etwas bringen. Öffnet schnell, die Militärstreife ist unterwegs.«

Johannes, der sich von seiner Mutter losgerissen hat und zu Magdalena geeilt ist, macht sich an den vielen Riegeln zu schaffen, die heute Abend alle sorgfältig vorgeschoben sind. Er öffnet, und Nike kommt mit einer Dienerin und einem kräftigen Begleiter herein. Die Tür wird wieder geschlossen.

»Ich habe etwas«, sagt Nike weinend, und die Stimme versagt ihr . . .

»Was? Was?« Alle drängen sich neugierig heran.

»Auf dem Kalvarienberg . . . Ich habe den Erlöser in diesem Zustand gesehen . . . Ich hatte den Schleier für die Lenden vorbereitet, damit er die Lappen der Henker nicht braucht . . . Aber er war so verschwitzt, mit Blut in den Augen, dass ich ihm den Schleier geben wollte, damit er sich abtrocknen konnte. Und er hat es getan . . . und mir den Schleier zurückgegeben. Ich habe ihn nicht mehr benützt . . . Ich wollte ihn mit seinem Schweiß und seinem Blut als Reliquie aufbewahren. Und als wir kurz darauf die Gehässigkeit der Juden gegen Plautina und die anderen Römerinnen, Lydia und Valeria, sahen, beschlossen wir, zurückzukehren, aus Furcht, dass man uns dieses Tuch wegnehmen könnte. Die Römerinnen sind tapfere Frauen. Sie haben uns in ihre Mitte genommen, mich und die Dienerin, und haben uns beschützt. Obwohl sie eine Verunreinigung für Israel darstellen . . . und es gefährlich ist, Plautina zu berühren. Aber daran denkt man in ruhigen Zeiten. Heute waren alle in einem Rausch . . . Zu Hause habe ich geweint . . . stundenlang . . . Dann ist das Erdbeben gekommen, und ich bin ohnmächtig geworden . . . Als ich wieder zu mir kam, wollte ich den Schleier küssen und habe gesehen . . . Oh! . . . Das Antlitz des Erlösers ist darauf! . . . «

»Lass sehen! Lass sehen!«

»Nein, zuerst die Mutter! Es ist ihr Recht!«

»Sie ist völlig am Ende! Sie wird es nicht ertragen . . . «

»Oh, sagt das nicht. Es wird ihr im Gegenteil ein Trost sein. Benachrichtigt sie!«

Johannes klopft leise an die Tür.

»Wer ist da?«

»Ich, Mutter. Nike ist draußen . . . Sie ist bei Nacht gekommen . . . Sie hat dir ein Andenken . . . ein Geschenk gebracht. Sie hofft, dass es dir ein Trost sein wird.«

»Oh, ein einziges Geschenk könnte mich trösten: das Lächeln seines Gesichtes . . . «

»Mutter!« Johannes umarmt sie, aus Furcht, dass sie fallen könnte, und sagt, als würde er ihr den wahren Namen Gottes anvertrauen: »Das ist es. Sein Lächeln ist auf dem Tuch, mit dem Nike auf dem Kalvarienberg sein Antlitz getrocknet hat.«

»Oh, Vater! Allmächtiger Gott! Heiliger Sohn! Ewige Liebe! Seid gepriesen! Das Zeichen! Das Zeichen, um das ich euch gebeten habe! Lass sie, lass sie eintreten!«

Maria muss sich setzen, denn sie kann sich nicht mehr auf den Beinen halten, und während Johannes den Frauen ein Zeichen gibt, Nike hereinzuschicken, beruhigt sich die Jungfrau wieder.

Nike kommt herein und kniet mit ihrer Dienerin vor Maria nieder. Johannes steht neben Maria und legt einen Arm um ihre Schultern, wie um sie zu stützen. Nike sagt kein Wort. Sie öffnet das Kästchen, nimmt das Tuch heraus und faltet es auseinander. Und das Antlitz Jesu, das lebendige Antlitz Jesu, das schmerzerfüllte und doch lächelnde Antlitz Jesu sieht die Mutter an und lächelt ihr zu.

Maria schreit in schmerzlicher Liebe auf und streckt die Arme aus. Ein Echo ertönt aus dem Vorraum, wo sich die Frauen an der Tür versammelt haben. Und alle knien wie die Mutter vor dem Antlitz des Erlösers nieder.

Nike findet keine Worte. Sie lässt das Tuch aus ihren Händen in die Hände der Mutter gleiten und neigt sich dann, um seinen Saum zu küssen. Schließlich geht sie rückwärts aus dem Raum, ohne abzuwarten, dass Maria aus ihrer Ekstase erwacht.

Sie geht in die Nacht hinaus und ist schon verschwunden, bevor die anderen dessen gewahr werden. Es bleibt ihnen nichts anderes übrig, als das Tor wie zuvor zu schließen.

Maria ist wieder allein, in ein Gespräch der Seele mit dem Bild ihres Sohnes vertieft, denn die anderen haben sich alle zurückgezogen.

aus: Maria Valtorta, Der Gottmensch Band XI,
Endor
Shalom ! Es ist das Byssus-Tuch - heute in Manopello , es wurde Jesus
auf seinem Kreuzweg gereicht als Wohltat für sein Gesicht. Karsamstag-
Nacht wurde es der Mutter Jesu gebracht zu ihren Trost. Shalom !
Heilwasser
"Veronika" ist ein Symbolname, den die Evangelisten für diese Frau gewählt haben. Er basiert auf dem Lateinischen "vera icon" (=wahres Bild). Im griechischen Text wird sie entsprechend "Berenike" genannt, weil sie im Evangelium das wahre Bild des Hl. Antlitzes Christi auf dem dargereichten Tuch eingeprägt bekommt. Mit bürgerlichem Vornamen hieß sie aber Seraphia und war eine Verwandte des hl. …More
"Veronika" ist ein Symbolname, den die Evangelisten für diese Frau gewählt haben. Er basiert auf dem Lateinischen "vera icon" (=wahres Bild). Im griechischen Text wird sie entsprechend "Berenike" genannt, weil sie im Evangelium das wahre Bild des Hl. Antlitzes Christi auf dem dargereichten Tuch eingeprägt bekommt. Mit bürgerlichem Vornamen hieß sie aber Seraphia und war eine Verwandte des hl. Zacharias, so die sel. Anna Katharina Emmerick.
Tina 13
🙏🙏🙏
Tina 13
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