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Staunenswerte Aussagen über die Muttergottes im Alten Testament

Es ist erstaunlich und kaum bekannt, was im AltenTestament alles über die heilige Jungfrau Maria in geheimnisvollen Andeutungen geschrieben steht. Wir greifen daher auf frühere heilige Päpste zurück, die darüber geschrieben haben.

Papst Pius X. schreibt in seiner Enzyklika Ad diem illum:

Kaum hatte Pius (IX.) die Wahrheit von der unbefleckten Jungfrau Maria als Glaubenssatz ausgesprochen, als sich in dem Städtchen Lourdes die Jungfrau in Wundern zu offenbaren begann und der großartige Prachtbau des Heiligtums der Unbefleckten sich erhob, bei dem auf die Fürbitte der Muttergottes täglich Wunder geschehen, die geeignet sind, den Unglauben der Jetztzeit zu widerlegen. – Es sind tatsächlich viele und große Erweise der Güte, die Gott auf die milde Fürbitte der Jungfrau im Lauf dieser fünfzig Jahre erteilte. Sollen wir da nicht hoffen, „dass unsere Rettung näher ist, als wir glaubten“? Und dies umso mehr, da es erfahrungsgemäß ein Gesetz der göttlichen Vorsehung zu sein scheint, dass Gott am nächsten ist, wo die Gefahr am größten ist. „Nahe ist‘s, dass komme die Zeit, und ihre Tage werden nicht verlängert werden. Denn der Herr erbarmt sich Jakobs und erwählet nochmals Israel.“ So haben wir Hoffnung, bald rufen zu können: „Zerbrochen hat Gott den Stab der Gottlosen. Es ruht und schweigt die ganze Erde, sie freut sich und bricht in Jubel aus“.

.... Jedem Einsichtigen ist es ja klar, dass es keinen sichereren und leichteren Weg gibt, alle mit Christus zu vereinigen und durch ihn die vollkommene Kindschaft zu erlangen, damit wir selig und makellos vor Gott seien, denn Maria.

Oder hätte Gott vielleicht nicht auf einem anderen Wege als durch die Jungfrau uns den Wiederhersteller des Menschengeschlechtes und Urheber des Glaubens schenken können? Nun hat es aber der Ewige nach dem Ratschluss seiner göttlichen Vorsehung gefügt, uns den Gottmenschen durch Maria zu geben, die, überschattet vom Heiligen Geiste, ihn in ihrem Schoße getragen; darum bleibt uns gar keine andere Wahl, als dass wir Christus empfangen aus den Händen Mariens.

Deshalb erscheint auch jedes Mal, wenn die Heilige Schrift in seherischen Worten von unserer künftigen Erlösung spricht, neben dem Welterlöser seine heilige Mutter. Er wird gesendet als das Lamm, das die Erde beherrscht, aber es kommt von den Felsen in der Wüste; er sprosst als Blume auf, aber aus der Wurzel Jesse.
Adam schon erblickte Maria in der Ferne als die Zertreterin des Kopfes der Schlange und gebot bei ihrem Anblick Einhalt den Tränen über den Fluch, der ihn getroffen.
An sie dachte Noe, in der rettenden Arche eingeschlossen,
und Abraham, als ihm verwehrt wurde, den Sohn zu opfern.
Jakob erschaute sie als Leiter, auf der die Engel auf- und absteigen;
Moses erkannte sie staunend in dem brennenden und nicht verbrennenden Dornbusch;
David begrüßte sie, als er beim Einzug der Bundeslade sang und tanzte;
Elias endlich gewahrte sie in der kleinen Wolke, die aus dem Meere heraufstieg.
Kurz, das Endziel des Gesetzes und all die Wahrheit in Vorbildern und Weissagungen finden wir, nächst Christus, in Maria.

Copie von www. St. Josef at
ew-g
Hat jemand überprüfen können, ob das wirklich Text der Enzyklika ist? Ich erlaube mir, das zu bezweifeln.
Eugenia-Sarto
Sehen Sie doch nach bei www.St.Josef at. Dort steht die ganze Enzyklika.
Eugenia-Sarto
SvataHora
Da überkommt einen Wehmut und die große Sehnsucht wieder einen wahren Heiligen Vater, einen wahren Papst zu haben!
Eugenia-Sarto
Das finde ich auch. Die Sprache ist so schön, dass man alles andere eine Weile vergessen kann.
ew-g
@Eugenia-Sarto
Welches, bitte, sind denn nun die Aussagen... im Alten Testament"?
CollarUri
@ew-g Erlauben Sie mir, zum letzten Abschnitt die entsprechenden Schriftstellen zu rekapitulieren -> und jeweils summarisch zu kommentieren:
- Gen 3,15c: Er [der Nachwuchs des Menschen] trifft dich [Schlange] am Kopfe, du triffst ihn an der Ferse. -> Es wird ein Abkömmling von Adam und Eva der Schlange den Kopf zertreten, das bedeutet, es wird ein Mensch, so wie Eva die Menschheit an die …More
@ew-g Erlauben Sie mir, zum letzten Abschnitt die entsprechenden Schriftstellen zu rekapitulieren -> und jeweils summarisch zu kommentieren:
- Gen 3,15c: Er [der Nachwuchs des Menschen] trifft dich [Schlange] am Kopfe, du triffst ihn an der Ferse. -> Es wird ein Abkömmling von Adam und Eva der Schlange den Kopf zertreten, das bedeutet, es wird ein Mensch, so wie Eva die Menschheit an die Erbsünde band, die Menschheit wieder von der Erbsünde losbinden, das ist Maria durch ihr Fiat.
- Gen 6,18a: Mit dir [Noah] will Ich Meinen Bund aufrichten. -> Im Kerker der Arche drückt sich Gottes Stimme aus, genau so auch später im Mutterschoss Mariens, d. h. Noah sieht eine Parallele zur Schwangerschaft Mariens.
- Gen 22,12: Er [der Engel] sprach: Lege deine Hand nicht an den Knaben und tu ihm nichts; denn nun weiß ich, dass du Gott fürchtest und hast deines einzigen Sohnes nicht verschont um meinetwillen. -> Der Gehorsam gegenüber Gott durch das Fiat führt dazu, dass ein Wunder geschieht. Gerade weil Abraham sich in das Fürchterliche fügt, wendet Gott es im letzten Moment ab. Das ist eine Analogie dazu, dass Maria sich in die uneheliche Schwangerschaft fügt und gerade durch diese scheinbare Ungesetzmässigkeit das Gesetz ganz und gar zur ausgereiften Erfüllung und die Erlösung auf die Welt bringt.
- Gen 28,12b-c: Siehe, eine Treppe stand auf der Erde, ihre Spitze reichte bis zum Himmel. Und siehe: Auf ihr stiegen Engel Gottes auf und nieder. -> Es wird zwischen Gott und Erde durch Engel vermittelt, welche sich an etwas halten, das wie eine Treppe oder Leiter ist. Das bedeutet, ein Engel geht nicht allein zwischen Himmel und Erde hin- und her, sondern da ist im Himmel ein Ansprechpartner, das ist Gott, sowie auf dem Weg zur Erde ein Ansprechpartner, das ist ein Mensch, der zwischen Himmel und Erde vermitteln kann, der also Treppe oder Leiter ist und der dessen würdig sein muss; das kann nur ein Mensch sein, der des Dialoges mit dem Himmel würdig ist, d. h. nur ein Mensch ohne Erbsünde sein, das wiederum wäre ohne Maria unmöglich.
- Ex 3,2c: Der Dornbusch brannte im Feuer, aber der Dornbusch wurde nicht verzehrt. -> Der Dornbusch bleibt unversehrt, obwohl er Licht bringt. Ebenso bleibt die Jungfräulichkeit Mariens unversehrt, obwohl sie den Heiland gebiert. So, wie die Unversehrtheit des Dornbusches die Aufmerksamkeit des Moses erregt, so erregt die Unversehrtheit der Jungfräulichkeit Marias die Aufmerksamkeit der Christen.
- 2 Sam 6,14a: Und David tanzte mit ganzer Hingabe vor dem HERRN her. -> David tanzt mit ganzer Hingabe vor dem Behälter, in welchem Gott als Allerheiligster Wohnung nimmt. Damit tanzt er auch vor Maria, weil auch sie ein solcher Behälter ist.
- 1 Kön 18,44: Beim siebten Mal meldete der Diener: Eine Wolke, klein wie eine Menschenhand, steigt aus dem Meer herauf. -> Elias hat vorher Feuer vom Himmel gerufen als Zeichen, dass er von Gott bevollmächtigt ist. Darin ist die Authentizität des Alten Bundes und aller Propheten zu sehen. D. h. die Verheissung stammt wirklich von Gott. Nun braucht es noch die Erfüllung der Verheissung. Elias setzt sich hin, legt den Kopf zwischen seine Knie und betet um Regen. Das erste sachlich erkennbare Zeichen des Regens ist die kleine Wolke, es ist für ein gegenständliches Zeichen filigran, ja geradezu maximal feinstofflich. In derselben Weise wird das Handeln Gottes als Stifter des Neuen Bundes an einem filigranen, maximal feinstofflichen Zeichen erkennbar, wenn Maria als Hervorbringerin der Lebensquelle schwanger ist.
Eugenia-Sarto
@CollarUri Danke! Sie haben das wunderbar erklärt. Eine grosse Bereicherung!
ew-g
@CollarUri @Eugenia-Sarto
Danke für den mühevollen Versuch zu konkretisieren.
Allerdings ist nahezu alles spekulative Erbauung und kann dem Anspruch "Aussagen über die Mutter Gottes" in keiner Weise genügen. Konkret zu ergänzen wäre hingegen die Prophetie der Jungfrau, die einen Sohn gebären werde.

Wer nun der Schlange den Kopf zertreten wird, ob die Frau oder ihr Same, ist zumindest nach Septu…More
@CollarUri @Eugenia-Sarto
Danke für den mühevollen Versuch zu konkretisieren.
Allerdings ist nahezu alles spekulative Erbauung und kann dem Anspruch "Aussagen über die Mutter Gottes" in keiner Weise genügen. Konkret zu ergänzen wäre hingegen die Prophetie der Jungfrau, die einen Sohn gebären werde.

Wer nun der Schlange den Kopf zertreten wird, ob die Frau oder ihr Same, ist zumindest nach Septuaginta nur schwer auf Maria zu beziehen. Leider kann ich kein Hebräisch, um ein Original beurteilen zu können...

@Bethlehem 2014 Konstruierte Analogien sind keine Hinweise.
Eugenia-Sarto
@ Vielleicht habe ich mich missverständlich ausgedrückt. "Aussagen über die Muttergottes " wurden vom Papst gemacht. Dieser bezieht sich wahrscheinlich auf die Exegese der Kirchenväter. Diese Kirchenväter waren vielleicht vom Heiligen Geist erleuchtet. Die Kirche legt grossen Wert auf die Kirchenväterexegese. Sie mögen das Spekulation nennen. Vielleicht ist es aber doch mehr und der wahren …More
@ Vielleicht habe ich mich missverständlich ausgedrückt. "Aussagen über die Muttergottes " wurden vom Papst gemacht. Dieser bezieht sich wahrscheinlich auf die Exegese der Kirchenväter. Diese Kirchenväter waren vielleicht vom Heiligen Geist erleuchtet. Die Kirche legt grossen Wert auf die Kirchenväterexegese. Sie mögen das Spekulation nennen. Vielleicht ist es aber doch mehr und der wahren Bedeutung nahegekommen. Gott legt ja absichtlich sehr viele dunkle Stellen der Hl. Schrift bei, damit man immer darin forscht.
CollarUri
@ew-g Die "Jungfrau, die einen Sohn gebären" werde, ist umstritten, weil einige Übersetzer "junge Frau" sagen. Man kann nämlich alles anzweifeln, schon gewusst?
Dafür ist Ihre Annahme, Hebräisch würde Sie zu näherer Betrachtung über die Schlange führen, auch nur teilweise zutreffend. Die ältesten Handschriften des AT, die uns vorliegen, sind griechisch! Septuaginta. Aber es kommt nicht so sehr …More
@ew-g Die "Jungfrau, die einen Sohn gebären" werde, ist umstritten, weil einige Übersetzer "junge Frau" sagen. Man kann nämlich alles anzweifeln, schon gewusst?
Dafür ist Ihre Annahme, Hebräisch würde Sie zu näherer Betrachtung über die Schlange führen, auch nur teilweise zutreffend. Die ältesten Handschriften des AT, die uns vorliegen, sind griechisch! Septuaginta. Aber es kommt nicht so sehr auf die Übersetzung an, weil die Aussage "ihr Nachwuchs trifft dich am Kopf, du aber triffst ihn an der Ferse" sich in jedem Fall auf "die Frau", also Eva, bezieht, und nicht auf die Menschen schlechthin. Logische Folge ist, dass es um die weiblichen Menschen geht -> Die Rede ist von Maria.
viatorem
@CollarUri
" "ihr Nachwuchs trifft dich am Kopf, du aber triffst ihn an der Ferse""

Wie ist das gemeint?

Wer ist "ihr" und wer ist "du"?
CollarUri
Ihr: der Nachwuchs der Frau. Natürlich sind das nicht lauter Frauen, aber es legt nahe, dass es in erster Linie um ein weibliches Wesen gehen wird.
Du: die Schlange. (Gen 3,15)
viatorem
@CollarUri
Danke, das ist alles etwas kompliziert, verzeihen Sie daher die Nachfragen.
viatorem
@ Das heisst

dass die Ferse auch eine verletzliche Stelle ist.

Also der Kampf zwischen Gut und Böse ist da schon vorausgesagt?
ew-g
@CollarUri

Wir Katholiken brauchen uns von der bewusst anti-marianischen Falsch-Übertragung "junge Frau" keineswegs ins Bockshorn jagen zu lassen, war den Alten doch der kleine anatomische Unterschied zwischen "Jungfrau" und "junger Frau" sehr wohl bekannt. Und welches prophetisches Zeichen sollte es sein, dass eine junge Frau ein Kind gebäre??
Nein, zumindest im Griechischen ist das eindeutig: …More
@CollarUri

Wir Katholiken brauchen uns von der bewusst anti-marianischen Falsch-Übertragung "junge Frau" keineswegs ins Bockshorn jagen zu lassen, war den Alten doch der kleine anatomische Unterschied zwischen "Jungfrau" und "junger Frau" sehr wohl bekannt. Und welches prophetisches Zeichen sollte es sein, dass eine junge Frau ein Kind gebäre??
Nein, zumindest im Griechischen ist das eindeutig: unberührte Jungfrau - das wohl wichtigste Zeugnis über die Gottesmutter im AT.

Unstrittig für jeden, der im "Samen" Christus sieht, ist die logische Implikation Marias als dessen Mutter. Nicht zu übersehen aber ist, dass das AT auf Christus ausgerichtet ist und die Marienverehrung auf die Gottesverehrung.

Die Notwendigkeit, Übertragungen verschiedener Sprachen zu vergleichen, zeigt sich sehr gut beim unseligen "für alle" unserer Oberhirten. Deshalb wären wenigstens mir Hebräisch-Kenntnisse ebenso lieb wie mein Graecum.
ew-g
@Eugenia-Sarto
Sowohl Kirchenväter als auch Päpste haben zumindest strittige Auffassungen geäußert, deren Zutreffen sehr wohl nüchtern zu prüfen ist.
Gottes Absicht ist mir weitestgehend verborgen, und gerade unklare Textstellen müssen demütig, aber sauber analysiert werden. Phantasievolle Spekulationen mögen angenehm sein, führen aber nur selten zur Wahrheit, zumeist weg von ihr.
Bitte beachten…More
@Eugenia-Sarto
Sowohl Kirchenväter als auch Päpste haben zumindest strittige Auffassungen geäußert, deren Zutreffen sehr wohl nüchtern zu prüfen ist.
Gottes Absicht ist mir weitestgehend verborgen, und gerade unklare Textstellen müssen demütig, aber sauber analysiert werden. Phantasievolle Spekulationen mögen angenehm sein, führen aber nur selten zur Wahrheit, zumeist weg von ihr.
Bitte beachten Sie: Das AT ist auf Christus ausgerichtet, wie er selbst sagte, und das ist ebenso die Gottesmutter und die ihr zukommende Verehrung.
Eugenia-Sarto
@Ew-g Der Text stammt von Papst Pius X. Prüfen Sie selbst. www.kathpedia.com/index.php
Bethlehem 2014
Liebe @Eugenia-Sarto. Das sind durchaus alles Hinweise auf Maria. Wir dürfen aber nicht präsumieren, daß die Seher auch schon erkannten, was bevorsteht. Das ist für einen Propheten durchaus nicht Voraussetzung - und auch wir dürfen dies (im Nachhinein) nicht voraussetzen. - Selbst die menschlichen Autoren des Neuen Testamentes dürften nicht alles im Vollen verstanden haben, was sie schrieben…More
Liebe @Eugenia-Sarto. Das sind durchaus alles Hinweise auf Maria. Wir dürfen aber nicht präsumieren, daß die Seher auch schon erkannten, was bevorsteht. Das ist für einen Propheten durchaus nicht Voraussetzung - und auch wir dürfen dies (im Nachhinein) nicht voraussetzen. - Selbst die menschlichen Autoren des Neuen Testamentes dürften nicht alles im Vollen verstanden haben, was sie schrieben.
CollarUri
@Bethlehem 2014 Aber sie erkannten den Mechanismus.
Eugenia-Sarto
Ich schrieb doch auch nur von "geheimnisvollen Andeutungen". Der Papst ist da viel deutlicher.
Bethlehem 2014
@Eugenia-Sarto ... da bin ich wirklich überfragt! - Aber: DANKE für Ihren Hinweis!
Bethlehem 2014
@CollarUri Da weiß ich nicht, was Sie unter "Mechanismus" verstehen.
CollarUri
@Bethlehem 2014 Heilsmechanismus.
Einer erkennt z. B. die Paradoxie oder Verborgenheit von Gottes Handeln, einer die Unversehrtheit als Zeichen Gottes, einer erkennt die Epiphanie Gottes auf Erden. Das sind Heilsmechanismen.
Eugenia-Sarto
Die Kirchenväter haben ja oft Erstaunliches geschrieben in ihren Interpretationen, was wir nur bewundern können.
Eugenia-Sarto
Ein anderes Beispiel: Der Pharao liess den Bäcker und den Mundschenk einsperren ins Gefängnis. Sie hatten jeder einen Traum. Josef erklärete ihnen ihre Träume. Der Mundschenk werde begnadigt und wieder beim Parao eingesetzt, der Bäcker werde gehenkt und die Vögel würden sein Fleisch fressen. So kam es dann auch. Die Kirchenväter legen das so aus: Der Mundschenk versinnbildet den rechten Schächer,…More
Ein anderes Beispiel: Der Pharao liess den Bäcker und den Mundschenk einsperren ins Gefängnis. Sie hatten jeder einen Traum. Josef erklärete ihnen ihre Träume. Der Mundschenk werde begnadigt und wieder beim Parao eingesetzt, der Bäcker werde gehenkt und die Vögel würden sein Fleisch fressen. So kam es dann auch. Die Kirchenväter legen das so aus: Der Mundschenk versinnbildet den rechten Schächer, der gerettet wird, der Bäcker den, der verdammt wird.
Bethlehem 2014
@CollarUri - Ach so: Heilsmechanismen. Ja: da weiß ich, was Sie meinen. "Mechanismus" klang mir ein bißchen nach "Autowerkstatt". Bin halt manchmal ein bißchen schwer von Kapee...
Bethlehem 2014
@Eugenia-Sarto Ja, das versteh ich jetzt. Aber der Mundschenk und der Bäcker damals haben das wohl noch nicht verstanden...
Hoffe, daß ich Mundschenk bin. - Beten Sie mal dafür!
Eugenia-Sarto
Ja, mache ich, und Sie müssen auch für mich beten, ja?
Bethlehem 2014
Gern - immer!
CollarUri
@Bethlehem 2014, @Eugenia-Sarto Der Bäcker und der Mundschenk wären möglicherweise einmal eine eigene Debatte wert.
Bemerkenswerte Einzelheiten sind z. B.:
- Es geht um Brot und Wein.
- Es geht um jeweils drei Tage, einmal drei bis zum Leben, einmal drei bis zum Tod.
- Es geht um Freispruch und Schuldspruch.
- Joseph hat nicht nur Eingebungen, sondern kennt auch einige Fakten.
- Es wird nich…More
@Bethlehem 2014, @Eugenia-Sarto Der Bäcker und der Mundschenk wären möglicherweise einmal eine eigene Debatte wert.
Bemerkenswerte Einzelheiten sind z. B.:
- Es geht um Brot und Wein.
- Es geht um jeweils drei Tage, einmal drei bis zum Leben, einmal drei bis zum Tod.
- Es geht um Freispruch und Schuldspruch.
- Joseph hat nicht nur Eingebungen, sondern kennt auch einige Fakten.
- Es wird nicht gesagt, wie viele Fakten Joseph kannte, also ob er sich in etwa die Lösung zusammenreimen und mit Gottes Hilfe schlicht das Wahrscheinlichste voraussagen konnte, oder ob es einer direkten, eindeutig übernatürlichen Eingebung bedurfte. Letzteres scheint eher der Fall zu sein, aber nicht mit Sicherheit.
- Es wird nicht gesagt, was dem Mundschenk und dem Bäcker zur Last gelegt wurde und ob Joseph daraus Schlüsse zog. Die Heilige Schrift sagt immerhin, beide hätten sich verfehlt (Gen 40,1).
- Es wird angedeutet, dass der Bäcker ein schlechtes Gewissen hatte. Warum geht er als Zweiter nach dem Mundschenk so eifrig zu Joseph und will gleich dastehen wie er?
Darum kann der Leser oder Hörer zwar die Träume nicht unmittelbar selber deuten, aber irgendwie mit Joseph mitraten.
- Schliesslich vergisst der Obermundschenk den gefangenen Joseph und lässt ihn weiter im Kerker schmachten, so lange bis der Pharao von sich aus einen Traumdeuter wünscht. Könnte das ein Hinweis sein auf die Zeit, die Gott Sich herausnimmt, bis Er Ostern eintreten lässt? Ein Hinweis vielleicht, dass Christus im Gefängnis des Erdenlebens wandeln muss, der Zeit untertan, bis Er zum Neuen Leben auferstehen "darf"?
- Welche Rolle spielt die Täuschung des Bäckers? Man kann die Täuschung ein Stückweit eingrenzen. Er unterliegt keiner Sinnestäuschung, sondern einer Selbsttäuschung. Diese ist aber zum einen eine noch unsichere, weil die Ereignisse erst nach drei Tagen sicher sein werden, zum andern hat sie auf den Fortgang der äusseren Ereignisse um Joseph keine ersichtliche Bedeutung. Jedoch könnte sie eine Rolle für das Seelenleben des Bäckers spielen: Weil ihm Joseph die Wahrheit prophezeit, hat er noch Zeit, sich umzustellen und auf den Tod vorzubereiten. Was wir dazu wiederum nicht wissen, ist, ob er dem Joseph Glauben schenkt, denn nur dann kann der genannte Nutzen eintreten. Dafür spricht, dass er ja überhaupt erst seinen Traum erzählt hat, nachdem ihm die Deutung des andern Traumes schlüssig erschienen ist. Dagegen spricht, dass er seinen Optimismus überwinden muss.
- Könnte es in Bezug auf Philosophie und/oder Psychologie evtl. sein, dass die Begebenheit uns etwas über Subjektivität und Objektivität sagt? Wie wir wissen, ist das ein ganz zentraler philosophischer Streit, zum Teil bereits im Gange zwischen Universalisten und Nominalisten, enthalten im sogenannten "Universalienstreit", dann aber auch eine Debatte über subjektives Erkennen, somit über das Problem Immanuel Kants mit seinem Subjektivismus, ein Problem, das bis heute die Scholastiker von Kantianern und damit viele Katholiken von Nichtkatholiken scheidet, die Frage, ob man etwas auf echte Art erkennen kann, das gar nicht existiert (Meinong, ähnlich wohl auch Husserl @Bethlehem 2014), schliesslich wohl auch das Problem zwischen Konstruktivismus und der Ontologie bis hin zu Heidegger.
Denn wir sehen an der Geschichte beispielhaft, was "Erkenntnisgewinn" heissen kann. Der Bäcker gewinnt eine Erkenntnis über eine zukünftige Sache. Ganz und gar gewinnt er sie erst, als sie eintritt, d. h. als er am Geburtstag des Pharao hingerichtet wird.
- Auch die Frage nach den beiden Schächern ist nach all diesen Denkanstössen immernoch im Raum. Warum sagt unser Heiland zum guten Schächer nicht etwa "du wirst von heute an gerechnet am dritten Tage Gott schauen", sondern "heute noch wirst du mit Mir im Paradies sein"? Könnte der andere Schächer sich trotz seiner bösen Worte am Ende auch noch bekehren und wie sein Leidensgefährte Busse tun? Worin liegt die Befreiung, erst in der Erfüllung der Prophezeiung, oder nicht auch wenigstens teilweise schon in der Verheissung?
- Kennt jemand weiterführende Literatur zum Thema "Mundschenk und Bäcker"? @Eugenia-Sarto Haben Sie evtl. einen konkreten Hinweis, welche Väter das Thema behandelt haben und wie ausführlich?
Eugenia-Sarto
@CollarUri Literatur darüber habe ich leider nicht. Die Geschichte hatte mir ein Priester vor Jahren erzählt und ich war sehr beeindruckt.
Eugenia-Sarto
Sehr interessant und wieder einmal ein Beweis, dass man in der Heiligen Schrift unausschöpfbare Geheimnisse findet und nie an ein Ende kommt. Eben weil es Gottes Worte sind.
Bethlehem 2014
Danke, @CollarUri - das sind sehr schöne und sehr klare Darlegungen. Sehr bedenkenswert. - Habe sie abgespeichert, damit ich sie mal in Ruhe lesen kann. Momentan hab ich "Corona-Dauerstreß"...
CollarUri
@Bethlehem 2014 Es sind wie gesagt nur Einzelheiten, keine zusammenhängenden Darlegungen. Was nicht ist, kann aber eines Tages noch werden.
Bethlehem 2014
@CollarUri Ich möchte Sie dazu ermutigen! Bitte dann um Mitteilung!!!
Eugenia-Sarto
Ja, solche Kost brauchen wir. Das ist die katholische Mystik, die uns die Heilige Schrift reichlich schenkt.
ew-g
Christus ist nicht gekommen, uns in mystische Verzückung zu versetzen, sondern der Wahrheit Zeugnis zu geben. Aber wer's mag, mag's mögen...
Bethlehem 2014
ew-g Christus ist nicht gekommen, uns in mystische Verzückung zu versetzen, sondern von der Wahrheit Zeugnis zu geben. - Christus HAT aber einige in mystische Verzückung gesetzt und er läßt sich das auch nicht verbieten. Von niemand.
ew-g
@Bethlehem 2014
Wie ich sagte: Wer's mag, mag's mögen - aber richtig in die Glaubenswahrheit einordnen! Wenn erbauliche Mystik zur Wahrheit führt, ist sie hilfreich; wenn sie in Phantastereien führt, kann sie sehr hinderlich sein.
Bethlehem 2014
Da stimme ich Ihnen VOLLKOMMEN zu! -
Wenn die Mystik der Wahrheit widerspricht - und da gibt's furchtbar viele krasse Beispiele! - dann ist sie vom Teufel. Auch, wenn's hier furchtbar viele User gibt, die sie auch dann noch verteidigen.
ew-g
@Bethlehem 2014
Sehr richtig! Deshalb versuche ich immer wieder einmal (zumeist vergeblich), selbstverliebte Höhenflieger auf den Boden offenbarter Glaubenswahrheiten zurückzuholen, denn auch gutgemeinte Spekulationen müssen sich an den Konsequenzen messen lassen.
Es ist ganz einfach sinnvoll, den eigenen Vogel nicht für den Hl. Geist zu halten...
Tina 13
🙏🙏🙏🌹🌹🌹