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"Damit sie euren guten Werke sehen": Keine pharisäische Angeberei! Wie soll man dann Licht auf dem Leuchter sein?

Bibelblüten

(32) „Damit sie eure guten Werke sehen“: Keine
pharisäische Angeberei. Wie soll man dann Licht
auf dem Leuchter sein?


Ihr seid das Licht der Welt“, sagt Jesus zu den Aposteln,
was erst einmal eine bemerkenswerte Aussage ist, weil
Christus sich selbst einmal so bezeichnet: „Ich bin das
Licht der Welt.“ (Joh 8,12)
Da wir den Sohn Gottes im
Nizäno-Konstantinopolitanischen Credo der Tridenti-
nischen Messe n. Pius V. als „Licht vom Licht, wahren
Gott vom wahren Gott“
bekennen, liegt hier eine ganz
besondere Bezeichnung der Apostel als Licht der Welt
vor: Sie sollten Stellvertreter des einzig wahren Lichtes
werden, indem sie die wahre Lehre Christi als sakramen-
tale Stellvertreter Christi auf der ganzen Welt verkünden
sollten.

Am Beispiel Christi konnten sie sich schon einiges ab-
schauen, wie sie nun Licht sein sollten, doch ihr Lehr-
meister gab ihnen noch konkrete Anweisungen und
Hilfestellungen, die wir in Mt 5,14-16 finden:

Ihr seid das Licht der Welt. Eine Stadt, die auf dem
Berge liegt, kann nicht verborgen bleiben. Man zündet
auch nicht ein Licht an und stellt es unter den Scheffel,
sondern man stellt es auf den Leuchter; dann leuchtet
es allen im Haus. So soll euer Licht vor den Menschen
leuchten, damit sie eure guten Werke sehen und euren
Vater im Himmel preisen.“


Nicht so können sie Licht sein, indem sie ihre guten
Werke unter den Scheffel stellten oder versteckten,
sondern gerade sie, die Apostel, sollen Licht sein durch
öffentliche Verkündigung in Wort und Werk, sichtbar
vor allen Menschen. Nebenbei bemerkt: Genau das,
das "auf den Leuchter Stellen", geschieht bei Heilig-
sprechungen der Katholischen Kirche.

Ich möchte aber diese Formulierung näher anschauen:
...damit sie eure guten Werke sehen...“.

Ist das etwa eine Einladung zur pharisäischen Zurschau-
stellung?

Die Pharisäer hatten dies ja tatsächlich gerne so prak-
tiziert: den Leuten schwere Lasten aufgebürdet, selber
aber keinen Finger gerührt und um dies zu verdecken,
ihre guten Werke vor sich her posaunt. Kann Jesus
das von seinen Aposteln gefordert haben ? Nein, sicher
nicht, auch wenn man sich fragt, wie es dann verstanden
werden muss.

Ein Apostel hat die Verantwortung eines öffentlichen
Missionars, eines priesterlichen Verkünders, was seine
Pflicht ist. Lehrverkündigung kann nicht im Verborgenen
geschehen, sondern vor den Menschen. „Damit sie eure
guten Werke sehen“
soll heißen, dass Lehre und Vorbild
der Apostel automatisch dazu führen werden, dass die
Menschen ihre guten Werke sehen und der Hauptgrund
dafür wird sogleich angefügt: damit sie „euren Vater
im Himmel preisen“
.

Fazit:
Das Licht-Sein ist nicht zum pharisäischen Prahlen gegeben,
sondern zum pflichtgemäßen, demütigen und wahrhaftigen
Ausstrahlen, damit die Menschen von ihrer Lehre und ihrem
wahrhaftigen Vorbild ergriffen, im Herzen erwärmt und selbst
erleuchtet werden. So wird jeder ein Licht für seine Umgebung,
je nach dem Maß seiner christlichen Ausstrahlung, automatisch,
nicht durch ein "vor sich Herposaunen" seiner Leistungen oder
Begnadungen.

Ein wunderbares Bild!
Nicky41 likes this.
Ihr seid das Licht der Welt. Eine Stadt, die auf dem
Berge liegt, kann nicht verborgen bleiben.
Nicky41 likes this.
Ich möchte aber diese Formulierung näher anschauen:
...damit sie eure guten Werke sehen...“.

Ist das etwa eine Einladung zur pharisäischen Zurschau-
stellung?
alfredus likes this.