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Was versteht die Kirche unter "Volk Gottes" und "mystischer Leib Christi"? Prof. Dr. Hanna-Barbara Gerl-Falkovitz erweitert das Bild des rein alttestamentarischen Begriffs Gottesvolk durch das der …More
Was versteht die Kirche unter "Volk Gottes" und "mystischer Leib Christi"?

Prof. Dr. Hanna-Barbara Gerl-Falkovitz erweitert das Bild des rein alttestamentarischen Begriffs Gottesvolk durch das der Kirche als mystischer Leib Christi (Vgl. Paulus, v.a. Kolosser und Korintherbriefe). Diese Perspektive führt aus der Beschränkung auf die Gläubigen der Jetztzeit hinaus auf Christus und die Christen aller Zeiten.

Denn auch der Begriff Gottesvolk, in welchem Wahl und Selbstbestimmung mitklingt, kommt nicht aus ohne der „tiefsten und verkanntesten aller Klassen, unseren Vorfahren, Stimmrecht einzuräumen, ...und nicht der anmaßenden Oligarchie der heute zufällig Herumlaufenden das Feld zu überlassen“, wie Chesterton es gleichzeitig scharfsinnig und humorvoll ausdrückt.

Während die Dynamik des Gottesvolks das Wandern ist, ist die des Leibes Christi das Wachsen mit Christus als Haupt.

Zu diesem Leib gehört die dreifache Kirche, als ecclesia militans, triumphans und poenitens. Die große Theologie, so Prof. Gerl-Falkovitz, ermutigt die jeweils in zeitlichen Kämpfen begriffene Kirche, auf den nicht zu überschätzenden Einfluss, das Mittragen der triumphierenden (der Heiligen) und büßenden (der noch nicht vollendeten Verstorbenen) Kirche zu vertrauen. Und vor allem auf Christus, der als ihr Feldherr an vorderster Spitze voranschreitet. Er gibt ihr Richtung und Ziel.

Univ.-Prof. em. DDr. Hanna-Barbara Gerl-Falkovitz ist Philosophin, Sprach- und Politikwissenschaftlerin. Nach ihrer Tätigkeit als Studienleiterin auf Burg Rothenfels/Main, akademische Oberrätin am Seminar für Christliche Weltanschauung, Religions- und Kulturtheorie der Universität München, sowie als Privatdozentin in Bayreuth, Tübingen und Eichstätt, folgte eine Professur für Philosophie an der Pädagogischen Hochschule in Weingarten/Bodensee. Von 1993 bis 2011 war sie Lehrstuhlinhaberin für Religionsphilosophie und vergleichende Religionswissenschaft an der Technischen Universität Dresden. Seit 2011 ist sie Leiterin des EUPHRat (Europäisches Institut für Philosophie und Religion) in Heiligenkreuz bei Wien.

Prof. Gerl-Falkovitz ist u.a. Trägerin des Joseph-Pieper Preises, des Edith-Stein-Preises, sowie des Augustin-Bea-Preises. Die Tagespost beschreibt Hanna-Barbara Gerl-Falkovitz passend als „ein Leuchtfeuer im Nebel der postmodernen Landschaft“ und „eine der wichtigsten katholischen Stimmen in Europa“.