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Maria Faustyna

Auszüge aus den Briefen von Pater Pio über den Umgang mit mystischen Erfahrungen

Pater Pio:
"Im übrigen müsst ihr wissen, Vater, dass Jesus sich keinesfalls beleidigt gezeigt hat, dass ich dem, was er gesagt hat, kein Gewicht beigemessen und meine unwesentliche Zustimmung gegeben habe." (s. 192)

Pater Benedetto (sein geistlicher Begleiter):
"Viele Ansprachen, Offenbarungen oder Einwirkungen können falsch sein, ohne dass daraus eine vollständige Täuschung des Geistes erfolgen muss. Wie oft waren die erleuchteten und heiligsten Seelen Opfer von Irrtümern und Täuschungen des Feindes; und doch werden sie auf den Altären verehrt! Einige Einwirkungen oder inneren Phänomene können also von der Natur oder vom Teufel herrühren, selbst wenn sich der Geist in bestem Zustand befindet und den Augen des Herrn wohlgefällig ist. Ihr müsst nur darauf achten, vor allem in bezug auf die Ansprachen nicht zu leichtgläubig zu sein. Ihr sollt sie entgegennehmen und dem Urteil derer unterstellen, die euch führen. Selbst dann, wenn sie euch absolut sicher und gewiss erscheinen. Wisset, mein Sohn, dass jede feste und grundlegende Neigung odere innere Zustimmung zu solchen Ansprachen, wie Poulain an Hand bedeutender Mystiker sagt, von derselben Neigung und Bereitschaft oder Vorliebe herrühren kann, mit der wir an das glauben, was wir für geoffenbart halten. Es ist also gut, solche Ansprachen mit großer Vorsicht und mit demütiger, stets Gleichgültigkeit entgegenzunehmen." (s. 193)

Geschrieben von (pm) am 19.04.2013
(Quelle: Pater Pio von Pietrelcina, Briefe I. Band, Korrespondenz mit dem geistlichen Führern (1910-1922), 2. Auflage 2011, ISBN: 9788849901177)