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Jede Autorität stammt von Gott. Der höchsten , der göttlichen Autorität ist immer zu gehorchen. Anpassung an den Staat gegen das göttliche Recht ist dem Christen niemals erlaubt

Jede Autorität stammt von Gott. Wir haben Verpflichtungen gegenüber Gott und gegenüber dem Staat.

Rundschreiben von Papst Leo XIII. "Sapientiae christianae"

Auszug:

Der Christ als Glied der weltlichen wie der geistlichen Gesellschaft

Es ist zweifellos, dass den Katholiken im praktischen Leben zahlreichere und wichtigere Pflichten obliegen als denjenigen, die den katholischen Glauben nur mangelhaft oder überhaupt nicht kennen.

Indem nämlich Jesus Christus, der Urheber des menschlichen Heils, den Aposteln die Verkündigung des Evangeliums an jede Kreatur befahl, hat er damit auch allen Menschen die Pflicht auferlegt, das, was gelehrt wurde, anzunehmen und zu glauben.

Mit der Erfüllung dieser Pflicht ist die Erlangung des ewigen Heils aufs engste verbunden. „Wer glaubt und getauft ist, wird selig werden; wer aber nicht glaubt, wird verdammt werden".

Nun wird aber jeder, der den christlichen Glauben, wie es seine Pflicht ist, angenommen hat, dadurch zum Kind der Kirche und Mitglied jener umfassenden und heiligen Gesellschaft, über die unter dem unsichtbaren Haupt Christus Jesus dem Römischen Papst kraft seines Amtes die oberste Regierungsgewalt zusteht.

Wenn wir nun aber dem Staat, in dem wir geboren und erzogen sind, nach dem Naturgesetz eine besondere Liebe und Anhänglichkeit schulden, so dass ein guter Bürger für das Vaterland selbst den Tod nicht scheuen darf, so müssen die Christen auf gleiche Weise in einer weit innigeren Liebe allzeit der Kirche zugetan sein.

Ist doch die Kirche die heilige Stadt des lebendigen Gottes, aus Gott geboren und von ihm gestiftet, damit sie, während sie selbst sich in dieser Welt auf Pilgerschaft befindet, die Menschen sammle, unterrichte und dem ewigen Himmelsglück entgegenführe.

Wenn uns also das Vaterland, in dem wir dieses sterbliche Leben empfangen haben, lieb und teuer sein muss, so gebührt der Kirche eine noch größere Liebe, da wir ihr das ewige Leben der Seele verdanken; und wenn die Güter der Seele mit Recht vor jenen des Leibes Vorzug haben, so sind auch die Pflichten gegen Gott weit heiliger als die Verpflichtungen gegen die Menschen.

Übrigens dürfen wir nicht verkennen, dass die übernatürliche Liebe zur Kirche und die natürliche Liebe zum Vaterland aus einer und derselben ewigen Quelle fließen: sie sind Zwillingsschwestern und haben beide Gott zum Vater und Urheber. Darum ist auch ein Widerspruch zwischen ihren Verpflichtungen unmöglich. Sie schließen also einander nicht aus: auf der einen Seite die Selbstliebe, das Wohlwollen gegen die Nebenmenschen, die Liebe zum Staat und zum Träger der Gewalt an seiner Spitze, auf der anderen die gleichzeitige Verehrung gegenüber der Kirche, unserer Mutter, und eine Liebe zu Gott, die alles übersteigt.

Die Hierarchie der beiden Gewalten

Leider wird dieses geordnete Pflichtverhältnis teils durch die Ungunst der Zeiten, teils durch die Böswilligkeit der Menschen zuweilen gestört. Es gibt nämlich Fälle, wo die Forderungen, die der Staat an den Bürger stellt, im Widerspruch zu stehen scheinen zu den Pflichten des Christen gegen die Religion; dies kommt nur daher, dass die Regierungen die Gewalt der Kirche entweder nicht achten oder gar sich selbst unterstellt wissen wollen. Daher der Zwiespalt, aber auch die Gelegenheit, seine sittlichen Kräfte im Kampfe zu erproben. Zwei Gewalten drängen zum Gehorsam, beiden kann man ihn, da sie Gegensätzliches befehlen, zu gleicher Zeit nicht leisten:

„Niemand kann zwei Herren dienen", und so muss man, indem man dem einen willfährt, notwendigerweise den andern zurücksetzen.

Wem von den zweien aber der Vorzug gebührt, ist zweifellos. - Fürwahr, es ist ein Verbrechen, wenn man dem Dienst Gottes untreu wird, um die Menschen zufriedenzustellen; es ist Sünde, wenn man die Gesetze Jesu Christi übertritt, um der weltlichen Obrigkeit zu gehorchen, oder die Rechte der Kirche verletzt unter dem Vorwande, das staatliche Recht wahren zu müssen. „Man muss Gott mehr gehorchen, als den Menschen".

Darum muss man in ähnlichen Fällen ohne Zaudern stets dieselbe Antwort geben, mit der einst Petrus und die Apostel der weltlichen Obrigkeit entgegentraten, als sie Unrechtes befahl. Es gibt im Krieg und Frieden keinen besseren Bürger, als einen pflichtbewussten Christen; dennoch müsste er eher alles dulden und selbst den Tod wählen, als die Sache Gottes und der Kirche verlassen.

Die gemeinsame Quelle der zeitlichen und geistigen Gewalt: Gott

Darum haben jene nicht den richtigen Begriff vom Wesen und der Bedeutung der Gesetze, die diese gewissenhafte Unterscheidung der Verpflichtungen tadeln oder gar der Auflehnung beschuldigen. Es ist weltbekannt und des öfteren schon von Uns erklärt worden, was Wir hier aussprechen: Nur eine Anordnung, die die rechtmäßige Gewalt nach den Grundsätzen der geordneten Vernunft zum allgemeinen Wohl erlassen hat, kann Gesetz sein.

Eine wahre und rechtmäßige Gewalt ist aber nur jene, die von Gott, dem höchsten Herrscher und Herrn über alle, stammt, weil er allein einem Menschen Macht über Menschen verleihen kann; als geordnete Vernunft gilt nicht jene, die mit der Wahrheit und der göttlichen Vernunft im Widerspruch steht; was dem höchsten und unwandelbaren Gut widerstreitet und die Menschen gewaltsam der Liebe Gottes entfremdet, kann niemals das allgemeine Wohl wahrhaft fördern.

Copie von Kathpedia
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"Wenn aber die Gesetze des Staates mit dem göttlichen Recht in offenbarem Widerspruch stehen, [...] dann ist Widerstand Pflicht und Gehorsam Frevel" (Papst Leo XIII., Enzyklika Sapientiae christianae, 10. Januar 1890; www.kathpedia.com/index.php/Sapientiae_chri…).
"Sollten freilich Gebote kirchlicher Oberer offensichtlich gegen göttliches Gesetz verstoßen, so würde auch ihnen gegenüber das …More
"Wenn aber die Gesetze des Staates mit dem göttlichen Recht in offenbarem Widerspruch stehen, [...] dann ist Widerstand Pflicht und Gehorsam Frevel" (Papst Leo XIII., Enzyklika Sapientiae christianae, 10. Januar 1890; www.kathpedia.com/index.php/Sapientiae_chri…).
"Sollten freilich Gebote kirchlicher Oberer offensichtlich gegen göttliches Gesetz verstoßen, so würde auch ihnen gegenüber das Wort des Apostelfürsten Petrus gelten: «Man muß Gott mehr gehorchen als den Menschen.»" (Willibald Cajetan Scherer, Der Gehorsam nach der Lehre des hl. Thomas von Aquin dargestellt, Paderborn 1926, S. 156; Gehorsam gegenüber der Kirche)
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