simeon f.
Hätte Bergoglio gesagt, dass Joe Biden katholisch und im Grunde gegen Abtreibung ist, wäre ein lauter Aufschrei durch das Forum gegangen und man hätte gesagt, dass Bergoglio nicht alle Tassen im Schrank hat. Nun ist es aber so, dass Ratzinger nicht alle Tassen im Schrank hat, aber Keinen scheint es zu stören.
Zweihundert
Vater vergib ihm, er weiß nicht, was er tut!
Klaus Elmar Müller
Er weiß, was er tut, und es ist nicht richtig so. (@viatorem)
Magee
Es gibt nur zwei Möglichkeiten: entweder er gehört zum Establishment (wogegen für mich noch immer einiges spricht) oder er wird zu solchen Aussagen (und damals Rücktritt) erpresst. Es ist ja kein Zufall, dass dieses Interview in zeitlichem Zusammenhang mit weiteren angekündigten Enthüllungen (angeblichen Missbrauchsvertuschung) in seiner Zeit als Glaubenspräfekt steht (Christoph Röhl). @Klaus …More
Es gibt nur zwei Möglichkeiten: entweder er gehört zum Establishment (wogegen für mich noch immer einiges spricht) oder er wird zu solchen Aussagen (und damals Rücktritt) erpresst. Es ist ja kein Zufall, dass dieses Interview in zeitlichem Zusammenhang mit weiteren angekündigten Enthüllungen (angeblichen Missbrauchsvertuschung) in seiner Zeit als Glaubenspräfekt steht (Christoph Röhl). @Klaus Elmar Müller Und es gibt sicher genug Kräfte im Vatikan und in München, die nur zu gerne vermeintlich verfängliche Akten an die Presse "leaken".
Vates
1. Der selbsternannte "Papa emeritus" ist durch seine immer noch nicht wirklich aufgeklärten Rücktrittsgründe und sein "papsthaftes" Auftreten nach der dubiosen "Abdankung" selbst Ursache einer noch nie dagewesenen Verwirrung der Gläubigen, die von "Pontius zu Pilatus" geschickt werden;

2. seine Wortwahl "Schwulenlobby" statt "Homolobby" und "léfèbvrischer Theologe" statt Weihbischof Richard …More
1. Der selbsternannte "Papa emeritus" ist durch seine immer noch nicht wirklich aufgeklärten Rücktrittsgründe und sein "papsthaftes" Auftreten nach der dubiosen "Abdankung" selbst Ursache einer noch nie dagewesenen Verwirrung der Gläubigen, die von "Pontius zu Pilatus" geschickt werden;

2. seine Wortwahl "Schwulenlobby" statt "Homolobby" und "léfèbvrischer Theologe" statt Weihbischof Richard Williamson ist unschön,

3. seine Vorschußlorbeeren für den "Euroretter" Draghi, der gerade durch diesen ungeheuerlichen Bruch der EU-Verträge die in Geiselhaft genommenen Euroländer und deren Bürger um Hunderte von Milliarden bringen wird, sobald der unvermeidliche "Big Crash" den ganzen Schwindel auffliegen läßt, sind völlig unangebracht, denn der wird wohl Italien genausowenig "retten", sondern
ebenfalls eher ins Verderben stürzen (Bürgerkrieg!);

4. seine Weißwäsche für den von der kath. Morallehre mehrfach öffentlich abgefallenen und dadurch kommunionunwürdigen Mr. Biden, den ein Drittel der US-Amerikaner wegen wohl erwiesenen Wahlbetrugs gar nicht anerkennt, ist seiner unwürdig. Und daß dieser Biden seine "Genderpolitik" durch sein ungeheuerliches Dekret, daß die US-Sportler bei der Olympiade wahlweise als Männer oder Frauen antreten können, offengelegt hat, kann er doch nicht im Ernst bezweifeln......... .
Zweihundert
Dieses Arme Kerlchen sollte ernsthaft seine Sünden und Verfehlungen bereuen, unter Tränen und auf Knieen, es gibt eine unendlich lange Liste seiner Verfehlungen, bei Interesse stelle ich sie mal ein.
Zweihundert
Erinnert sei nur mal daran, was er sich mit der anglikanischen Kirche geleistet hat, wo er sich ihr angebiedert hat und auch nicht den Dreck im eigenen Stall gekehrt hat.
One more comment from Zweihundert
Zweihundert
Sein Gewissen sei rein, dann steht er auf der Seite des Antichristen Bergolio und wird zum Verfolger seiner eigenen Herde
SvataHora
Diese Diskussion ist sowas von lächerlich und müßig: Josef Ratzinger ist vom Papstamt zurückgetreten und hat selber Bergoglio als den "neuen Papst" bezeichnet. Damit ist doch alles gesagt und eigentlich jedes weitere Wort überflüssig.
Magee
Wahrscheinlich führte er dieses Interview mit Scalfari. 🤭
Moselanus
Meinen Sie? Lustige Vorstellung, @Magee. Gänswein hat ja schon öfter erwähnt, dass Benedikt nicht mehr so deutlich artikulieren kann und es deshalb einiger Aufmerksamkeit und Übung bedarf, zu verstehen, was er sagt. Eher könnte ich mir da vorstellen, dass Gänswein sinngemäß wiederholt hat, was er gesagt hat. Das könnte auch ein Stück weit die ungewohnte Ausdrucksweise erklären.
Magee
Mir tut der alte Mann leid. Vielleicht wäre es besser gewesen, alles als Papst durchzustehen und nicht zurückzutreten. Denn die Versprechungen ihm gegenüber werden letztendlich ohnehin nicht gehalten.
nujaas Nachschlag
Welche Versprechungen?
Magee
Dass Ruhe und Friede herrsche in der Kirche, möglicherweise.
GOKL015
Jeder kann sich Papst nennen, aber nur einer kann es auch sein !
SvataHora
"es gibt gar keinen seit Pius XII - so schauts aus !", sprach unser Allgäuer und hatte damit Recht. 😇
Escorial
Razinger hat(te) auch nicht alles im Griff, trotzem fand ich ihn überragend. Kein Vergleich zum Apostat, Kirchenspalter, Gotteshasser und Spötter der Kardinäle - Bergoglio. Dennoch musste man ihm zweimal sagen , dass "für viele" und nicht "für alle" in den Wandlungsworten stehen muss... und warum hat er nicht die deutschsprachigen Bischöfe exkommuniziert, da sie diese Anweisung nicht befolgten?? …More
Razinger hat(te) auch nicht alles im Griff, trotzem fand ich ihn überragend. Kein Vergleich zum Apostat, Kirchenspalter, Gotteshasser und Spötter der Kardinäle - Bergoglio. Dennoch musste man ihm zweimal sagen , dass "für viele" und nicht "für alle" in den Wandlungsworten stehen muss... und warum hat er nicht die deutschsprachigen Bischöfe exkommuniziert, da sie diese Anweisung nicht befolgten?? Biden braucht er auch nicht loben, er ist für die Abtreibung und die Abtreibungs-Senatoren der Demokraten haben ihn genau deshalb gewählt. Und noch ein Details meine Damen und Herren: Es gibt nur einen Papst? Sehr witzig, da hätte uns die heilige Katharina Emerick aber einen Bären aufgebrummt. Wenn Bergoglio laut der Franziskus von Assissi-Prophezeigung ein Papst sein soll, dann fresse ich nen Besen 😂 Benedikt, du hättest am Ruder bleiben sollen, dann hätten wir keine Diskussionen in der Kirche über...soll ich dasalles aufzählen??...Pachamama, Gender, Amoris Laetitia, Abu Dhabi, Impfungen aus abgetriebenen Kindern, Frauenpriesterlobby, Eucharistie an Protestanten usw.. da bedarf es klarer Worte und einiger Exkommunikationen, ....auch Segnungen von Schwulen usw..alles daneben. Aber, Rente ist eben Rente? Irrsinn! Ein Papst macht immer durch bis zum bitteren Ende. Punkt und Amen.
sudetus
es gibt gar keinen seit Pius XII.- so schauts aus !
Escorial
das ist falsch...die Gottes Mutter von Garabandal wollte nach dem Tod nur 4 Päpste, den jetzigen aber nicht mitzählen (wen wundert´s?) -vor dem Ende der Zeiten, das nicht das Ende der Welt sein wird. Die Reihenfolge kennen Sie.
simeon f.
Der Mißkannte

Über das "Pontifikat von Joseph Ratzinger" Aufsatz vom 25. Mai 2014 auf dem Blog "Antimodernist.org" von P. Hermann Weinzierl

1. Joseph Ratzinger ist zweifellos einer der bekanntesten, zugleich aber einer der am meisten unterschätzten und mißkannten Theologen und Kirchenmänner der „konziliaren“ Epoche. Hartnäckig begleiteten ihn seine ganze Laufbahn hindurch die Gerüchte, er …More
Der Mißkannte

Über das "Pontifikat von Joseph Ratzinger" Aufsatz vom 25. Mai 2014 auf dem Blog "Antimodernist.org" von P. Hermann Weinzierl

1. Joseph Ratzinger ist zweifellos einer der bekanntesten, zugleich aber einer der am meisten unterschätzten und mißkannten Theologen und Kirchenmänner der „konziliaren“ Epoche. Hartnäckig begleiteten ihn seine ganze Laufbahn hindurch die Gerüchte, er habe sich „geändert“, vom Progressiven zum Konservativen, man sprach gar von „Ratzinger I“ und „Ratzinger II“: aus dem jungen theologischen Heißsporn wurde zunächst der besonnene Theologieprofessor, dann aus dem modernistischen Professor der konservative Erzbischof, aus dem doch noch reichlich liberalen Erzbischof der erzkonservative „Panzerkardinal“, schließlich gar der fast schon „traditionalistische“ Papst. Dem ganz entgegen stand vor allem die Selbsteinschätzung Ratzingers selbst, der in einem Fernsehinterview, das er als Benedikt XVI. gewährte, all diesen Behauptungen entgegenhielt, er sei immer der gleiche gewesen. Was auch stimmt.

2. Freilich haben die Fehleinschätzungen seiner laufenden „Wandlungen“ ein gewisses „fundamentum in re“, also eine sachliche Begründung. Erstens war Ratzinger als Intellektueller mit seltener Begabung, Fleiß und Intelligenz stets flexibel und lernfähig und damit auch stets auf der Höhe seiner Zeit, was oft nicht verstanden und als Änderung seines Standpunkts interpretiert wurde; so schaltete er etwa bereits auf den „Postmodernismus“ um, als die große Mehrzahl seiner Kollegen noch gar nicht einmal wußte, was das sein soll, und daher mit völligem Unverständnis reagierte bzw. ihn für „konservativ“ geworden hielt (bis heute ist das so).

Zweitens hat Ratzinger gewissermaßen ein Doppelgesicht, denn als Ästhet und tief in Volksfrömmigkeit verwurzelter Bayer aus altem katholischem Geschlecht besitzt er ein durch und durch klassisches und vor allem traditionell katholisches Gespür und Empfinden. Das äußert sich etwa in seinen liturgischen oder musikalischen Vorlieben oder in seiner Bekleidung. Zudem verfügt er dank seiner bayerischen Schulbildung auch über ein klares Bewußtsein für geschichtliche Zusammenhänge, was sich u.a. in seiner Wahl päpstlicher Utensilien und Kleidungsstücke zeigte. All das verleiht ihm eine „konservative“ Aura. In diesem Gewand jedoch steckt ein zutiefst von den modernen Irrtümern aller Art durchdrungener Geist, den er wohl seiner Zeit als überaus hochbegabter Student der Philosophie und Theologie in einer großteils modernistisch geprägten Umgebung verdankt.

Sein Geist ist ganz von modernistischen und dialektischen Prinzipien geformt. Eines dieser Prinzipien, und nicht das unwesentlichste, ist der evolutive Fortschritt durch das Zusammenspiel zweier gegensätzlicher Kräfte, einer „progressiven“, die nach vorne drängt, und einer „konservativen“, die bremsend wirkt. Würde eine dieser Kräfte zu stark werden oder sich verselbständigen, so würde es entweder keinen Fortschritt mehr geben, was Erstarrung und Tod mit sich brächte, oder es würde durch die explosive Kraft alles zerrissen und zersprengt. Im modernistischen System sind deshalb die Rollen aufgeteilt: Laien, Professoren, Pfarrer etc. haben den „progressiven“ Part zu spielen, die Hierarchen, Bischöfe, Kardinäle, Papst den „konservativen“ (dabei gibt es natürlich Spielräume und Varianten). Daraus ergibt sich automatisch die Regel, daß ein Professor, der in die Hierarchie aufsteigt, einen gewissen „Wandel“ zu vollziehen hat und umso „konservativer“ wird, je höher er im Rang klettert. Allerdings ist die Auswahl, wer in die Hierarchie aufsteigen wird, bereits unter den Theologen vorangelegt. Es gibt dort im wesentlichen zwei Gruppen, die sich nach theologischen Zeitschriften benennen: die „Communio“-Theologen und die „Concilium“-Theologen. Zu ersteren gehörten oder gehören u.a. Joseph Ratzinger, Karl Lehmann, Walter Kasper, Christoph Schönborn, zu letzteren Yves Congar, Hans Küng, Johann Baptist Metz, Karl Rahner und Edward Schillebeeckx. Es war also klar, für welche Aufgaben und Rollen in diesem Spiel ein Ratzinger vorherbestimmt war.

3. Damit haben wir ein wenig die Grundlagen und das Rüstzeug, um zu verstehen, wie sehr gerade dieser Mann, den manche letztlich für gescheitert halten, vielleicht mehr als andere „Konzilspäpste“ die Kirche verändert hat, gerade im Zusammenspiel mit seinem Vorgänger Karol Wojtyla und nun seinem „Nachfolger“ Bergoglio. Wojtyla hat in gewisser Weise die ideellen Grundlagen geschaffen. Er war der charismatische „Visionär“, der mit Assisi den Entwurf der neuen ökumenistischen Superkirche plakativ und mit meisterhaftem Gespür für Theatralik aller Welt vor Augen führte. Ratzinger jedoch hat die entscheidenden Weichen gestellt, um diese Vision Wirklichkeit werden zu lassen, was Bergoglio nun weiter durchzuführen hat. Ratzinger war es, der die Veränderungen oft durchführte, von denen ein Wojtyla mehr oder weniger nur träumte oder schwärmte.

4. Eine der fixen Ideen Karol Wojtylas war die Änderung des Papsttums. In seiner Enzyklika „Ut unum sint“ fordert er die Andersgläubigen dazu auf, mit ihm darüber nachzudenken, wie man den „Dienst an der Einheit“ und „Primat der Liebe“ neu gestalten könne, damit er kein ökumenisches Hindernis mehr ist. Joseph Ratzinger hat sicher gründlich darüber nachgedacht und, als er selbst auf dem Papstthron saß, auch entsprechend gehandelt.

Montini alias Paul VI. hatte die Tiara, die nach seinen Vorstellungen eigens für ihn angefertigt worden und ein sündteures Geschenk seiner ehemaligen Diözesanen war, symbolträchtig abgelegt und ihren Erlös „für die Armen“ bestimmt. Seither wurden die Päpste nicht mehr gekrönt und trugen keine Tiara mehr auf dem Haupt. Sie führten sie allerdings noch in ihrem Wappen. Bis zu Benedikt XVI. Er war der erste, der die Tiara auch aus dem Wappen entfernte und dafür das Pallium dort einführte. Das war eigentlich nur konsequent, denn was sollte die Tiara noch im Wappen, wenn der Papst sie nicht mehr trug? Es war aber zugleich ein deutliches Signal, daß Joseph Ratzinger fest entschlossen war, ein Papsttum ganz neuer Art zu verwirklichen. Schließlich hatte er sein Pontifikat unter das Motto der „konkreten Gesten“ gestellt.

Der nächste Schritt war der Verzicht auf den Titel „Patriarch des Abendlandes“, eine weitere „konkrete Geste“, die fast unbeachtet geblieben wäre, zumal sie gewissermaßen stillschweigend geschah. Diese „Geste“ stand sicherlich im Dienste der „Ökumene“, auf die wir weiter unten eingehen werden. Sie bedeutete aber vor allem auch eine weitere Einschränkung und Begrenzung der päpstlichen Autorität, ein weiteres Zurückstutzen auf den „Liebesprimat“. Als er dann gar „den Heiligen Stuhl verließ“, um sein Jesusbuch zu schreiben und in dieser wichtigen Sache als Privattheologe und bewußt nicht mit höchster Lehrautorität zu sprechen, war dies ein Schritt mehr zur Entleerung des Papsttums.

Den entscheidenden Schlag versetzte Ratzinger dem Pontifikat durch seinen sonderbaren Rücktritt. Seither gibt es einen kollegial von zwei Herren in Weiß ausgeübten „Petrusdienst“, den „aktiven“ und den „passiven“. Beide residieren im Vatikan, nicht weit voneinander, der eine ganz aktiv im Gästehaus, der andere zurückgezogen und passiv im Kloster. Gelegentliche gemeinsame Auftritte wie zuletzt zum Kardinalskonsistorium oder zur „Heiligsprechung“ ihrer Vorgänger stärken das Bild eines ganz neuen, seiner Heiligkeit und einzigartigen Vorrangstellung völlig entkleideten Ehren- und Liebesprimats, zumal der „aktive“ Petrusdiener sich nur noch „Bischof von Rom“ nennt.

5. Erste Aufgabe des so erneuerten „Petrusdienstes“ ist es, die „konziliare“ ökumenistische Superkirche zu verwirklichen als „Dienst an der Einheit“. Die Dimensionen dieser Superkirche umfassen die ganze Menschheit. Nach den Visionen Wojtylas ist die Kirche ja mit der gesamten Menschheit identisch, hat sich doch Christus bereits mit jedem Menschen gnadenhaft geeint, ob dieser es weiß oder nicht, ob er es will oder nicht. Die Allerlösung macht alle Menschen bereits zu Gliedern der Kirche, nur in verschiedener Bewußtheit und Verwirklichung dieser Zugehörigkeit.

So entsteht das Modell der „konzentrischen Kreise“. Im Mittelpunkt befindet sich die katholische Kirche, die am meisten dieses Bewußtsein verwirklicht hat, dann ihre orthodoxen „Schwesterkirchen“. Es folgen die übrigen christlichen Denominationen, dann die monotheistischen Religionen, vor allem die „älteren Brüder“ im Glauben, schließlich die anderen Religionen und ganz außen endlich alle „Menschen guten Willens“, auch die ungläubigen. Während Wojtyla sein Assisi 1986 noch auf die Weltreligionen beschränkt hatte, weitete Ratzinger sein Assisi 2011 auch auf die Nicht-Gläubigen aus und eröffnete so erstmals die ganze Dimension dieser geistigen Superkirche. Konsequenterweise errichtete er dementsprechend an der Kurie im Päpstlichen Rat für die Kultur auch einen „Vorhof der Heiden“, welcher den Dialog mit Atheisten und Agnostikern zu führen die Aufgabe hat.

Parallel dazu setzte er das Bemühen um die sichtbare Einheit dieser Superkirche fort nach dem Modell der kleinen „ecclesiae“ in der großen „Ecclesia“, also der verschiedenen Seitenkapellen im einen großen Dom. Wovon andere nur geredet und geträumt hatten, dahin tat er den ersten konkreten Schritt mit seiner Errichtung eines eigenen „Ordinariats“ für die Anglikaner. Ein ebensolches Ordinariat für Lutheraner war in Planung, ebenso eines für die „Traditionalisten“. Diese zu verwirklichen wird nun Sache seines Nachfolgers im „aktiven Petrusdienst“ sein.

6. Sein Bemühen um die „Traditionalisten“ hatte auch noch einen anderen Horizont. Wir haben oben schon das modernistische Modell der beiden konkurrierenden Kräfte genannt, welche den gemäßigten und sinnvollen Fortschritt hervorbringen sollen. Der hl. Pius X. schreibt in „Pascendi“ über die vorwärtsdrängende dieser beiden Kräfte: „Wollte aber die Evolution diesem Antrieb allein folgen, so würden leicht die Grenzen der Überlieferung überschritten werden: und die Evolution risse sich derart von dem sie ursprünglich belebenden Prinzip los, daß sie eher Untergang als Fortschritt nach sich ziehen würde.“ Genau diese Gefahr sah Ratzinger durch das Überhandnehmen progressistischer Tendenzen in der „Konzilskirche“ und wollte sie im Sinne seines Dienstes an der Einheit durch ein „traditionalistisches“ Gegengewicht am anderen Ende ausgleichen. Vielleicht hat er schließlich eingesehen, daß die „Piusbruderschaft“ für diese ihr zugedachte Rolle zu leichtgewichtig war.
Zugleich gedachte er mit dieser Integration den Schritt in die postmodernistische Zukunft seiner Kirche zu tun, von der These („Tradition“) über die Antithese (Modernismus) zur Synthese zu gelangen, in welcher beide friedlich nebeneinander aufgehoben sind und einander „befruchten“. In diesem Kontext ist auch seine liturgische „Reform der Reform“ zu betrachten, welche er durch sein vielbeachtetes Motu proprio „Summorum pontificum“ umzusetzen versuchte. (Wenngleich hier auch sein persönlicher Vorzug eine Rolle gespielt haben mag, denn er war nie ein Freund des „Novus Ordo“ und „Volksaltars“, wenngleich er die „konziliare“ Liturgiereform an sich begeistert begrüßte. Das Ergebnis schien ihm über das Ziel hinauszuschießen, weshalb er auch hier wohl ein Gegengewicht schaffen wollte.)

In dieser seiner Vision war er wohl seiner Zeit ein wenig zu sehr voraus, was mit ein Grund für seinen „Rücktritt“ gewesen sein mag. Die alten reaktionären Modernisten konnten und wollten diesem Kurs nicht folgen und torpedierten im Verein mit linksliberalen Medien seine Bemühungen, was ihn müde und mürbe machte und endlich zur Resignation brachte. Zumal er als Intellektueller und Professor nicht der Mann war, rigoros durchzugreifen, und es auch nicht verstanden hatte, sich mit solchen Leuten zu umgeben, die das für ihn taten.

7. Dennoch oder gerade deshalb kann man die Taten seines Pontifikats als geradezu herkuleisch ansehen. In nicht einmal acht Jahren schaffte er mehr als Wojtyla in seinen fast 27 Jahren fertiggebracht hatte. Papsttum und Kirche sind nach ihm definitiv nicht mehr das, was sie vorher (selbst nach dem Konzil) noch waren. Die „Traditionalisten“ sind gebändigt, entschärft, zahnlos gemacht und gespalten. Die Karten zwischen „Progressisten“ und „Konservativen“ sind neu gemischt. Bergoglio findet somit die besten Voraussetzungen, als erster ganz und gar „postkonziliarer Papst“ die „postkonziliare Kirche“ neu zu formen.

Quelle: antimodernist.net/2014/05/25/der-miskannte/
Eugenia-Sarto
Ein sehr tiefgründiger Beitrag. Ich habe Kard.Ratzinger und Papst Benedikt XVI. lange verehrt wegen seiner Innigkeit in der Liturgie, seinem feinen Benehmen, seinem edlen Auftreten. Ja, er hatte stets ein klassisch katholisches Auftreten. Bis ich über seine liberalen Ideen und modernistischen Aussagen las. Da war ich tatsächlich total schockiert. Bis heute. Wahrlich dialektisch.
simeon f.
Das hat nichts mit persönlichen Sympathien zu tun. Die Frage ist, ob er katholisch ist. Wenn er es nicht ist, kann er auch kein Papst (gewesen) sein. Man darf hier die subjektive Ebene nicht mit der objektiven verwechseln.
M.RAPHAEL
Selbst wenn er das alles so gesagt hat, dann kann er dazu gedrängt worden sein. Benedikt XVI ist ein sensibler Mann. Er ist gegenüber dem sozialen Druck der vorherrschenden Denke verwundbar. Er ist eben kein Panzer, eher ein unschuldiger Bub aus dem Bayernland. Er sucht die Harmonie mit der Mehrheitsmeinung. Deshalb hat er keine Probleme mit der Konzilskirche. Dennoch, weil auch verwundbar …More
Selbst wenn er das alles so gesagt hat, dann kann er dazu gedrängt worden sein. Benedikt XVI ist ein sensibler Mann. Er ist gegenüber dem sozialen Druck der vorherrschenden Denke verwundbar. Er ist eben kein Panzer, eher ein unschuldiger Bub aus dem Bayernland. Er sucht die Harmonie mit der Mehrheitsmeinung. Deshalb hat er keine Probleme mit der Konzilskirche. Dennoch, weil auch verwundbar gegenüber dem Heiligen Geist, erahnt er seine Schwäche und veröffentlicht das Motu Proprio Summorum Pontificum. Allein deshalb verdient er unseren Respekt, egal was.
Diese Gehirnwäsche, dieses Bedrängen von Menschen, die sich nicht wehren können und am Ende selber glauben, was sie eigentlich ablehnen, findet sich überall, vor allem auch im Stockholm-Syndrom. Genau deshalb darf die Euthanasie niemals, niemals erlaubt werden. Ich rede einem alten nichtsnutzigen Menschen in einem Altersheim innerhalb weniger Stunden ein, dass er eigentlich lieber tot wäre, vor allem wenn ich dann erbe. Hunde!
Stelzer
Hilfe, ist es der Mann von der Regensburger Rede?. Gibt es ein seltsame Form von Alzheimer??
kyriake
Oder sind es die Folgen von der Impfung?!!
Stelzer
ja aber sich impfen lassen war ja schon bescheuert
kyriake
Vielleicht hat ihm Gänswein dazu geraten. Gänswein ist nicht unbedingt die hell erleuchtetste Birne im Vatikan.
Klaus Elmar Müller
Kein Alzheimer! Diesen Kopf darf man nicht unterschätzen! Benedikt XVI. traut der Masse nicht viel zu. Er, der Gelehrte und Polizistensohn, hält "Ruhe für die erste Bürgerpflicht", auch in der Kirche - Hauptsache, alles geht seinen ruhigen Gang. Denken und Regieren sollen die Fachleute. Die muss man darum vor Kritik und Aufruhr schützen. @kyriake @Stelzer @Waagerl @Vates @Magee @CollarUri…More
Kein Alzheimer! Diesen Kopf darf man nicht unterschätzen! Benedikt XVI. traut der Masse nicht viel zu. Er, der Gelehrte und Polizistensohn, hält "Ruhe für die erste Bürgerpflicht", auch in der Kirche - Hauptsache, alles geht seinen ruhigen Gang. Denken und Regieren sollen die Fachleute. Die muss man darum vor Kritik und Aufruhr schützen. @kyriake @Stelzer @Waagerl @Vates @Magee @CollarUri @Goldfisch @Eugenia-Sarto @M.RAPHAEL @Zweihundert @simeon f.
Magee
Er hat nur einen Fehler @Klaus Elmar Müller : er hat keine Menschenkenntnis wenn es um seine Belange geht und er ist zu vertrauensselig. Er glaubt, was man ihm verspricht, damit Ruhe herrsche. Aber er hätte diesen Versprechungen nie glauben dürfen. Und so wird am Ende für ihn und die Kirche alles schlimmer kommen, als wenn er nicht zurückgetreten wäre.
Waagerl
Nanu. Soll das der Wortlaut von B16 sein?

Einige meiner Freunde, die ein bisschen 'fanatisch' sind, sind immer noch verärgert, sie wollten meine Entscheidung nicht akzeptieren. Ich denke an die Verschwörungstheorien, die darauf folgten: einige sagten, es sei wegen des Vatileaks-Skandals, einige sagten, es sei wegen eines Komplotts der Schwulenlobby, einige sagten, es sei wegen des Falls …
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Nanu. Soll das der Wortlaut von B16 sein?

Einige meiner Freunde, die ein bisschen 'fanatisch' sind, sind immer noch verärgert, sie wollten meine Entscheidung nicht akzeptieren. Ich denke an die Verschwörungstheorien, die darauf folgten: einige sagten, es sei wegen des Vatileaks-Skandals, einige sagten, es sei wegen eines Komplotts der Schwulenlobby, einige sagten, es sei wegen des Falls des konservativen lefebvrischen Theologen Richard Williamson. Sie wollen nicht an eine bewusste Entscheidung glauben. Aber mein Gewissen ist rein." Zitatende

Das ist niemals der Wortlaut von B16.
Goldfisch
Jaja, ich kann über diese "angeblichen" Worte auch nur den Kopf schütteln. Daß er unter Druck gestanden ist, wird er wohl nicht öffentlich machen .... und .. Sein großer Auftritt wird auch noch kommen!
Waagerl
Mein Eindruck ist, da arbeitet jemand gewaltig gegen B16, weil er immer noch in den Herzen der Gläubigen verankert ist und PF nur ein Nebenbuhler ist.
Klaus Elmar Müller
Mir klingt das durchaus nach Original-Ton! Benedikt XVI. möchte Ruhe im Karton, keinen Streit, hat Respekt vor Autoritäten (Biden, Bergoglio), hatte Respekt vor den Anordnungen seiner päpstlichen Vorgänger, über die Bergoglio munter hinwegtrampelt.
Waagerl
Wenn es tatsächlich so sein sollte, wie Sie sagen @Klaus Elmar Müller dann wäre ich sehr sehr enttäuscht von B16. Aber nein, dass ist nicht seine Wortwahl. Ich denke eher es ist, als ob sich jemand rächen wolle, das PF nicht genügend Aufmerksamkeit bekommt und von seinen Gegnern geschmäht wird.
Waagerl
Ich glaube, auch nicht, dass jemand der schon so alt wie B16 ist und sich auf das Sterben vorbereitet, solche Keulen schwingt. Es passt nicht zu B16. Er ist mir zu gebildet und war in seiner Ausdrucksweise stets harmonisch und nicht primitiv.
Kirchenkätzchen
@Klaus Elmar Müller Dann kann er ja auch Respekt vor dem Teufel haben und dessen „Autorität“ hochjubeln.
Waagerl
Ich glaube auch nicht, dass B16, in Selbstverteidigungshaltung geht, zumal in so einem Wortlaut, wie Verschwörungstheoretiker, da er selbst unter vielen Angriffen litt und selbst als Verschwörungstheoretiker gehandelt wurde. Und warum sollte er sich in genau dieser Zeit so äussern? Es werden doch keine oder kaum Anfragen an B16 gestellt. Hieß es nicht, er habe sich zurückgezogen, um sich dem …More
Ich glaube auch nicht, dass B16, in Selbstverteidigungshaltung geht, zumal in so einem Wortlaut, wie Verschwörungstheoretiker, da er selbst unter vielen Angriffen litt und selbst als Verschwörungstheoretiker gehandelt wurde. Und warum sollte er sich in genau dieser Zeit so äussern? Es werden doch keine oder kaum Anfragen an B16 gestellt. Hieß es nicht, er habe sich zurückgezogen, um sich dem Weltlichen zu entziehen und sich der inneren Einkehr zu widmen? Für die Welt in Abgeschiedenheit zu beten. Da wäre doch dieser Aufschrei sehr unpassend! Warum sollte er mit so einem Wortlaut die Gläubigen in Aufruhr versetzen wollen?
Waagerl
Ich könnte mir auch vorstellen, dass es ein Ziel der politischen Agenda in Staat und Kirche ist, die verbliebenen Gläubigen zu verschrecken, welche noch an B16 als wahren Papst festhalten und diese Gläubigen, entweder aus der Kirche zu vertreiben oder für die Agenda von PF gefügig zu machen.
Ottaviani
Ohrfeigen für die Fanatiker hier von Joseph Ratzinger sehr lustig
Magee
Ach Gott, was da dem alten Mann alles untergejubelt wird. Wer kann das ernstnehmen? Ich glaube schon weniger als die Hälfte von dem, was in den diversen Interviewbüchern steht, ist authentisch.
Ottaviani
@Magdalena C Ach ja es kann nicht sein was nicht sein
Moselanus
Dass er von Schwulenbobby gesprochen haben soll, weicht wirklich von seiner sonstigen Ausdrucksweise ab, "lefebvischer Theologe" für Williamson finde ich amüsant, @Ottaviani.
Goldfisch
!! Man möchte fast meinen unter dem Deckmantel "Ottaviani steckt auch Moselanus" ... ei,ei,ei - ein Schelm der Böses dabei denkt!
Ottaviani
@Moselanus man müßte wissen ob es sich um eine wörtliche Übersetzung des Textes handelt oder Quasie nur erzählt wird was Mgr Ratzinger gesagt hat
Magdalena C
Nein das hat er bestimmt nicht gesagt. So hat er nie gesprochen. Seine Worte waren immer weise.
Libertas Ecclesiae
Ein merkwürdiges Interview. Für mich hört es sich fast so an, als seien ihm die Antworten „von interessierter Seite“ in den Mund gelegt worden. Um wessen Nutzen geht es dabei?
Kirchenkätzchen
Das wird die am besten angebrachte Frage sein. Wem nützt es, cui bono?
Wenn es zum echten (!) Rücktritt käme, könnte dies allerdings auch hilfreich sein, z. B. wenn der Jesuit zugleich auch verschwände.
Der Weg für eine formal korrekte Lösung würde frei.
alfredus
Benedikt XVI. endtäuscht schon wieder ... ! Lebt er auf einer Insel, wo es keinerlei Information gibt ? Ist er denn mit dem Pontifikat Franziskus zufrieden und stimmt ihm zu ? Wieder spricht er ganz allgemein und nichts über den Glauben ! Man kann es nicht fassen, denn viele sehen in Benedikt XVI. den wahren Papst ! Es ist wahr und unbestritten, dass Benedikt XVI. der beste Konzilspapst …More
Benedikt XVI. endtäuscht schon wieder ... ! Lebt er auf einer Insel, wo es keinerlei Information gibt ? Ist er denn mit dem Pontifikat Franziskus zufrieden und stimmt ihm zu ? Wieder spricht er ganz allgemein und nichts über den Glauben ! Man kann es nicht fassen, denn viele sehen in Benedikt XVI. den wahren Papst ! Es ist wahr und unbestritten, dass Benedikt XVI. der beste Konzilspapst war, er war es aber auch nur streckenweise ! Leider haben wir seit dem Konzil keinen Papst mehr gehabt, der für den Glauben gekämpft und den Glauben gefestigt hat. Vielmehr ließen nach dem Konzil die Petrusnachfolger einfach alles Laufen und so ist auch dieses Interview kein Glaubens-Testament ... !
kyriake
Richtig - es gibt nur einen Papst und der heißt Benedikt XVI. !!!
Ottaviani
genau das bestreitet Joseph Ratzinger zu recht den er ist zurückgetreten
kyriake
Er hat sein "ministerium" an Bergoglio abgetreten, das "munus" hat er behalten. 😇
Moselanus
Dr. Barth hat als Altphilologe klargestellt, dass das, was manche in den Wechsel zwischen ministerium und munus hineindeuten, sprachlich nicht gedeckt ist. Das wäre so, und das ist jetzt mein Beispiel, als wollte man sagen, jemand könne gleichzeitig seinen Hut abnehmen und trotzdem ein und dieselbe Kopfbedeckung tragen.

Diese künstliche Unterscheidung besagt gar nichts, auch wenn sie von Brother…More
Dr. Barth hat als Altphilologe klargestellt, dass das, was manche in den Wechsel zwischen ministerium und munus hineindeuten, sprachlich nicht gedeckt ist. Das wäre so, und das ist jetzt mein Beispiel, als wollte man sagen, jemand könne gleichzeitig seinen Hut abnehmen und trotzdem ein und dieselbe Kopfbedeckung tragen.

Diese künstliche Unterscheidung besagt gar nichts, auch wenn sie von Brother Alexis Bugnolo stammt, der sehr scharfsinnig ist und oft auf Wichtiges hinweist, @kyriake.
kyriake
Wieso trägt Papst Bendikt XVI. immer noch seinen Fischerring (der inzwischen zwar zerbrochen ist und das gespaltene Schifflein Petri darstellt!!), während PF I. oder besser FP I. keinen trägt?!!!
Können Sie mir das bitteschön erklären?!